Aleksander Aamodt Kilde

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Aleksander Aamodt Kilde Ski Alpin
Aleksander Aamodt Kilde - Bormio 2019 (cropped).jpg
Nation NorwegenNorwegen Norwegen
Geburtstag 21. September 1992 (27 Jahre)
Geburtsort Bærum, Norwegen
Größe 182[1] cm
Gewicht 90 kg
Karriere
Disziplin Abfahrt, Super-G, Riesenslalom,
Slalom, Kombination
Verein Lommedalens IL
Status aktiv
Medaillenspiegel
Junioren-WM 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
FIS Alpine Ski-Juniorenweltmeisterschaften
Gold Québec 2013 Riesenslalom
Platzierungen im Alpinen Skiweltcup
 Einzel-Weltcupdebüt 28. Oktober 2012
 Einzel-Weltcupsiege 4
 Gesamtweltcup 1. (2019/20)
 Abfahrtsweltcup 4. (2018/19, 2019/20)
 Super-G-Weltcup 1. (2015/16)
 Riesenslalomweltcup 7. (2019/20)
 Slalomweltcup 36. (2016/17)
 Kombinationsweltcup 2. (2019/20)
 Parallelweltcup 13. (2019/20)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Abfahrt 2 2 1
 Super-G 2 4 4
 Kombination 0 1 2
letzte Änderung: 14. März 2020

Aleksander Aamodt Kilde (* 21. September 1992 in Bærum) ist ein norwegischer Skirennläufer. Am stärksten ist er in Super-G und Abfahrt, er bestreitet aber auch Riesenslalom und Kombination. Sein bisher größter Erfolg ist der Gewinn des Gesamtweltcups in der Saison 2019/20.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juniorenzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Alter von 15 Jahren nahm Aamodt Kilde ab November 2007 an FIS-Rennen teil. 2009 war er Teilnehmer des Europäischen Olympischen Jugendfestivals in Szczyrk, schied aber sowohl im Slalom als auch im Riesenslalom aus. Im Februar 2010 gelang ihm der erste Sieg in einem FIS-Rennen, ab November 2010 kam er auch im Europacup zum Einsatz. Die erste Top-10-Platzierung in dieser Rennserie folgte im Januar 2012. Bei der Juniorenweltmeisterschaft 2012 in Roccaraso verpasste Kilde als Vierter des Super-G knapp eine Medaille. Zum Abschluss der Saison 2011/12 gewann er die norwegischen Juniorenmeistertitel im Riesenslalom und Slalom. Bei den norwegischen Meisterschaften 2012 fuhr er im Riesenslalom auf den zweiten Platz, wobei er sich nur Aksel Lund Svindal geschlagen geben musste.

Sein Debüt im Weltcup hatte Aamodt Kilde am 28. Oktober 2012 beim Riesenslalom von Sölden, er konnte sich aber nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren. Am 24. Januar 2013 gewann er sein erstes Europacuprennen, den Super-G von Val-d’Isère. Etwas mehr als zwei Wochen später folgten zwei weitere Siege in den beiden Super-Gs von La Thuile. Dadurch übernahm er die Führung in der Disziplinenwertung und in der Gesamtwertung. Auch bei der Juniorenweltmeisterschaft 2013 war Kilde erfolgreich und gewann Gold im Riesenslalom. Die Europacup-Saison 2012/13 beendete er als Sieger der Gesamtwertung und der Super-G-Wertung. Die ersten Weltcuppunkte holte er am 1. Dezember 2013 mit dem 18. Platz im Super-G von Lake Louise. Im weiteren Verlauf der Weltcupsaison 2013/14 kamen vier Platzierungen in den Punkterängen hinzu.

Annäherung an die Weltspitze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem verhaltenen Beginn der Saison 2014/15 musste Kilde im Januar 2015 aus gesundheitlichen Gründen über einen Monat lang pausieren.[2] Dennoch qualifizierte er sich für die Weltmeisterschaft 2015 in Beaver Creek, wo er in der Kombination den achten Platz erreichte. Überraschend fuhr Kilde am 18. Dezember 2015 im Super-G von Gröden auf Platz drei und erzielte damit die erste Weltcup-Podestplatzierung seiner Karriere; zusammen mit Aksel Lund Svindal und Kjetil Jansrud sorgte er für einen dreifachen norwegischen Erfolg.[3] Seinen ersten Weltcupsieg feierte Kilde am 30. Januar 2016 bei der Kandahar-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen, wobei er mit Startnummer 30 den bis dahin führenden Boštjan Kline noch abfing.[4] Knapp einen Monat später gelang ihm in Hinterstoder der erste Weltcupsieg in einem Super-G (erneut vor Kline). Mit Platz zwei im abschließenden Super-G der Saison 2015/16 in St. Moritz sicherte er sich den Sieg in der Disziplinenwertung.[5]

Zu Beginn der Saison 2016/17 erzielte Kilde zwei weitere Podestplätze, konnte aber ansonsten nicht an die Leistungen des vorherigen Winters anknüpfen. Bei der Weltmeisterschaft 2017 in St. Moritz verpasste er in drei Rennen knapp eine Medaille: als Vierter im Super-G und in der Kombination sowie als Sechster in der Abfahrt. Nach Saisonende vollzog er einen Materialwechsel von Atomic zu Head.[6] Im Weltcup 2017/18 fuhr Kilde sechsmal unter die besten zehn, ein Podestplatz blieb jedoch aus. Enttäuschend verliefen die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang, wo er nicht über einen 13. Platz hinauskam. Nach einem dritten Platz im Super-G von Beaver Creek zu Beginn des Weltcups 2018/19 siegte Kilde am 15. Dezember 2018 in der Abfahrt von Gröden.[7] Im weiteren Verlauf des Winters kamen zwei dritte Plätze hinzu. Erneut kein Medaillengewinn glückte ihm bei der Weltmeisterschaft 2019 in Åre.

Gesamtweltcupsieger 2019/20[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Marcel Hirschers Rücktritt und vor Beginn der Weltcupsaison 2019/20 rechneten die Medien im Kampf und die Weltcup-Gesamtwertung allgemein mit einem Duell zwischen Alexis Pinturault und Henrik Kristoffersen.[8] Kilde wiederum räumten sie allenfalls Außenseiterchancen in den Speed-Disziplinenwertungen ein. Nach einem verhaltenen Saisonstart klassierte er sich jedoch ab Dezember 2019 in sämtlichen Rennen, in denen er ins Ziel kam, unter den besten zehn – nicht nur in seinen bevorzugten Disziplinen Abfahrt und Super-G, sondern auch in Riesenslaloms und Kombinationen. Zwar stand er bis Anfang Februar nur viermal auf dem Podest, näherte sich aber aufgrund seiner Konstanz kontinuierlich der Spitze, da sich weder Pinturault noch Kristoffersen (sowie der zwischenzeitlich führende Matthias Mayer) entscheidend absetzen konnten. Der einzige Sieg in diesem Winter gelang ihm am 14. Februar 2020 in Saalbach-Hinterglemm, wobei er gleichzeitig die Führung in der Gesamtwertung übernahm.[9]

Zwei Wochen später holte sich Pinturault bei den Rennen in Hinterstoder die Gesamtführung zurück und aus dem Dreikampf war ein Duell geworden.[10] Kilde reagierte am 6. März 2020 mit einem zweiten Platz in der Abfahrt von Kvitfjell und setzte sich mit 54 Punkten Vorsprung erneut an die Spitze. Da der Super-G am darauf folgenden Tag wegen Schlechtwetters abgesagt werden musste, schien Pinturault aufgrund des Restprogramms im Vorteil zu sein, doch dann brach die FIS die Saison am 12. März wegen der COVID-19-Pandemie ab. Damit stand Kilde mit insgesamt 22 Top-10-Platzierungen in vier Disziplinen (darunter nur ein Sieg und sechs weitere Podestplätze) als Gesamtsieger fest. Er ist damit der vierte norwegische Gewinner des großen Kristallkugel nach Kjetil André Aamodt (1994), Lasse Kjus (1996 und 1999) und Aksel Lund Svindal (2007 und 2009).[11]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olympische Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltcupwertungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Gesamt Abfahrt Super-G Riesenslalom Slalom Kombination Parallel
Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte
2013/14 80. 59 55. 1 29. 55. 39. 3
2014/15 75. 80 48. 22 26. 58 - -
2015/16 7. 756 12. 247 1. 415 36. 46 16. 48
2016/17 7. 668 13. 178 3. 299 29. 59 36. 40 3. 92
2017/18 15. 454 14. 157 12. 163 19. 95 15. 39
2018/19 8. 651 4. 284 5. 299 30. 50 26. 18
2019/20 1. 1202 4. 413 3. 336 7. 225 2. 172 13. 56

Weltcupsiege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 18 Podestplätze, davon 4 Siege:
Datum Ort Land Disziplin
30. Januar 2016 Garmisch-Partenkirchen Deutschland Abfahrt
27. Februar 2016 Hinterstoder Österreich Super-G
15. Dezember 2018 Gröden Italien Abfahrt
14. Februar 2020 Saalbach-Hinterglemm Österreich Super-G

Europacup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Saison 2012/13: 1. Gesamtwertung, 1. Super-G-Wertung, 2. Super-Kombinations-Wertung
  • Saison 2013/14: 3. Super-G-Wertung
  • 8 Podestplätze, davon 5 Siege:
Datum Ort Land Disziplin
24. Januar 2013 Val-d’Isère Frankreich Super-G
8. Februar 2013 La Thuile Italien Super-G
9. Februar 2013 La Thuile Italien Super-G
13. März 2014 Soldeu Andorra Super-G
14. März 2014 Soldeu Andorra Super-G

Juniorenweltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aleksander Aamodt Kilde. Eurosport, abgerufen am 7. März 2020.
  2. Aleksander Aamodt Kilde tilbake på ski. Folkebladet, 14. Januar 2015, abgerufen am 4. März 2019 (norwegisch).
  3. Norwegen-Festspiele in Gröden – Svindal vor Jansrud und Kilde. Schweizer Radio und Fernsehen, 18. Dezember 2015, abgerufen am 4. März 2019.
  4. Überraschungssieger auf der Kandahar. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. Januar 2016, abgerufen am 4. März 2019.
  5. Feuz räumt im Engadin ab – Kilde holt die Kugel. Berner Zeitung, 17. März 2016, abgerufen am 4. März 2019.
  6. Aleksander Aamodt Kilde wechselt zu HEAD. skionline.ch, 1. Mai 2017, archiviert vom Original am 1. Mai 2017; abgerufen am 3. Mai 2017.
  7. Abfahrt in Gröden: Franz Zweiter hinter Kilde - Gisin schwer gestürzt. Salzburger Nachrichten, 15. Dezember 2018, abgerufen am 4. März 2019.
  8. Der Machtkampf zwischen Henrik Kristoffersen und Alexis Pinturault beginnt in Sölden. skiweltcup.tv, 2. Oktober 2019, abgerufen am 14. März 2020.
  9. Aleksander Aamodt Kilde gewinnt den Super-G von Saalbach-Hinterglemm 2020. skiweltcup.tv, 14. Februar 2020, abgerufen am 14. März 2020.
  10. Max Ischia: WeltcupPinturault, Kilde oder doch Kristoffersen? Es kann nur einen geben! Kleine Zeitung, 6. März 2020, abgerufen am 14. März 2020.
  11. Keine Rennen in Kranjska Gora – Kilde Gesamtweltcup-Sieger. Schweizer Radio und Fernsehen, 12. März 2020, abgerufen am 14. März 2020.