Johannes Brenz

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Johannes Brenz (* 24. Juni 1499 in Weil der Stadt, Freie Reichsstadt; † 11. September 1570 in Stuttgart, Herzogtum Württemberg) war ein Reformator der Reichsstadt Schwäbisch Hall und in Württemberg sowie lutherischer Theologe. Er benutzte zeitweise auch die Pseudonyme Huldreich Engster, Ulricus Enc(h)aust(i)us (beides zu griechisch έγκαυστος „angebrannt“) und Johannes Wit(t)ling(ius) (nach seinem Versteck auf der Burg Hohenwittlingen).

Das Wappen des Johannes Brenz, Ausschnitt aus der Gestaltung des Epitaphs in der Stiftskirche Stuttgart
Johannes Brenz porträtiert von Anton Ramsler, 1590, Bildnis aus dem Bestand der Tübinger Professorengalerie

Jugend und Studium[Bearbeiten]

Johannes Brenz wurde am 24. Juni 1499 in der Reichsstadt Weil der Stadt als Sohn des Martin Hess, genannt Brenz (1475–1535), und der Catharina Hennig, vermutlich aus Enzweihingen geboren. Über seine Kindheit und Jugend ist wenig bekannt. Bereits 1514 begann er ein Studium an der Universität Heidelberg. Der Auftritt Martin Luthers bei der Heidelberger Disputation am 26. April 1518 beeindruckte ihn tief; er war der Beginn einer lebenslangen, engen Verbindung. 1519 wurde Brenz Rektor der Schwabenburse in Heidelberg. 1520 wurde er ebenfalls in Heidelberg Kanonikus an der Heiliggeistkirche. Von Heidelberg aus wurde er in die Reichsstadt Schwäbisch Hall zum Prediger an die Hauptkirche St. Michael berufen, wo er am 8. September 1522 seine Probepredigt hielt.[1] Ob der Haller Rat mit dieser Berufung eine Reform der örtlichen Kirche anstrebte, ist nicht bekannt. Brenz begann aber schnell, reformatorisch zu wirken.

Wirken in Schwäbisch Hall (1522–1548)[Bearbeiten]

Durchsetzung der Reformation und Neuordnung der Kirche[Bearbeiten]

Büste des Reformators Brenz, geschaffen als Skulptur, vor dem Johannes-Brenz-Haus in Schwäbisch Hall

Die Durchsetzung der Reformation erfolgte schrittweise. Mit Predigten zum Beispiel gegen die Heiligenverehrung bereitete ihr Brenz, der am 30. Mai 1523 in traditioneller Weise zum Priester geweiht worden war, den Boden. Er arbeitete hierbei eng mit Johann Isenmann und Michael Gräter zusammen, den Pfarrern von St. Michael und St. Katharina. Im Bauernkrieg von 1525 wandte Brenz sich mit Entschiedenheit gegen den Aufstand, drängte aber – im Gegensatz zu Luther, der eine harte Bestrafung forderte – auch auf eine milde Behandlung der Bauern, da die Obrigkeit mit schuldig am Aufstand gewesen sei. An den Bestrafungen aufständischer Bauern, die der Haller Rat durchführen ließ, übte er scharfe Kritik: „Wo die Obrigkeit nicht allein in die vorigen Beschwerden kein Einsehens tue, sondern mehr Strafe und Plage den Untertanen auflege, werde es zuletzt... über ihren eigenen Hals geraten“. An Weihnachten 1526 feierte er erstmals das Abendmahl in beiderlei Gestalt, die Messe wurde in seiner Kirche St. Michael und in St. Katharina 1527 abgeschafft, in anderen zog sich dies bis 1534 hin.

Mit der Kirchenordnung von 1527 entwarf Brenz eine Neugestaltung der religiösen Verhältnisse in Schwäbisch Hall. Predigt, Taufe und Abendmahl erhielten ebenso eine neue Form wie der Ablauf des Gottesdienstes oder das Eherecht, das aus dem Kirchenrecht in den Aufgabenbereich der weltlichen Obrigkeit überführt wurde. In Gutachten befasste sich Brenz zum Beispiel mit Themen wie Scheidungen, Ehehindernissen oder den Verfahren bei Ehebruch. Mit einbezogen in die Reform des Kirchenwesens waren auch die Schulen. Talentierte Schüler gleich welcher Herkunft sollten laut Brenz Latein lernen und so die Grundlage für eine höhere Schulbildung erwerben. Er forderte auch Schulunterricht für die Mädchen, denen die Heilige Schrift ebenso gehöre wie den Männern. Wichtiges Unterrichtselement war der Katechismus, der in Frage- und Antwortenform Glaubensinhalte bündelte und sie so u.a. der Jugend zugänglich machen sollte. Die drei von Brenz verfassten Katechismen, am wichtigsten derjenige von 1535, entfalteten eine große Wirkung – bis 1999 erschienen davon insgesamt 518 Ausgaben, darunter fremdsprachige. Neben Luther gilt Brenz als bedeutendster Katechismenautor des lutherischen Protestantismus.

Endgültig durchgesetzt – nun auch in dem der Reichsstadt Schwäbisch Hall gehörenden Landgebiet – wurde die Reformation mit Hilfe der von Brenz verfassten gedruckten Kirchenordnung von 1543.

Brenz als Ratgeber und Gutachter[Bearbeiten]

Um Rat gefragt wurde Brenz auch zu vielen anderen Themen, mit denen er sich aus dem Blickwinkel des Theologen befasste. Hierbei kam ihm ein erhebliches juristisches Fachwissen zur Hilfe. Er befasste sich etwa für den Kurfürsten von der Pfalz während des Bauernkriegs mit der Rechtmäßigkeit der von den Bauern in den Zwölf Artikeln erhobenen Forderungen oder später mit dem Widerstandsrecht gegen den Kaiser. Hervorhebung verdient seine Stellungnahme von 1528 zu der Frage, ob man die radikalreformatorischen Täufer hinrichten solle, was vom Reichsgesetz vorgeschrieben war. Obwohl es Brenz bei seiner Antwort nicht um Tolerierung Andersdenkender, sondern die Verhinderung von Exekutionen aus religiösen Gründen ging, spielte seine entschiedene Ablehnung eine wichtige Rolle in der Geschichte des Toleranzgedankens. Dieser Linie ist Brenz auch in Württemberg gefolgt, wo er sich mit dem spiritualistisch-protestantischen Prediger Kaspar von Schwenckfeld und dessen Anhängern auseinanderzusetzen hatte. Trotzdem stand Brenz auch hinter den mehrfachen Verdammungen gegenüber den Täufern, wie sie im von ihm selbst mitformulierten Augsburger Bekenntnis 1530 festgeschrieben wurden. Brenz’ mäßigender Einfluss verhinderte ferner, dass es in seinem Wirkungskreis zu Bilderstürmen kam.

Haltung zur Hexenlehre und Hexenverfolgung[Bearbeiten]

Ein anderes drängendes Problem war das der Hexenverfolgung; die Existenz von Hexen bestritt Brenz zwar nicht, warnte aber vor durch Folter erzwungenen Geständnissen und hielt es für besser, tausend Schuldige entkommen zu lassen, als einen Unschuldigen zu verurteilen. In seiner kritischen Haltung gegenüber dem Hexenglauben und der Hexenverfolgung steht Johannes Brenz somit in einer Reihe mit anderen Tübinger Theologen und württembergischen lutherischen Theologen, wie Matthäus Alber, Jacob Heerbrand, (Theodor) Dietrich Schnepf, Jacob Andreae, Wilhelm Bidembach, Wilhelm Friedrich Lutz oder Theodor Thumm (1586-1630), die Gottes Allmacht so umfassend sehen, dass es keinen Schadenzauber geben kann, weil letztlich auch das Unheil und Unglück von Gott selbst gelenkt wird, um die Sünder zu bestrafen und die Gerechten zu prüfen. Hexen können allenfalls wegen ihres Abfalls von Gott bestraft werden. Dies wirkte im Sinne weniger rigoroser Verfahren und milderer Bestrafung. In diesem Sinne wirkte er auch 1562, als ein schweres Hagelwetter in Württemberg Rufe nach einer Hexenverfolgung ausgelöst hatte. Brenz deutete den Hagel als Strafe Gottes, so dass derjenige, der nach Bestrafung der Hexen schrie, sich selbst anklagen würde.

Allerdings konnte Brenz auch eine unnachgiebige Haltung an den Tag legen, sofern seiner Ansicht nach schuldhaftes Verhalten vorlag: Im Briefwechsel mit Johann Weyer, einem Kritiker der Hexenprozesse, der überzeugt war, dass Frauen, die den Teufelspakt oder die Teilnahme am Hexensabbat gestanden hatten, an von Dämonen verursachten Halluzinationen litten und eher medizinischer Therapie bedurften, bestand Brenz darauf, dass die Verbindung und das Paktieren mit dem Bösen, und zwar unabhängig von der Frage der Realisierung, eine schwere Sünde sei und harte Strafe erfordere.

Johannes Brenz’ weit verzweigter Wirkungskreis[Bearbeiten]

Durch seine Korrespondenzen und seine Tätigkeit als Berater und Gutachter reichte der Wirkungskreis von Brenz weit über die Grenzen Schwäbisch Halls hinaus. Er erhielt immer wieder ehrenvolle Stellenangebote zum Beispiel aus England, die er aber ablehnte. Weitere Beispiele sind die Reichsstadt Nürnberg, die früh evangelisch gewordenen Reichsritter um Dietrich von Gemmingen († 1526) im Kraichgau, zu denen er enge persönliche Kontakte pflegte, und Markgraf Georg von Brandenburg-Ansbach, der ihn als Berater immer wieder hinzuzog. Auch zu Herzog Ulrich von Württemberg hatte er nach dessen Rückkehr 1534 enge Kontakte. Er wirkte als Berater bei der Einführung der Reformation und reorganisierte für Ulrich von Württemberg 1537 bis 1538 die Universität Tübingen.

Als „Luthers Mann in Süddeutschland“ fiel Johannes Brenz bei der Vertretung des Protestantismus und den inneren Auseinandersetzungen eine wichtige Rolle zu. Das Syngramma Suevicum an Johannes Oekolampad, zu dessen Unterzeichnern auch Johann Lachmann, Erhard Schnepf, Johann Geyling und Johann Isenmann (auch Eisenmenger) gehörten, ist das Antwortschreiben des Johannes Brenz, von vierzehn lutherischen Pfarrern zum Abendmahlsstreit niedergeschrieben, ein frühes Beispiel Brenz'scher Wirksamkeit. Im Abendmahlsstreit stellte sich Brenz kompromisslos an die Seite Luthers und nahm mit diesem 1529 am Marburger Religionsgespräch teil, bei dem vergeblich eine Einigung mit den reformierten Theologen um Ulrich Zwingli gesucht wurde. Brenz war nach seiner Teilnahme endgültig in den Kreis der wichtigsten protestantischen Theologen getreten und wurde in der Folge oft bei Religionsfragen hinzugezogen. So nahm er 1530 am Reichstag zu Augsburg teil und verfasste zusammen mit Philipp Melanchthon das Augsburger Bekenntnis, eine der zentralen protestantischen Bekenntnisschriften. 1537 beteiligte er sich am Schmalkaldischen Bundestag, ebenso an den Religionsgesprächen von Worms (1540) und Regensburg (1545/1546).

Trotz seiner vielfältigen Verpflichtungen fand Brenz die Zeit, ein umfangreiches Gesamtwerk zu verfassen, das ihn zu einem der produktivsten theologischen Autoren des 16. Jahrhunderts machte. Zu seinem Werk gehören zahlreiche Predigtdrucke und Predigtreihen, theologische Kommentare und anderes. Bis 1901 erschienen 681 Brenz-Drucke. Publizistischen Fehden mit katholischen und reformierten Autoren ging Brenz nicht aus dem Weg.

Familie[Bearbeiten]

Einen persönlichen Bruch mit der alten Kirche markierte Brenz 1530 durch die Eheschließung mit Margarethe (1501–1548), der Tochter des Schwäbisch Hallischen Ratsherrn Caspar Gräter (1474–1552), einer Witwe des Haller Ratsherrn Hans Wetzel und Schwester des Pfarrers Michael Gräter (um 1495–1562) von St. Katharina, mit der er fünf Töchter und einen Sohn hatte. Durch diese Heirat wurde er in die bürgerliche Oberschicht Halls eingebunden. Seine erste und seine zweite Frau Katharina Isenmann (Eisenmenger) (um 1532–1587), die er am 7. September 1550 nach dem Tod Margarethes in Dettingen an der Erms[2] heiratete, waren Nichten seines Kollegen Johann Isenmann (um 1495–1574). Beide Frauen sind mit Johann Wolfgang von Goethe verwandt.[3] Zu den bekannten Nachfahren von Johannes Brenz zählen neben anderen: Johann Albrecht Bengel, Dietrich Bonhoeffer, Karl Bonhoeffer, Wilhelm Hauff, Karl Friedrich Haug,[4] Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Hermann Hesse, Johann Jacob Moser, David Moufang,[5] Karl Christian Planck, Patrick Süskind,[6] Ludwig Uhland, Carl Friedrich von Weizsäcker und Richard von Weizsäcker.[7]

Flucht aus Schwäbisch Hall und Wirken in Württemberg (1548–1570)[Bearbeiten]

Die Spannungen zwischen den protestantischen Reichsständen und Kaiser Karl V. mündeten 1546 in den Schmalkaldischen Krieg, der mit einem schnellen Sieg des Kaisers in Süddeutschland endete. Da Brenz zum Widerstand gegen den Kaiser aufgefordert hatte, musste er fliehen, als dessen Truppen die Stadt im Dezember 1546 besetzten. Nach seiner Rückkehr übte er scharfe Kritik am Augsburger Interim, mit dem Karl V. 1548 die Lösung der religiösen Fragen im weitgehend katholischen Sinn zu erzwingen versuchte. Der kaiserliche Kanzler Granvella ließ schließlich eine Haller Delegation gefangen setzen, um die Auslieferung von Brenz zu erzwingen. Dank einer anonymen Warnung entging er um Haaresbreite der Verhaftung und floh am 24. Juni 1548 endgültig aus Schwäbisch Hall, wo er Frau und Kinder zurücklassen musste. In den folgenden Jahren versteckte er sich unter dem Schutz Herzog Ulrichs von Württemberg an verschiedenen Orten. 1548 war er zunächst auf Burg Hohenwittlingen, dann lebte er bis 1550 auf Burg Hornberg unter dem Namen „Huldreich Engster“, bis er 1550/1551 wieder offen auftreten konnte.

Architekt der evangelischen Landeskirche Württembergs[Bearbeiten]

Cristoff Hertzog zu Wirtenberg, Bildnis aus dem 16. Jahrhundert, Provenienz: Sammlung des Erzherzogs Ferdinand II. von Tirol
Holzschnitt eines Zeitgenossen aus der Werkausgabe vom Jahr 1590. In: Jean-Jacques Boissard / Theodor de Bry: Bibliotheca chalcographica, hoc est Virtute et eruditione clarorum Virorum Imagines, Heidelberg : Clemens Ammon 1669

Herzog Christoph von Württemberg, Sohn des 1550 verstorbenen Ulrich von Württemberg, machte Johannes Brenz zu seinem wichtigsten theologischen Ratgeber. Zwischen den beiden entstand ein enges Vertrauensverhältnis. 1553 erhielt Brenz das Amt des Stiftspropsts von Stuttgart. Seine wichtigste Aufgabe war nun, der evangelischen Kirche des Herzogtums eine organisatorische Form zu geben. Teil dieser Arbeit war zum Beispiel die Reform der Klöster 1556, aus der die berühmten württembergischen Klosterschulen hervorgingen, sowie der Neuaufbau einer auf den Fürsten ausgerichteten Kirchenorganisation. Diese Bemühungen mündeten in die „Große württembergische Kirchenordnung“ von 1559, in der sowohl die organisatorischen als auch die theologischen Grundlagen der Evangelischen Kirche Württembergs festgeschrieben wurden. Obwohl in vielem verändert, ist die württembergische Landeskirche bis heute durch diese im Wesentlichen von Brenz bestimmte, streng lutherische Form geprägt. Daneben nahm der Reformator sein Amt des Predigers in der Stuttgarter Stiftskirche wahr und hielt dort nicht nur an Sonn- und Feiertagen, sondern auch an den Wochentagen die Gottesdienste, sofern ihn seine vielen Reisen nicht davon abhielten. Eine wichtige Rolle spielte der Theologe auch bei dem Großen Württembergischen Landtag von 1565, als es ihm gelang, den Streit zwischen Landständen und Herzog um ein Widerstandsrecht gegen eine Religionsveränderung beizulegen.

Auch die Vertretung des Protestantismus nach außen blieb weiterhin eine Aufgabe. Brenz war maßgeblicher Autor des Württembergischen Bekenntnisses (Confessio Virtembergica), zu dessen Übergabe er 1552 mit einer evangelischen Delegation, das Konzil von Trient besuchte. Versuche, offizielle Gespräche zu erreichen, gelangen jedoch nicht. Auch im Ende der 1550er Jahre Jahr neu aufflammenden Abendmahlsstreit beteiligte sich Brenz publizistisch.

Am 11. September 1570 verstarb Johannes Brenz in Stuttgart an einer fiebrigen Krankheit. Mit seinem Tod trat die letzte der großen Reformatorenpersönlichkeiten und ein Lutherschüler der „ersten Stunde“ ab.

Das Grab des Johannes Brenz[Bearbeiten]

Das künstlerisch aufwendig gestaltete Epitaph für Johannes Brenz in der Stiftskirche Stuttgart
Die Grablege von Johannes Brenz in der Stiftskirche Stuttgart unter der Kanzel mit einem Grabmal auf dem sein Name, die Lebensdaten, und darunter / Stiftspropst in Stuttgart / Reformator des Landes /, eingehauen sind

Johannes Brenz wurde in der Stuttgarter Stiftskirche unter der Kanzel beigesetzt. In der Kirche befindet sich auch ein 1584 gefertigtes Epitaph mit einem Porträt von Johannes Brenz, das von Jonathan Sautter aus Ulm geschaffen wurde.

70 Jahre nach dem Tode von Johannes Brenz wurde im Zuge der Gegenreformation seine Grabstätte geöffnet, um den damals in Stuttgart wirkenden und in Stuttgart verstorbenen Jesuiten Pater Eusebius Reeb ebenfalls in der Grabstätte des Johannes Brenz beizusetzen.

Nach der Zerstörung der Kirche im Zweiten Weltkrieg wurde der Totenschrein des Johannes Brenz unter die heutige Kanzel umgebettet. Im Jahr 2000 wurde anlässlich der Restaurierung der Kirche eine Öffnung des beschädigten Schreines vorgenommen, wobei tatsächlich zwei Bestattungen vorgefunden wurden. Mit den hochmodernen neuesten Analysemethoden gelang es, zumindest den Schädel von Johannes Brenz zu identifizieren.

Namenspatron[Bearbeiten]

Nach Johannes Brenz sind die Brenz-Kirche in Weil der Stadt[8], die Johannes-Brenz-Gemeinde in Schwäbisch Hall[9], eine Grundschule in Stuttgart [10], eine Straße in Altensteig-Hornberg zur Burg Hornberg [11] und ein Weg in Fellbach bei Stuttgart benannt.

Gedenktag[Bearbeiten]

11. September im Evangelischen Namenkalender.

Johannes-Brenz-Preis[Bearbeiten]

Nach Johannes Brenz ist ein Preis für herausragende Arbeiten zur württembergischen Kirchengeschichte des Vereins für Württembergische Kirchengeschichte in Stuttgart benannt. Er ist mit 3.000 € dotiert (Stand 2009) und wird in der Regel alle zwei Jahre verliehen.

Johannes-Brenz-Preis, gestiftet vom Verein für Württembergische Kirchengeschichte[Bearbeiten]

Preisträger:

  • 1992: Sabine Holtz, Theologie und Alltag. Zur Transformation lutherischer Orthodoxie
  • 1994: Rainer Lächele, Ein Volk, ein Reich, ein Glaube. Die Deutschen Christen in Württemberg
  • 1996: Eva-Maria Seng, Der Evangelische Kirchenbau im 19. Jahrhundert. Die Eisenacher Bewegung und der Architekt Christian Friedrich von Leins
  • 1998: Wolf-Friedrich Schäufele, Christoph Matthäus Pfaff und die Kirchenunionsbestrebungen des Corpus Evangelicorum 1717-1726
  • 2000: Gerhard Faix, Gabriel Biel und die Brüder vom Gemeinsamen Leben. Quellen und Untersuchungen zu Verfassung und Selbstverständnis des Oberdeutschen Generalkapitels
  • 2002: Dagmar Konrad, Missionsbräute. Pietistinnne des 19. Jahrhunderts in der Basler Mission
  • 2006: Matthias A. Deuschle, Brenz als Kontroverstheologe. Die Apologie der Confessio Virtembergica und die Auseinandersetzung zwischen Johannes Brenz und Pedro de Soto
  • 2009: Michael Kannenberg, Verschleierte Uhrtafeln. Endzeiterwartungen im württembergischen Pietismus zwischen 1818 und 1848
  • 2011: Matthias Figel, Der reformatorische Predigtgottesdienst. Eine liturgiegeschichtliche Untersuchung zu den Ursprüngen und Anfängen des evangelischen Gottesdienstes in Württemberg

Dieser Preis ist nicht zu verwechseln mit der Brenz-Medaille, der höchsten Auszeichnung der Evangelischen Landeskirche Württembergs, die ebenfalls nach Brenz benannt ist.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Johannes Brenz: Frühschriften. Hrsg. von M. Brecht, G. Schäfer, F. Wolf. Bd. 1-2, Tübingen 1970–1974, ISBN 3-16-135091-X
  • Confessio Virtembergica. Das württembergische Bekenntnis von 1552 lateinisch und deutsch hrsg. von Martin Brecht und Hermann Ehmer, Holzgerlingen 1999, ISBN 978-3-7751-3413-2
  • Emil Sehling: Die Evangelischen Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts. Band 16: Baden-Württemberg II, Tübingen 2004. Band 17: Baden-Württemberg III, Tübingen 2007.
  • W. Köhler: Bibliographia Brentiana, Berlin 1904 online im Internet Archive

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Karl-Heinz zur Mühlen: Die Heidelberger Disputation Martin Luthers vom 26. April 1518. Programm und Wirkung, in: Wilhelm Doerr (Hrsg.): Semper Apertus. Sechshundert Jahre Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, 1386-1803, Bd. 1, Mittelalter und frühe Neuzeit, Berlin u. a. 1985, S. 188-212. Zu Johannes Brenz insbesondere S. 200f.
  2. Hans-Martin Maurer, Kuno Ulshöfer: Johannes Brenz und die Reformation in Württemberg. Eine Einführung mit 112 Bilddokumenten (Forschungen aus Württembergisch Franken, Bd. 9). Stuttgart 1974, ISBN 3-8062-0122-6
  3. Carl Knetsch: Ahnentafel Johann Wolfgang Goethes. (PDF; 141 kB) Leipzig 1932, S. 9.12.
  4. Karl von Riecke. Carl Friedrich Haug. Mittheilungen aus seinem Leben und aus seinem Nachlasse, für die Verwandten und Freunde als Manuskript gedruckt. Stuttgart. Druck der I. B. Metzler'schen Buchdruckerei. 1869. Bearbeitet von Karl Riecke
  5. Ururenkel von Oskar von Bülow und seiner Ehefrau Sophie, geborene Haug; Quellen Nachweis http://familienverband-feuerlein.de/ Stamm Conradi und Familiengeschichten aus dem Nachlaß von Karl Friedrich Haug, bearbeitet von Karl Riecke. Mit dem Bilde Haugs und 5 Stammtafeln. Stuttgart. Druck und Verlag W. Kohlhammer. 1886. Seite 112.
  6. ist ein Nachkomme des Bibelexegeten Johann Albrecht Bengel und damit auch des Reformators Johannes Brenz. Hermann Ehmer: SÜSKIND, Friedrich Gottlieb. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 11, Bautz, Herzberg 1996, ISBN 3-88309-064-6, Sp. 208–209.
  7. Christoph Weismann: Kirchenvater Brenz. In: Isabella Fehle (Hrsg.): Johannes Brenz 1499–1570. Prediger – Reformator – Politiker. Schwäbisch Hall 1999, ISBN 3-9805483-0-9, S. 180-193, hier S. 183f; Adolf Rentschler: Zur Familiengeschichte des Reformators Johannes Brenz. Tübingen 1921.
  8. brenzkirche.de
  9. evangelisch-in-hohenlohe.de: SHA-Johannes-Brenz
  10. Website Johannes-Brenz Schule www.jbs-stuttgart.de
  11. [1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johannes Brenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien