Wiesent (Gemeinde)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wiesent
Wiesent (Gemeinde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wiesent hervorgehoben
49.00694444444412.377777777778332Koordinaten: 49° 0′ N, 12° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Regensburg
Höhe: 332 m ü. NHN
Fläche: 22,18 km²
Einwohner: 2492 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93109
Vorwahl: 09482
Kfz-Kennzeichen: R
Gemeindeschlüssel: 09 3 75 209
Gemeindegliederung: 25 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 15
93109 Wiesent
Webpräsenz: www.wiesent.de
Bürgermeisterin: Elisabeth Kerscher (CSU)
Lage der Gemeinde Wiesent im Landkreis Regensburg
Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Cham Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Eichstätt Landkreis Kelheim Landkreis Landshut Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Schwandorf Straubing Landkreis Straubing-Bogen Regensburg Forstmühler Forst Kreuther Forst Brunn (Oberpfalz) Alteglofsheim Altenthann Aufhausen Bach an der Donau Barbing Beratzhausen Bernhardswald Bernhardswald Brennberg Brunn (Oberpfalz) Deuerling Donaustauf Duggendorf Hagelstadt Hemau Holzheim am Forst Kallmünz Köfering Laaber Lappersdorf Mintraching Mötzing Neutraubling Nittendorf Obertraubling Pentling Pettendorf Pfakofen Pfatter Pielenhofen Riekofen Regenstauf Schierling (Oberpfalz) Sinzing Sünching Tegernheim Thalmassing Wenzenbach Wiesent (Gemeinde) Wörth an der Donau Wolfsegg (Oberpfalz) ZeitlarnKarte
Über dieses Bild

Wiesent ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Regensburg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wiesent liegt etwa 20 km östlich von Regensburg an den Ausläufern des Bayerischen Waldes. Der Ort Wiesent wird von der Wiesent, hier auch Höllbach genannt, durchflossen, die 5 km weiter östlich in die Donau mündet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Wiesent grenzt im Süden und Osten an die Stadt Wörth an der Donau, im Westen an die Gemeinde Bach an der Donau und im Norden an die Gemeinde Brennberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Wiesent hat 25 amtlich benannte Ortsteile:[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Aus dem Schatten der Geschichte trat Wiesent im Jahre 780. Ein Ritter „Hito von Wisint“ schenkte in diesem Jahr dem Kloster Niederaltaich 36 Tagwerk Grund bei dem Weiler Wysunte. Wiesent war Sitz einer eigenen Herrschaft mit besonderer Gerichtsbarkeit, die seit 1505 zum Fürstentum Pfalz-Neuburg gehörte. 1620 wird Wiesent zur eigenen Pfarrei erhoben. Um 1625 wird der Ort von der Pest getroffen, 1633 durch die Schweden gebrandschatzt. 1639 wird der Grundstein für den Neubau der abgebrannten Kirche gelegt, 1695 das Wiesenter Schloss von Timon von Lintelo erbaut. 1707 erfolgt der Abbruch der baufälligen alten Kirche und der Neubau einer neuen Pfarrkirche. Am 23. April 1801 wird diese durch ein Feuer zerstört und war erst nach 18 Jahren wieder aufgebaut. 1903 bekommt die Gemeinde durch die Verlängerung der Walhallabahn von Donaustauf nach Wörth eine Anbindung an das bayerische Eisenbahnnetz. Nach dem Abbruch der Heilbergmühle 1912 wird die Wasserkraft zur Stromerzeugung genutzt, wodurch Wiesent eine Stromversorgung bekam. Wiesent gehörte ab 1505 zum Landgericht Burglengenfeld, später kam es zum Landgericht Regenstauf, 1836 zum Landgericht Stadtamhof und 1848 zum Landgericht Wörth. Seit 1862, der Errichtung der Bezirksämter, gehört es zum Bezirksamt Regensburg, entsprechend dem jetzigen Landratsamt Regensburg.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Dietersweg und Kruckenberg eingegliedert.[3] Mit der Gebietsreform erfolgte die Eingliederung in die Verwaltungsgemeinschaft Wörth. Am 1. Januar 1980 erlangte Wiesent aber erneut die Selbstständigkeit.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeisterin ist seit dem 24. Oktober 2010 Elisabeth Kerscher (CSU). Ihr Vorgänger war Hans Rösch.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Unter silbernem Schildhaupt, darin drei nach rechts gewendete schwarze Raben, in Blau eine goldene heraldische Lilie. Das Wappen wird seit 1977 geführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Höllbachtal
Schloss Wiesent renoviert 1695
Der Nepal-Himalaya-Pavillon
  • Höllbachtal (Naturschutz- und FFH-Gebiet)
  • Kloster Heilsberg, Gebäude nicht mehr existent
  • Burgstall Neuhaus, eine abgegangene Burg auf dem Gipfelplateau des Heilsberges
  • Die Burgruine zu Heilsberg (nahe dem Pangerlhof), erstmals Mitte des 12. Jahrhunderts erwähnt, von den Truchsessen von Heilsberg und Eggmühl erbaut, im 16. Jahrhundert aufgegeben. Heute sind nur noch Teile von Bergfried und Ringmauer erhalten. Seit 2005 finden Arbeiten zur Erhaltung der Ruine durch den "Förderverein zur Erhaltung der Burgruine Heilsberg e.V." statt.
  • Der Hudetz-Turm (im Schloss Wiesent)
  • Weinberge im Ortsteil Kruckenberg (Baierwein)
  • Barocke Dorfkirche, restauriert und erweitert 1973
  • Hermannsberg
  • Schloss Wiesent: Der langgestreckte Bau mit zwei Ecktürmen wurde von den Herren von Wiesent erbaut, spätere Besitzer waren die Herren von Falkenberg, Graf Thimon von Lintelo und die Grafen von Thurn und Taxis. Nach teilweiser Zerstörung um 1630 wurde es bis 1695 wiederaufgebaut. Heute befindet sich das Schloss in Privatbesitz und enthält mehrere Wohnungen und Geschäfte.
  • Historischer Schlossplatz (Dorfplatz) mit Dorfbrunnen; im Umkreis von 25 m gibt es vier Gastronomiebetriebe
  • Auf der Martiniplatte in Wiesent wurde 2003 der Nepal-Himalaya-Pavillon der Expo 2000 in Hannover wieder aufgebaut und ist seitdem für die Öffentlichkeit zu bestimmten Öffnungszeiten zugänglich. Rund um den Pavillon wurde ein Schau- und Sichtungsgarten mit mehr als 2500 verschiedenen Pflanzenarten angelegt.

Liste der Baudenkmäler in Wiesent (Gemeinde)

Sport[Bearbeiten]

  • Sportverein Wiesent (SV Wiesent), gegründet 1933
  • Schützenverein Edelweiß Wiesent (Luftgewehrschießen)

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • 1. Mai: Traditionelles Maibaumaufstellen am Schlossplatz durch die KLJB Wiesent
  • Jährlicher Weihnachtsmarkt am Dorfplatz
  • Josefimarkt (jährlicher Frühjahrsmarkt und Künstlermarkt mit lebenden Werkstätten) mit rund 90 Ausstellern

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

  • Etwa 1 km südlich von Wiesent führt die Autobahn A 3 vorbei mit der Ausfahrt Wörth/Wiesent (AS 104a).

Bildung[Bearbeiten]

  • Gemeinsamer Schulverband mit der Stadt Wörth (Grund- und Mittelschule Wörth-Wiesent)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Karl Anton Hudetz († 1977), Maler und Grafiker
  • Johann Walchshäusl †, Bürgermeister a.D.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111216/005425&attr=OBJ&val=1038
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 555.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wiesent – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien