Gamesa

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Gamesa Corporación Tecnológica S.A.

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1976
Auflösung 2017
Auflösungsgrund Fusion zu Siemens Gamesa
Sitz Zamudio, Spanien
Leitung Ignacio Martín (Vorstandsvorsitzender)
Mitarbeiterzahl 9.367 (2016)[1]
Umsatz 6,612 Mrd. Euro (2016)[1]
Branche Erneuerbare Energien
Stand: 21. Dezember 2017

Gamesa Corporación Tecnológica war ein börsennotierter Hersteller von Windkraftanlagen mit Sitz in Zamudio bei Bilbao in der nordspanischen Provinz Vizcaya. Neben Windkraftanlagen stellte Gamesa auch Photovoltaikanlagen und Solarparks her. Gemessen an der neu installierten Leistung von 3700 Megawatt war Gamesa im Jahr 2016 nach Vestas, GE Wind Energy und Goldwind weltweit der viertgrößte Hersteller bei Onshore-Windkraftanlagen[2] (2015: 3100 MW[3]). Im April 2017 ging das Unternehmen nach Fusion mit der Windenergiesparte von Siemens im neu gegründeten Unternehmen Siemens Gamesa auf.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gamesa Innovationspark in Navarra
Gamesa Innovationspark in Navarra

Das Unternehmen wurde 1976 als Grupo Auxiliar Metalúrgico, SA als Maschinenbauunternehmen gegründet; ab den frühen 1990er Jahren ist das Unternehmen als Zulieferer in der Luftfahrtindustrie und im Bau von Windenergieanlagen tätig.

Im Bereich der Windenergie war zunächst der dänische Windenergieanlagenhersteller Vestas Wind Systems als technischer Partner mit 40 % an Gamesa beteiligt.[5] Der Vertrag über die technische Zusammenarbeit beider Unternehmen sah vor, dass Gamesa das Angebot der Windenergieanlagen auf Spanien, Lateinamerika und Nordafrika begrenzt. Mit Zustimmung von Vestas durften Gamesa-Anlagen auch in anderen Regionen angeboten werden. Die Anlagen beider Unternehmen aus dieser Zeit waren technisch vergleichbar. Im Jahr 2001 verkaufte Vestas seinen Anteil an Gamesa für umgerechnet 287 Mio. Euro.[6] Der Verkauf sah außerdem einen Technologietransfer zugunsten Gamesa für die Anlagen G52, G58, G66 und G80 vor.

Im Jahr 2000 erfolgte der Börsengang und wenig später wurden die historischen Aktivitäten in der Luftfahrt- und Automobilzuliefertätigkeiten abgegeben. Die Aktivitäten von Gamesa bestanden von diesem Zeitpunkt an aus der Herstellung und Wartung von Windturbinen sowie der Entwicklung und dem Bau von Windparks.

Das Unternehmen war in den Ländern Spanien, Argentinien, Australien, Brasilien, China, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Mexiko, Polen, Portugal, Dominikanische Republik, Uruguay, Vereinigtes Königreich und in den Vereinigten Staaten tätig. Die deutsche Tochterfirma mit Sitz in Oldenburg firmierte unter Gamesa Energie Deutschland GmbH.

Gamesa war seit Dezember 2013 wieder Teil des Börsenindex IBEX 35.[7]

Am 9. März 2015 wurde die Zusammenarbeit von Gamesa und dem französischen Industriekonzern Areva im Windenergie-Offshore-Bereich bekannt.[8] Die Offshore-Windenergieanlagen beider Unternehmen wurden seitdem unter der Firma Adwen angeboten. Nach einer Entscheidung des Areva-Verwaltungsrats im September 2016 hat Areva seine Adwen-Anteile an Gamesa verkauft.[9] Die Adwen GmbH hat ihren Sitz in Bremerhaven und ist Nachfolgerin der AREVA Wind GmbH (davor: MULTIBRID GmbH).

Das spanische Energieversorgungsunternehmen Iberdrola hielt Anfang 2016 knapp 20 % an Gamesa. Im Juni 2016 wurde bekannt, dass sich Siemens und Gamesa grundsätzlich auf eine Fusion ihrer Windenergie-Geschäfte geeinigt haben. Abgeschlossen wurde die Fusion zwischen Siemens Wind Power und Gamesa zum 3. April 2017, indem Siemens 59 % der Geschäftsanteile an Gamesa erwarb. Mit Fusion wurde die Marke Siemens Gamesa Renewable Energy eingeführt.[10]

Der Hauptsitz und die Zentrale für die Onshore-Aktivitäten verblieben in Spanien. Die Offshore-Aktivitäten wurden an den bisher von Siemens Wind Power genutzten Standorten in Hamburg und Vejle gebündelt.

Anteilseigner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Fusion mit Siemens wurden die Gamesa-Anteile von folgenden Eignern gehalten:

Anteil Anteilseigner
59 % Siemens
8 % Iberdrola
33 % Streubesitz

Stand: 3. April 2017

Frühere Anlagetypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windenergieanlagen an Land (onshore)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis auf wenige Ausnahmen wurden Gamesa-Anlagen im Onshore-Bereich eingesetzt. Die Gamesa-Technologie setzt auf den Einsatz eines Getriebe in Verbindung mit einem doppelt gespeisten Asynchrongenerator.

Anlagentyp Nennleistung (kW) Rotordurchmesser (m)
G132-5.0MW 5000 132
G128-5.0MW 5000 128
G128-4.5MW 4500 128
G132-3.3MW 3300 132
G126-2.5MW 2500 126
G114-2.5MW 2500 114
G106-2.5MW 2500 106
G114-2.0MW 2000 114
G97-2.0MW 2000 97
G90-2.0MW 2000 90
G87-2.0MW 2000 87
G83-2.0MW 2000 83
G80-2.0MW 2000 80
G66-1.65MW 1650 66
G58-850kW 850 58
G52-850kW 850 52

Windenergieanlagen auf See (offshore)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adwen AD 8-180 Prototyp in Bremerhaven

Für den Offshore-Bereich wurde aus der Windenergiesparte von AREVA in Kooperation mit Gamesa 2015 das gemeinsame Unternehmen Adwen mit Sitz in Bremerhaven gegründet.[8] Mit der Fusion zu Siemens Gamesa wurde die Adwen-Technologie zugunsten der getriebelosen Siemens-Technologie im Herbst 2017 aufgegeben.[11]

Gamesa-Offshore-Projekte:

  • Im Frühjahr 2007 wurde im Hafen von Bilbao der Nearshore-Windpark El Abra in Betrieb genommen (fünf G80-2.0MW.) Die Gesamtleistung des Windparks beträgt 10 Megawatt. Die Turbinen wurden direkt an der Mole des Hafens errichtet.[12]
  • Im Jahr 2018 wurde die erste schwimmende Windkraftanlage mit dem Namen Elican ebenfalls vor Gran Canaria errichtet. Zum Einsatz kam eine G132-5.0MW. Die Anlage wurde auf einer neuartigen Turmbauart installiert.[13]
Anlagentyp AD 5-116 AD 5-135 AD 8-180
Nennleistung (kW) 5000 5000 8000
Rotordurchmesser (m) 116 135 180
AREVA-Windkraftanlagen im Offshore-Windpark alpha ventus

Offshore-Windparks mit Adwen-Windkraftanlagen und AREVA Wind-Technologie:

Am 21. Juni 2016 haben Adwen und Zulieferer LM Wind Power das mit 88,4 Meter seinerzeit längste Rotorblatt der Welt für die Adwen AD 8-180 vorgestellt.[14] Der einzige Prototyp der AD 8-180 mit 8 MW Nennleistung und 180 Meter Rotordurchmesser wurde im Frühjahr 2017 auf dem stillgelegten Verkehrslandeplatz Bremerhaven-Luneort errichtet und im Juli 2017 in Betrieb genommen.[15] Der Betrieb des Prototyps wird als Forschungsprojekt durch das Fraunhofer IWES begleitet und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.[16]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gamesa Corporación Tecnológica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Annual report 2016. Gamesa, abgerufen am 11. Februar 2019 (PDF, englisch).
  2. Vestas wieder Windweltmeister – Nordex erobert Top-10-Position. IWR, 23. Februar 2017, abgerufen am 25. Februar 2017.
  3. Goldwind verdrängt Vestas als Onshore-Marktführer, Siemens bleibt Offshore-Spitzenreiter. IWR, abgerufen am 23. Februar 2016.
  4. Thomas Urban: Mit der Kraft des Windes. In: Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 1. Juni 2018.
  5. Joachim Zentes, Bernhard Swoboda: Fallstudien zum Internationalen Management. 2., vollst. überarb. Auflage. Springer-Verlag, 2004, ISBN 3-409-21513-1 (google.com [abgerufen am 12. Januar 2016]).
  6. Gamesa compra a Vesta el 40 % de Gamesa Eólica. In: El País. 4. Dezember 2001, abgerufen am 12. Januar 2016 (spanisch).
  7. Bankia vuelve al IBEX 35 acompañado de Gamesa y salen del índice Endesa y Acerinox. In: Radiotelevisión Española. 12. Dezember 2013, abgerufen am 23. Dezember 2013 (spanisch).
  8. a b Gamesa and AREVA create the joint-venture Adwen. Abgerufen am 11. Januar 2016.
  9. Atomkonzern macht Schluss mit Windkraft. In: Handelsblatt. 15. September 2016, abgerufen am 10. Februar 2019.
  10. Siemens-Übernahme beschert Gamesa-Aktionären satte Dividende. IWR, 5. April 2017, abgerufen am 13. April 2017.
  11. Siemens Gamesa liefert Direktantriebsanlagen nach Frankreich und nimmt Adwen-Typ aus Sortiment. In: Erneuerbare Energien. Das Magazin. 21. September 2017, abgerufen am 2. Dezember 2017.
  12. Port Of Bilbao, Spain Wind Park. In: appropedia.org, abgerufen am 12. August 2018
  13. The Elican Project In: esteyco.com, abgerufen am 12. Februar 2019.
  14. Meet LM 88.4 P – the world's longest wind turbine blade. In: lmwindpower.com. Abgerufen am 22. Juni 2016.
  15. Jürgen Rabbel: Größtes Windrad der Welt entsteht in Bremerhaven. In: Nord 24. Nordsee-Zeitung, abgerufen am 16. Januar 2017.
  16. Fraunhofer IWES entwickelt Forschungstestfeld für Offshore-Anlagen. Fraunhofer IWES, 20. Dezember 2016, abgerufen am 17. Januar 2017.