Jamlitz

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Jamlitz bei Lieberose. Sie ist nicht zu verwechseln mit Jämlitz bei Bad Muskau.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Jamlitz führt kein Wappen
Jamlitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Jamlitz hervorgehoben
5214.36666666666754Koordinaten: 52° 0′ N, 14° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Amt: Lieberose/Oberspreewald
Höhe: 54 m ü. NHN
Fläche: 42,76 km²
Einwohner: 570 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 13 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15868
Vorwahl: 033671
Kfz-Kennzeichen: LDS
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 224
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Kirchstraße 11
15913 Straupitz
Webpräsenz: Gemeinde Jamlitz
Bürgermeister: Wilfried Götze (Feuerwehr Jamlitz)
Lage der Gemeinde Jamlitz im Landkreis Dahme-Spreewald
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Jamlitz (niedersorbisch Jemjelnica) ist eine Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg. Die Gemeinde Jamlitz gehört dem Amt Lieberose/Oberspreewald an. Der Verwaltungssitz des Amtes ist in der Gemeinde Straupitz.

Geografie[Bearbeiten]

Ortsteile der Gemeinde sind Leeskow und Ullersdorf, sowie der bewohnte Gemeindeteil Mochlitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 1302 erstmals urkundlich erwähnt.

Stein am Lagereingang des KZ Außenlagers Lieberose in Jamlitz
Gedenkstein an die Opfer des sowjetischen Speziallagers auf dem Friedhof Jamlitz

Unter nationalsozialistischer Herrschaft befand sich in der Nähe des Jamlitzer Bahnhofs das KZ-Außenlager Lieberose des KZs Sachsenhausen. Die durch Hunger und Zwangsarbeit ermordeten Häftlinge wurden in Massengräbern verscharrt.

Nach dem Krieg wurde es von September 1945 bis April 1947 als Speziallager Jamlitz weitergenutzt: Die sowjetische Besatzungsmacht hielt hier insgesamt über 10.000 Deutsche ohne Urteil fest, darunter viele Jugendliche und willkürlich Verhaftete. Nach russischen Angaben starben 3.400 namentlich bekannte Häftlinge an Hunger und den Folgeerkrankungen der Lagerhaft.

Heute befindet sich am Stadtrand von Lieberose eine Gedenkstätte, die an das Leiden der Menschen im KZ-Außenlager „Liro“ erinnert. In Jamlitz selbst, an der Stelle, wo sich die beiden Lager einst befanden, gibt es eine Dokumentationsstätte zum Konzentrationslager Lieberose der SS und zum Speziallager Jamlitz des NKWD.

Am 22. April 2009 begann in Jamlitz eine großangelegte Suche nach einem vermuteten Massengrab mit mindestens 750 Opfern zweier Massenerschießungen Anfang Februar 1945.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Mochlitz wurde am 1. Juli 1970 eingemeindet.[3] Leeskow und Ullersdorf kamen am 26. Oktober 2003 hinzu.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen
Jahr Einwohner
1875 1087
1890 967
1925 987
1933 844
1939 787
1946 1566
1950 1451
1964 1105
1971 1069
1981 852
Jahr Einwohner
1985 816
1989 748
1990 738
1991 724
1992 719
1993 719
1994 705
1995 701
1996 691
1997 684
Jahr Einwohner
1998 668
1999 669
2000 672
2001 658
2002 663
2003 645
2004 631
2005 617
2006 611
2007 615
Jahr Einwohner
2008 600
2009 602
2010 598
2011
2012

Quellen: Die detaillierten Quellen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg finden sich unter Population Projection Brandenburg in den Wikimedia Commons.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Jamlitz besteht aus 8 Ratsfrauen und Ratsherren, die alle aus der Wählergemeinschaft der Feuerwehr Jamlitz stammen. (Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Jamlitz und in der Liste der Bodendenkmale in Jamlitz stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jamlitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. MAZ-Artikel über die Suche nach dem Massengrab
  3. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003