Gross-Titlis-Schanze

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Gross-Titlis-Schanze
Gross-Titlis-Schanze (Kanton Obwalden)
Red pog.svg
Standort
Stadt Engelberg
Land SchweizSchweiz Schweiz
Verein Sport-Club Engelberg
Zuschauerplätze 20.000
Baujahr 1971
Umgebaut 1984, 2001, 2016
Schanzenrekord 144,0 m
SlowenienSlowenien Domen Prevc (18. Dezember 2016)
Daten
Anlauf
Anlauflänge 123 m
Neigung des Anlaufs (γ) 35°
Schanzentisch
Tischhöhe 3,2 m
Tischlänge 7 m
Neigung des Schanzentisches (α) 10,5°
Aufsprung
Hillsize 142 m
Konstruktionspunkt 125 m
Höhendifferenz Tischkante bis K-Punkt (h) 59,77 m
Längendifferenz Tischkante bis K-Punkt (n) 103,37 m
Auslauf
Länge des Auslaufs 100 m

Koordinaten: 46° 48′ 53″ N, 8° 24′ 15″ O; CH1903: 673687 / 185294

Die Gross-Titlis-Schanze ist eine Skisprungschanze in der Schweizer Gemeinde Engelberg am Titlis. Auf ihr finden regelmässig Wettbewerbe des Skisprung-Weltcups und Skisprung-Continental-Cups der FIS statt. Sie ist die steilste Schanze im Skisprung-Weltcup.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die alte Gross-Titlis-Schanze bei Nacht

In Engelberg fand 1905 das erste Skispringen statt, noch im selben Jahr plante man eine Skisprungschanze zu bauen. Die Generalversammlung des damaligen Ski-Clubs bewilligte dazu einen Kredit von 133'500 Schweizer Franken für die neue Sandrain-Schanze. In den 1920er Jahren wurde die Titlis-Schanze errichtet. Nachdem es bei einem Skisprungwettbewerb einen Toten und mehrere Verletze gegeben hatte, wurde die Titlis-Schanze erstmals umgebaut und später die Sandrain-Schanze reaktiviert.

Als die Titlis-Schanze nicht mehr den Normen entsprach, entschied sich der Verein in Engelberg 1964 die K 62-Klein-Titlis-Schanze mit Flutlicht zu bauen. Das erste Nachtspringen wurde im Jahr 1964 veranstaltet. Um auch den Nachwuchs zu fördern, wurde drei Jahre später die K 36-Bubenschanze errichtet. Als Unterwasser aus der Springertournee des Schweizerischen Skiverbandes (SSV) als Veranstaltungsort ausstieg, bewarb sich Engelberg um die Austragung der Springertournee und bekam diese zugesprochen. Es wurde das Projekt Gross-Titlis-Schanze gestartet. Für den neuen Schanzenbau wurden mehr als 300'000 Schweizer Franken vom Ski-Club Engelberg dank verschiedener Finanzierungsaktionen und Spenden von Freunden aufgebracht. 1971 wurde die neue Gross-Titlis-Schanze im Rahmen der Springertournee eingeweiht. Der Einsiedler Sepp Zehnder sprang im ersten Sprung auf 86 Meter und im zweiten Sprung auf 102 Meter. Dieser Spring ging in die Geschichte des Schweizer Skisprungs ein.

1981 wurde die Schanze für 350'000 Franken modernisiert. Die Finanzierung wurde von den Behörden abgelehnt aber der Verein schaffte es den Kredit selbst zusammenzutragen. Am 26. Februar 1984 wurde die Schanze im Rahmen der Mannschafts-Weltmeisterschaft eingeweiht. Seit 1980 wird auf der Gross-Titlis-Schanze der Skisprung-Weltcup und seit 2000 wird der Skisprung-Continental-Cup ausgetragen.

Im August 2000 wurden erneut Bauarbeiten an der Gross-Titlis-Schanze gestartet. Im Herbst 2000 wurde in erster Linie der Neigungswinkel der Aufsprungbahn von bisher 38 Grad auf den neu vorgeschriebenen Neigungswinkel von 36 Grad abgeändert. Die Bauarbeiten waren rechtzeitig zum Weltcup am 15. und 16. Dezember 2000 abgeschlossen, aber die zwei Weltcups fielen wegen Schneemangels aus. Im Sommer und im Herbst 2001 wurde an der Schanze für die Skispringer eine Luftseilbahn für den Aufstieg zur Schanze gebaut.

Im März 2014 wurde ein sogenanntes Snowfarming zum Übersommern von Schnee vorgenommen. Dieses hatte sich bereits in den zwei Jahren zuvor bewährt. Es wurden dazu 600 Kubikmeter Schnee neben dem Absprung bereitgestellt und mit Holzschnitzeln abgedeckt.[1] Nebenbei wurde in enger Zusammenarbeit mit der FIS und Fernseh-Experten die Positionierung und die Anforderungen an die fernsehtaugliche Flutlichtbeleuchtung festgelegt.

Am 31. Oktober 2014 wurde die dritte Bauphase in Angriff genommen. Im Frühjahr 2015 sollte die Gesamtsanierung beginnen. Es sollten an der Schanze wenig Änderungen stattfinden. Auf Antrag des Internationalen Skiverbandes sollen die Umbaupläne überarbeitet werden und deshalb zogen Einsprachen nach sich. Die 2,9 Millionen Franken sollen wegen der Bauverzögerung nichts ändern und die Schanze soll im Jahr 2016 umgebaut werden.[2]

Im Beisein des Sksipringers Gregor Deschwanden erfolgte am 30. März 2016 der Spatenstich zum Umbau der Gross-Titlis-Schanze. Der alte Anlauf wurde durch einen neuen Anlauf ersetzt und es wurde eine Normspur mit fest installiertem Kühlsystem eingebaut. Außerdem entstand unter dem Schanzentisch eine neue Materialdepo. Zudem wurde bei der Aufsprungbahn vom Schanzentisch bis zum 80 Meter Punkt das Terrain aufgeschüttet, beim Radius erfolgt kurz vor dem Auslauf eine Terrainanpassung, dadurch werden die Sprünge länger und die Landung weicher. An der Schanze wurde eine neue Flutlichtanlage gebaut, damit ab 17. Dezember 2016 das Springen auch abends im Dunkeln stattfinden kann. Die Bauarbeiten dauerten von Ende März bis in den Spätherbst, sodass am 17. und 18. Dezember 2016 der Skisprung-Weltcup wieder auf der Gross-Titlis-Schanze stattfinden kann.[3] Ende Oktober war der Umbau fertiggestellt worden. [4]

Internationale Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Schanze werden von der FIS Weltcups und Continental Cups ausgetragen,[5] vereinzelt auch Springen zu Nordischen Skiweltmeisterschaften.

Datum Kategorie Schanze 1. Platz 2. Platz 3. Platz
12. Februar 1984 Weltmeisterschaft (Team) K120 FinnlandFinnland Finnland
Markku Pusenius
Pentti Kokkonen
Jari Puikkonen
Matti Nykänen
Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR
Ulf Findeisen
Matthias Buse
Klaus Ostwald
Jens Weißflog
TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei
Ladislav Dluhoš
Vladimír Podzimek
Jiří Parma
Pavel Ploc

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gross-Titlis-Schanze – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Matthias Piazza: Viele Hände brauchts fürs Skispringen. In: Luzerner Zeitung. 6. Dezember 2014, abgerufen am 31. Oktober 2016.
  2. Titlis-Schanze wird erst nächstes Jahr saniert. In: Luzerner Zeitung. 2. April 2015, abgerufen am 20. November 2016.
  3. Die grösste Skisprung-Schanze der Schweiz wird noch grösser. In: Luzerner Zeitung. 30. März 2016, abgerufen am 20. November 2016.
  4. Auf der Titlis-Schanze beginnt eine neue Ära. In: Luzerner Zeitung. 25. September 2016, abgerufen am 20. November 2016.
  5. Results, Ergebnislisten der FIS zu Veranstaltungen auf der Gross-Titlis-Schanze, abgerufen am 15. März 2015