Wiesent (Gemeinde)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wiesent
Wiesent (Gemeinde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wiesent hervorgehoben
49.00694444444412.377777777778332Koordinaten: 49° 0′ N, 12° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Regensburg
Höhe: 332 m ü. NHN
Fläche: 22,18 km²
Einwohner: 2480 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93109
Vorwahl: 09482
Kfz-Kennzeichen: R
Gemeindeschlüssel: 09 3 75 209
Gemeindegliederung: 25 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 15
93109 Wiesent
Webpräsenz: www.wiesent.de
Bürgermeisterin: Elisabeth Kerscher (CSU)
Lage der Gemeinde Wiesent im Landkreis Regensburg
Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Cham Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Eichstätt Landkreis Kelheim Landkreis Landshut Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Schwandorf Straubing Landkreis Straubing-Bogen Regensburg Forstmühler Forst Kreuther Forst Brunn (Oberpfalz) Alteglofsheim Altenthann Aufhausen Bach an der Donau Barbing Beratzhausen Bernhardswald Bernhardswald Brennberg Brunn (Oberpfalz) Deuerling Donaustauf Duggendorf Hagelstadt Hemau Holzheim am Forst Kallmünz Köfering Laaber Lappersdorf Mintraching Mötzing Neutraubling Nittendorf Obertraubling Pentling Pettendorf Pfakofen Pfatter Pielenhofen Riekofen Regenstauf Schierling (Oberpfalz) Sinzing Sünching Tegernheim Thalmassing Wenzenbach Wiesent (Gemeinde) Wörth an der Donau Wolfsegg (Oberpfalz) ZeitlarnKarte
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Schloss Wiesent
Pfarrkirche Wiesent

Wiesent (bairisch: Wiesnd) ist ein Dorf und eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Regensburg in Bayern (Ostbayern).

Das Dorf liegt am Fuß des Herrmannsberges und war bereits um die Zeit Karls des Großen, des ersten deutschen Kaisers, ein Rittersitz.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wiesent liegt etwa 20 km östlich von Regensburg an den Ausläufern des Bayerischen Waldes. Der Ort Wiesent wird von der Wiesent, hier auch Höllbach genannt, durchflossen, die 5 km weiter östlich in die Donau mündet. Das Dorf liegt etwa 3 Kilometer von der Donau und 1 km von der nächstgelegenen Stadt Wörth an der Donau entfernt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Der einwohnerstärkste Ortsteil der Gemeinde ist Wiesent mit 1998 Einwohnern, gefolgt von: Kruckenberg 213 Einwohner, Ettersdorf 197 Einwohner, Dietersweg 53 Einwohner, sowie Rupertsbühl und Petersberg mit jeweils 35 Einwohnern. (Angaben der Gemeindeverwaltung, Stand: 31. Dezember 2010)

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Wiesent grenzt im Süden und Osten an die Stadt Wörth an der Donau, im Nordosten an die Gemeinde Rettenbach im Landkreis Cham, im Westen an die Gemeinde Bach an der Donau und im Norden an die Gemeinde Brennberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Dorfplatz Wiesent

Die politische Gemeinde Wiesent hat 25 amtlich benannte Ortsteile:[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsname[Bearbeiten]

Der Ortsname dürfte germanischen oder keltischen Ursprungs sein.

Im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich dieser Name: Wisint/Wysunt (780) → Wysenndt → Wisent (1433) → Wissent (1666) → Wiesendt (1700) → Wiesent.

Vor- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Um Wiesent sind vor- und frühgeschichtliche Fundstellen gesichert. Vor ca. 60.000 Jahren, am Anfang der letzten Eiszeit dürften sich erste Menschen in dieser Gegend aufgehalten haben. Aus dieser Zeit wurden Steinwerkzeuge der Neandertaler gefunden. Auch vom Ende der Altsteinzeit sind Spuren gesichert. Im Ortsteil Rupertsbühl fand man ein Steinbeil aus der Zeit um 4000 v. Chr.

Mittelalter[Bearbeiten]

Erstmals wurde Wiesent im Jahr 780 erwähnt. Ein Ritter „Hito von Wisint“ schenkte seinerzeit dem Kloster Niederaltaich 36 Tagwerk Grund bei dem Weiler Wysunte. 1133 wird ein bischöflicher Dienstmann Ulrich von Wysenndt in einer Urkunde erwähnt. Der Ort gehörte damals zur Pfarrei Wörth und 1433 bestand bereits eine Kirche. Wiesent war Sitz einer eigenen Herrschaft mit besonderer Gerichtsbarkeit, die seit 1505 zum Fürstentum Pfalz-Neuburg gehörte. In der Zeit der Reformation und im Dreißigjährigen Krieg wurde unter Pfalzgraf Otto 1544 Wiesent lutherisch. Im Jahr 1570 wird erstmals eine Schule erwähnt. Der Ortsteil Dietersweg wird 1422 in einem Lehenbuch genannt.

Hauptportal Schloss Wiesent

1620 wird Wiesent zur eigenen Pfarrei erhoben. Um 1625 wird der Ort von der Pest getroffen, 1633 durch die Schweden gebrandschatzt. 1639 wird der Grundstein für den Neubau der abgebrannten Kirche gelegt, 1695 das Wiesenter Schloss von Timon von Lintelo erbaut.

Neuzeit[Bearbeiten]

1707 erfolgt der Abbruch der baufälligen alten Kirche und der Neubau einer neuen Pfarrkirche. Am 23. April 1801 wird diese durch ein Feuer zerstört und war erst nach 18 Jahren wieder aufgebaut. Wiesent gehörte ab 1505 zum Landgericht Burglengenfeld, später kam es zum Landgericht Regenstauf, 1836 zum Landgericht Stadtamhof und 1848 zum Landgericht Wörth. Seit 1862, der Errichtung der Bezirksämter, gehört es zum Bezirksamt Regensburg, entsprechend dem jetzigen Landratsamt Regensburg. Im Jahr 1858 bemühte sich Wiesent um eine neue Schule dessen Standort die heutige Bahnhofstraße wurde. 1895 wurde das Kriegerdenkmal eingeweiht.

Altes Kunsthandwerk[Bearbeiten]

In Wiesent war im 19. Jahrhundert Kunsthandwerk heimisch. Von etwa 1802 bis 1812 lebte hier Orgelbauer Ludwig Ehrlich und 1850 der Orgelmacher Johann Rödl. Beachtenswert sind die heute noch um die Pfarrkirche erhaltenen schmiedeeisernen Grabkreuze eines früheren Dorffriedhofs. Sie wurden durch das damals im Ort tätige Kunstschmiedehandwerk hergestellt.

Friedhof[Bearbeiten]

1892 wurde ein neuer Friedhof errichtet und der bis dahin um die Kirche angelegte Friedhof aufgegeben.

Walhallabahn[Bearbeiten]

1903 bekommt die Gemeinde durch die Verlängerung der Walhallabahn von Donaustauf nach Wörth eine Anbindung an das bayerische Eisenbahnnetz. Die Gesamtkosten der Bahnerweiterung betrugen 900.000 Reichsmark, die Gemeinde Wiesent steuerte 10.000 RM bei. Am 31. Dezember 1968 verließ der letzte Güterzug Richtung Regensburg den Bahnhof.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Wiesent 1940er Jahre

Nach dem Abbruch der Heilbergmühle 1912 wird die Wasserkraft zur Stromerzeugung genutzt, wodurch Wiesent eine Stromversorgung bekam. Am 3. August 1913 wurde ein Kirchenbauverein gegründet, der den Neubau und Umbau der Pfarrkirche vorantrieb und mit der Konsekration des Gotteshauses am 15. August 1973 endete.

Wiesent litt wie alle Gemeinden unter der Last des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Von Bombardierungen und größeren Zwischenfällen blieb der Ort jedoch verschont und NSDAP-Ortsgruppenleiter Lehrer Muggenthaler verbrannte am Kriegsende 1945, zwei Tage vor Einmarsch der Amerikaner, alle Akten über das Dritte Reich von Wiesent. Während des Kriegs waren zahlreiche Wiesenter Bürger, die dem NS-Regime skeptisch gegenüberstanden und Widerstand leisteten, unterdrückt worden. [3]

Es dauerte einige Zeit bis sich der Ort nach dem Krieg erholte. Im Jahr 1960 wurde der Neubau einer Schule begonnen, in der seit 1961/62 bis heute unterrichtet wird; die Schule wurde ab 1993 erweitert und generalsaniert. In den weiteren Jahren wurde 1975 ein neuer Kindergarten eingeweiht, 1981 ein neues Feuerwehrhaus bezogen und 1984 ein neues Schulsportbetriebsgebäude eröffnet. Im Rahmen des Städtebauförderprogramms wurde 1994 der Dorfplatz neu gestaltet. Ende des 20. Jahrhunderts wurden durch die Gemeinde Wiesent zahlreiche Neubaugebiete, wie Wiesent-Nord, Am Grubweg sowie Schmiedfeld geschaffen.

21. Jahrhundert[Bearbeiten]

Dorfbrunnen - Hintergrund Schloss

In den vergangenen Jahren hat sich Wiesent weiter vergrößert und es wurde in Infrastrukturprojekte investiert. Es entstanden weitere Neubaugebiete und die Gemeinde hat sich vor allem durch innovative Ideen, wie einem Ökopaket für Baugebiete, einer Energieboxx für Mietshäuser, Kindergarten und Verwaltung sowie dem freiwilligen Schulzusammenschluss und der interkommunalen Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Stadt Wörth weiter gut entwickelt. Wichtige Weichenstellungen der Gemeinde liegen derzeit bei Investitionen in regenerative, umweltfreundliche Energie, energiesparende Technik sowie in der Breitbandversorgung. Als eine der Ersten im Landkreis hat die Gemeinde ein Klimaschutzkonzept entwickelt. Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit mit der Stadt Wörth übertrug man das Standesamt nach Wörth, im Gegenzug erhielt man die Verwaltung des Grundschulverbandes.

Im Jahr 2008 wurde der Ort Wiesent zum Kreissieger für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft - unser Dorf soll schöner werden" gewählt und vertrat damit den Landkreis Regensburg beim Bezirksentscheid 2009. [4]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Dietersweg und Kruckenberg eingegliedert.[5] Mit der Gebietsreform erfolgte die Eingliederung in die Verwaltungsgemeinschaft Wörth. Am 1. Januar 1980 erlangte Wiesent aber erneut die Selbstständigkeit.

Religionen[Bearbeiten]

Wie in der gesamten Oberpfalz ist auch in Wiesent der größte Teil der Bevölkerung römisch-katholisch. Die Katholiken gehören der Pfarrei Mariä Himmelfahrt Wiesent und somit dem Dekanat Donaustauf, das dem Bistum Regensburg zugeordnet ist, an.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 13 Gemeinderäten und der Ersten Bürgermeisterin. Auf die CSU fallen seit der Kommunalwahl 2014 7 Sitze, auf die Freie Arbeiterschaft 6 Sitze.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Wappen von Wiesent

Erste Bürgermeisterin ist seit dem 24. Oktober 2010 Elisabeth Kerscher (CSU). Ihr Vorgänger war Hans Rösch (1990 - 2010). Er wurde am 8. Januar 2011 zum Altbürgermeister ernannt. [6]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Unter silbernem Schildhaupt, darin drei nach rechts gewendete schwarze Raben, in Blau eine goldene heraldische Lilie. Das Wappen wird seit 1977 geführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Wiesent
Filialkirche Kruckenberg
Hl. Nepomuk
Der Nepal-Himalaya-Pavillon

Zu den ältesten Gebäuden des Ortes zählen die Obermühle und Untermühle, das Schloss sowie der Lieblwirt.

Burgen und Schlösser[Bearbeiten]

  • Burgstall Neuhaus, eine abgegangene Burg auf dem Gipfelplateau des Heilsberges; 1213 wurde der Weiterbau der Burg eingestellt.
  • Die Burgruine zu Heilsberg (nahe dem Pangerlhof), erstmals Mitte des 12. Jahrhunderts erwähnt, von den Truchsessen von Heilsberg und Eggmühl erbaut, im 16. Jahrhundert aufgegeben. Heute sind nur noch Teile von Bergfried und Ringmauer erhalten. Seit 2005 finden Arbeiten zur Erhaltung der Ruine durch den "Förderverein zur Erhaltung der Burgruine Heilsberg e.V." statt.
  • Schloss Wiesent: Der langgestreckte Bau mit zwei Ecktürmen wurde von den Herren von Wiesent erbaut, spätere Besitzer waren die Herren von Falkenberg, Graf Thimon von Lintelo und die Fürsten von Thurn und Taxis. Nach teilweiser Zerstörung um 1630 wurde es bis 1695 wiederaufgebaut. Heute befindet sich das Schloss in Privatbesitz und enthält mehrere Wohnungen und Geschäfte.
  • Der Hudetz-Turm (im Schloss Wiesent): Hudetz-Museum und Hudetz-Gedenkstätte sowie Raum für Ausstellungen und Dokument früherer Raum- und Wohnverhältnisse.

Kirchen und Klöster[Bearbeiten]

  • Kath. Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt: Von der ursprünglichen Kirche ist noch der barocke Chor aus dem Jahr 1707 erhalten. Der Turm wurde nach einem Brand 1818 neu errichtet. Das Gotteshaus wurde durch ein modernes Kirchenschiff im Jahr 1973 erweitert und restauriert.
  • Kath. Nebenkirche St. Bartholomäus Dietersweg: Traufständiger Saalbau mit eingezogenem Chor und Fassadenturm mit Spitzdach, neugotisch, bez. 1896; mit Ausstattung. 1902 Einweihung der Kirche.
  • Kath. Filialkirche St. Matthäus Kruckenberg: Saalbau mit abgewalmten Satteldach und Fassadenturm mit Spitzdach, klassizistisch, 1845; mit Ausstattung.
  • Kath. Nebenkirche Mariä Heimsuchung Wiesent (sog. Lindenkapelle): Giebelständiger Saalbau mit eingezogener Apsis, Giebeldachreiter mit Zwiebelhaube, Putzgliederungen und Schindeldachung, neugotisch, 1831-32; mit Ausstattung.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Haus Hermannsberg: Bildungs- und Freizeithaus der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg.
  • Auf der Martiniplatte in Wiesent wurde 2003 der Nepal-Himalaya-Pavillon der Expo 2000 in Hannover wieder aufgebaut und ist seitdem für die Öffentlichkeit zu bestimmten Öffnungszeiten zugänglich. Rund um den Pavillon wurde ein Schau- und Sichtungsgarten mit mehr als 2500 verschiedenen Pflanzenarten angelegt.

Plätze[Bearbeiten]

  • Historischer Schlossplatz (Dorfplatz) mit Dorfbrunnen und Kriegerdenkmal; im Umkreis von 25 m gibt es vier Gastronomiebetriebe.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Figur des hl. Nepomuk auf Wappensockel (Brücke Nähe Schlossplatz): Sandstein, spätbarock, um 1760.
  • Sommerkeller: Seit 1812 war der Äußere Sommerkeller dem Schloss Wiesent zugehörig. Später erfolgte eine Nutzung durch eine Brauerei, die sich im Schloss befand sowie einer örtlichen Gastwirtschaft zur Bierlagerung. 1994 wurde im Rahmen der Dorfplatzneugestaltung das Areal erworben und anschließend der Keller nutzbar gemacht. Seit 2011 finden dort öffentliche Veranstaltungen gesellschaftlicher und kultureller Art statt.
  • 1925 wurden zahlreiche sehenswerte und alte schmiedeeiserne Kreuze rund um die Kirche aufgestellt.

Alle Baudenkmäler[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Wiesent (Gemeinde)

In der näheren Umgebung[Bearbeiten]

Natur[Bearbeiten]

Höllbachtal Naturschutzgebiet Hölle

In der Gemeinde befindet sich ein Teil des Naturschutzgebiets Hölle.

Entlang der Staatsstraße nach Regensburg, zwischen Wiesent und Sulzbach, erstreckt sich in der Hügellandschaft des Bayerischen Vorwaldes ein großes geschlossenes Waldgebiet, der Fürstliche Thiergarten von Thurn und Taxis. Der Wildpark zählt zu den Schönsten und Gewaltigsten in Deutschland. Er ist komplett eingezäunt, 2800 Hektar groß, mit Rehen, Hirschen, Wildschweinen, Luchsen, Bibern, Fischottern, Schwarzstörchen und anderen Tieren. Er wurde 1813 als Jagdwald der Fürsten zu Thurn und Taxis angelegt.

Sport und Vereine[Bearbeiten]

In Wiesent gibt es gut ausgebaute Sportstätten und ein reiches Vereinsleben u.a.:

  • Sportverein Wiesent (SV Wiesent), gegründet 1933
  • Schützenverein Edelweiß Wiesent (Luftgewehrschießen), gegründet 1882
  • Imkerverein, gegründet 1894

Die Freiwillige Feuerwehr Wiesent (gegr. 1874) sowie die Freiwilligen Feuerwehren der Ortsteile Kruckenberg (gegr. 1889) und Dietersweg (gegr. 1896) sorgen für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe im Gemeindegebiet und darüber hinaus.

Freizeit[Bearbeiten]

Im Gemeindegebiet gibt es viele Rad- und Wanderwege. Wiesent befindet sich am Donau-Panoramaweg. Dieser Wanderweg ist 220 km lang und führt von Neustadt an der Donau nach Passau. Das nächste Hallenbad befindet sich in Wörth an der Donau.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • 1. Mai: Traditionelles Maibaumaufstellen am Schlossplatz durch die KLJB Wiesent
  • Jährlicher Weihnachtsmarkt mit etwa 30 Ausstellern und großen Rahmenprogramm am Dorfplatz
  • Jährlicher Josefimarkt (Frühjahrs- und Künstlermarkt mit lebenden Werkstätten und rund 90 Ausstellern)

Überdies finden zahlreiche Veranstaltungen der örtlichen Vereine sowie kulturelle und gesellschaftliche Events im Sommerkeller statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gewerbe-Park Wörth-Wiesent
Bayerischer Qualitätspreis Sonderpreis 2013

In Wiesent gibt es eine gute ärztliche Versorgung, eine Tagespflege mit ambulanten Pflegedienst des BRK, eine Postagentur, überdies sind zahlreiche Handels-, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe angesiedelt.

Interkommunale Zusammenarbeit[Bearbeiten]

Am 14. Januar 2010 wurde die interkommunale Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Stadt Wörth an der Donau beschlossen.

Aus dieser Zusammenarbeit ging noch im selben Jahr die Einrichtung des 160.000 Quadratmeter großen „Gewerbeparks Wörth-Wiesent“ hervor. Für dieses gemeinsame Projekt erhielt Wörth mit Wiesent den Bayerischen Qualitätspreis Sonderpreis 2013 „für besonders wirtschaftsfreundliche und innovative Kooperationsprojekte mehrerer Kommunen mit Modellcharakter“.[7] Dieser Gewerbepark ist verkehrsgünstig direkt neben der Bundesautobahn BAB 3 Ausfahrt Wörth/Wiesent (AS 104a) gelegen. Es haben sich bereits zahlreiche Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe sowie das produzierende Gewerbe angesiedelt.

Weinbau[Bearbeiten]

In den Weinbergen im Ortsteil Kruckenberg gedeiht der (Baierwein), der bereits im 8. Jahrhundert in einer Urkunde erwähnt wurde; zahlreiche Weinlokale sind hier anzutreffen. In der Gemeinde Wiesent wurde, nach einer alten Urkunde, der Weinbau um das Jahr 1100 eingeführt. Die Gemeinde Wiesent liegt im zweitkleinsten Weinanbaugebiet Deutschlands an der Weinroute.

Verkehr[Bearbeiten]

Etwa 1 km südlich von Wiesent führt die Autobahn BAB A 3 vorbei mit der Ausfahrt Wörth/Wiesent (AS 104a). Durch die Lage an der Kreisstraße R 42 ist eine direkte Anbindung in den Falkensteiner Vorwald sowie nach Falkenstein und Cham gegeben. In Nord-Süd-Richtung führt die Staatsstraße St 2146 aus Richtung Cham kommend über Wörth und Wiesent weiter über die Donaubrücke Wörth–Pfatter zur Bundesstraße B 8 und Richtung Sünching. In West-Ost-Richtung verläuft die St 2125 von Regensburg über Wiesent und Wörth weiter nach Straubing.

Medien[Bearbeiten]

In der Gemeinde erscheint die Donau-Post, eine Lokalausgabe des Straubinger Tagblatts und der Wörther Anzeiger, eine Lokalausgabe der Mittelbayerischen Zeitung sowie das Regensburger Wochenblatt, eine Ausgabe der Wochenblatt Verlagsgruppe. Im Gemeindegebiet können neben den überregionalen Programmen auch die Radiosender Radio Charivari, Radio Gong FM, Radio AWN und der regionale Fernsehsender TVA empfangen werden.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Bürgerhaus [8]
  • Kindergarten
  • Großtagespflege für Kinder
  • Zwergerltreff
  • Jugendraum
  • Gemeindebücherei
  • Wertstoffhof

Bildung[Bearbeiten]

  • Schule Wiesent

Gemeinsamer Schulverband mit der Stadt Wörth (Grund- und Mittelschule Wörth-Wiesent). Die Grund- und Mittelschule gehört dem Mittelschulverbund Vorderer Bayerischer Wald - Donautal an.

Altes Liedgut[Bearbeiten]

Wiesenter Heimatlied[Bearbeiten]

Komponiert von Pfarrer Tiberius Burger

1. Strophe:

Wo des Hermannsberges Gipfel
Ragt ins klare Himmelsblau,
|: Wo ein freundlich Dörflein grüßet
In den weiten Donaugau, :|
|: In der lieben Heimat mein,
Möchte ich immer, immer sein. :|

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Träger der Bundesverdienstmedaille[Bearbeiten]

  • 2014, 6. August: Peter Lutz, Ortsheimatpfleger, Kreisheimatpfleger mit Schwerpunkt Bau- und Denkmalpflege.

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1970: Karl Anton Hudetz († 1977), Maler und Grafiker
  • Johann Walchshäusl †, Bürgermeister a. D.

Literatur[Bearbeiten]

  • Fremdenverkehrsgemeinschaft Bayerischer Vorwald: Bayerischer Vorwald – Raum Wörth a. d. Donau Buchdruckerei Eduard Schramm, Wörth/D. 1969.
  • Zur Burg Heilsberg → Harald Stark: Die Familie Notthafft - auf Spurensuche im Egerland, in Bayern und Schwaben,Weißenstadt 2006, ISBN 3-926621-46-X
  • Wilhelm Gegenfurtner: Chronik der Gemeinde Wiesent, Wiesent 1980
  • Thomas Hausladen: Geschichte der katholischen Pfarrei Wiesent, Wiesent (Privatdruck) 1894; unveränderter Nachdruck Regensburg (Gesellschaft für Familienforschung) 1993
  • Karl Hermes (Autor): Die jüngere Entwicklung von Wiesent aus geographischer Sicht - Sonderdruck aus der 244-seitigen Chronik der Gemeinde Wiesent, 1989
  • Gemeinde Wiesent: 1225 Jahre Wiesent - Festschrift Gemeinde Wiesent 780 - 2005
  • Traudl Neumeier (Autor): Gemeinde Wiesent - alte Bilder erzählen, Verlag Geiger 1998, ISBN 3895704512
  • Heinrich LIPPERT, Schulgeschichte Wiesent. 1575 bis 2005, Wiesent 2004
  • BAYERISCHES LANDESAMT FÜR DENKMALPFLEGE (Hg.): Die Kunstdenkmäler von Oberpfalz & Regensburg – XXI Bezirksamt Regensburg, in: DERS (Hg.), Die Kunstdenkmäler von Bayern, München 1910

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111216/005425&attr=OBJ&val=1038
  3. Wiesent im Dritten Reich: Erinnerung an den Widerstand, abgerufen am 1. Dezember 2014.
  4. Kreissieger Unser Dorf soll schöner werden: Preisträger 2008, abgerufen am 14. November 2014.
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 555.
  6. Hans Rösch: Ernennung zum Altbürgermeister, abgerufen am 29. November 2014.
  7. Bayerischer Qualitätspreis: Preisträger 2013, abgerufen am 10. April 2014.
  8. Wiesenter Bürgerhaus: Einweihung am 27. März 2014, abgerufen am 1. Dezember 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wiesent – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien