Unterperfuss

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Unterperfuss
Wappen Österreichkarte
Wappen von Unterperfuss
Unterperfuss (Österreich)
Unterperfuss
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck-Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 2,24 km²
Koordinaten: 47° 16′ N, 11° 16′ OKoordinaten: 47° 15′ 35″ N, 11° 15′ 32″ O
Höhe: 596 m ü. A.
Einwohner: 230 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 103 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6178
Vorwahl: 05232
Gemeindekennziffer: 7 03 61
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Hnr. 13
6178 Unterperfuss
Politik
Bürgermeister: Georg Hörtnagl
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(11 Mitglieder)

4 ÖVP – Liste Unterperfuss – Bürgerliste, 5 Dorfliste – Bürgermeister Norz Martin, 1 Wir Unterperfer, 1 Unterperfuss Aktiv

Lage von Unterperfuss im Bezirk Innsbruck-Land
AbsamAldransAmpassAxamsBaumkirchenBirgitzEllbögenFlaurlingFritzensFulpmesGnadenwaldGötzensGries am BrennerGries im SellrainGrinzensGschnitzHall in TirolHattingInzingKematenInnsbruckKolsassKolsassbergLansLeutaschMatrei am BrennerMiedersMilsMühlbachlMuttersNattersNavisNeustift im StubaitalOberhofen im InntalObernberg am BrennerOberperfussPatschPettnauPfaffenhofenPfonsPolling in TirolRanggenReith bei SeefeldRinnRumSt. Sigmund im SellrainScharnitzSchmirnSchönberg im StubaitalSeefeldSellrainSistransSteinach am BrennerTelfes im StubaiTelfsThaurTrinsTulfesUnterperfussValsVölsVoldersWattenbergWattensWildermiemingZirlTirolLage der Gemeinde Unterperfuss im Bezirk Innsbruck-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Unterperfuss.jpg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Unterperfuss ist eine Gemeinde mit 230 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Bezirk Innsbruck-Land in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Telfs.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterperfuss liegt im Inntal, etwa 15 km westlich von Innsbruck, gegenüber von Zirl. Mit zwei Quadratkilometer Fläche und rund 200 Einwohnern ist es eine der kleinsten Gemeinden Tirols. Die Gemeindegrenzen sind im Norden gebildet durch den Inn und im Osten durch die vom Sellraintal hier mündende Melach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zirl
Ranggen Nachbargemeinden Kematen
Oberperfuss Grinzens

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1312 im Inntaler Steuerbuch als „Niederpervens“. Die Bezeichnung „Unterperfuss“ erscheint erstmals 1453 in einer Urkunde, verwahrt im Tiroler Landesarchiv.[1]

Im Kataster des Gerichtes Hörtenberg gehörte Unterperfuss 1625 gemeinsam mit Ranggen zum Steuergemeindeverband Oberperfuss.

Eine der hl. Katarina geweihte Kapelle wird urkundlich 1648 erwähnt. Der spätbarocke Neubau der Filialkirche erfolgte 1761.

Unterperfuss wird im Jahr 1780 eine eigene Steuergemeinde. Im damaligen Kataster werden elf Häuser aufgeführt, davon zehn Landwirtschaftsbetriebe, die dem Kloster Stams unterstanden. Außerdem gab es zwei Mühlen und eine Säge. Als Gemeindeeigentum werden Wälder genannt, die für Wasserschutzbauten an Inn und Melach reserviert waren. Die damaligen Familiennamen lauteten Härtnagl, Mayr, Maizner, Wolf, Schiz, Hofer, Schaffenrath, Klaisner, Pranger und Fiz.

Politisch gehörte Unterperfuss 1840 noch zu Oberperfuss. Es bestand damals aus 12 Häusern und 107 Bewohnern. Pfarrlich versorgt wurde Unterperfuss von Kematen, ebenso befand sich dort die Schule.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Unterperfuss
Katholische Filialkirche hl. Katharina

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Unterperfuss
  • Barocke Filialkirche zur heiligen Katharina, erbaut 1761 von Franz Singer, Entwurf Johann Michael Umhauser zugeschrieben. Qualitätvolle Fresken von Anton Kirchebner. Rokokoeinrichtung.[3]
  • Naturdenkmal Eichen an der Melach (ID ND_3_72)

Freizeit und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über zahlreiche Einrichtungen für den Reitsport.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 gab es 133 Arbeitsplätze in Unterperfuss, fünf in der Landwirtschaft, keinen im Produktionssektor und 128 im Dienstleistungssektor. Mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen arbeiteten in sozialen und öffentlichen Diensten, zwanzig im Bereich Beherbergung und Gastronomie und fünfzehn im Handel.[4]

Berufspendler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 73 Erwerbstätigen, die 2011 in Unterperfuss lebten, arbeitete ein Drittel in der Gemeinde, zwei Drittel pendelten aus. Aus der Umgebung pendelten 110 Menschen zur Arbeit nach Unterperfuss.[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eisenbahn: Durch das Gemeindegebiet verläuft die Arlbergbahn. Der nächste Bahnhof ist drei Kilometer entfernt in Zirl.[6]
  • Straße: Die Autobahnauffahrt Zirl Ost der Inntal Autobahn A12 befindet sich im Nordosten auf Gemeindegebiet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen am 28. Februar 2016 statt.[7]

Partei 2016[8] 2010[9] 2004[10]
Prozent Stimmen Sitze % Stimmen Sitze % Stimmen Sitze
Dorfliste Bürgermeister Norz Martin 39,55 53 5
ÖVP Liste Unterperfuss – Bürgerliste 32,84 44 4 48,32 72 5 43,90 54 5
style="text-align:left"|Wir Unterperfer 14,93 20 1
Unterperfuss Aktiv 12,69 17 1
ÖVP – Dorfliste 27,52 41 3 31,71 39 3
SPÖ – Allgemeine Liste Unterperfuss 24,16 36 3 24,39 30 3

1) Die Partei trat 2010 und 2004 unter dem Namen „ÖVP Liste Unterperfuss - Bürgermeisterliste“ an.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Hörtnagl wurde 2016 zum Bürgermeister gewählt.[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Das Wappen ist in Silber und Blau durch Kurvenschnitt geteilt. In Silber liegt das achtspeichige rotes Rad links.

Die blaue Woge symbolisiert den Inn, das rotes Wasserrad steht für die Pfarrpatronin, die Hl. Katharina.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Unterperfuss – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Anreiter, Christian Chapman, Gerhard Rampl: Die Gemeindenamen Tirols. Herkunft und Bedeutung. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009. ISBN 978-3-7030-0449-0
  2. a b Gemeindechronik. Gemeinde Unterperfuss, abgerufen am 25. Januar 2021 (österreichisches Deutsch).
  3. Gertraud Pfaundler-Spat: Tirol-Lexikon. Studienverlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2005. ISBN 3-7065-4210-2
  4. Ein Blick auf die Gemeinde Unterperfuss, Erwerbstätige am Arbeitsort. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 25. Januar 2021.
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Unterperfuss, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 25. Januar 2021.
  6. Entfernungsrechner - Entfernung berechnen und darstellen. Abgerufen am 25. Januar 2021 (deutsch).
  7. https://wahlen.tirol.gv.at/gemeinderats_und_buergermeisterwahlen_2016/gemeinden/unterperfuss.html
  8. Wahlen 2016. Land Tirol, abgerufen am 10. Oktober 2021.
  9. Wahlen 2010. Land Tirol, abgerufen am 10. Oktober 2021.
  10. Wahlen 2004. Land Tirol, abgerufen am 10. Oktober 2021.
  11. Gemeinderat. Gemeinde Unterperfuss, abgerufen am 10. Oktober 2021 (österreichisches Deutsch).