British Sky Broadcasting

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British Sky Broadcasting Group plc
Sky logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN GB0001411924
Gründung 1990
Sitz London
Leitung Nicholas Ferguson (Chairman)
Jeremy Darroch (CEO)
Mitarbeiter 24.000 (2013)
Umsatz 7,235 Mrd. GBP (2013)
Branche Medien
Produkte BezahlfernsehenVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.sky.com
Eine Parabolantenne (Minidish) zum Empfang von Sky Digital
Die Entwicklungen des Sat-TVs

British Sky Broadcasting (kurz BSkyB) ist der größte Anbieter von Pay-TV in Großbritannien und Irland.

Geschichte[Bearbeiten]

Sky begann 1982 als Sky Channel, ein frei empfangbares paneuropäisches Fernsehprogramm aus den Niederlanden per Eutelsat1-F1 Satellit in ganz Europa übertragen wurde.[1] Zum damaligen Zeitpunkt besaß Sky keine Rundfunklizenz für Großbritannien. Sky Channel wurde seinerzeit in Westdeutschland in das Kabelfernsehnetz der Deutschen Bundespost eingespeist.

Im Februar 1989 wurde der Sender von Rupert Murdochs News Corporation übernommen und unter dem Namen Sky Television als eines der ersten direkt via Satellit empfangbaren Programme neu gestartet. Sky nutzte als einer der ersten Anbieter den neuen Astra-Satelliten auf 19,2° Ost zur Verbreitung von zunächst vier Programmen (Sky One, Sky News, Sky Movies und Eurosport).

Nach dem Scheitern des Konkurrenten British Satellite Broadcasting (1986 gegründet) fusionierten beide im November 1990 zum Unternehmen namens British Sky Broadcasting (BSkyB). Die Abstrahlung über die Marcopolo-Satelliten wurde zum 30. Dezember 1992 eingestellt, die Satelliten an Telenor bzw. Nordiska Satellitaktiebolaget weiterverkauft.

Mit dem Start weiterer Astra-Satelliten gelang es BSkyB ab 1991, sein Programm kontinuierlich auszubauen, in dem es mehrere neue Fernsehprogramme – beispielsweise The Movie Channel, Sky Movies Gold und Sky Sports – startete oder bestehende Fernsehprogramme wie The Children’s Channel oder Discovery Channel vertraglich als Pay-TV an sich binden konnte.

Mit dem Sky Multichannel Package schnürte die BSkyB im Sommer 1993 ein Pay-TV-Paket aus mehreren bisher über andere Satelliten oder nur über Kabel empfangbaren Fernsehsendern; so kamen unter anderem Bravo, Country Music Television, MTV Europe und Nickelodeon hinzu. Außerdem enthielt es Sky One, das vorher unverschlüsselt über Astra übertragen wurde. Weitere Sender folgten 1994/95 (Sky Sports 2, Sky Travel, Sky Soap, The History Channel, Disney Channel und andere)

Mit dem Start der Astra-2-Satelliten auf der neuen Orbitalposition 28,2° Ost im Jahr 1997 begann die BSkyB am 1. Dezember 1998 mit der Verbreitung ihres digitalen Fernsehbouquets Sky Digital mit mehr als 500 Fernseh- und Radioprogrammen. Zusätzlich konnten ab 2002 die Programme der BBC und von ITV empfangen werden, die seit 2004 bzw. 2006 ihre Programme unverschlüsselt digital über den Satelliten Astra 2D verbreiten, dessen Ausleuchtzone größtenteils auf die Britischen Inseln beschränkt ist. Dieses Paket beinhaltet auch weitere frei empfangbare Programme.

Außerdem betreibt die BSkyB seit 22. Mai 2006 einige HDTV-Kanäle und bietet seit 1998 einen EPG.

Frei empfangbare Programme (Auswahl)[Bearbeiten]

Nachrichten:

Musik:

  • B4U Music
  • BET
  • Bliss
  • Enlightenment
  • Capital TV
  • Channel AKA
  • Greatest Hits
  • Clubland TV
  • Dance Nation TV
  • Flava
  • Scuzz

Filme:

  • horror channel (Horror)
  • CBS Reality (Reality-TV)
  • CBS Action (Action)
  • CBS Drama (US-Serien)
  • movies4men 1–2
  • men&movies
  • True Movies 1–2

Anders als in Deutschland gibt es zu den meisten Filmsendern eine um 1 Stunde verschobene Timeshift-Version, erkennbar an einer Kennung, die auf „+1“ endet.

Die Nachrichtensender (außer CNC) werden auch unverschlüsselt über die Satellitenposition 19,2° Ost ausgestrahlt.

Eigentümer und gescheiterte Übernahme durch Rupert Murdoch[Bearbeiten]

Rupert Murdochs News Corporation, einst der alleinige Eigner von BSkyB, hält einen Anteil von 39,1 Prozent am Unternehmen. Murdochs Sohn James wurde 2003 CEO von BSkyB. Murdoch plante lange Zeit BSkyB wieder vollständig zu übernehmen, der einem Konsortium aus Managern gehört.[2] Kritiker befürchteten jedoch eine Ungleichheit in der britischen Medienlandschaft, sollte Murdoch nach den Zeitungen The Times, The Sunday Times, The Sun und News of the World auch in Besitz der Sky News kommen.[3] Die Verlage von u. a. The Guardian und The Daily Telegraph drohten mit rechtlichen Schritten, sollte der Fernsehsender übernommen werden. Im Zuge des News-International-Skandals und der Einstellung seiner Boulevardzeitung News of the World zog Murdoch Mitte Juli 2011 das Übernahmeangebot für BSkyB zurück.[2]

Technik[Bearbeiten]

Sky verwendet das Videoguard-Verschlüsselungssystem, welches von NDS – einer Tochterfirma der News Corporation – entwickelt wurde.

Um die Sender zu empfangen ist die spezielle Set Top Box Sky Digibox mit einer Smartcard nötig. Diese kann für einen einmaligen Betrag erworben werden. Offiziell ist diese Box nur für Einwohner von Großbritannien, der Republik Irland und Nordirland erhältlich.

Empfang[Bearbeiten]

Die Sender sind via Satellit und in einigen Kabelnetzen in Großbritannien und Irland zu empfangen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: British Sky Broadcasting – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ralph M. Negrine: Satellite broadcasting: the politics and implications of the new media, Routledge, 1988, ISBN 0-415-00109-9, S. 151 Online
  2. a b Wesel, Barbara: Murdoch gibt sich geschlagen bei tagesschau.de, 13. Juli 2011 (abgerufen am 13. Juli 2011).
  3. Burrell, Ian: Murdoch given time to prove his BSkyB. In: The Independent, 26. Januar 2011, S. 6.