Halstenbek
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| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Schleswig-Holstein | ||||
| Kreis: | Pinneberg | ||||
| Höhe: | 13 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 12,58 km² | ||||
| Einwohner: | 16 406 (31. Dez. 2007) | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 1304 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 25469 | ||||
| Vorwahl: | 04101 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | PI | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 56 018
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| Gemeindegliederung: | 2 Ortsteile | ||||
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Gustavstraße 6 25469 Halstenbek |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeisterin: | Linda Hoß-Rickmann (parteilos) | ||||
Halstenbek ist eine amtsfreie Gemeinde im Kreis Pinneberg im Süden Schleswig-Holsteins.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Geografische Lage
Halstenbek liegt im Süden des Kreises Pinneberg, grenzt im Osten direkt an Hamburg-Eidelstedt und Hamburg-Lurup, etwa 15 km vom Hamburger Stadtzentrum entfernt. Im Norden grenzen Rellingen, im Westen die Stadt Pinneberg und im Süden Schenefeld an. Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Halstenbek und Krupunder. Durch das Gemeindegebiet fließen die Bäche Ballerbek und Düpenau, sowie die Burbek, die aus dem Krupunder See entspringt. Das Gemeindegebiet liegt in einer mittlerweile kultivierten Moor- und Heidelandschaft.
[Bearbeiten] Geschichte
Gelegentliche Funde von Feuersteinklingen, Steinäxten und Kernsteinen deuten an, dass Menschen schon seit der frühen Steinzeit hier lebten. Die frühesten gesicherten Besiedlungsspuren wurden in Halstenbek in den 1920er und 1930er Jahren ausgegraben, dabei wurden Urnengräber aus der Steinzeit, Bronze- und Eisenzeit, sowie Reste frühmittelalterlicher Raseneisenerzverhüttungsplätze und einer Feldschmiede des 12. Jahrhunderts gefunden.[1] Erstmals wird Halstenbek am 15. Mai 1296 in einem Hamburger Schuldbuch erwähnt, wonach sich ein Hamburger Bürger von einem Hartwicus aus Halstenbek 30 Mark leiht. Zu dieser Zeit bestand Halstenbek als Dorf aber schon. Das Dorf Halstenbek stand unter der Verwaltung der Grafschaft Holstein-Pinneberg, die seit 1460 zum dänischen Königreich gehörte.
Im Zuge des Dreißigjährigen Krieges, in den Jahren 1625 bis 1627 suchten dänische Soldaten das Dorf heim. Danach hatte Halstenbek unter den so genannten Schweden- und Pollakenkriegen (1658–1660) und dem Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) zu leiden. Mit der Industriellen Revolution am Anfang des 19. Jahrhunderts begann auch der Aufschwung Halstenbeks. Die Landwirtschaft spezialisierte sich im Kreis Pinneberg auf Baumschulen, da die Stadt Hamburg nach dem verheerenden Brand im Jahre 1842 große Mengen an Bäumen zum Hausbau und zur Aufforstung von Parks und Straßenbäumen benötigte.
Nach dem Sieg Preußens gegen Dänemark im Jahre 1864 fiel Halstenbek mit der Gründung des Norddeutschen Bundes und des Kreises Pinneberg im Jahre 1867 unter preußische Verwaltung. Die direkte Verwaltung saß in der Drostei in Pinneberg. 1883 erhielt Halstenbek einen Anschluss an das Eisenbahnnetz mit eigenem Güterbahnhof, der den Absatz der Halstenbeker Baumschulen erheblich förderte. Der nächste große Einbruch der Stadt kam mit dem Ersten Weltkrieg.
Mit dem Dritten Reich wurde auch in Halstenbek die Verwaltung gleichgeschaltet. Die Baumschulen fanden neue Absatzmärkte und lieferten Bepflanzungen für die Grünstreifen der neuen Autobahnen. Später im Zweiten Weltkrieg, als sich die Versorgungslage bei Lebensmitteln verschlechterte, mussten die Baumschulen einen Teil ihrer Produktion auf den Lebensmittelanbau umstellen. Dennoch lieferten sie auch weiterhin Pflanzen, jetzt aber zu Tarnzwecken. Auf dem Halstenbeker Güterbahnhof standen am Anfang des Krieges schwere Flakbatterien. Später wurden in dem Baumschulgelände Höhe Lübzer Straße vier Flakstellungen mit Vierlingsflaks errichtet. Gegen Ende des Krieges wurde Halstenbek im Zuge der Bombardierungen von Hamburg mit betroffen und der Güterbahnhof wurde zerstört. Als Hamburg zur Festung erklärt wurde, verlief der "Festungsring" zwischen den Ortsteilen Halstenbek und Krupunder. Südlich der Bahnlinie wurde in etwa parallel zur heutigen "Lübzer Straße" ein Panzergraben errichtet. Nördlich der Bahnlinie verlief der Panzergraben parallel zur Bahn. Der südliche Panzergraben wurde von männlichen Häftlingen des KZ Neuengamme gebaut, den nördlichen Graben errichteten jüdische Frauen aus der KZ-Außenstelle Lurup. Nach dem Krieg geriet die Gemeinde unter britische Besatzung. Es wurden neue Verwaltungsstrukturen eingerichtet. Zunächst musste Wohnraum für Flüchtlinge geschaffen werden.
Im Zuge des Wiederaufbaus stieg der Bedarf an Forstpflanzen auch stetig an und somit eine der wichtigen Lebensgrundlagen der Gemeinde. 1970 wurde der Güterbahnhof stillgelegt. Mit der Jahrhundertwende und dem Kriegsende stieg die Einwohnerzahl der Gemeinde rasant. Die Mehrzahl der neuen Halstenbeker arbeiteten jetzt nicht mehr in der Gemeinde sondern im nahe gelegenen Hamburg. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden neue Gewerbegebiete eingerichtet und an der neu gebauten Bundesautobahn 23 entwickelte sich die so genannte "Halstenbeker Wohnmeile" oder etwas abschätzig auch "Möbelmeile".[2][3]
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahl von Halstenbek war lange Zeit auf dörflichem Niveau und stieg erst ab der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert, sowie nach Ende des zweiten Weltkrieges erneut erheblich an:
- 1909: 2.189 Einwohner
- 1939: 3.627 Einwohner
- 1950: 6.579 Einwohner
- 1985: 15.209 Einwohner
- 2006: 16.200 Einwohner
[Bearbeiten] Wappen
Blasonierung: „In Gold auf schwarzem Schildfuß, darin ein silberner Wellenbalken, drei grüne Tannen, die mittlere etwas höher als die beiden anderen, mit goldenen, in den Schildfuß hinabreichenden Wurzeln.“[4]
Das Wappen von Halstenbek wurde 1969 aus einem älteren Gemeindewappen entwickelt. Die Nadelbäume verkörpern die Baumschulen als wichtigen Wirtschaftszweig der Gemeinde. Die gewellte weiße Linie unter den Wurzeln symbolisiert einen Bach (plattdeutsch Bek) als einem Namensteil Halstenbeks, sowie für den hauptsächlich unterirdisch verlaufenden Dorfbach "Ballerbek" der nur noch am Halstenbeker Bahnhof ca. 50 m überirdisch verläuft.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Halstenbek unterhält Städtepartnerschaften mit dem oberösterreichischen Hartkirchen (seit 1980) sowie mit dem mecklenburgischen-vorpommerschen Lübz (seit 6. Oktober 1990).
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Bauwerke
Deutschlandweit bekannt geworden ist Halstenbek im Jahr 1997 durch den Einsturz der Dachkonstruktion einer im Bau befindlichen Sporthalle in modernem Design. Das seitdem von allen Bürgern als "Knick-Ei" bezeichnete Gebäude stürzte nach einem Wiederaufbau 1998 erneut ein. Ab dem 16. Dezember 2006 wurde die eingestürzte Halle abgetragen und an der freigewordenen Stelle eine neue Sporthalle in konventioneller Bauweise errichtet, die am 5. September 2008 eingeweiht wurde.
[Bearbeiten] Naturdenkmäler
Im Ortsteil Krupunder liegt der als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesene Krupunder See, ein beliebtes Naherholungsziel.
[Bearbeiten] Religion/Kirchengemeinden
Auf dem Gemeindegebiet gibt es seit Mitte der 1950er Jahre zwei eigenständige Kirchengemeinden; die evangelisch-lutherische und die katholische Kirchengemeinde entstanden aufgrund der Flüchtlingsströme in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Wachstum der politischen Gemeinde Halstenbek. Daneben existiert heute noch eine Neuapostolische Kirchengemeinde.
Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Halstenbek ist aus dem benachbarten Kirchspiel Rellingen hervor gegangen, zu dem sie noch bis 1957 gehörte. Sie wurde ausgepfarrt und eigenständig mit dem Bau der Erlöserkirche als roten Backstein-Hallenbau an der Friedrichstraße Mitte der 1950er Jahre. Heute hat die Gemeinde zwei Gottesdienst- und Predigtstätten: Neben der Erlöserkirche wurde Anfang der 1980er Jahre das Gemeindezentrum Arche Noah in Halstenbek-Krupunder am Haselweg gebaut. Das Gemeindegebiet ist identisch mit dem der politischen Gemeinde Halstenbek. Heute gehören etwa 6450 Frauen, Männer und Kinder der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde an.
Der katholischen Gemeinde Halstenbek mit ihrer Herz-Jesu-Kirche an der Ecke Dockenhudener Chaussee/Friedrichshulder Weg, ein einschiffiger Backsteinbau mit kleiner Apsis und niedrigem Turm, gehören etwa 2350 Mitglieder der katholischen Gemeinde an. Etwa 180 von ihnen finden in der einschiffigen Kirche gleichzeitig Platz. Neben der politischen Gemeinde Halstenbek gehören auch die Kommunen Ellerbek und Bönningstedt sowie Teile der Gemeinde Rellingen zur Gemeinde. Am 1. April 2007 wurden die Pfarreien Herz-Jesu Halstenbek und St. Michael / St. Pius Pinneberg zur neugegründeten Pfarrei St. Katharina von Alexandrien (Pinneberg) zusammengefasst. Die Kirchengemeinden sind jedoch weiterhin eigenständig.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Die Gemeinde zeichnet sich nach wie vor durch eine große Anzahl an Baumschulen aus ("Gemeinde im Grünen") und trägt den Slogan "Halstenbek - die Wiege des Waldes". Sie liegt im größten Baumschulgebiet der Welt. Da der Umfang der bewirtschafteten Flächen jedoch in jüngerer Zeit aufgrund von Betriebsschließungen zurück ging, konnten größere Areale als Bauland ausgewiesen werden, die vorwiegend zum Bau von Eigenheimen, z. T. jedoch auch Gewerbebetrieben genutzt werden. Auf Grund der sehr guten Verkehrsanbindung genießt Halstenbek eine hohe Attraktivität insbesondere bei jungen Familien aus der angrenzenden Metropole Hamburg, die ein neues Heim suchen. In Halstenbek existiert die so genannte "Halstenbeker Wohnmeile", in welcher Unternehmen verschiedener Branchen sowie Einrichtungs- und Möbelhäuser und Restaurants angesiedelt sind. Anfang der 90er Jahre haben bis zu 100 000 Menschen jährlich die an der A 23 gelegene Wohnmeile besucht.
[Bearbeiten] Verkehr
Außer über Autobahn A 23 ist Halstenbek auch durch ein engmaschiges Straßennetz mit den Nachbargemeinden verbunden und hat eine Anbindung an den ÖPNV (in diesem Fall den HVV) durch die S-Bahnstationen Halstenbek und Krupunder und mehrere Buslinien.
[Bearbeiten] Bildung
Die Gemeinde hat sechs Kindergärten bzw. Kindertagesstätten, drei Grundschulen, eine Gemeinschaftsschule und das Wolfgang-Borchert-Gymnasium im Ortsteil Krupunder. Einer hohen Wertschätzung erfreut sich ferner die seit 1994 in Halstenbek bestehende japanische Schule, die ihren Einzugsbereich bis nach Hamburg hinein hat und offensichtlich sogar den Zuzug einer größeren Zahl von aus Japan stammenden Familien nach Halstenbek begünstigt hat.
[Bearbeiten] Sonstiges
Der Name Halstenbek setzt sich aus drei Teilen zusammen. Bei "Halsten" handelt es sich um eine Wortverdopplung aus dem gotischen "Hal" oder "Hallus" (altenglisch "Haell" und dänisch "Hald") in der ersten Silbe und dem plattdeutschen Begriff "Sten" in der zweiten Wortsilbe, wobei alle Begriffe für Stein stehen. Der Begriff "Bek" bezeichnet im plattdeutschen Bach. Demnach würde der Name Halstenbek für Steinbach (genauer Steinsteinbach) stehen.[5]
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] in Halstenbek geboren
- Ernst Pein (1883-1962), Unternehmer, unter dessen Leitung sich die Firma Pein & Pein zur größten deutschen Forstbaumschule entwickelte; 1953 Ehrenbürger von Halstenbek
[Bearbeiten] mit Halstenbek verbunden
- Reinhard Suhren (1916–1984), Fregattenkapitän, U-Boot-Kommandant, starb in Halstenbek
- Franz Erhard Walther (* 1939), Künstler, lebt in Halstenbek
- Valeri Krivoborodov (* 1947), Cellist, lebt in Halstenbek
- Martin Vandreier, geb. Schrader (* 23. Juli 1974 in Hamburg), Musiker (Fettes Brot), lebte in Halstenbek
- Manfred Steffen (1916-2009), Schauspieler, lebte in Halstenbek
[Bearbeiten] Literatur
- Brigitte Wolf: Gemeindechronik Halstenbek. Gemeinde Halstenbek, 1991
- Gemeinde Halstenbek (Hrsg): Gemeinde Halstenbek - Jubiläumsschrift zur 700-Jahr-Feier (1296-1996) Kissling, Halstenbek 1996
[Bearbeiten] Belege
- ↑ Claus Ahrens: Vorgeschichte des Kreises Pinneberg und der Insel Helgoland. Wachholtz, Neumünster 1966
- ↑ Wolf: Gemeindechronik Halstenbek.
- ↑ Gemeinde Halstenbek (Hrsg.): Gemeinde Halstenbek - Jubiläumsschrift zur 700-Jahr-Feier (1296-1996).
- ↑ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
- ↑ Wolf: Gemeindechronik Halstenbek.
[Bearbeiten] Weblinks
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