Großklein

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Marktgemeinde
Großklein
Wappen Österreichkarte
Wappen von Großklein
Großklein (Österreich)
Großklein
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Leibnitz
Kfz-Kennzeichen: LB
Fläche: 27,72 km²
Koordinaten: 46° 44′ N, 15° 27′ OKoordinaten: 46° 44′ 11″ N, 15° 26′ 34″ O
Höhe: 319 m ü. A.
Einwohner: 2.264 (1. Jän. 2021)
Postleitzahlen: 8452, 8441, 8443, 8451, 8453, 8462
Vorwahl: 03456
Gemeindekennziffer: 6 10 13
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Großklein 120
8452 Großklein
Website: www.grossklein.gv.at
Politik
Bürgermeister: Johann Hammer (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(15 Mitglieder)
10
3
1
1
10 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Großklein im Bezirk Leibnitz
Allerheiligen bei WildonArnfelsEhrenhausen an der WeinstraßeEmpersdorfGabersdorfGamlitzGleinstättenGrallaGroßkleinHeiligenkreuz am WaasenHeimschuhHengsbergKitzeck im SausalLangLebring-Sankt MargarethenLeibnitzLeutschach an der WeinstraßeOberhaagRagnitzSankt Andrä-HöchSankt Georgen an der StiefingSankt Johann im SaggautalSankt Nikolai im SausalSankt Veit in der SüdsteiermarkSchwarzautalStraß in SteiermarkTillmitschWagnaWildonSteiermarkLage der Gemeinde Großklein im Bezirk Leibnitz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick auf Großklein vom Burgstall
Blick auf Großklein vom Burgstall
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Das 2012 eröffnete Gemeindeamt Großklein wurde Plänen des Architekten Ivo Pelnöcker errichtet
Tumulus Tschoneggerkogel in Großklein
Pfarrkirche hl. Georg in Großklein
Ortskapelle in Kleinklein
Bronzemaske aus Kleinklein, Hallstattzeit

Großklein ist eine Marktgemeinde im Bezirk Leibnitz, Steiermark, Österreich mit 2264 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Tourismus wird sie als idyllisch gelegene Gemeinde beschrieben. Sie liegt an der südsteirischen Weinstraße und somit am Eingang zur sogenannten Steirischen Toskana. Höchste Erhebung im Gemeindegebiet ist der 633 m ü. A. hohe Kreuzberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. September 1968 wurde die Gemeinde Klein in Großklein umbenannt.

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden (Fläche 2001):

  • Burgstall 122,94 ha,
  • Goldes 447,33 ha,
  • Großklein 425,69 ha,
  • Mantrach 268,62 ha,
  • Mattelsberg 192,61 ha,
  • Nestelbach 195,89 ha,
  • Nestelberg bei Großklein 499,34 ha und
  • Oberfahrenbach 619,57 ha.

Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2020[1]) der Gemeinde sind:

  • Burgstall (140)
  • Goldes (182)
  • Großklein (654)
  • Mantrach (365)
  • Mattelsberg (214)
  • Nestelbach (167)
  • Nestelberg (338)
  • Oberfahrenbach (196)

Weitere Ortsteile sind Kleinklein und Wippelsach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleinstätten Kitzeck im Sausal Heimschuh
Nachbargemeinden Gamlitz
Sankt Johann im Saggautal Leutschach an der Weinstraße

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1968 hieß die Gemeinde Klein, Großklein war eine der Ortschaften davon. Zur Vermeidung von Verwechslungen wurde der Name Großklein seitdem für die gesamte Gemeinde verwendet. Im 15. Jahrhundert war Großklein als Michel Klawn, Kleinklein als Wenig Klawn bekannt. Der Ortsname Klein geht auf slowenische Wurzeln zurück und lässt sich auf glina (Lehm) oder kljun (Schnabel, nach der Form einer Flur) zurückführen.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Großklein
  • Pfarrkirche hl. Georg und Friedhof
Biomasseheizwerk in Großklein

In Kleinklein wurden bedeutende Grabfunde der Hallstattzeit entdeckt. Bei Spaziergängen in den Wäldern um Goldes stößt man des Öfteren auf kleine bis mittelgroße Hügelkuppen, die unter ihrer Erdschicht verwachsene hallstattzeitliche Gräber (Hügelgrab) beherbergen. Das Hallstattzeitliche Museum Großklein präsentiert Funde und Befunde der Region aus etwa fünfeinhalb Jahrtausenden. Sie umfassen einen Zeitraum von der Jungsteinzeit bis in das späte Mittelalter.

Der Burgstallkogel wird als eine der wichtigsten Fundstellen der älteren Eisenzeit gesehen. Auf ihm wurde eine Höhensiedlung entdeckt, die mit einem Gräberfeld im Sulmtal (Sulmtalnekropole) verbunden ist. In ihr befinden sich etwa 700 Grabstellen (Grabhügel). Auf einer Flussterrasse beim Ort Kleinklein wurden vier reiche Fürstengräber entdeckt. Sie werden zum östlichen Hallstattkreis gerechnet. Die Ergebnisse einer Grabung sind durch eine interdisziplinäre Forschergruppe untersucht worden.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 179 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren 50 Haupterwerbsbetriebe. Diese bewirtschafteten mehr als die Hälfte der Flächen. Im Produktionssektor beschäftigte sich rund die Hälfte der Firmen mit der Herstellung von Waren, etwas weniger waren im Baugewerbe tätig. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die sozialen und öffentlichen Dienste und der Handel (Stand 2011).[4][5][6]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 179 224 105 102
Produktion 27 20 122 102
Dienstleistung 108 65 292 232

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Tourismusverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Gleinstätten, Heimschuh, Kitzeck im Sausal, St. Andrä-Höch, St. Johann im Saggautal, St. Nikolai im Sausal und Tillmisch den Tourismusverband „Sulmtal Sausal – Südsteirisches Weinland“. Dessen Sitz ist Kitzeck im Sausal.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großklein liegt südlich der Sulmtal Straße. Der nächste Bahnhof befindet sich in Leibnitz. Regelmäßige Busverbindungen bestehen unter anderem nach Leibnitz und Leutschach.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Großklein ist der ehemalige Postbedienstete Johann Hammer (ÖVP).[8]

Dem Gemeindevorstand gehören weiters der Vizebürgermeister Christoph Zirngast (ÖVP) und die Gemeindekassierin Stefanie Sauer (ÖVP) an.[8]

Amtsleiterin ist Renate Tscheppe.[9]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern. Nach dem Ergebnis der Gemeinderatswahl 2020 setzt sich dieser wie folgt zusammen:[10]

  • 10 Mandate ÖVP,
  • 1 Mandat SPÖ,
  • 3 Mandate Unabhängige Liste Großklein und
  • 1 Mandat Grüne.
Die letzten Gemeinderatswahlen brachten folgende Ergebnisse:
Partei 2020[10] 2015 2010 2005 2000
Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M.
ÖVP 803 59 10 844 56 9 836 59 9 895 63 10 1067 73 12
SPÖ 148 11 1 266 18 2 482 34 5 445 31 05 0222 15 02
FPÖ 33 2 0 125 08 1 088 06 1 083 06 00 0104 07 01
Unabhängige Liste Großklein 239 18 3 279 18 3 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
Die Grünen 143 10 1 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 0063 04 0
Wahlberechtigte 1.919 1.889 1.881 1.778
Wahlbeteiligung 80 % 75 % 77 % 83 %

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindewappen wurde 1969 verliehen.
Beschreibung: "Im silbernen Schild mit einer silbernen antiken Aschenurne belegter schwarzer Hügel, darüber schwebend zwei rote Rosen"
Legende: Die Urne steht für das hallstattzeitliche Gaufürstentum auf dem Burgstallkogel (ein Vorfahre der Landeshauptstadt). Die Rosen für die Trautmannsdorfer, sie besaßen eine Zeit lang Schloss Ottersbach in Mantrach. Sinn des Wappens: Liebe überwindet den Tod.[11]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Markus Egg und Diether Kramer: Krieger – Feste – Totenopfer. Der letzte Hallstattfürst von Kleinklein in der Steiermark (Mosaiksteine Band 1), Verlag des Römisch Germanischen Zentralmuseums Mainz, Mainz 2005, ISBN 978-3-7954-2142-7
  • Leif Hansen: Das Panzergrab im Tschoneggerfranzl-Tumulus 2 bei Kleinklein (Gem. Großklein, Bez. Leibnitz) in der Weststeiermark. In: Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz 54, 2007 (2010), S. 173–215.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Großklein, Styria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2020 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2020), (CSV)
  2. Chronik der Marktgemeinde Großklein
  3. Markus Egg, Diether Kramer: Die hallstattzeitlichen Fürstengräber von Kleinklein in der Steiermark: der Kröllkogel. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz RGZM, Band 110. Schnell & Steiner Mainz 2013. ISBN 978-3-7954-2722-1.
  4. Ein Blick auf die Gemeinde Großklein, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 6. Dezember 2020.
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Großklein, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 6. Dezember 2020.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Großklein, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 6. Dezember 2020.
  7. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 323. ZDB-ID 1291268-2 S. 630–631.
  8. a b Marktgemeinde Großklein: Vorstand. Abgerufen am 6. Dezember 2020.
  9. Marktgemeinde Großklein: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Abgerufen am 6. Dezember 2020.
  10. a b Wahlen. Das Land Steiermark, abgerufen am 6. Dezember 2020.
  11. Marktgemeinde Großklein: Das Gemeindewappen. Abgerufen am 6. Dezember 2020.
  12. Grenzlandbote (Februar 1978), S. 2.
  13. Südost-Tagespost (17. 9. 1985), S. 6.