Rum (Tirol)

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Rum
Wappen von Rum
Rum (Tirol) (Österreich)
Rum (Tirol)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck-Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 8,56 km²
Koordinaten: 47° 17′ N, 11° 27′ OKoordinaten: 47° 17′ 14″ N, 11° 27′ 29″ O
Höhe: 621 m ü. A.
Einwohner: 9.048 (1. Jän. 2016)
Postleitzahl: 6063
Vorwahl: 0512
Gemeindekennziffer: 7 03 46
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
6063 Rum
Website: www.rum.gv.at
Politik
Bürgermeister: Edgar Kopp (SPÖ)
Gemeinderat: (2016)
(19 Mitglieder)
9
5
2
2
1
Von 19 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Rum im Bezirk Innsbruck-Land
Absam Aldrans Ampass Axams Baumkirchen Birgitz Ellbögen Flaurling Fritzens Fulpmes Gnadenwald Götzens Gries am Brenner Gries im Sellrain Grinzens Gschnitz Hall in Tirol Hatting Inzing Kematen Innsbruck Kolsass Kolsassberg Lans Leutasch Matrei am Brenner Mieders Mils Mühlbachl Mutters Natters Navis Neustift im Stubaital Oberhofen im Inntal Obernberg am Brenner Oberperfuss Patsch Pettnau Pfaffenhofen Pfons Polling in Tirol Ranggen Reith bei Seefeld Rinn Rum St. Sigmund im Sellrain Scharnitz Schmirn Schönberg im Stubaital Seefeld Sellrain Sistrans Steinach am Brenner Telfes im Stubai Telfs Thaur Trins Tulfes Unterperfuss Vals Völs Volders Wattenberg Wattens Wildermieming Zirl TirolLage der Gemeinde Rum (Tirol) im Bezirk Innsbruck-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Rum von Nordwesten
Rum von Nordwesten
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Der ursprüngliche Gasthof Altwirt wurde 2005 als Gemeindeamt adaptiert.
Die Marienkapelle in Rum

Rum ist eine Marktgemeinde (seit 1987) im Bezirk Innsbruck Land des Bundeslandes Tirol in Österreich auf 622 m ü. A. mit 9048 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) auf 8,56 km² Gemeindegebiet. Sie liegt am Südhang der Nordkette an der Dörferstraße nach Hall in Tirol und grenzt westlich an Innsbruck. Rum ist eines der MARTHA-Dörfer und liegt im Gerichtsbezirk Hall in Tirol.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Rum befindet sich nordöstlich von Innsbruck. In näherer Umgebung liegen die Nachbargemeinden Thaur, Hall in Tirol. Noch weiter östlich befinden sich Absam und Mils, im Süden ist die Gemeinde Ampass gelegen. Im Norden setzt ein Waldgebiet an Rum an.

Durch die Nähe zur Landeshauptstadt Innsbruck ist Rum in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg einem großen Siedlungsdruck unterworfen. Der Ortskern mit der gotischen Pfarrkirche liegt am Hang, an einem Schwemmkegel einer Mure. Der Ortsteil Neu-Rum liegt südlich der Bundesstraße nach Hall mit einem ab den 1970er Jahren erbauten Wohngebiet, das westlich direkt an den Innsbrucker Stadtteil Olympisches Dorf grenzt, und einem ausgedehnten Industrie- und Gewerbegebiet (Handelsbetriebe). Dies macht Rum zu einer der reichsten Gemeinden Tirols. Der Ortsteil Hoch-Rum liegt oberhalb des alten Ortskerns und hat neben einem ab 1955 ausgebauten Wohngebiet eine Privatklinik vorzuweisen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus einer einzigen gleichnamigen Katastralgemeinde bzw. Ortschaft. Ortsteile sind: Canisiusbrünnl (Rotte), Garneid (Zerstreute Häuser) und Neu-Rum (Dorf). Neu-Rum ist inzwischen der größte Ortsteil mit 5522 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015[1]).

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innsbruck
Innsbruck Nachbargemeinden Thaur
Innsbruck Ampass

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Anzeichen einer Besiedlung der Rumer Umgebung liegen schon aus der Zeit der Frühantike vor; so wird die damalige terrassenartige Anlegung der Ackerbaugebiete auf die vorrömische Zeit vermutet. Eine erste urkundliche Erwähnung als „Rumne“ liegt von 1152–1158 in Form einer Traditionsnotiz aus dem Kloster Polling vor.[2] 1313 wurde der Ort als eigenständiges Dorf genannt. Im Jahre 1337 war zum ersten Mal von einer kleinen Kirche die Rede. Im Zeitraum von 1460 bis 1480 wurde in Rum eine neue, gotische Kirche errichtet.

1611/12 wütete im Innsbrucker Land eine Pestepidemie, die allerdings nicht signifikant die Sterbezahlen erhöhte. Von 1729 ist ein großer Murgang bekannt, ebenso wie aus den Jahren 1769, 1770, 1788, 1875, 1894 und 1905. Im Jahr 1765 wurde die Dorfkirche barockisiert, 1775 wurde in Rum der erste Unterricht erteilt. Dieser fand zunächst in den Häusern der Bauern statt, ein eigenes Schulhaus wurde erst 1818 erbaut. 1826 erhielt Rum einen eigenen Seelsorger, zwischen 1862 und 1865 wurde die Kirche erneut restauriert und erweitert.

Infolge des Ersten Weltkrieges starben 23 Rumer, es brachen Notzeiten über den Ort herein. Ein Wünschelrutengänger vermutete um 1920 ein Kohlevorkommen unterhalb des Gemeindegebiets. Eine Bohrung förderte jedoch keine Kohle zutage, dafür aber die bis zu zwanzig Meter hohe Wasserfontäne einer artesischen Quelle, die unter schweren Umständen wieder verschlossen werden musste.

Im Zweiten Weltkrieg mussten 91 Männer ihr Leben lassen. 1938 wurde am Westende Rums ein Militärlager errichtet, das im Mai 1945 in US-amerikanische Hand kam und ab August von der französischen Besatzung als Kriegsgefangenenlager benutzt wurde. Das zwischen 1953 und 1955 wieder von den US-Amerikanern benutzte Lager kam September 1955 in österreichischen Besitz.

1940 erhielt Rum ein Pfarrvikariat und wurde 1948 eine eigene Pfarrei. In den Jahren 1966 und 1967 wurde die Kirche wieder in eine barockartige Form gebracht.

In dieser Zeit begann auch die Bebauung bisher wegen der Murengefahren unbesiedelten Landes. Die Nähe zu Innsbruck befeuert den ohnehin schon großen Bevölkerungszuwachs, sodass ein komplett neuer Ortsteil, nämlich Neu-Rum, entstand, für den ein ebenfalls neues infrastrukturelles System entwickelt werden musste. 1976 entstand dort eine eigene Kirchengemeinde, die bereits 1988 Sitz einer neu gegründeten Ortsteilpfarrei wurde. 1987 erhielt Rum den Status einer Marktgemeinde.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herkunft des Ortsnamens von Rum (bzw. dem früheren Rumne und dem alternativen Rumb) ist nicht abschließend geklärt. Als möglich gilt ein Zusammenhang mit dem Mureneinzugsgebiet, in dem Rum liegt. Eine plausible Erklärung läge im indogermanischen Wort reup, das für zerreißen oder Abbruch steht, also im weitesten Sinne für reißendes, wild fließendes Wasser. Weitere Lösungsansätze werden im Rätischen und Etruskischen vermutet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größten Steigerungen der Einwohnerzahlen hängen mit den Olympischen Winterspielen 1964 und 1976 zusammen, Zu diesen Anlässen wurde das Olympisches Dorf gebaut bzw. erweitert.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2016 [3]
Wahlbeteiligung: 66.36 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
43,77 %
(-11,19 %p)
24,36 %
(-1,11 %p)
10,72 %
(+0,17 %p)
10,83 %
(+5,05 %p)
1,77 %
(n. k.)
8,54 %
(n. k.)
2010

2016

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Der Gemeinderat besteht aus 19 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2016 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:[4]

  • 9 BGM-SP: Bürgermeister Edgar Kopp, SP Rum und Parteifreie
  • 5 VP: Zukunft Rum - Team Saurwein - VP
  • 2 GRÜNE: GRÜNE für Rum
  • 2 FPÖ: Freiheitliche und Freie Liste Rum (FPÖ/FFL)
  • 1 das neue RUM - Team Josef Karbon

Die Liste ZF - ZukunftsfoRum - Team Patrick Kugler erreichte nicht genug Stimmen um ein Mandat zu erhalten.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister Rums ist Edgar Kopp von der Liste Bürgermeister Edgar Kopp, SP Rum und Parteifreie. Bei der Bürgermeisterwahl 2010 konnte er sich mit 62,33 % der Stimmen gegen seine Konkurrenten Dietmar Huber (28,19 %) von der ÖVP RUM und Parteifreie und Ingrid Felipe Saint Hilaire (9,48 %) von den Grünen für Rum durchsetzen.[5] 2016 wurde Kopp mit 2244 Stimmen / 50,73 % wiedergewählt.

Vizebürgermeister sind Romed Giner (Bürgermeisterliste Edgar Kopp) und Franz Saurwein (Zukunft Rum - Team Saurwein - VP).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen at rum.png

Die Blasonierung des Rumer Wappens lautet:

„In Blau drei silberne in der Mitte durch je zwei Schrägstufen vertiefte Balken.“

Die Schrägstufen sollen die Sperren als Teil der Rumer Murenabwehr darstellen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortsgebiet von Rum geht nahtlos ins Innsbrucker Stadtgebiet über, wird auch unter anderem von den Innsbrucker Kommunal- und Verkehrsbetrieben versorgt und ist daher funktionell längst schon ein Stadtteil Innsbrucks geworden. Bemühungen zur Eingemeindung sind jedoch bisher erfolglos verlaufen.

Rum ist über die Linien  S1 ,  S2  und  S3  der S-Bahn Tirol an die Landeshauptstadt angebunden. Im Süden erstrecken sich die Tiroler Straße B 171 sowie die Inntal Autobahn A 12 und damit die Europastraßen E 45 und E 60. Durch den Flughafen Innsbruck existiert auch eine fast unmittelbare Fluganbindung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Rum

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Händl (* 17. September 1969 in Rum), österreichischer Schriftsteller und Filmregisseur
  • Wilhelm Denifl (* 10. November 1980 in Rum), österreichischer Nordischer Kombinierer
  • Andreas Pichler (* 10. Mai 1981 in Rum), österreichischer Jazzmusiker
  • Matthias Pichler (* 10. Mai 1981 in Rum), österreichischer Jazzmusiker
  • Nina Hartmann (* 27. November 1981 in Rum), österreichische Schauspielerin und Kabarettistin
  • Andreas Heiß (* 18. April 1983 in Rum), österreichischer Fußballschiedsrichter
  • Katharina Straßer (* 1984 in Rum), österreichische Schauspielerin
  • Christina Hengster (* 4. Februar 1986 in Rum), österreichische Bobsportlerin
  • Patricia Mayr (* 8. November 1986 in Rum), österreichische Tennisspielerin
  • Clemens Walch (* 10. Juli 1987 in Rum), österreichischer Fußballprofi
  • Fabian Koch (* 24. Juni 1989 in Rum), österreichischer Fußballprofi
  • Olivia Peter (* 23. September 1985 in Rum), österreichische Radiomoderatorin bei Ö3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2015 nach Zählsprengel (Gebietsstand 1.5.2015) (Excel-Datei, 421 KB), abgerufen am 29. Juli 2015
  2. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 2: 1140–1200. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 77–78 Nr. 472.
  3. https://wahlen.tirol.gv.at/gemeinderats_und_buergermeisterwahlen_2016/gemeinden/rum.html
  4. https://wahlen.tirol.gv.at/gemeinderats_und_buergermeisterwahlen_2016/gemeinden/rum.html
  5. Ergebnisse der Bürgermeisterwahl 2010 in Rum