Ampass

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Ampass
Wappen von Ampass
Ampass (Österreich)
Ampass
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck-Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 7,96 km²
Koordinaten: 47° 15′ N, 11° 28′ OKoordinaten: 47° 15′ 29″ N, 11° 27′ 38″ O
Höhe: 651 m ü. A.
Einwohner: 1.810 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 227 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6070
Vorwahl: 0512
Gemeindekennziffer: 7 03 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Römerstraße 21 A
6070 Ampass
Website: www.ampass.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Hubert Kirchmair
Lage der Gemeinde Ampass im Bezirk Innsbruck-Land
Absam Aldrans Ampass Axams Baumkirchen Birgitz Ellbögen Flaurling Fritzens Fulpmes Gnadenwald Götzens Gries am Brenner Gries im Sellrain Grinzens Gschnitz Hall in Tirol Hatting Inzing Kematen Innsbruck Kolsass Kolsassberg Lans Leutasch Matrei am Brenner Mieders Mils Mühlbachl Mutters Natters Navis Neustift im Stubaital Oberhofen im Inntal Obernberg am Brenner Oberperfuss Patsch Pettnau Pfaffenhofen Pfons Polling in Tirol Ranggen Reith bei Seefeld Rinn Rum St. Sigmund im Sellrain Scharnitz Schmirn Schönberg im Stubaital Seefeld Sellrain Sistrans Steinach am Brenner Telfes im Stubai Telfs Thaur Trins Tulfes Unterperfuss Vals Völs Volders Wattenberg Wattens Wildermieming Zirl TirolLage der Gemeinde Ampass im Bezirk Innsbruck-Land (anklickbare Karte)
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Ampass Dorfkern mit Veitskirche und Pfarrkirche
Ampass Dorfkern mit Veitskirche und Pfarrkirche
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Ampass Agenbach

Ampass ist eine Gemeinde mit 1810 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im Bezirk Innsbruck Land des Bundeslandes Tirol in Österreich. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Hall in Tirol.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ampass liegt südöstlich von Innsbruck im südöstlichen Mittelgebirge. Im Norden verläuft die Grenze am Inn, im Westen grenzt Ampass direkt an Innsbruck, welches ca. 8 Kilometer entfernt ist. Das Dorfzentrum befindet sich in einer Art Talkessel.

Flächennutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der 7,9 km² großen Gemeindefläche sind (Stand 2011, Tirol Atlas):[1]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aldrans, Hall in Tirol, Innsbruck, Rinn, Rum, Thaur, Tulfes

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ampass als Gemeinde gliedert sich auch in einer Kastralgemeinde und einem Zählsprengel. Die dazugehörigen Ortsteile sind:

  • Ampass Dorf
  • Haller Innbrücke
  • Häusern
  • Peerhöfe
  • Zimmertal
  • Ebenwald
  • Agenbachsiedlung

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichtliche Funde zeugen schon von einer frühen Besiedelung, die ältesten unter ihnen entstammen dem 15. vorchristlichen Jahrhundert. Besonders reiche Funde erbrachte das eisenzeitliche Heiligtum am Demlfeld.[2]

Ampass liegt an der alten Salzstraße von Hall nach Matrei, östlich von Innsbruck am Südufer des Inn, auf welcher das im Halltal gewonnene Salz nach Süden transportiert wurde. Dieser Weg dürfte schon mindestens in die Römerzeit datieren, hier dürfte eine Nebenroute Hall – Häusern – Patsch der Brennerstraße verlaufen sein. Ein 1254 errichteter, 1,9 Meter hoher Meilenstein aus Granit soll die Grenze zur Pfarre Wilten gekennzeichnet haben und steht noch immer an seinem ursprünglichen Ort. Die Salztransporte erreichten um 1490 ihren Höhepunkt.[3]

Urkundlich erstmals erwähnt wurde Ampass 1140 als Ambanes oder Ambans, der Name dürfte aber vorromanisch sein und bedeutet im Keltischen ‚zwischen zwei Bächen‘. Als selbständige Gemeinde wird Ampass erstmals 1312 im Inntaler Steuerbuch erwähnt.

Auch in Ampass haben Schlachten im Tiroler Freiheitskampf 1809 stattgefunden, Kaspar Sautner war Ampasser. Nach ihm ist ein Wanderweg rund um Ampass benannt.

War Ampass ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1910 einem Bevölkerungsschwund ausgesetzt, machte es in den letzten Jahrzehnten wie viele andere Gemeinden im Umland von Innsbruck eine Entwicklung von einer durch Landwirtschaft geprägten in eine Wohngemeinde durch und erlebte in den letzten Jahren einen Bevölkerungszuwachs.

Der Gemeinderat der Gemeinde Ampass bestätigte in seiner Sitzung am 10. Mai 2007 eine Änderung der Postleitzahl von 6060 auf 6070.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen am 28. Februar 2016 statt.[4]

Dabei wurde Hubert Kirchmair zum Bürgermeister wiedergewählt.

Partei Prozent Stimmen Sitze im Gemeinderat
Gemeindeliste 55,26 % 573 8
Gemeinsam für Ampass ÖVP 31,53 % 327 4
Freiheitliche und unabhängige Ampasser Liste 13,21 % 137 1

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Wappen ist eine schwarze Pestsäule auf grün-weiß-grünem Grund zu sehen. Das Weiß steht für das Salz der Salzstraße, das Grün für das grüne Tal in dem sich Ampass befindet.[5]

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ampass besitzt einen Sportplatz, einen Beachvolleyballplatz und im Winter einen Eislaufplatz.

Außerdem werden manche Wege, vor allem im Gebiet Zimmertal, Peerhöfe und Ebenwald als Wanderrouten genutzt und gelten als Innsbrucker Naherholungsraum.

Pfarrkirche Johannes der Täufer

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ampasser Wahrzeichen ist die Pestsäule, auch Viertelsäule[6] genannt, die auch auf dem Wappen zu sehen ist.

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ampass

Pfarrkirche Johannes der Täufer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Viertelsäule

Die Pfarrkirche umfasst ein Kirchengebäude und einen an der Spitze des Kirchbühels befindlichen Glockenturm. In jenem Turm wurde 1739 die für den normalen Kirchturm zu schwere Glocke untergebracht.

Um 1000 soll sich auf dem Kirchbühel schon eine unbekannte Burg befunden haben. Laut Urkunden wurde die von Heinrich den IV. erbaute Schlosskapelle zwischen 1048 und 1097, die später zur capella regalis (königliche Kapelle) erhoben wurde, vom Brixner Bischof Altwin von Brixen eingeweiht. Die daraus entstandene spätgotische Pfarrkirche wurde später barockisiert. In der Vergangenheit erlebte sie oft großflächige Zerstörungen, wie etwa einem Brand, Zerstörungen durch Truppen im 30 jährige Krieg, und durch ein schweres Erdbeben im Jahre 1698.[2]

Aufgrund der außergewöhnlichen Lage und der Einzigartigkeit ist die Johanneskirche heute als Hochzeitskirche sehr beliebt.

Veitskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gotische, von Fuhrmännern erbaute Veits-Kirche wurde zum ersten mal 1429 erwähnt. Hinweisend darauf erkennt man noch heute Fürbitten der Fuhrmänner in der Kirche.[7]

Viertelsäule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ampasser Wahrzeichen, die Viertelsäule, oder auch Pestsäule genannt, ist einer der bedeutendsten gotischen Bildstöcke Nordtirols. Sie soll der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstammen und liegt nahe dem Sonnenbühel. Nach einem Vandalenakt 1876 wurde die Viertelsäule renoviert, es folgten 1970 und 1997 zwei weitere Restaurierungen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ampass – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Flächennutzung der Gemeinde Ampass nach Berechnung der Corine Landbedeckung. Tirol Atlas, abgerufen am 8. Mai 2015.
  2. a b Geschichte Tirols: Ampass. Abgerufen am 19. Mai 2013.
  3. Gemeinde Ampass: Ampass. Folder. Mit Übersicht Aus der Geschichte. (online).
  4. Gemeinde Ampass. wahlen.tirol.gv.at. Abgerufen am 8. Mai 2016.
  5. Eintrag Ampass. tirolatlas.uibk.ac.at. Abgerufen am 19. Mai 2013.
  6. Michael Unterwurzacher: Im Reich des Patscherkofel. 2009, ISBN 978-3-8391-0419-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 17. März 2013]).
  7. Für romantische Hochzeiten, Eintrag Ampass. innsbruck.info. Abgerufen am 19. Mai 2013.