Zé Roberto

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Dieser Artikel behandelt den Fußballspieler José Roberto da Silva Júnior. Zu anderen Personen siehe Zé Roberto (Begriffsklärung).
Zé Roberto

Zé Roberto im August 2010

Spielerinformationen
Voller Name José Roberto da Silva Júnior
Geburtstag 6. Juli 1974
Geburtsort Ipiranga, SPBrasilien
Größe 172 cm
Position Defensives Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1981–1993 Pequeninos de Joquey
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1994–1997
1997
1998
1998–2002
2002–2006
2006–2009
2006–2007
2007–2009
2009–2011
2011–2012
2012–
Portuguesa
Real Madrid
CR Flamengo
Bayer 04 Leverkusen
FC Bayern München
Nacional Montevideo
FC Santos (Leihe)
FC Bayern München (Leihe)
Hamburger SV
Al-Gharafa Sports Club
Grêmio FBPA
61 0(1)
15 0(0)
11 0(0)
113 (18)
110 0(5)
0 0(0)
48 (12)
59 0(9)
54 0(7)
14 0(1)
52 0(6)
Nationalmannschaft
1995–2006 Brasilien 84 0(6)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 20. April 2014

José Roberto da Silva Júnior, genannt Zé Roberto (* 6. Juli 1974 in Ipiranga, SP, Brasilien), ist ein brasilianischer Fußballspieler, der auch einen deutschen Pass besitzt.[1]

Vereine[Bearbeiten]

Zé Roberto im Trikot von Bayern München (2006)
Zé Roberto beim Training des HSV (2009)
Zé Roberto während seiner Zeit beim Al Gharafa Sports Club(2011)

Aus der Jugend von Pequeninos de Joquey hervorgegangen, gelangte Zé Roberto als 20-Jähriger zur Fußballabteilung von Associação Portuguesa de Desportos, einem Sportverein aus São Paulo. Für seinen ersten Profi-Verein absolvierte er in vier Spielzeiten 61 Ligaspiele und erzielte ein Tor. 1997 verpflichtete ihn der spanische Meister Real Madrid. Bereits nach einem Dreivierteljahr und 15 Ligaspielen kehrte er aber nach Brasilien zum CR Flamengo zurück.

1998 wechselte er ein zweites Mal nach Europa, diesmal zum Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen, für den er in der Bundesliga am 15. August (1. Spieltag) beim 3:1-Sieg im Heimspiel gegen Hansa Rostock debütierte. Seine größten Erfolge mit dem Verein hatte er in seiner letzten Spielzeit: Zweiter Platz in der Meisterschaft, Finalist im DFB-Pokal und in der Champions League, in der man gegen Real Madrid mit 1:2 unterlag.

Die Erfolge stellten sich erst zwischen 2002 und 2009 ein, als er – gemeinsam mit Michael Ballack – zum FC Bayern München wechselte. Nach zunächst vier Spielzeiten und 110 Bundesligaspielen für die Bayern konnte die Vereinsführung sich mit Zé Roberto nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen. Daraufhin wurde der Spieler offiziell an den uruguayischen Verein Nacional Montevideo transferiert, der die Transferrechte am Spieler erhielt. Zé Roberto kehrte jedoch in seine brasilianische Heimat zurück und spielte – leihgeschäftbedingt – ab dem 1. September 2006 ein Jahr lang (saisonübergreifend) für den FC Santos und kam in 48 Ligaspielen zu zwölf Toren und 2007 zur Staatsmeisterschaft von São Paulo.[2]

Zur Saison 2007/08 kehrte Zé Roberto wieder zum FC Bayern München zurück, ebenfalls ein Leihgeschäft mit Nacional, das eine Million Euro teuer war. Eine erneute Vertragsverlängerung nach Ablauf im Sommer 2009 scheiterte daran, dass Zé Roberto auf weiteren zwei Jahren bestand, der Verein ihn aber nur für ein Jahr an sich binden wollte.[3]

Zur Saison 2009/10 verpflichtete ihn der Ligakonkurrent Hamburger SV, bei dem er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2011 erhielt.[4] Die Hamburger erwarben dabei die Transferrechte von Nacional Montevideo für eine Ablösesumme von rund vier Millionen Euro.[5] An der Elbe zeigte Zé Roberto von Beginn an gute Leistungen. An den ersten zwölf Spieltagen schoss er fünf Tore und gab drei Vorlagen; eine Verletzung zwang ihn, den Rest der Hinrunde auszusetzen.


Im Mai 2011 scheiterten die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung mit dem HSV. Zé Roberto, der gerne seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hätte, nahm einen vom HSV angebotenen Einjahresvertrag nicht an.

Im Juli 2011 wechselte Zé Roberto ablösefrei zum katarischen Verein Al-Gharafa Sports Club. Er unterschrieb einen Zweijahresvertrag bis zum 30. Juni 2013.[6] Bereits zwei Tage später sorgte er für Verwirrung, als er in einem Interview mit der Bild verkündete, dass er zur Saison 2012/13 in die Bundesliga zurückkehren werde. Nach seiner Aussage habe er „bereits ein fixes Abkommen mit einem Spitzenklub aus Deutschland“.[7] Später wurde bekannt, dass das zweite Vertragsjahr mit Al-Gharafa nur eine Option sei, von der Zé Roberto keinen Gebrauch machen wolle. Anfang Februar 2012 wurde der laufende Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst.[8][9]

Im Sommer 2012 in seine brasilianische Heimat zurückgekehrt, spielt Zé Roberto seit 1. Juli 2012 (7. Spieltag) für den Erstligisten Grêmio Foot-Ball Porto Alegrense.[10] Sein erstes Ligator erzielte er am 18. Oktober 2012 (31. Spieltag) beim Auswärtsspiel gegen Fluminense Rio de Janeiro mit dem Treffer zum 2:2-Endstand in der 86. Minute. Am Ende der Meisterschaft belegte er mit seinem Verein den dritten Tabellenplatz mit fünf Punkten Abstand hinter Meister Fluminense FC und einem hinter Atlético Mineiro.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Am 12. August 1995 debütierte Zé Roberto in der A-Nationalmannschaft seines Landes, die in Suwon mit 1:0 über Südkorea gewann. Sein erstes von sechs Länderspieltoren erzielte er am 29. Juni 1997 in La Paz im Finale der Südamerika-Meisterschaft beim 3:1 über Bolivien.

Für die Weltmeisterschaft 2002 nicht berücksichtigt, nahm er dann am Turnier 2006 in Deutschland teil und verlor am 1. Juli mit 0:1 im Viertelfinale gegen Frankreich. Dies war zugleich sein letztes Länderspiel, da er in der Folgezeit nicht mehr berufen wurde. Daher verkündete er am 8. Juni 2007 seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft, was er später bereute.[11][12]

Erfolge[Bearbeiten]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

1993 und 1994 gewann er mit seinem Jugendverein Pequeninos de Joquey den Gothia Cup, dem größten Fußballturnier der Welt, bezogen auf die Teilnehmerzahl, und wurde 30 Jahre nach Bestehen in das All-Star-Team gewählt.[13]

Bei der 2:4-Heimniederlage am 11. Dezember 2010 (16. Spieltag) gegen Bayer 04 Leverkusen absolvierte Zé Roberto sein 320. Erstligaspiel und ist damit der am häufigsten eingesetzte brasilianische Fußballspieler in der Bundesliga. Mit seinem 336. Bundesligaspiel (Hamburger SV – Borussia Mönchengladbach 1:1) am 14. Mai 2011 (34. Spieltag) wurde er der am häufigsten in der Bundesliga eingesetzte ausländische Fußballspieler. Inzwischen hält sein ehemaliger Weggefährte vom FC Bayern München Claudio Pizarro diesen Rekord. (Zé Roberto belegt gemeinsam mit Lewan Kobiaschwili Platz zwei.)

Zé Roberto ist verheiratet und hat drei Kinder.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zé Roberto – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Zwei Jahre unter Magath sind genug". Spiegel Online, 7. Januar 2012, abgerufen am 11. Januar 2011.
  2. Zé Robertos Statistik beim FC Santos
  3. Ze Roberto verlässt den FC Bayern
  4. hsv.de: HSV verpflichtet Zé Roberto
  5. spiegel.de: HSV kaufte Zé Roberto vom uruguayischen Club Nacional Montevideo
  6. Zé Roberto zieht es nach Katar
  7. Rätsel um Zé Roberto
  8. transfermarkt.de: Brasilianer Zé Roberto vereinslos
  9. algharafa.com: Warm atmosphere in Ze Roberto's farewell (englisch)
  10. ZÉ ROBERTO É O NOVO REFORÇO PARA 2012
  11. Zé Roberto will zurück in die Seleção, 28. September 2009
  12. Ze Roberto bei der Selecao vorerst abgemeldet, 14. November 2009
  13. All Star Team – Men