Inzing

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Inzing
Wappen Österreichkarte
Wappen von Inzing
Inzing (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck-Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 19,37 km²
Koordinaten: 47° 16′ N, 11° 12′ OKoordinaten: 47° 16′ 20″ N, 11° 12′ 0″ O
Höhe: 616 m ü. A.
Einwohner: 3.994 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 206 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6401
Vorwahl: 05238
Gemeindekennziffer: 7 03 19
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Kohlstatt 2
6401 Inzing
Website: www.inzing.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Josef Walch (Aktives Inzing )
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(15 Mitglieder)
  • 5 Aktives Inzing mit Sepp Walch
  • 2 Jugend Umwelt Familie – JUF
  • 2 Wir für Euch
  • 2 FÜR INZING mit Michael Hurmann – FI
  • 2 Team Armin Saxl – Inzinger SozialdemokratInnen und Parteifreie
  • 1 FPÖ-Inzing – FPÖ
  • 1 FÜR UNSER DORF
Lage von Inzing im Bezirk Innsbruck-Land
AbsamAldransAmpassAxamsBaumkirchenBirgitzEllbögenFlaurlingFritzensFulpmesGnadenwaldGötzensGries am BrennerGries im SellrainGrinzensGschnitzHall in TirolHattingInzingKematenInnsbruckKolsassKolsassbergLansLeutaschMatrei am BrennerMiedersMilsMuttersNattersNavisNeustift im StubaitalOberhofen im InntalObernberg am BrennerOberperfussPatschPettnauPfaffenhofenPolling in TirolRanggenReith bei SeefeldRinnRumSt. Sigmund im SellrainScharnitzSchmirnSchönberg im StubaitalSeefeldSellrainSistransSteinach am BrennerTelfes im StubaiTelfsThaurTrinsTulfesUnterperfussValsVölsVoldersWattenbergWattensWildermiemingZirlTirolLage der Gemeinde Inzing im Bezirk Innsbruck-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Inzing von Süden
Inzing von Süden
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Inzing ist eine Gemeinde mit 3994 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022) im Bezirk Innsbruck-Land in Tirol (Österreich). Die Gemeinde ist Mitglied im Klimabündnis Tirol und liegt im Gerichtsbezirk Telfs.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inzing liegt im Inntal zwischen Innsbruck bzw. Zirl im Osten und Telfs bzw. Hatting im Westen. Südlich des Dorfes ragt das Rangger Köpfl empor, nördlich der Zirler Berg. Der höchstgelegene Punkt der Gemeinde befindet sich am Gipfel der Peiderspitze auf 2808 m ü. A. in den nördlichen Sellrainer Bergen (Stubaier Alpen).

Inzing befindet sich am Südufer des Inns, der tiefste Punkt der Gemeinde liegt am Innufer auf 598 m ü. A. Südlich im Gebirge liegt der Hundstalsee auf 2289 m ü. A., welcher über den Seebach und Enterbach in den Inn entwässert.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Inzing gehören sieben Weiler:

  • Eben
  • Schindeltal
  • Mühltal
  • Toblaten
  • Hof
  • Gigglberg
  • Wires

Die Gemeinde besteht neben dem Haufendorf am Schwemmkegel des Enterbachs noch aus verschiedenen bergbäuerlich geprägten Dörfern und Rotten am Inzingerberg, dem Ausläufer der Mittelgebirgsterrasse nach Westen hin.

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sechs Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2022[1]):

  • Eben (75)
  • Hof (37)
  • Inzing (3723)
  • Moos (0)
  • Schindeltal (54)
  • Toblaten (105)

Die Gemeinde besteht aus der einzigen Katastralgemeinde Inzing.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Inzing 1034 in den Traditionen des Hochstifts Freising[2]: quicquid proprietatis … in loco Inigozingo curtifera III. Es ist jedoch nicht gesichert, dass es sich bei dieser Erwähnung tatsächlich um Inzing handelt und nicht vielmehr um gleichnamige Örtlichkeiten in Oberösterreich (GB Peuerbach und GB Perg) oder Bayern (Lkr. Passau).[3] Lauthistorisch wäre eine Entwicklung von Inigozingo zu Inzing eher unwahrscheinlich. Die erste wirklich sichere Nennung findet sich in der Urkunde der Abtei St. Georgenberg mit Incingen im Jahr 1283[4].

Die barocke Pfarrkirche weist spätbarocke Fresken auf.

Schon früh erbauten die Ritter von Eben (Ortsteil) – der genaue Zeitpunkt ist unbekannt – im Dorf oberhalb der Kirche einen Wohnturm, den die Inzinger heute allgemein mit „Schlößl“ bezeichnen. Dieses spätgotische „Schlößl“ wurde um 1920 im Stil des Historismus umgebaut. Die Wappenmotive der Ritter von Eben finden sich noch heute im Wappen der Gemeinde Inzing wieder.

Erwähnt wurde Inzing auch in der Italienischen Reise von Johann Wolfgang von Goethe (1786).

Die Gemeinde Hatting wurde 1974 Inzing angeschlossen und 1993 wieder als eigene Gemeinde abgetrennt.

Inzing wurde in der Vergangenheit von mehreren großen Muren heimgesucht. Bei der letzten im Jahr 1969 kamen drei Menschen ums Leben.[5]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Inzing

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat insgesamt 15 Sitze. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2022 hat der Gemeinderat folgende Verteilung:

  • 5 Aktives Inzing mit Bürgermeister Sepp Walch – AI
  • 4 Jugend Umwelt Familie – JUF
  • 2 Zukunft Inzing – Parteiunabhängige mit Inzinger SozialdemokratInnen – ZUKUNFT
  • 1 FÜR INZING mit Michael Hurmann – FI
  • 1 AAB Inzing – Klaus Kirchmair – AAB
  • 1 FÜR UNSER DORF – FUD
  • 1 MFG Menschen Freiheit Grundrechte – MFG
Bürgermeister
  • bis 2016 Kurt Heel (Aktives Inzing)
  • seit 2016 Josef Walch (Aktives Inzing)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In schwarzem Schild rechts vier Spitzen rot-weiß wechselnd und links oben ein goldenes Dreizackeisen.[6]

Das Gemeindewappen wurde 1966 verliehen. Der Dreizack stammt aus dem Wappen der 1451 ausgestorbenen Herren von Eben, deren Stammburg am Inzingerberg stand. Die Spitzen in den Tiroler Landesfarben erinnern daran, dass sich die Inzinger Schützen im Freiheitskampf 1809 besonders auszeichneten und eine französische Standarte eroberten.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulgebäude der Gemeinde Inzing
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Inzing

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Industrie ist durch das Industriegebiet am östlichen Ortsrand geprägt. Neben klein- und mittelständischen Unternehmen haben auch einige Konzerne Zweigstellen bzw. Niederlassungen in Inzing (z. B. DHL, Caterpillar, Scania, Stiegl).

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußballplatz Inzing

Inzing verfügt über ein reges Vereinsleben. Im Sport können Inzinger Vereine zahlreiche Erfolge vorweisen. Die beiden Hauptvereine sind der Allgemeine Sportverein Inzing (ASVI) mit den Sektionen Leichtathletik, Radfahren und Schi und die Sportunion Inzing mit den Sektionen Damengymnastik, Stocksport, Hänge- und Paragleiten, Fußball, Rodeln, Tennis, Tischtennis und Volleyball.

Neben diesen beiden Hauptvereinen gibt es noch den Ringsportclub Inzing (RSCI), den Billardclub Inzing und den Modellbauclub Inzing – MBCI (Modellflugsport) als unabhängige Vereine. In den Sportarten Volleyball, Ringen und Billard ist Inzing überregional vertreten. Die Sektion inzingvolley der SU spielt in der zweiten österreichischen Bundesliga Damen. Der Ring-Sport-Club Inzing (RSCI) kämpft in der ersten österreichischen Liga.

Außerdem verfügt Inzing über eine Naturrodelbahn (Ginzes-Eben) und war Austragungsort der Naturbahnrodel-Weltmeisterschaft 1979.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsmäßig ist Inzing über die Inntalautobahn A 12 mit der Ausfahrt Zirl-West und über die Arlbergbahn mit einer Haltestelle der Linie S-Bahn Tirol / S-Bahn Tirol an die S-Bahn Tirol angebunden. Züge verkehren im 30-Minuten-Takt über Innsbruck bis Fritzens-Wattens bzw. bis Telfs. Weiters verkehrt in den Wintermonaten ein Schibus zum nahe gelegenen Schigebiet Rangger Köpfl.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1900: Dr. Julius Riccabona, Präsident des Landeskulturrates
  • 1900: Dr. Josef Ramponi, K.K.Bezirkshauptmann
  • 1902: Dr. Paul Onestingel, Notar
  • 1912: Hw. Pfarrer Waibl
  • 1930: Geistl. Rat Pfarrer Jakob Schreier
  • 1930: Georg Hurmann, Bürgermeister
  • 1931: Hofrat H. Lechtaler, Bezirkshauptmann
  • 1931: Volksschuldirektor Johann Steiner
  • 1935: Med.Rat. Dr. Alois Hirschberger
  • 1958: Hermann Oberthanner, Kapellmeister
  • 1962: Prof. Dr. techn. Dipl.Ing. Gustav Markt
  • 1963: Volksschuldirektor OSR Franz Pisch
  • 1968: Josef Haslwanter, Bürgermeister
  • 1978: Thomas Walch, Dekan
  • 1978: Geistl. Rat Pfarrer Eugen Knabl
  • 1992: Kurt Schletterer, Bürgermeister
  • 2017: Kurt Heel, Bürgermeister 1992–2016

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Bezug zur Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nadine Beiler (* 1990), österreichische Soul- und Pop-Sängerin, die am 26. Jänner 2007 den 3. Starmania-Contest für sich entscheiden konnte, in Inzing aufgewachsen
  • Rainer Blatt (* 1952), deutsch-österreichischer Experimentalphysiker, wohnhaft in Inzing
  • Marina Gastl (* 1985), österreichische Ringerin, 9. Platz bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 im Ringen
  • Blasius Hueber (1735–1814), Landvermesser, in Inzing verstorben
  • Andi Knoll (* 1972), österreichischer Hörfunk- und Fernsehmoderator
  • Gabriele Kirchmair Silber und Bronzegewinnerin bei den 8. Olympischen Spielen für Körperbehinderte in Seoul / Südkorea
  • Hannelore Mariner, ehemalige österreichische Rennrodlerin, 1970 Europameisterin Rodel-Einsitzer
  • Sandra Mariner (* 1974), ehemalige österreichische Naturbahnrodlerin im Einsitzer
  • Wastl Mariner (1909–1989), österreichischer Alpinist und Pionier der Bergrettung
  • Ernst J. Schmidlechner (* 1958), Lyriker und Liedtexter

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Inzing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Inzing, in der Datenbank Geschichte Tirol des Vereines „fontes historiae – Quellen der Geschichte“
  • Dorfchronik Inzing

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2022 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2022) (ODS)
  2. Peter Anreiter: Die Frühnennungen der Nord- und Osttiroler Gemeindenamen (von den Anfängen bis 1500). Teil 4. Edition Praesens: Wien 2005
  3. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Band 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 329, Anh Nr. 19.
  4. Peter Anreiter: Die Frühnennungen der Nord- und Osttiroler Gemeindenamen (von den Anfängen bis 1500). Teil 2. Edition Praesens: Wien 2004
  5. https://pisch.at/Ernst/Dorfbuch.html
  6. Landesgesetzblatt für Tirol, Nr. 36/1966. (Digitalisat)
  7. Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4, S. 20.