St. Cäcilia (Niederzier)

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Pfarrkirche St. Cäcilia

Die Kirche St. Cäcilia ist die römisch-katholische Pfarrkirche des Ortsteils Niederzier der Gemeinde Niederzier im Kreis Düren (Nordrhein-Westfalen).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Niederzier hat sich wahrscheinlich nach der Jahrtausendwende gebildet und schon bald eine Kirche gehabt, die vielleicht Tochterkirche von Oberzier war. Im 12. Jahrhundert ist sie als Pfarrkirche zur hl. Märtyrerin Cäcilia erwähnt und gehörte zur Kölner Dompropstei. Im Liber valoris (Werte-Buch der Kirchen der Diözese Köln) hatte sie daher wohl auch nur einen Vikar. Im Jahre 1122 wird erstmals ein Pfarrer „Giselbertus“ genannt. Dieser wird später zum Abt der Augustiner-Chorherrenabtei von Klosterrath bei Kerkrade in den Niederlanden gewählt. Am 30. August 1165 fand die Konsekration der Pfarrkirche durch Philipp von Katzenelnbogen (Bischof) statt.

Im Jahre 1308 wurden im liber valoris alle abgabenpflichtigen Pfarrkirchen im Dekanat Jülich u. a. auch Niederzier aufgeführt. Im Juni des Jahres 1358 wurde „Martinus de sancto Petro Veteri“ als Pfarrer von Niederzier genannt. Im September des gleichen Jahres „Jacob Hardevust“.

Um 1550 ist der Neu- bzw. Umbau der Pfarrkirche und des Turmes erwähnt. 1575 richtete die Gemeinde Hambach ein Bittgesuch an den päpstlichen Nuntius um Umpfarrung. 1576 wurde die bis dahin zur Pfarre Niederzier gehörende Kapelle Hambach zur Pfarrkirche erhoben. 1583 hatte die Pfarre den hl. Urban und die hl. Cäcilia als Patronen. Neben dem Kölner Domprobst hatte von da an der Jülicher Herzog das Besetzungsrecht in den sogenannten päpstlichen Monaten. Während des 30-jährigen Krieges (1641) wurden die Kirche und das Pastorat durch das kaiserliche Kriegsvolk geplündert. Im Winter des Jahres 1673 gelangten auf dem Zug vom Rhein nach Maastricht deutsche und niederländische Truppen im Dienste Frankreichs ins Dürener Land und brachten eine große Not. Auch hier wurde die Kirche geplündert und verwüstet.

Bei der Teilung der Erzdiözese Köln unter französischer Herrschaft kam 1801 das Kreisgebiet Düren zum neugegründeten Bistum Aachen. Die Pfarre gehörte zum Dekanat Jülich, 1804 kam sie zum Kanton Düren und hatte von da an nur noch die Hl. Cäcilia als Patronin. Der Bischof von Aachen Marc-Antoine Berdolet gab im gleichen Jahr eine „Organisation der Aachener Diözese” heraus und teilte die Diözese nach den staatlichen Friedensgerichten ein, nach denen es nur noch eine Hauptpfarrei geben durfte. Niederzier wurde als Säkursal-Pfarre geführt. Im Jahre 1805 wurde die „Seelenzahl“ für die Pfarre mit 900 angegeben.

Am 5. Mai 1814 wurden der Neubau eines Pastoratshauses in der Rathausstraße sowie das Langhaus der heutigen Kirche in Auftrag gegeben. Im Jahre 1821 wurde das Bistum Aachen wieder aufgelöst. Die Pfarreien Niederzier und Oberzier verblieben beim Dekanat Düren. Im Jahre 1824 kam es infolge des undichten Daches und durchlaufenden Regens zum Einsturz eines Teiles des Kirchengewölbes. Nachdem der Aachener Generalvikar Martin Wilhelm Fonck die Genehmigung zum Abbruch der alten Kirche und der Altäre erteilt hatte, wurde am 8. Mai 1824 durch den „Königl. Preuß. Landrath Freiherrn von Lommessen“ der Neubau der Kirche in Angriff genommen. Die Kirche erhielt ein neues Langhaus – das heutige Mittelschiff und der Turm blieben bestehen. Jean Cremer, Gutsbesitzer aus Mariaweiler, erhielt den Bauzuschlag, die Planung wurde von Bau-Conducteur Allardt übernommen. Die Gesamtkosten waren mit 5.389 Taler angegeben. Die dabei entstandenen Kostensteigerungen wurden durch sog. „extraordinäre“ Holzschläge gedeckt. Auf diesen Bauabschnitt verwies eine Inschrift über einem der südlich gelegenen Eingänge der Kirche: Dasein gab der Kirche der hiesige Wald. Den neuen Hochaltar stiftete Gräfin Maria Franziska Sophia Josina von Hochsteden. Der Hochaltar – eine gute Rokokoarbeit aus buntem, bayerischen Marmor – beinhaltete einen Tabernakel und eine Expositionsnische. Den Abschluss bildete ein schönes Medaillon-Relief mit der Figur Gott Vaters sowie eine Mensa mit dem Hochstedenschen Wappen „anno 1825“. Er stammte aus der kurfürstlichen Hauskapelle in Bonn und wurde bis zur Erweiterung der Kirche 1905/06 als Hauptaltar und später als Nebenaltar genutzt. Als Dank für die Schenkung übertrug der damalige Pfarrer Christian Joseph van Berti der Gräfin das Recht, den sog. Landauer Stuhl für sie, ihrer Familie und sonstige Freunde vom Stande uneingeschränkt zu nutzen. Bei der Neuordnung der wiederhergestellten Erzdiözese Köln im Jahre 1825 wurde die Pfarre dem neuen Dekanat Jülich zugeordnet. Am 13. Juli 1826 wurde der Neubau der Kirche eingeweiht.

An der Nordseite der Kirche befindet sich aus dieser Zeit ein Musaicum, das sich dem Psalm 42 widmet und mit: „Sicut Desiderat cervus ad fontes aquarum ita desiderat anima mea ad te deus” (So wie sich der Hirsch nach der Wasserquelle sehnt, so sehnt sich meine Seele nach dir oh Gott) gekennzeichnet ist.

Über den Inneneingängen im Turmbereich findet sich jeweils der Spruch: Preiset den Herrn und ehret die Hl. Cäcilia. Die rot eingefärbten Buchstaben verweisen auf den Kirchenneubau im Jahre 1825.

Für das Jahr 1828 werden eine ganze Reihe von Neuanschaffungen und Ausbesserungen vermerkt: so z. B. für die Altäre, zwei Bilder, zwei Seitenaltäre, zwei neue Beichtstühle, eine neue Kommunionbank, ein neuer Beichtstuhl in der Sakristei, ein neues Kirchenfenster, ein neuer Schrank zur Aufbewahrung der Paramenten und die Reparatur der Kirchenbänke. Am 20. Januar 1820 beantragte der damalige Kirchenvorstand beim Landrat in Düren, für die Stiftung der Eheleute Reiner Lövenich und Anna Katharina Nelles, bei der Königlichen Regierung in Aachen die Genehmigung einzuholen, damit die in der Stiftung benannten Ländereien in Besitz genommen werden konnten. Aus dem Jahre 1831 ist bekannt, dass der Versuch, einen Klingelbeutel einzuführen, abgelehnt und stattdessen eine Stiftung genehmigt wurde. Diese hatte den Zweck „was der Kirche mangelt, wird ihr aus unserem Walde zugesetzt“. Für das Jahr 1832 ist vermerkt, dass die verstorbene Niederzierer Bürgerin Anna Josepha Esser der Kirche eine Kapitalsumme von 76 Reichstalern sowie zwei goldene Zierkelche vermachte. Am 2. November 1833 besuchte die königliche Hoheit, der Kronprinz von Preußen, Friedrich Wilhelm IV., auch die Gemeinde. Hier überreichte ihm Pfarrer Christian Joseph von Berti den Ehrenwein und konnte mit ihm ein gut anderthalbstündiges Gespräch führen. Im Jahre 1835 wurde die Orgel aus der alten Kirche in Dremmen für 600 Reichstaler erworben und eingebaut. Pfarrer Christian von Berti und seine Schwester stifteten der Pfarrkirche im Jahre 1841 ein Altärchen (Wandaufbau) für die Taufkapelle. Im Jahre 1845 wurde durch den Bauunternehmer Linden der Kirchturm um eine neue Glockenstube und einen neuen Helm erhöht. Der Turm, ein schlichter Backsteinbau hat an jeder Seite zwei vermauerte Spitzbogen-Fenster mit Maßwerknasen. Am 31. Januar 1848 verstarb die Gräfin von Hochsteden und wurde in der, in der Kirche befindlichen Familiengruft ihrer Eltern beigesetzt. Seit der Entfernung der Gruft aus der Kirche im Jahre 1906 erinnert ein Grabstein an der Kirchen-Südseite daran. Am 28. Juli 1852 erklärte sich der damalige Pfarrer Peil damit einverstanden, an den Sonn- und Feiertagen eine zweite Heilige Messe zu lesen. Am 21. März 1854 genehmigte der Gemeinderat einen vom Bildhauer C. Stephan aus Köln aufgestellten Plan und Kostenvoranschlag zur Vergrößerung und Verschönerung des Altares in der Kirche. Aufgrund eines weiteren Kostenvoranschlages wurden am 7. Juli 1858 gegenüber dem Kölner Bildhauer Christoph Stephan die Herstellung zweier Standbilder (der hl. Cäcilia und des hl. Nikolaus) in Auftrag gegeben. Im Jahre 1862 wurde das alte Vikariegebäude am Kirchenchor abgerissen und die freiwerdende Fläche zur Erweiterung des Friedhofes genutzt. Diese – an der rechten Seite nach Süden gelegene – Erweiterungsfläche wurde am 15. April 1864 eingesegnet. Im gleichen Jahr genehmigte die Gemeinde die Anschaffung eines Ziboriums in gotischer Form in Höhe von circa 110–115 Taler.

Am 17. August 1868 erfolgte die Konsekration des Hochaltares durch den Erzbischof von Köln, Paulus Melchers. Er brachte Reliquien von der Hl. Ursula-Gesellschaft und einiger anderer Heiligen mit, welche mit einer entsprechenden Urkunde in den Hauptaltar eingelegt wurden. Im gleichen Jahr fand eine Kirchenvisitation statt. Der damalige Pfarrer Johannes Peil gab dabei folgende Auskunft: die Pfarrgemeinde zählt 1.173 Katholiken, darunter circa 780 Kommunikanten. Die „Bruderschaft vom unbefleckten Herzen Maria“ hat 947 Mitglieder, die „Bruderschaft zum guten Tode“ 857, die „Bruderschaft vom hl. Erzengel Michael“ 107 Mitglieder. Es besteht noch eine Bruderschaft von Jesus, Maria und Josef. An Wallfahrtsorten werden genannt: Aldenhoven, Heimbach, Nievenheim und Kevelaer. In der Kirche befinden sich: drei Kelche, ein silberner und zwei kupferne, übergoldet mit silbernen Kuppen, zwei Ziborien, eine Monstranz, teils von Silber, teils von Messing, neun Alben von Leinen, 16 Messgewänder, teils aus Samt, teils aus Seide und anderen Stoffen. Am 24. April 1869 gründete sich zur Beschaffung einer neuen Orgel eine „Orgelbau-Kommission“. Im gleichen Jahr erging der Auftrag an den Bildhauer Stephan zu Köln und den Orgelbauer Dautzenberg in Linnich. Am 16. Februar 1870 lag die erzbischöfliche Genehmigung vor. Am 23. November 1871 konnte der Einbau des Orgelbauwerkes fertig gestellt werden.

Am 10. Januar 1880 erwarb man zur weiteren Vergrößerung des Friedhofes eine kleine Baumwiese sowie zwei Privatgartenparzellen. Am 2. September 1880 übertrug die Zivilgemeinde der Kirchengemeinde die Pfarrwohnung mit Hofraum und Hausgarten sowie die Pfarrkirche einschl. Kirchturm und Sakristei. Der Friedhof verblieb im Besitz der Zivilgemeinde. Im Jahre 1882 stifteten die Jünglinge des Dorfes der Pfarrkirche einen Kelch im Werte von 360 Mark. Zum Fest der hl. Cäcilia im Jahre 1883 stifteten die „Jungfrauen von Niederzier“ der Pfarrkirche ein neues Reliquiar mit einer neuen, großen Reliquie der hl. Cäcilia. Es wurde von dem Hof-Goldschmidt Gabriel Hermeling, Köln, gefertigt. Für das Jahr 1887 ist die Beschaffung der 14 Kreuzwegstationen aus Eichenholz durch den Kölner Bildhauer Josef Fink vermerkt. Im gleichen Jahr wurden zwei neue Chorfenster durch die Firma Hertel & Bergs eingebaut. 1888 erfolgte eine neue Verglasung von acht Fenstern im Kirchenschiff. Am 13. Mai 1898 beschloss der Gemeinderat den Ankauf der neben der Kirche gelegenen, vom Friedhof größtenteils eingeschlossenen drei Wohnhäuser, zur Erweiterung des Friedhofes.

Im Jahre 1905 begann der Erweiterungsbau der Kirche nach den Plänen des Diözesanbaumeisters Edmund Renard, Köln. Der alte Chor wurde abgebrochen, neue Querschiffe und ein neuer Chor nach Osten angefügt. Im Zuge der Erweiterung wurde im Jahre 1906, der im Jahre 1825 von der Gräfin von Hochsteden gestiftete Hochaltar niedergelegt und als Seitenaltar (Marienaltar) wieder aufgerichtet. Domkapitular Arnold Steffens stiftete dafür im gleichen Jahr einen großen Cäcilienaltar, ausgeführt von dem Kölner Künstler Alexander Iven und dem Kölner Kunstschreiner Sion. Der dreiteilig gegliederte Altar, in großen Teilen aus Marmor, zeigt im rechten Flügel den Hochzeitszug der heiligen Cäcilia, der linke die Grablegung der Heiligen. Bei den dargestellten zwei Figuren handelt es sich um den heiligen Valerian, den Bräutigam der heiligen Cäcilia und dessen Bruder Tibertius, beide im römischen Gewand. Das linke Mosaik zeigt den Erzengel Michael, das rechte den heiligen Urban. In der großen Nische unter dem Altartisch stellt eine liegende Figur die heilige Cäcilia dar, eine nahezu identische Replik der Skulptur dieser Heiligen, die Stefano Maderno, einer der berühmtesten italienischen Barockbildhauer, geschaffen hat. Am 15. Juni 1907 konnte der Kirchenerweiterungsbau abgeschlossen werden. Im Jahre 1909 erhielt die Kirche im weiteren Ausbau ein neues, neugotisches Kreuzrippengewölbe anstelle des bisherigen Tonnengewölbes sowie ein neues Dach. Am 1. Mai 1908 wurden im Erzbischöflichen Museum in Köln vier Heiligenstatuen, die über ein Jahrhundert auf dem Dachboden der Pfarrkirche lagerten, vom Kölner Bildhauer Josef Fink restauriert. Die älteste Figur, der hl. Hubertus, stammt aus der gotischen Periode. Die Statuen des hl. Urbanus und der hl. Ursula sind aus der Renaissance. Die drei Figuren sind aus Lindenholz gefertigt. Die Statue des hl. Johannes von Nepomuk, aus Eichenholz, stammt aus der Hauskapelle der 1848 ausgestorbenen Familie der Grafen von Hochsteden. 1910 wurde die Kirche von dem Kirchenmaler Josef Renard, Köln, ausgemalt. Ein neuer Predigtstuhl wurde im Jahre 1912 angebracht. Im Jahre 1915 wurde eine Turmuhr angeschafft. Am 1. März 1917 wurden die Zinnpfeifen der Kirchenorgel und am 18. April 1918 auch die Blitzableiter auf der Kirche für Kriegszwecke abmontiert. Am 9. Oktober 1921 wurde das neue Jugendheim am Pastorat eingeweiht. Hierfür hatte sich der damalige Pfarrer Franz Müller eingesetzt. Es sollte den Jugendlichen vor allem im Winter an den Sonntagnachmittagen und auch anderen Vereinszwecken dienen. Aus dem Jahre 1922 stammt die Hostienmonstranz in der Pfarrkirche. Im Fuß befinden sich eine lateinische Inschrift und das Datum 1922. Auf dem Fuß sind vier weißsilberne Medaillons mit evangelistischen Symbolen aufgelegt, davon eines rückseitig gestempelt: LEO MOLDRICKX Köln, 800 Halbmond Krone. Insgesamt eine historische Arbeit, Neobarock mit klassizistischen Elementen.

Am 19. September 1923 verstarb in Köln der in Niederzier geborene Domkapitular Arnold Steffens, Päpstlicher Hausprälat, Senior des Metropolitan-Kapitels in Köln, Erzbischöflicher Official, Generalvikariatsrat und Generalexaminator.

Im Jahre 1927 wurde eine neue, größere Orgel (die dritte) angeschafft. Dafür wurde eine neue Orgelbühne errichtet. Für das Jahr 1930 ist der Einbau einer ersten Heizung, System Mahr, vermerkt. Sie wurde in der Osterwoche in Betrieb genommen. Im gleichen Jahr wurden die beiden großen Glocken mit einem elektrischen Antrieb versehen. Am 5. Oktober 1930 wurde das Bistum Aachen als Suffragan-Bistum von Köln aus linksrheinischem Gebiet des Erzbistums Köln und aus einem kleinen Teil des Bistums Münster wieder errichtet. Die Pfarreien Niederzier und Oberzier wurden dem Dekanat Jülich zugeschrieben. Nach den Kriegswehen wurde am 10. Mai 1945 (Christi Himmelfahrt) durch Pfarrer Müller die erste hl. Messe gelesen. Die Schäden aus dem Krieg 1939/45 wurden bis zum Jahre 1952 behoben. Hier ist vor allem auch die Neubeschaffung von fünf Kirchenfenstern zu erwähnen. Diese findent man über dem Marienaltar, über dem Nikolausaltar sowie die drei mittelsten Fenster im Altarchor in östlicher Richtung. Bei der Errichtung des Dekanates Arnoldsweiler im Jahre 1957 wurde sie diesem zugeteilt und nach dessen Auflösung 1973, dem Dekanat Düren-Ost zugeordnet. Am 1. Oktober 1957 erfolgte die Umpfarrung des Gutshofes Haus Eilen von der Filialgemeinde St. Josef in Krauthausen im Verband der Mutterkirche St. Stephanus, Jülich-Selgersdorf zur Pfarrgemeinde St. Cäcilia. Im Jahre 1958 stiftete die St. Nikolaus Schützenbruderschaft e. V. 1621 Niederzier ein Kirchenfenster mit dem Hl. Nikolaus von Myra als Motiv. 1969 wurde der Chorraum nach Plänen von Heinz Kaldenbach, Eschweiler, umgebaut. Am 15. Deze4mber 1976 gründete sich die Katholische Jugend St. Cäcilia Niederzier. Der neue Zelebrationsaltar von Sepp Hürten, Köln, wurde am 12. Februar 1977 geweiht.

In den vergangenen Jahren wurde im Rahmen eines Zehnjahresplanes des Kirchenvorstandes der Innenraum der Pfarrkirche in seiner ursprünglichen Farbgebung mit Engeln an der Decke neu ausgemalt (2005), der Kreuzweg und der Nikolausaltar renoviert bzw. erneuert und die Taufkapelle neu angestrichen. Darüber hinaus erhielt die Pfarrkirche eine neue Heizung und die vorhandene Orgel wurde aufwändig saniert.

Heute präsentiert sich die Pfarrkirche als dreischiffige Backsteinhallenkirche mit schmalen Seitenschiffen, einem Querhaus und eingezogenem Chor mit 3/8-Schluss, einem vorgebauten, 4-geschossigen Westturm mit spitzer, 8-seitiger [Haube (Architektur)|[Haube]] und einer im Erdgeschoss befindlichen Taufkapelle. Auf der Südseite befindet sich ein kleiner Sakristeibau. Die Pfarrkirche verfügt über 280 Sitz- und 600 Stehplätzen.

Die Kirche ist unter Nr. 14 in die Denkmalliste der Gemeinde Niederzier eingetragen. Die amtliche Denkmalbeschreibung lautet:

„Kath. Pfarrkirche St. Urban und Cäcilia. Turm-UG 15.-16. Jh., Langhaus 1825, Turmaufbau 1845, Langhauserweiterung 1907 durch Renard; 3-schiffige Hallenkirche mit schmalen Seitenschiffen und eingezogenem, 4-geschossigem Westturm; Querhaus und eingezogener Chor mit 3/8-Schluss, kleiner Sakristeianbau auf der Südseite, Backstein mit Werksteingliederungen; Turm mit spitzer, 8-seitiger Haube. An der Langhauswand aufgestellte Grabplatten des 18. u. 19. Jh.(1 Hochsteden).“

Pfarrer an St. Cäcilia[Bearbeiten]

seit Name Pfarrer etc. bis
1122 Giselbertus Pfarrer
1358 Martinus de Sancto Petro Veteri Pfarrer
4. September 1358 Jacob Hardevust Pfarrer
7. Juni 1407 Tilmanns de Wijs Pfarrer
Derich Smytz van Lynnich Pfarrer
10. Juni 1550 Arnold Kleintgen Pfarrer
13. Januar 1583 Anthonius Satoris Pfarrer
27. Juli 1622 Johann Weiler Pfarrer
Hermann Greiffraidt Pfarrer
9. Oktober 1649 Kaspar Weitz Pfarrer 8. September 1694
13. November 1694 Johannes Hubert Fleischer Pfarrer 7. September 1732
12. Oktober 1732 Matthias Schmitz Pfarrer
1759 Werner Gottfried Schmitz Pfarrer 28. April 1808
13. Mai 1808 Christian Joseph van Berti Pfarrer 27. Mai 1841
1842 Johannes Arnold von Krüchten Pfarrer 31. Juli 1851
30. September 1851 Johannes Anton Gustav Peil Pfarrer 12. Mai 1877
12. Mai 1877 Georg Heinrich Hansen Pfarrverwalter 1886
14. Februar 1887 Franz Hubert Hintzen Pfarrer Juli 1891
8. Juli 1891 Richard Hubert Struff Pfarrer 1897
8. April 1897 Gerhard Ferdinand Josef Kühling Pfarrverwalter Juni 1897
15. Juni 1897 Leonhard Albert Noe Pfarrer 30. April 1920
2. Mai 1920 Franz Müller Pfarrer 2. Mai 1950
17. September 1950 Arnold Scheufens Pfarrer 19. Januar 1960
3. März 1960 Pater Friedrich Schoppmann Pfarrverweser Januar 1965
27. Februar 1965 Pater Josef Keim Pfarrer 1. Dezember 1970
25. Februar 1971 Pater Johannes Möhring Pfarrer 23. Januar 1983
24. Februar 1983 Winfried Gehlen Pfarrer 1. Oktober 1993
April 1992 Helmut Macherey Subsidiar Nz, Oz, Ham
1994 Hardy Hawinkels Kaplan Ende 1994
4. Dezember 1994 Petro Stanusic Pfarrer 4. November 2000
November 2000 Rick van den Berg Pfarradministrator März 2008
3. Oktober 2009 Andreas Galbierz Pfarrer
2. Juli 2014 Vincenz Nguyen van Tung Pfarrvikar GdG Merzenich/Niederzier

Glocken[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche verfügt über vier Glocken.

Die älteste Glocke, die Anna-Glocke, wurde im Jahre 1505 durch den Glockengießer Gregor I von Trier, Aachen, aus Bronze gegossen und hat einen Durchmesser von 1.219 mm. Sie trägt ein Schriftband mit der Aufschrift „ST ANNA HEISCHEN ICH, TZO DEM DIENST GODDES LUDEN ICH + DEN DUVEL VERJAGEN ICH + GREGORIUS VAN TRIER GOUS MICH + ANNO DIE MVCV“. Sie fungiert als Schlagglocke. Sie wird von außen mit dem Uhrhammer angeschlagen und hat die Aufgabe des Stundenvorschlags.

Die St. Cäcilia-Glocke, allgemein „Die große Schelle“ genannt, wurde im Jahre 1789 durch den Glockengießer Willibrod Stocky, Jülich, aus Bronze gegossen und hat einen Durchmesser von 880 mm. Sie trägt ein Schriftband mit der Aufschrift „ST. CAECILIA HEISCH ICH, ALL UNGEWITTER VERTRIEB ICH, DEN LEBENDEN UND DEN DODEN LEUTE ICH“. Am 30. Dezember 1789 wurde dem Kapuziner-Guardian in Düren die Vollmacht erteilt, die Glocke für die Pfarrkirche zu weihen. Die Glocke, die im Schild das Bild der Hl. Cäcilia trägt, musste 1942 für Kriegszwecke abgeliefert werden, kehrte jedoch 1948 nach Niederzier zurück, nachdem sie auf einem Schrottplatz in Hamburg unversehrt aufgefunden wurde. Sie fungiert als Schlagglocke. Sie wird von außen mit dem Uhrhammer angeschlagen und hat die Aufgabe des Viertelstundenvorschlags.

Die größte Glocke wird Königin des Friedens genannt. Sie wurde im Jahre 1958 von den Glockengießern Josef Feldmann und Georg Marschel, Münster, aus Bronze gegossen und hat einen Durchmesser von 1.300 mm. Am 13. Januar 1959 weihte der Aachener Prälat Dr. Brosch die Glocke ein. Sie trägt ein Schriftband mit der Aufschrift „KÖNIGIN DES FRIEDENS WIRD ICH GENANNT. DEN FRIEDEN ERFLEH ICH FÜR STADT UND LAND. DEN FRIEDEN LEGE ICH IN EURE HAND. DEN FRIEDEN KÜND ICH AM GRABES-RAND. Taufpate der Glocke war der damalige Bürgermeister Peter Hoegen, der für die Anschaffung einen Kostenbeitrag von 9.000 DM sammelte.

Die vierte Glocke ist die Franziskus-Glocke und hat einen Durchmesser von 760 mm. Sie trägt das Schriftband „ST. FRANZISCUS NOMINOR SOLI DEO GLORIA LAUS ET HONOR“ und im Schild das Bild des Hl. Franziskus. Nach den unterlegten Schriftzeichen des Schriftbandes trägt sie das Herstellungsjahr 1754 und ist damit die zweitälteste Glocke. Einen Hinweis, von welchem Glockengießer diese Glocke gegossen wurde, gibt es nicht.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St. Cäcilia (Niederzier) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Homepage der Pfarrgemeinde St. Cäcilia Niederzier

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Steffens: St. Cäcilia Niederzier. Jahrbuch des Kreises Düren 2010, ISBN 978-3-927312-96-8, S. 22
  • Archive der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Universitätsbibliothek der Universität Heidelberg, der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek Saarbrücken, Literaturquellen des Landschaftsverbandes Rheinland, der historischen Archive des Bistums Aachen, des Erzbistums Köln und des Bistums Osnabrück, die Zeittafeln des Niederzierer Geschichtsvereins, diverse Festschriften Niederzierer und auswärtiger Vereine sowie Fundstellen bei der Gemeinde Niederzier und des Kreises Düren.

50.8849656.464045Koordinaten: 50° 53′ 6″ N, 6° 27′ 51″ O