Beat Feuz

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Beat Feuz Ski Alpin
Beat Feuz.jpg
Beat Feuz, Sotschi/Krasnaja Poljana, 2012
Nation SchweizSchweiz Schweiz
Geburtstag 11. Februar 1987
Geburtsort Schangnau
Größe 172 cm
Gewicht 80 kg
Beruf Skirennfahrer / Maurer
Karriere
Disziplin Abfahrt, Super-G, Riesenslalom,
Super-Kombination
Verein SC Schangnau
Status aktiv
Medaillenspiegel
Weltmeisterschaften 1 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Junioren-WM 3 × Gold 0 × Silber 2 × Bronze
FIS Alpine Skiweltmeisterschaften
0Bronze0 Vail/Beaver Creek 2015 Abfahrt
0Gold0 St. Moritz 2017 Abfahrt
FIS Alpine Ski-Juniorenweltmeisterschaften
0Bronze0 Bardonecchia 2005 Slalom
0Gold0 Altenmarkt 2007 Abfahrt
0Gold0 Altenmarkt 2007 Super-G
0Gold0 Altenmarkt 2007 Kombination
0Bronze0 Altenmarkt 2007 Slalom
Platzierungen im alpinen Skiweltcup
 Debüt im Weltcup 10. Dezember 2006
 Weltcupsiege 7
 Gesamtweltcup 2. (2011/12)
 Abfahrtsweltcup 2. (2011/12)
 Super-G-Weltcup 3. (2011/12)
 Riesenslalomweltcup 34. (2011/12)
 Kombinationsweltcup 2. (2011/12)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Abfahrt 4 7 4
 Super-G 3 0 3
 Kombination 0 1 0
 Super-Kombination 0 2 1
letzte Änderung: 25. Februar 2017

Beat Feuz (* 11. Februar 1987 in Schangnau) ist ein Schweizer Skirennfahrer. Er ist auf die Disziplinen Abfahrt und Super-G spezialisiert und gehört seit 2011 der Nationalmannschaft von Swiss-Ski an.[1] Sein bisher grösster Erfolg ist der Gewinn des Weltmeistertitels in der Abfahrt bei den Ski-Weltmeisterschaften 2017 in St. Moritz.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend und Juniorenzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feuz, der Sohn eines Landwirts, erlernte das Skifahren in seiner Heimatgemeinde Schangnau im hinteren Emmental. Sein erstes Kinderrennen gewann er im Alter von sieben Jahren. Im Februar 1995, einen Tag vor seinem achten Geburtstag, brach er sich beim Schanzenspringen an einem JO-Rennen in Adelboden zwei Fersen und war daraufhin während drei Monaten auf einen Rollstuhl angewiesen.[2] 2002 gewann er den Slalom beim Trofeo Topolino. Nach dem Schulabschluss absolvierte er eine Lehre als Maurer.[3]

Als 15-Jähriger bestritt Feuz im Dezember 2002 seine ersten FIS-Rennen, wobei er zunächst hauptsächlich in den technischen Disziplinen Slalom und Riesenslalom antrat. Die ersten Einsätze im Europacup folgten im November 2004. Weiterhin erwies sich der Slalom als seine stärkste Disziplin. In dieser gewann Feuz bei der Juniorenweltmeisterschaft 2005 in Bardonecchia die Bronzemedaille. Ende Dezember 2005 gelang ihm der erste Sieg in einem FIS-Rennen, einem Slalom in Sörenberg. 2006 ehrte ihn die Schweizer Sporthilfe als besten Nachwuchsathleten des Jahres.[4]

Lange Verletzungspause[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. Dezember 2006 nahm Feuz auf der Reiteralm erstmals an einem Weltcup-Rennen teil und klassierte sich in der Super-Kombination auf Platz 33. Zunehmend begann er auch Abfahrten und Super-Gs zu bestreiten. Bei der Juniorenweltmeisterschaft 2007 erwies sich Feuz als der mit Abstand erfolgreichste Teilnehmer: In Altenmarkt gewann er die Goldmedaille in der Abfahrt und im Super-G, in Flachau wurde er Dritter im Slalom und Elfter im Riesenslalom. Darüber hinaus gewann er die Goldmedaille in der aus Abfahrt, Riesenslalom und Slalom zusammengesetzten Kombinationswertung. Feuz durfte daraufhin am Weltcupfinale in der Lenzerheide teilnehmen und holte am 14. März 2007 mit Platz 14 in der Abfahrt sogleich die ersten Weltcuppunkte. Aufgrund seiner kleinen und damals etwas molligen Statur sowie seiner Schnelligkeit erhielt er von den Teamkollegen den Spitznamen «Kugelblitz».[5]

Im September 2007 zog sich Feuz während des Trainings auf dem Theodulgletscher in Zermatt einen Kreuzbandriss zu und musste als Folge davon die gesamte Saison 2007/08 ausfallen lassen.[6] 2008 zeichnete ihn die Sporthilfe zum zweiten Mal als Nachwuchssportler des Jahres aus, was vor ihm nur dem Radsportler Fabian Cancellara gelungen war.[4] Auch in der Saison 2008/09 konnte Feuz kein einziges Rennen bestreiten, nachdem er sich am 28. November 2008 im Abschlusstraining zur ersten Weltcupabfahrt in Lake Louise eine weitere Knieverletzung (Korbhenkelriss am Meniskus) zugezogen hatte.[7]

Aufstieg an die Weltspitze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer über zweijährigen Verletzungspause griff Feuz zu Beginn der Saison 2009/10 wieder ins Weltcupgeschehen ein. Im Gegensatz zur Juniorenzeit konzentrierte er sich nun vollends auf die schnellen Disziplinen Abfahrt und Super-G, wobei er sich vorerst im Mittelfeld etablieren konnte. Im Januar 2010 fuhr er bei den Lauberhornrennen in Wengen auf Platz 12 in der Super-Kombination, gleichbedeutend mit seinem bis dahin besten Weltcupergebnis.

Ähnlich verlief zunächst auch die Saison 2010/11 mit mehreren Platzierungen im Mittelfeld. Ende Februar 2011 stiess er in Kitzbühel und Chamonix erstmals unter die besten zehn vor. Bei der Weltmeisterschaft 2011 in Garmisch-Partenkirchen erreichte Feuz einen neunten Platz in der Abfahrt. In der Kombinationsabfahrt fuhr er auf den zweiten Platz, schied dann aber im Slalom kurz vor dem Ziel aus und vergab eine realistische Chance auf einen Medaillengewinn.[8] Der endgültige Durchbruch an die Weltspitze gelang ihm am 11. März 2011 mit seinem ersten Weltcupsieg, als er auf dem Olympiabakken in Kvitfjell die Abfahrt gewann[9], gefolgt von einem dritten Platz in der Abfahrt einen Tag später. Zum Saisonabschluss gewann er den Schweizer Meistertitel in der Super-Kombination.

Die erste Weltcup-Podestplatzierung in einem Super-G erzielte Feuz am 3. Dezember 2011 mit Platz 3 auf der Birds of Prey in Beaver Creek.[10] Am 16. Dezember folgte auf der Saslong in Gröden der erste Sieg in dieser Disziplin. Bei den Lauberhornrennen in Wengen stand er am 13. Januar 2012 als Zweiter der Super-Kombination erstmals auch in dieser Disziplin auf dem Podest. Einen Tag später entschied er die prestigeträchtige Lauberhornabfahrt für sich.[11] Im Verlaufe der Saison 2011/12 zeichnete sich zwischen Beat Feuz, dem Österreicher Marcel Hirscher und dem Kroaten Ivica Kostelić immer mehr ein Dreikampf um den Sieg in der Weltcup-Gesamtwertung ab. Mit insgesamt vier Podestplätzen klassierte sich Feuz in der Kombinationswertung auf dem zweiten Platz hinter Kostelić. Da der Kroate daraufhin eine vierwöchige Verletzungspause einlegen musste, lieferte sich Feuz mit Hirscher nun ein Duell. Er gewann die Abfahrt auf der Rosa Chutor in Krasnaja Poljana (bei Sotschi) sowie den Super-G in Kvitfjell. Das Weltcupfinale in Schladming, von den Medien zum großen „Showdown“ hochstilisiert, nahm er mit 55 Punkten Vorsprung in Angriff. Diesen baute er in der letzten Abfahrt der Saison zwischenzeitlich auf 135 Punkte aus; in der Disziplinenwertung musste er sich um 7 Punkte Klaus Kröll geschlagen geben.[12] Nach Feuz’ Ausfall und Hirschers überraschendem dritten Platz im letzten Super-G lag der Vorteil wieder auf der Seite des Österreichers. Im letzten Riesenslalom blieb Feuz ohne Punkte, während Hirscher (nach Rang 2 im ersten Lauf) siegte und ihn mit 25 Punkten in der Gesamtwertung überholte. Da Feuz auf den abschliessenden Slalom verzichtete, stand Hirscher somit als Gesamtsieger fest.[13]

Verletzung und Comeback[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Ende der Saison 2011/12 liess sich Feuz einen Knochenabriss im linken Knie fixieren, beim Sommertraining in Chile erlitt er im selben Knie einen Knorpel- und Meniskusschaden.[14] Auf einen Start beim Auftaktrennen der Weltcupsaison 2012/13 verzichtete Feuz, kurz darauf musste er wegen einer Entzündung im linken Knie neuerlich in ärztliche Behandlung. Am 21. November 2012 gab er bekannt, aufgrund der anhaltenden Knieprobleme im gesamten Winter 2012/13 keine Rennen bestreiten zu können.[15] Sein Comeback gab er 30. November 2013 beim Super-G von Lake Louise, in welchem er den 30. Platz belegte. Eine Woche später fuhr er als Sechster der Abfahrt von Beaver Creek bereits wieder in die Weltspitze. Im weiteren Verlauf der Saison erzielte er eine weitere Top-10-Platzierung.

Nach fast zweieinhalb Jahren gelang Feuz am 5. Dezember 2014 wieder eine Podestplatzierung, als er in der Abfahrt von Beaver Creek auf den zweiten Platz fuhr. Ebenfalls Zweiter wurde er am 18. Januar 2015 bei der Lauberhornabfahrt. Ansonsten waren seine Ergebnisse im Weltcup durchschnittlich. Bei der Weltmeisterschaft 2015 in Beaver Creek gewann er die Bronzemedaille in der Abfahrt. Eine Verletzung beeinträchtigte seine Vorbereitung auf die Saison 2015/16: Nach einem Unfall im Sommer-Trainingslager in Chile erlitt Feuz einen Teilabriss der Achillessehne, die operativ behandelt werden musste. Dadurch konnte er mehrere Wochen lang nicht trainieren und verpasste den ersten Teil der Saison.[16] Sein Comeback gab er Mitte Januar 2016 bei den Lauberhornrennen in Wengen. Nur eine Woche später, am 23. Januar 2016, stand er als Zweitplatzierter der Hahnenkammabfahrt von Kitzbühel erneut auf einem Weltcuppodest. Je ein dritter Platz folgte in den Abfahrten von Garmisch-Partenkirchen und Chamonix. Die erfolgreiche Comeback-Saison schloss er mit zwei Siegen in St. Moritz ab (je eine Abfahrt und ein Super-G). Es waren dies seine ersten Siege nach mehr als vier Jahren.

In der Saison 2016/17 gelangen ihm nach etwas verhaltenem Beginn zwei Podestplätze: je ein dritter Platz im Super-G von Kitzbühel und in der Abfahrt von Garmisch-Partenkirchen. Seine aufsteigende Form bewies er in der Hahnenkammabfahrt in Kitzbühel am 21. Januar 2017: Bei der letzten Zwischenzeit lag er mit über sieben Zehntelsekunden voraus und schien der sichere Sieger zu sein, ehe er an der Hausbergkante eine falsche Linie wählte und in die Sicherheitsnetze fuhr. Bei diesem heftigen Sturz blieb er jedoch unverletzt.[17] Drei Wochen später, bei der Weltmeisterschaft 2017 in St. Moritz, übernahm er mit Trainingsbestzeiten die Favoritenrolle. Schliesslich gelang ihm am 12. Februar 2017 der grösste Erfolg seiner Karriere mit dem Gewinn des Abfahrtsweltmeistertitels.

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beat Feuz lebt mit seiner Freundin, der ehemaligen Skirennfahrerin Katrin Triendl, in Innsbruck. Die Physiotherapeutin behandelt ihn regelmässig.[18]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olympische Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sotschi 2014: 13. Abfahrt, 15. Super-Kombination, 27. Super-G

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltcupsiege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 25 Podestplätze, davon 7 Siege:
Datum Ort Land Disziplin
11. März 2011 Kvitfjell Norwegen Abfahrt
16. Dezember 2011 Gröden Italien Super-G
14. Januar 2012 Wengen Schweiz Abfahrt
11. Februar 2012 Krasnaja Poljana Russland Abfahrt
2. März 2012 Kvitfjell Norwegen Super-G *
16. März 2016 St. Moritz Schweiz Abfahrt
17. März 2016 St. Moritz Schweiz Super-G

* zeitgleich mit Klaus Kröll

Weltcupwertungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Gesamt Abfahrt Super-G Riesenslalom Kombination City Event
Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte
2006/07 118. 18 46. 18 - - - - - - - -
2009/10 73. 88 41. 25 53. 3 - - 18. 60 - -
2010/11 22. 363 7. 254 34. 33 - - 14. 76 - -
2011/12 2. 1330 2. 598 3. 368 34. 34 2. 300 5. 30
2012/13 verletzungsbedingt keine Ergebnisse
2013/14 50. 147 27. 78 28. 57 - - 28. 12 - -
2014/15 19. 405 7. 306 22. 85 - - 23. 14 - -
2015/16 13. 596 5. 414 12. 182 - - - - - -
2016/17 11. 447 4. 259 8. 187 - - 43. 1 - -

Juniorenweltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 40 Athletinnen und 43 Athleten für Swiss-Ski Kader selektioniert. Swiss-Ski, 20. April 2011, abgerufen am 5. Mai 2011
  2. Vom Rollstuhl auf den Thron! Blick, 15. Januar 2012, abgerufen am 16. Januar 2012.
  3. Beat Feuz' grosse Stunde. Neue Zürcher Zeitung, 11. März 2011, abgerufen am 14. März 2012.
  4. a b Ehre für Lara Gut und Beat Feuz. Schweizer Sporthilfe, 18. April 2008, archiviert vom Original am 20. Februar 2009, abgerufen am 18. Oktober 2008.
  5. Beat Feuz oder die Leichtigkeit des Seins. Neue Zürcher Zeitung, 2. Dezember 2011, abgerufen am 14. März 2012.
  6. Sporthilfe wünscht Beat Feuz gute Besserung! news.ch, 5. Oktober 2007, abgerufen am 6. Oktober 2007.
  7. Beat Feuz fällt drei Monate aus. Neue Zürcher Zeitung, 1. Dezember 2008, abgerufen am 2. Dezember 2008.
  8. Es bricht eine kleine Welt zusammen. Basler Zeitung, 14. Februar 2011, abgerufen am 14. März 2012.
  9. Weltcup in Kvitfjell: Feuz überrascht und gewinnt erste Abfahrt. skiinfo.de, 11. März 2011, abgerufen am 6. Dezember 2011.
  10. Viletta die Sensation, Feuz die Bestätigung: Cuche kommt unter Druck. skionline.ch, 3. Dezember 2011, abgerufen am 7. Dezember 2011.
  11. Feuz triumphiert am Lauberhorn. skionline.ch, 14. Januar 2012, abgerufen am 14. März 2012.
  12. Beat Feuz im Gesamt-Weltcup nun 135 Punkte vorne. Die Südostschweiz, 14. März 2012, abgerufen am 14. März 2012.
  13. Feuz verzichtet auf den Slalom-Start. 20 Minuten, 17. März 2011, abgerufen am 17. März 2012.
  14. Der Arzt: Das sind die drei Probleme des Beat Feuz. skionline.ch, 21. November 2012, abgerufen am 24. November 2012.
  15. Beat Feuz gibt auf: Keine Rennen in diesem Winter! skionline.ch, 21. November 2012, abgerufen am 24. November 2012.
  16. Beat Feuz fällt mehrere Monate aus. Neue Zürcher Zeitung, 2. September 2015, abgerufen am 23. Januar 2016.
  17. Drama um Feuz – Paris siegt in Kitzbühel. Tages-Anzeiger, 17. Januar 2017, abgerufen am 20. Februar 2017.
  18. François Schmid-Bechtel, Martin Probst: Beat Feuz: «Bei meiner Freundin bin ich ein Jammeri». In: Aargauer Zeitung. 31. Januar 2016, abgerufen am 12. Februar 2017.