Kematen in Tirol

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Kematen in Tirol
Wappen Österreichkarte
Wappen von Kematen in Tirol
Kematen in Tirol (Österreich)
Kematen in Tirol
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck-Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 6,99 km²
Koordinaten: 47° 15′ N, 11° 16′ OKoordinaten: 47° 15′ 15″ N, 11° 16′ 20″ O
Höhe: 610 m ü. A.
Einwohner: 3.014 (1. Jän. 2021)
Postleitzahl: 6175
Vorwahl: 05232
Gemeindekennziffer: 7 03 20
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Dorfplatz 1
6175 Kematen in Tirol
Website: www.kematenintirol.at
Politik
Bürgermeister: Rudolf Häusler
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(15 Mitglieder)
9
4
1
1
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Kematen in Tirol im Bezirk Innsbruck-Land
AbsamAldransAmpassAxamsBaumkirchenBirgitzEllbögenFlaurlingFritzensFulpmesGnadenwaldGötzensGries am BrennerGries im SellrainGrinzensGschnitzHall in TirolHattingInzingKematenInnsbruckKolsassKolsassbergLansLeutaschMatrei am BrennerMiedersMilsMühlbachlMuttersNattersNavisNeustift im StubaitalOberhofen im InntalObernberg am BrennerOberperfussPatschPettnauPfaffenhofenPfonsPolling in TirolRanggenReith bei SeefeldRinnRumSt. Sigmund im SellrainScharnitzSchmirnSchönberg im StubaitalSeefeldSellrainSistransSteinach am BrennerTelfes im StubaiTelfsThaurTrinsTulfesUnterperfussValsVölsVoldersWattenbergWattensWildermiemingZirlTirolLage der Gemeinde Kematen in Tirol im Bezirk Innsbruck-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Kematen von Westen
Kematen von Westen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Kematen, hinten Martinswand in Zirl

Kematen in Tirol ist eine Gemeinde mit 3014 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Bezirk Innsbruck-Land in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Innsbruck.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kematen liegt im Inntal, an der Mündung der Melach (aus dem Sellraintal) in den Inn. Das Gemeindegebiet liegt hauptsächlich auf dem Schwemmkegel der Melach südlich des Inns. Inn und Melach bilden die nördliche und westliche Gemeindegrenze. Hier liegt die geografische (weniger die kulturelle) Grenze zwischen Oberinntal und Unterinntal.

Im östlich des Hauptortes etwas abseits gelegenen Ortsteil Afling ist der alte Baubestand fast vollständig erhalten.

Die Gemeinde hat eine Fläche von 6,99 Quadratkilometer. Davon sind 57 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche und 20 Prozent Wald.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2021[2]):

  • Afling (103)
  • Kematen in Tirol (2911)

Die Gemeinde besteht aus der einzigen Katastralgemeinde Kematen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zirl
Unterperfuss Nachbargemeinden Völs
Grinzens Axams Birgitz

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansitz Burghof, erstmals 1242 als „castrum Chemenaten“ erwähnt

Der Ortsname Kematen geht wahrscheinlich auf lat. „Caminata“ zurück, was „geheiztes Gemach“ bedeutet. Erstmals urkundlich wird der Ort um 1143 als „Kemenatin“ in Aufzeichnungen des von den Grafen von Dießen-Andechs begründeten Stifts Dießen genannt.[3] Auch das Stift Wilten war in Kematen begütert.

Einer scherzhaften Deutung nach soll der Ortsname Kematen von einem Ausspruch Maximilian I. stammen, als er sich in der nahe gelegenen Martinswand verstiegen hatte, und auf Rettung hoffte: Wenn sie decht lei kematen (= kommen würden).

In Kematen ist, mit Ausnahme des Kellergewölbes des alten Widums, kein Gebäude älter als 300 Jahre, da 1703 die aus Innsbruck vertriebenen Bayern im Zuge des Spanischen Erbfolgekrieges (siehe auch Bayrischer Rummel) das Gebiet um Kematen und Zirl plünderten und brandschatzten.

In der NS-Zeit wurden bis zu 2.000 Zwangsarbeiter in Kematen beschäftigt, meistens für Messerschmitt GmbH unter SA- und NS-Mitglied Walter Waizer, der 1947 wegen Hochverrat verurteilt wurde.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Kematen in Tirol

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kematen in Tirol
  • Katholische Pfarrkirche Kematen in Tirol Hll. Viktor und Maria Magdalena: Die Pfarrkirche stammt im Kern aus dem 13.–14. Jahrhundert, wurde um 1750 barockisiert und erhielt 1872 eine neue Ausstattung.
  • Frei stehende Kornkästen, die im 14. Jahrhundert zur Aufbewahrung des Zehent errichtet wurden, sind noch vorhanden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großbäckerei Ruetz in Kematen

Kematen fungiert auch als Wohnvorort der östlich gelegenen Landeshauptstadt Innsbruck.

Wirtschaftlich bedeutend ist neben verschiedenen Gewerbebetrieben, die vorwiegend in Bahnhofsnähe angesiedelt sind, eine Großbäckerei (Bäcker Ruetz). Ferner siedelt hier noch der Kosmetikproduzent TUNAP Cosmetics (früher: Kemacos Full Filling Service), der sich als universeller Auftragshersteller von Private-Label-Produkten versteht.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Kematen

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Kematen befand sich bis 2020 eine Höhere Lehranstalt für Hauswirtschaft und Landwirtschaft.[5] Derzeit befinden sich eine Volksschule, eine Mittelschule, eine Polytechnische Schule und eine Landesmusikschule in der Gemeinde (Stand 2021).[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Gemeinderat werden 15 Mandatarte gewählt.

Partei 2016[7] 2010[8]
% Mandate % Mandate
Unser Kematen (ÖVP) 57,62 9 45,49
Gemeinsam Unabhängig für Kematen 24,81 4
Grüne Kematen 8,87 1
Sozialdemokratische Partei Österreich Kematen – SPÖ – Kematen 8,70 1 13,82
Gemeinsam für Kematen 20,05
Liste Unabhängiges Kematen – Martin Schaffenrath 12,07
Bürgerliste Kematen 2000 – Hugo Weger 5,58
Frauenliste Kematen 2,99

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen am 28. Februar 2016 statt.[9] Dabei wurde Rudolf Häusler zum zweiten Mal zum Bürgermeister gewählt.[10][8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Einen von Rot und Silber gespaltenen Schild, in welchem in verwechselten Farben zwei gegeneinander gekehrte und nach außen gekrümmte Widderhörner dargestellt sind.[11]

Das Gemeindewappen wurde 1971 von der Tiroler Landesregierung verliehen. Es ist ursprünglich das Wappen der Herren von Liebenberg, die im Mittelalter den Ansitz Burghof innehatten.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kematen in Tirol – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Kematen in Tirol, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 2. Oktober 2021.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  3. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 2: 1140–1200. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 28, Nr. 406.
  4. Kematen Forced Labour Camp (Messerschmitt Tunnels) / Frank Falla Archive
  5. HBLFA Tirol: Eine Bank als Erinnerung an Kematen. meinbezirk.at, abgerufen am 22. Juli 2021.
  6. Bildung. In: Gemeinde Kematen in Tirol. Abgerufen am 22. Juli 2021 (deutsch).
  7. Gemeinderatswahlergebnis 2016. Land Tirol, abgerufen am 2. Oktober 2021.
  8. a b Gemeinderatswahlergebnis 2010. Land Tirol, abgerufen am 2. Oktober 2021.
  9. [1] tirol Unser Land
  10. Bürgermeister. Gemeinde Kematen in Tirol, abgerufen am 2. Oktober 2021 (deutsch).
  11. Landesgesetzblatt für Tirol, Nr. 6/1971. (Digitalisat)
  12. Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4, S. 20.