Achille Mbembe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Achille Mbembe (2015)
Verleihung des Geschwister-Scholl-Preises 2015

Joseph-Achille Mbembe (* Juli 1957 in Malande) ist ein kamerunischer Historiker, Politikwissenschaftler und Theoretiker des Postkolonialismus.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mbembe entstammt dem Volk der Bassa. Er wurde in einem Internat der Dominikaner unterrichtet, bevor er 1978 ein Studium an der Universität Yaoundé, in der Hauptstadt Kameruns, aufnahm. Während der Schul- und Studienzeit war er für die Jeunesse étudiante chrétienne (JE) unter anderem als Verantwortlicher bei der Zeitschrift der Bewegung Au Large zuständig. Die Zeiten des Studiums waren nicht nur von Streiks gegen die autoritären Regimes der Präsidenten Kameruns Ahmadou Ahidjo bis 1982 und dessen Nachfolger Paul Biya unterbrochen, sondern sie ließen Mbembe auch ganz Kamerun einschließlich des englischsprachigen Westens und des muslimischen Nordens kennenlernen. Dort nahm er an Alphabetisierungskampagnen für die ländliche Bevölkerung, besonders in der Nähe von Maroua, dem großen Handelszentrum im Norden Kameruns, teil. Weitere Reisen führten Mbembe zum Beispiel in das Tansania von Präsident Julius Nyerere und machten ihn mit der dortigen Form des Sozialismus, Ujamaa, bekannt.

Studien und Lehrtätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mbembe studierte ab 1982 an der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne und promovierte dort im Jahre 1989 im Fach Geschichte. Seine Ausbildung schloss er am Institut d’études politiques de Paris mit dem Diplôme d’études approfondies (DEA) ab. Seit seinen Pariser Jahren publiziert Mbembe in der linksliberalen und in der dezidiert linken Presse, etwa also in Le Monde diplomatique oder heute in der marxistisch fundierten jungen Welt, an deren jährlicher Rosa-Luxemburg-Konferenz er als Referent teilnahm.[1] In Paris war Jean-François Bayart sein geistiger Mentor, der die Zeitschrift Politique africaine für seine Ideen einer „Politik von unten“ öffnete.

Danach ging er 1986 für drei Jahre als Assistent an die Columbia University in New York. Es folgte eine einjährige Tätigkeit in Washington, D.C. an der Brookings Institution, bevor er an die University of Pennsylvania in Philadelphia, Pennsylvania ging. An der University of California, Berkeley, der Yale University in New Haven, Connecticut und der Duke University in Durham, North Carolina, unterrichtete er zeitweilig während seines Aufenthalts in den USA. 1996 wurde Mbembe an den in Dakar, Senegal, ansässigen Council for the Development of Social Science Research (CODESRIA) gerufen. Er verließ diese Einrichtung im Jahre 2000 enttäuscht über die inneren ideologischen Grabenkämpfe.

2001 begann er seine Tätigkeit am neu eingerichteten Institute of Social and Economic Research (WISER) an der Witwatersrand-Universität in Johannesburg in Südafrika.

2019 hielt Mbembe als Albertus-Magnus-Professor eine Vorlesungsreihe an der Universität Köln.[2][3]

Seine Schriften wurden ins Arabische, Deutsche, Englische, Niederländische, Polnische, Portugiesische, Rumänische, Spanische und andere Sprachen übersetzt.[4]

Wissenschaftliche Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Forschungsschwerpunkte sind Philosophie, afrikanische Geschichte, Postcolonial Studies sowie Politik- und Sozialwissenschaften.

Afrika als Projektion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein bisher bedeutendstes Werk ist das 2000 erschienene Buch De la postcolonie. Essai sur l’imagination politique dans l’Afrique contemporaine (deutsch: Postkolonie. Zur politischen Vorstellungskraft im zeitgenössischen Afrika). In diesem Text argumentiert Mbembe, dass der akademische und populäre Diskurs über Afrika in einer Vielzahl von Klischees gefangen sei, die an westliche Phantasien und Ängste gebunden seien (ebd., S. 3). In Anlehnung an Frantz Fanon und Sigmund Freud vertritt Mbembe die Auffassung, dass diese Darstellung nicht die Widerspiegelung eines wirklichen Afrikas ist, sondern eine unbewusste Projektion, die an Schuld, Verleugnung und den Zwang zur Wiederholung gebunden ist. Wie James Ferguson, Valentin-Yves Mudimbe und andere interpretiert Mbembe Afrika nicht als einen definierten, isolierten Ort, sondern als eine spannungsgeladene Beziehung zwischen sich und dem Rest der Welt, die sich gleichzeitig auf politischer, psychischer, semiotischer und sexueller Ebene abspielt.

Nekropolitik als Erweiterung der Foucault’schen Bio-Macht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mbembe behauptet, dass Michel Foucaults Konzept der Bio-Macht als ein Gefüge aus Disziplinierungsmacht und Biopolitik nicht mehr ausreiche, um diese zeitgenössischen Formen der Unterwerfung zu erklären. Foucaults Konzepten von souveräner Macht und Bio-Macht fügt Mbembe den Begriff der „Nekropolitik“ hinzu, der über die bloße „Einschreibung von Körpern in Disziplinarapparate“ hinausgeht.[5] An den Beispielen Palästina, Afrika und Kosovo analysiert Mbembe, wie die Macht der Souveränität durch die Schaffung von Zonen des Todes in Kraft tritt, in denen der Tod zur ultimativen Ausübung von Herrschaft und zur primären Form des Widerstands wird.[6]

Globalisierung als Universalgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinem Werk Critique de la raison nègre (deutsch: Kritik der schwarzen Vernunft) analysiert Mbembe die Entstehung des globalen Kapitalismus aus dem transatlantischen Sklavenhandel und seine Weiterentwicklung im Zeichen der neoliberalen Globalisierung, die im selben Geist stattfinde. Voraussetzung der millionenfachen Ausbeutung sei die sprachliche Zurichtung und Entmenschlichung der Auszubeutenden. Deshalb verwendet Mbembe bewusst die von Antirassisten weltweit zurückgewiesenen Vokabeln Rasse und Neger. Sie seien „reale Fiktionen“, rassistische Konstruktionen, die gleichwohl die reale Welt bestimmten.[7]

Antisemitismusdebatte 2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mbembe sollte am 14. August 2020 die Eröffnungsrede zur Ruhrtriennale halten. Am 24. März 2020 verlangte Lorenz Deutsch (FDP Nordrhein-Westfalen), ihn auszuladen: Mbembe unterstütze die im Kern antisemitische BDS-Bewegung; er vergleiche Israels Innenpolitik mit dem Apartheidssystem Südafrikas und dieses mit dem Holocaust; er setze „die heutigen Juden Israels in der Logik der Gesamtargumentation an die Stelle der nationalsozialistischen, weißen Verbrecher“.[8] Sein Auftritt widerspreche dem Beschluss des Landtags NRW, keine BDS-Unterstützer zu fördern. Felix Klein, der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, ergänzte: Mbembe habe den Holocaust relativiert und das Existenzrecht Israels infrage gestellt. Sein Auftritt würde Nordrhein-Westfalen politisch schaden, da das Land die Triennale mitfinanziere.[9]

Aus diesem Anlass wurden bestimmte Texte Mbembes debattiert. Bereits 1992 hatte er den Holocaust in die Geschichte des Kolonialismus eingeordnet und Israel vorgeworfen, es nehme bei seiner Palästinenserpolitik „den Platz der Mörder ein“. Der Gott der Juden sei ein Rache-Gott. Unklar blieb, ob er unter der „Besetzung Palästinas“ die jüdische Besiedlung vor 1948, die Staatsgründung oder die „besetzten Gebiete“ von 1967 meinte.[10] In seinem Buch Politik der Feindschaft (2013) hatte er geschrieben: „Im kolonialen Kontext war die permanente Trennungs- und damit Differenzierungsarbeit zum Teil die Folge der von den Kolonisten empfundenen Angst vor Vernichtung. […] Das Apartheidregime in Südafrika und – in einer ganz anderen Größenordnung und in einem anderen Kontext – die Vernichtung der europäischen Juden sind zwei emblematische Manifestationen dieses Trennungswahns.“[11] Im Vorwort zu dem Buch „Apartheid Israel“ (2015) schrieb Mbembe, die Besetzung Palästinas sei „der größte moralische Skandal unserer Zeit“, „eine der entmenschlichendsten Torturen“ der Gegenwart und „der größte Akt der Feigheit des letzten halben Jahrhunderts.“ Israel sei bereit, mit Gemetzel, Zerstörung und schrittweiser Ausrottung der Palästinenser „den ganzen Weg zu gehen“. Deshalb sei es Zeit für die „globale Isolation“ Israels.[12]

Felix Klein fand es „zumindest missverständlich“, das Apartheidssystem und den Holocaust direkt hintereinander ideologisch als „emblematische Manifestationen einer Trennungsfantasie“ zu deuten. Damit relativiere Mbembe die Einzigartigkeit des Holocaust.[13] Alan Posener (Die Welt) bezeichnete Mbembes Äußerungen als strukturelles Problem der Postcolonial Studies und bezeichnete ihn als Israelhasser und Holocaustrelativierer.[14] Die Triennale wurde Ende April 2020 wegen der COVID-19-Pandemie in Deutschland abgesagt. Patrick Bahners (FAZ) forderte auch danach eine klare Distanzierung von Mbembe.[15]

Mbembe erklärte, er habe „keinerlei Beziehung mit BDS“, weigere sich aber, mit Institutionen oder Personen zusammenzuarbeiten, die an Verletzungen des Völkerrechts oder der Menschenrechte in den besetzten Palästinensergebieten beteiligt seien. Das habe nichts mit Antisemitismus und dem Bestreiten von Israels Existenzrecht zu tun. Eine Kritik an Kolonialismus und Rassismus habe auch nichts mit der Relativierung des Holocaust zu tun. Er lehne Antisemitismus, alle Formen von Rassismus und Entmenschlichung aus tiefer Überzeugung ab und frage daher, ob es in deutschem Interesse sei, Stimmen aus früher kolonialisierten Ländern „in zumindest leichtsinniger Weise“ zu verdächtigen. Das könne den nötigen gemeinsamen Kampf spalten und schwächen. Ihn als „Holocaust-Relativierer“ zu bezeichnen, habe ihn tief verletzt. Es drücke die Sicht aus, er sei nur ein antisemitischer „Neger“.[16] Seinen Unterstützern erklärte Mbembe, er sei „Objekt völlig grundloser, ebenso verrückter wie hinterhältiger Attacken seitens der Rechten und extremen Rechten in Deutschland“. Lorenz Deutsch habe die „teuflische Idee“ erfunden, er, Mbembe, sei ein „antisemitischer Neger“, um nicht zuzugeben, dass er einen Schwarzafrikaner und antikoloniale Thesen auf der Triennale ablehne. Da Felix Klein ihn im Namen des deutschen Staates kritisiert habe, müsse Klein sich öffentlich bei ihm entschuldigen. Das werde er bis an sein Lebensende von ihm fordern.[17]

Der israelische Soziologe Moshe Zuckermann verteidigte Mbembe mit der Begründung, man müsse zwischen Antizionismus, Antisemitismus und Israelkritik unterscheiden.[18] Die Philosophin Susan Neiman und die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann hielten Mbembes Vergleich der Apartheid mit dem Holocaust für zulässig und sahen darin keine Holocaustrelativierung.[11] Stephan Detjen (Deutschlandfunk) meinte am 23. Mai 2020, Klein versuche, „einen international renommierten Wissenschaftler aus einem deutschen Diskursraum zu verbannen“.[19]

Am 30. April erklärten 37 jüdische und israelische Wissenschaftler und Künstler ihre Solidarität mit Mbembe und forderten, Felix Klein aus seinem Amt abzuberufen.[20] Am 1. Mai wiesen einige Wissenschaftler in einem internationalen Solidaritätsaufruf den Vorwurf zurück, dass Mbembe Antisemit sei und den Holocaust verharmlose; man wolle ihn mit Hilfe „manipulativ verzerrter Zitate und Inhalte desavouieren“.[21] In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (18. Mai) bezeichneten 700 Unterzeichner die Antisemitismusvorwürfe gegen Mbembe als „unzulässige politische Instrumentalisierung“ des Holocaust und behaupteten, die Vorwürfe seien von „rechtsextremen, konservativen und rassistischen Gruppen“ erhoben worden.[22]

Dagegen unterstützte die Initiative Scholars for Peace in the Middle East, der rund 50.000 Wissenschaftler angehören, Felix Kleins Kritik an Mbembes Aussagen zu Israel mit einem offenen Brief: Sie entspreche dem Bundestagsbeschluss zu BDS von 2017 und der Antisemitismusdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA). Es gehe Mbembe nicht um freie Rede, sondern eher um Hassrede. Gruppen wie BDS versuchten erfolglos, Antizionismus von Antisemitismus zu unterscheiden, um ihre eigene rassistische Politik zu verharmlosen. Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer, Uwe Becker (Deutsch-Israelische Gesellschaft), Josef Schuster (Zentralrat der Juden in Deutschland) und Israels Botschafter Jeremy Issacharoff kritisierten Mbembes Vergleich Israels mit dem Apartheidsystem als antisemitisch und verteidigten Felix Klein.[23]

2018 sollten Mbembe und die israelische Psychologieprofessorin Shifra Sagy auf einer Konferenz in Südafrika zum Thema Traumata von Kolonialismus und Rassismus auftreten. Mehreren Berichten zufolge erreichten Mbembe und andere BDS-Anhänger durch Druck auf die Veranstalter, dass diese Sagy wieder ausluden.[10][24] Sagy und ihre Studenten hatten bei der Konferenz das Projekt „Empathie gegenüber dem Anderen“ zur Versöhnungsarbeit zwischen Israelis und Palästinensern vorstellen wollen. Trotz Mbembes Vorgehen dagegen plädierte Sagy 2020 dafür, ihn in Deutschland reden zu lassen.[25]

Jürgen Kaube (Frankfurter Allgemeine Zeitung) nannte Mbembes Angabe, er habe nichts mit BDS zu tun, „gelogen“ und verwies darauf, dass Verkaufserlöse des Buchs von 2015 für eine BDS-Gründungsorganisation bestimmt waren und Mbembe damals einen Aufruf zum Boykott von Israel finanzierter wissenschaftlicher Konferenzen unterzeichnet hatte. Im Kontext der strittigen Buchpassage benenne Mbembe die Träger der Trennungs- und Ausrottungswünsche nicht konkret. Die Unterschiede zwischen deren Spielarten seien für ihn unbedeutend. Es sei aber nicht dasselbe, ob ein Zaun nur Wohngebiete oder Nationen trenne oder Menschen in ein Vernichtungslager einsperre, ob „Separation“ oder Vernichtung geplant sei. Mbembe beschreibe Israels Besetzung der Palästinensergebiete einseitig, etwa als „generalisierte Lagerhaft“, ohne die Angriffskriege, Terroranschläge, Bedrohungen gegen Israel seit 1948 zu erwähnen. Für ihn sei Israels Gewalt viel schlimmer als die frühere in Südafrika, weil er Israel eine Vernichtungsabsicht gegen die Palästinenser unterstelle. Dazu berufe er sich auf BDS-Unterstützer wie Judith Butler und Jacqueline Rose, für die Israel ein illegitimes, gewalttätiges und rassistisches Gebilde sei. Indem Mbembe Trennung und Vernichtung im Grunde gleichsetze, gebe er Unterscheidungsvermögen zugunsten „plakativer Empörung“ auf. Zudem erkläre er die gemeinsame Zerstörungslust in verschiedenen Ideologien letztlich aus dem biblischen Prinzip „Auge um Auge“ und mache so das Judentum dafür verantwortlich, ohne zu berücksichtigen, dass der biblische Talion die Zerstörungslust der Rache gerade eindämmen sollte. In einem weiteren Text beschreibe Mbembe das Judentum als über Blut und Boden definierte Gruppe und bemerke dann, die Juden hätten „bekanntlich den Preis dafür mitten in Europa“ bezahlt. Die Deutung des Holocaust als Reaktion auf jüdisches Sosein ähnele der Argumentation Ernst Noltes.[26]

Die Antisemitismusforscherin Monika Schwarz-Friesel betonte, „selbst 10.000 Unterschriften können die Tatsache nicht leugnen, dass Mbembe auf verantwortungslose Weise Texte mit klassischen Topoi der Judenfeindschaft verfasst hat“. Seine Texte wiesen „mit surrealen Analogien und emotionalen Superlativen Charakteristika eben solcher Sprachgebrauchsmuster auf“, die für den aktuellen Israel-bezogenen Antisemitismus typisch seien. Auf Kritik daran folgten stets dieselben, ebenfalls gut erforschten Abwehrstrategien. Mbembe stelle sich „immer vehementer und irrationaler als Opfer von ‚deutschem Rassismus‘“ dar, er gehe in die Täter-Opfer-Umkehr und nenne seine Kritiker ausgerechnet „Pharisäer“ und „Zeloten“ (altbekannte Schimpfworte für Juden), benutze das bei Antisemiten inflationäre Schlagwort „Auge um Auge, Zahn um Zahn“, dichte dem jüdischen Staat eine Apartheid „schlimmer als in Südafrika“ an, werfe ihm „fanatische Ausrottung“ vor und fordere seine „weltweite Isolation“. Von seriöser Wissenschaft sei in diesen Superlativen und brisanten Metaphern keine Spur.[27]

Der Politikwissenschaftler Claus Leggewie bedauerte den Verlauf der Debatte um Mbembe. Über Holocaust, Rassismus und Kolonialismus könne kaum noch sachlich diskutiert werden. Genau zu prüfen sei, ob man „von einer Vorläuferschaft des Holocaust im Kolonialismus und seinen Nachwirkungen in heutigen Kontexten sprechen“ könne. Er hoffe, dass am Ende eine gemeinsame Gegnerschaft zum unbestreitbaren Hauptgegner stehe, dem weißen Suprematismus.[28]

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mbembe ist mit der Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Sarah Nuttall verheiratet, die ebenfalls Professorin an der Johannesburger Witwatersrand-Universität ist. Die beiden haben zwei Kinder.[29]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monografien

  • Brutalisme. Éditions la Découverte, Paris 2020, ISBN 978-2-348-05749-6.
  • Critique de la raison nègre. Éditions la Découverte, Paris 2013, ISBN 978-2-7071-7747-6. Deutsch übersetzt von Michael Bischoff: Kritik der schwarzen Vernunft. Suhrkamp, Berlin 2014, ISBN 978-3-518-58614-3.
  • Politiques de l’inimitié. Éditions la Découverte, Paris 2013, ISBN 978-2-7071-7747-6. Deutsch übersetzt von Michael Bischoff: Politik der Feindschaft. Suhrkamp Berlin, Berlin 2017, ISBN 978-3-518-75424-5.
  • Sortir de la grande nuit. Essai sur l’Afrique décolonisée. Éditions la Découverte, Paris 2013, ISBN 978-2-7071-6670-8. Deutsch übersetzt von Michael Bischoff: Ausgang aus der langen Nacht. Versuch über ein entkolonisiertes Afrika. Suhrkamp, Berlin 2016, ISBN 978-3-518-58691-4.
  • De la postcolonie. Essai sur l’imagination politique dans l’Afrique contemporaine. 2. revidierte Auflage, Karthala, Paris 2005. Deutsch übersetzt von Brita Pohl: Postkolonie. Zur politischen Vorstellungskraft im gegenwärtigen Afrika. Turia + Kant, Wien/Berlin 2016, ISBN 978-3-85132-781-6.
  • Du gouvernement privé indirect. Codesria, Dakar 1999
  • La naissance du maquis dans le Sud-Cameroun, 1920–1960: histoire des usages de la raison en colonie. Karthala, Paris 1996
  • Afriques indociles. Christianisme, pouvoir et État en société postcoloniale. Karthala, Paris 1988
  • Les Jeunes et l’ordre politique en Afrique noire. Éditions L’Harmattan, Paris 1985

Mitarbeit

Mitherausgeber

Vorwort

Zeitungsartikel

  • Israël, les Juifs et nous. In: Le Messager: journal d'information et de débat, Douala, April 1992 (ZDB-ID 2171823-4).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Achille Mbembe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siehe etwa: Hans-Christoph Zimmermann, Der Traum von vollkommener Sicherheit, in: junge Welt, 14. Mai 2019.
  2. https://amp.phil-fak.uni-koeln.de/professorinnen/2019-achille-mbembe
  3. https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/postkolonialismus-theoretiker-achille-mbembe-ist-albertus-magnus-professor-2019
  4. Sybille Wüstemann: Dr. Achille Mbembe erhält den Gerda Henkel Preis 2018. In: idw-online.de. 11. Juni 2018, abgerufen am 11. Juni 2018.
  5. 34
  6. Sign In. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  7. Achille Mbembe: Kritik der schwarzen Vernunft. Suhrkamp, Berlin 2014. Vgl. Detlev Claussen: Vordenker des Postkolonialismus: Reale Fiktionen. taz vom 22. Februar 2015; Ijoma Mangold: Rassismus: Wie rassistisch ist der Westen. In: Die Zeit vom 29. April 2020, S. 45. Achille Mbembe, Kritik der schwarzen Vernunft.
  8. Erneut Vorwürfe der Israelfeindlichkeit. In: Jüdische Allgemeine. 26. März 2020, abgerufen am 13. April 2020.
  9. Protest gegen Auftritt von Mbembe. Jüdische Allgemeine, 17. April 2020
  10. a b Jürgen Kaube: Antisemitismus-Debatte: Wer hat Achille Mbembe gelyncht? FAZ, 10. Mai 2020
  11. a b Aleida Assmann und Susan Neiman zur Causa Mbembe: Die Welt reparieren, ohne zu relativieren. Deutschlandfunk, 26. April 2020
  12. Sabine Peschel: Antisemitismus-Debatte: Streit um Achille Mbembe: Hat der Historiker den Holocaust verharmlost? Deutsche Welle, 29. April 2020
  13. Die Causa Achille Mbembe: Schwere Vorwürfe und Streit um einige Textpassagen. René Aguigah im Gespräch mit Felix Klein und Andrea Gerk. Deutschlandfunk, 21. April 2020
  14. Alan Posener: Achille Mbembe bei Ruhrtriennale: Es reicht mit dem steuerfinanzierten Israelhass! Welt online, 18. April 2020
  15. Patrick Bahners: Der Fall Achille Mbembe: Woran erkennt man wissenschaftlichen Antisemitismus? FAZ, 23. April 2020
  16. Achille Mbembe antwortet Kritikern: „Diese Unterstellung trifft mich in meiner Seele“. Deutschlandfunk, 22. April 2020; weitere Antworten: Achille Mbembe: Antisemitismus: Die Welt reparieren. Die Zeit, 22. April 2020 (kostenpflichtig); Claude Paul Tjeg: Accusé d’antisémitisme en Allemagne, Achille Mbembe (intellectuel camerounais) répond à ses accusateurs. Cameroon-Info.net, 8. Mai 2020
  17. Achille Mbembe: Mbembe zum Antisemitismusvorwurf: „Gigantische Diffamierungskampagne“. taz, 11. Mai 2020
  18. Moshe Zuckermann zur Debatte um Mbembe: „Antizionismus, Antisemitismus und Israelkritik sind drei Paar Schuhe“. Deutschlandfunk, 25. April 2020
  19. Antisemitismusbeauftragter als diskursiver Schrankenwärter. Deutschlandfunk.de, 23. Mai 2020
  20. Antisemitismus: Der Streit um den Philosophen Achille Mbembe erreicht die Politik.
  21. »Kampagne«: Aufruf für Mbembe. Neues Deutschland, 5. Mai 2020
  22. Antisemitismus-Debatte: Schaden für die Meinungsfreiheit. Süddeutsche Zeitung, 18. Mai 2020
  23. Benjamin Weinthal: 50,000 scholar NGO slams ‘antisemitic’ BDS prof., supports German rep. Jerusalem Post, 6. Mai 2020
  24. Ben Cohen: Despite Passionate Defense of ‘Academic Freedom,’ Scholar at Center of German Antisemitism Row Campaigned to Exclude Israeli Professors. The Algemeiner, 4. Mai 2020; Benjamin Weinthal: ‘Antisemitic’ academic pushed for boycott of Israeli professors in 2018. Jerusalem Post, 6. Mai 2020
  25. Antisemitismus-Vorwürfe: „Mbembe sollte nicht so behandelt werden, wie er uns behandelt hat“. Welt online, 14. Mai 2020
  26. Jürgen Kaube: Vorwürfe gegen Achille Mbembe: Alles in einem Topf. FAZ, 20. April 2020
  27. „Verbesserungsvorschläge“ für Juden? Eine gefährliche Hybris. HaGalil, 18. Mai 2020
  28. Im Tumult der selbstgewissen Antworten. Der Freitag, 22. Mai 2020
  29. Wits all the Wiser for its vital literary couple | The Mail & Guardian. Abgerufen am 22. Juni 2020 (en-ZA).
  30. Geschwister-Scholl-Preis 2005: Achille Mbembe. In: Geschwister-Scholl-Preis.de. Abgerufen am 18. Mai 2018.
  31. Achille Mbembe erhält Ernst-Bloch-Preis. In: boersenblatt.net. 18. Mai 2018, abgerufen am 18. Mai 2018.
  32. Christiane Habermalz: Achille Mbembe: „Der Westen trägt einen Mühlstein von Schuld“, Deutschlandfunk Kultur, 9. Oktober 2018
  33. Albertus-Magnus-Professur 2019. Abgerufen am 10. Dezember 2019.