Cabourg

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Cabourg
Wappen von Cabourg
Cabourg (Frankreich)
Cabourg
Region Basse-Normandie
Département Calvados
Arrondissement Lisieux
Kanton Cabourg
Koordinaten 49° 17′ N, 0° 7′ W49.288333333333-0.116388888888894Koordinaten: 49° 17′ N, 0° 7′ W
Höhe 0–15 m
Fläche 5,52 km²
Einwohner 3.800 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 688 Einw./km²
Postleitzahl 14390
INSEE-Code
Website http://www.cabourg.net/

Grand Hôtel

Cabourg ist ein Seebad mit 3800 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) in der französischen Region Basse-Normandie im Département Calvados. Sie gehört zum Arrondissement Caen, ist Hauptort des Kantons Cabourg und gehört zum Kommunalverband Estuaire de la Dives (CCED).

Geografie[Bearbeiten]

Cabourg liegt am Ärmelkanal, an der Mündung des Flusses Dives. Der Küstenabschnitt um Cabourg heißt Côte Fleurie (Blumenküste).

Geschichte[Bearbeiten]

1853 war Cabourg ein kleines Fischerdorf. Ein Pariser Advokat, Henri Durand-Morimbau, beschloss, neben dem „alten“ Cabourg ein Seebad zu errichten. Er gründete eine Gesellschaft, die die Strände aufkaufte. Paul Leroux, ein junger Architekt aus Caen, entwarf den Plan der Stadt Cabourg-les-Bains. Das erste Casino wurde 1854 aus Holz erbaut und Hunderte von Bäumen wurden entlang der geplanten Alleen gepflanzt. 1861 wurde das erste Grand Hotel in Cabourg gebaut.

1887 wurde von einer Gruppe besorgter Bürger ein begehbarer Deich gebaut, der 1.800 Meter lang war. 1912 übernahm die Stadt die Unterhaltung des Deiches.

Im Ersten Weltkrieg wurde das neu erbaute Grand Hotel als Hospital genutzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde Cabourg von der deutschen Armee besetzt. Am 21. August 1944 wurde Cabourg von der belgischen Brigade Piron befreit.

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [1])
1793 1856 1861 1866 1881 1911 1936 1946 1962 1999 2007
165 375 563 718 1014 1957 2095 3479 3022 3520 4027

Am wenigsten Einwohner hatte Cabourg 1793, seitdem stieg die Einwohnerzahl an.

Politik[Bearbeiten]

Strand

Jean-Paul Henriet wurde 2008 zum zweiten Mal zum Bürgermeister gewählt.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Casino

Bauwerke[Bearbeiten]

Das Casino und das Grand Hôtel in Cabourg wurden 1908 von den Architekten Lucien Viraut und Émile Mauclerc entworfen. Die Bauwerke sind eines der am besten erhaltenen Beispiele für Badeorte der Belle Époque. Die Gebäude wurden 1993 in das Zusatzverzeichnis der Monuments historiques eingetragen.[2]

Viele Villen aus dem 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts, z.B. die Villa Marie-Antoinette, Villa Saint-Laurent und Villa Millet.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Seit 1983 wird jedes Jahr im Juni das Filmfestival Festival du Film de Cabourg in Cabourg zelebriert und im April seit 1996 das Theaterfestival Festival du Théâtre Universitaire et des Grandes Ecoles. Jedes Jahr im Herbst findet das Filmfestival Trophées Epona statt, in dem es um den besten internationalen Filmbeitrag zum Thema Pferd geht. Im Winter findet dann das Treffen europäischer aufführender Künstler statt, Les Rencontres Européennes des Artistes, organisiert von der Société civile pour l’administration des droits des artistes et musiciens interprètes (Gesellschaft zur Verwaltung der Rechte von Künstlern und Musikern), kurz Adami genannt. Jeden Sommer findet außerdem Le Salon du Livre de Cabourg statt, eine Veranstaltung mit Lesungen, die seit 1988 von Les Amis de Cabourg (den Freunden von Cabourg) organisiert wird.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Werbeplakat von 1897

Ein wichtiger Erwerbszweig in Cabourg ist der Tourismus. Mittwochs und freitags ist Markttag von Juni bis September. Das Casino hat das ganze Jahr über geöffnet. Im Hippodrom finden von Juni bis August Pferderennen und Ausstellungen statt. Cabourg besitzt außerdem einen Golfplatz mit achtzehn Löchern. Von Juli bis August fährt eine Parkeisenbahn durch die Stadt.[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der Schriftsteller Marcel Proust (1871–1922) verbrachte jeden Sommer von 1907 bis 1914 in Cabourg. Er schrieb im Grand Hotel seinen Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ (im frz. Original À la recherche du temps perdu), in dem er Cabourg den Namen Balbec gab.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cabourg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cabourg auf cassini.ehess.fr (französisch) Abgerufen am 5. Mai 2010
  2. Cabourg in der Base Mérimée des Ministère de la culture (französisch) Abgerufen am 5. Mai 2010
  3. http://www.quid.fr/communes.html?mode=detail&id=4601 Cabourg auf quid.fr (französisch), seit dem 25. März 2010 nicht mehr abrufbar