Jarome Iginla

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KanadaKanada Jarome Iginla Eishockeyspieler
Jarome Iginla
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 1. Juli 1977
Geburtsort Edmonton, Alberta, Kanada
Spitzname Iggy
Größe 188 cm
Gewicht 93 kg
Spielerbezogene Informationen
Position Rechter Flügel
Nummer #12
Schusshand Rechts
Draftbezogene Informationen
NHL Entry Draft 1995, 1. Runde, 11. Position
Dallas Stars
Spielerkarriere
1991–1993 St. Albert Raiders
1993–1996 Kamloops Blazers
1996–2013 Calgary Flames
2013 Pittsburgh Penguins
2013–2014 Boston Bruins
seit 2014 Colorado Avalanche

Jarome Arthur-Leigh Adekunle Tig Junior Elvis Iginla (* 1. Juli 1977 in Edmonton, Alberta) ist ein kanadischer Eishockeyspieler auf der Position des rechten Flügelstürmers, der seit Juli 2014 bei der Colorado Avalanche in der National Hockey League unter Vertrag steht. Zuvor stand er 17 Jahre bei den Calgary Flames unter Vertrag und hält dort zahlreiche Franchiserekorde.

Zudem ist Iginla ist für sein soziales Engagement bekannt und erhielt dafür im Jahr 2004 die King Clancy Memorial Trophy und den NHL Foundation Player Award.

Karriere[Bearbeiten]

Iginla beim Warm Up

Iginlas Mutter ist Kanadierin und sein Vater stammt aus Nigeria, aber die Eltern trennten sich bereits früh nach seiner Geburt und seine Mutter musste ihn alleine großziehen. In seinen jungen Jahren spielte Iginla zuerst Baseball und wechselte erst später zum Eishockey, wo er in den ersten zwei Jahren im Juniorenbereich Torhüter spielte. Heute spielt Iginla auf der Position des rechten Flügelstürmers. Er gilt aufgrund seiner Kraft sowie hervorragender Stock-, Schuss- und Lauftechnik als einer der weltbesten Eishockeyspieler und als absolute Führungspersönlichkeit.

Calgary Flames (1996–2013)[Bearbeiten]

Iginla wurde beim NHL Entry Draft 1995 in der ersten Runde an elfter Stelle von den Dallas Stars gezogen, aber am 19. Dezember 1995 in einem damals überraschenden Trade zusammen mit Corey Millen von den Flames verpflichtet, die im Gegenzug den Publikumsliebling und Starspieler Joe Nieuwendyk nach Dallas gaben. Er gab am 21. April 1996 in einem Play-Off-Spiel gegen die Chicago Blackhawks sein Debüt in der NHL, wo er auf Anhieb eine Torvorlage beisteuern konnte. In seinem zweiten Spiel gelang ihm dann sein erster Torerfolg im Trikot der Flames. In der Saison 1996/97 absolvierte Iginla seine erste vollständige Spielzeit in der NHL. Dabei erzielte er 50 Scorerpunkte und erhielt er eine Nominierung für die Calder Memorial Trophy als bester Rookie innerhalb der NHL, welche jedoch letztlich an Bryan Berard ging. In der Saison 1998/99 führte er mit 28 Treffern die teaminterne Torwertung der Flames an, die mit ihm Anschluss über eine Vertragsverlängerung verhandeln wollten. Nachdem sich beide Seiten zunächst nicht einigen konnten, verpasste Iginla den Beginn der Saison 1999/00, ehe man letztlich auf einen neuen Dreijahreskontrakt überein kam. In den folgenden zwei Spielzeiten konnte er seine Offensivstatistiken jeweils auf 63 bzw. 71 Scorerpunkte steigern.

Seine persönlich beste Saison spielte er 2001/02, als er mit 96 Punkten (52 Tore, 44 Assists) sowohl die Art Ross Trophy als auch die Maurice Richard gewann. Zudem erhielt er den Lester B. Pearson Award als der wertvollste Spieler der Liga und wurde aufgrund seiner herausragenden Leistungen für die Olympischen Spiele 2002 nominiert, wo er mit Team Canada die Goldmedaille gewann. Im Vorfeld der Saison 2002/03 unterschrieb Iginla eine zweijährige Vertragsverlängerung bei den Flames. Der endgültige Aufstieg zum Superstar gelang ihm 2003/04, Iginla hatte mit 73 Punkten (41 Tore, 32 Assists) in der regulären Saison und 22 Punkten (13 Tore, neun Assists) in den Play-Offs maßgeblichen Anteil daran, dass die Flames erstmals nach acht Jahren wieder die Play-Offs erreichten und nach 15 Jahren erstmals wieder im Stanley-Cup-Finale spielten. Dort scheiterte er mit seinem Team in einer Serie an den Tampa Bay Lightning. Im dritten Spiel der Serie gelang ihm nach einer Schlägerei mit Vincent Lecavalier ein Gordie Howe Hattrick. Im Oktober 2003 schrieb er Geschichte, als er zum Kapitän der Calgary Flames ernannt wurde, denn er war damit der erste Spieler afrikanischer Herkunft, der Kapitän eines NHL-Teams wurde.

Die folgende Saison verlief für den Kanadier erneut sehr erfolgreich, mit insgesamt 41 Toren wurde er zusammen mit Ilja Kowaltschuk und Rick Nash bester Torschütze der NHL und erhielt somit zum zweiten Mal in seiner Laufbahn die Maurice Richard Trophy. Im Anschluss an die Spielzeit erreichten die Flames erstmals seit acht Jahren wieder die Play-offs, in denen Iginla 13 Treffer erzielen konnte und damit maßgeblich am Finaleinzug seiner Mannschaft beteiligt war. Im Dezember 2006 gelang dem Rechtsschützen im Spiel gegen die Minnesota Wild sowohl das 300. Tor als auch der 600. Scorerpunkt seiner NHL-Karriere. Die Saison 2006/07 endete für Iginla mit einer neuen persönlichen Bestmarke von 55 erzielten Treffern. Die folgende Saison 2007/08 sollte mit insgesamt 98 Scorerpunkten die offensivstärkste in seiner Laufbahn werden. Infolgedessen nahm der Kanadier am NHL All-Star Game teil und war dabei der Kapitän des Western All-Star Team. Im November 2007 bestritt er seine 807. Partie im Trikot der Flames und wurde damit zum neuen Rekordspieler der Organisation. Im März 2008 brach er mit seinem 365. Treffer für die Flames auch den Torrekord von Theoren Fleury. Darüber hinaus erhielt Iginla während der laufenden Saison eine fünfjährige Vertragsverlängerung mit einem kolportierten Jahresgehalt von sieben Millionen US-Dollar in Calgary.

In der Saison 2008/09 erzielte er im Dezember 2008 in der Partie gegen die Chicago Blackhawks seinen 800. Scorerpunkt in der NHL. Wenig später gelangen ihm gegen die Edmonton Oilers zum ersten Mal in seiner Karriere fünf Scorerpunkte in einem Spiel. Anschließend wurde er erneut für das NHL All-Star Game nominiert und erzielte dabei bei seiner fünften Teilnahme sein erstes Tor. Die Saison 2009/10 verlief für die Flames enttäuschend, erstmals seit 2003 verpasste man die Play-offs. Iginla übernahm daraufhin als Kapitän sowie Leistungsträger die Verantwortung für das schlechte Abschneiden der Mannschaften und sagte, seine 70 Scorerpunkte wären „nicht genug" gewesen. Dennoch gelangen ihm in der abgelaufenen Spielzeit der 900. Scorerpunkt sowie das 1000. NHL-Spiel seiner Laufbahn.

Am 6. März 2011 erzielte er sein 30. Tor der Saison 2010/11 und avancierte zum zehnten Spieler der NHL-Historie, der in zehn aufeinander folgenden Spielzeiten mindestens 30 Treffer erzielt hat.[1] Am 1. April 2011 erzielte er in seinem 1103. NHL-Spiel in der regulären Saison für die Flames drei Punkte gegen die St. Louis Blues und erreichte als 77. Spieler in der Geschichte der NHL die Marke von 1000 Punkten.[2]

Stationen in Pittsburgh, Boston und Colorado (seit 2013)[Bearbeiten]

Am 28. März 2013 wurde Iginla im Austausch für Ben Hanowski, Kenny Agostino und einem Erstrunden-Wahlrecht im NHL Entry Draft 2013 zu den Pittsburgh Penguins transferiert. Im Juli 2013 unterzeichnete er einen Einjahresvertrag im Gesamtwert von sechs Millionen US-Dollar bei den Boston Bruins. Ein Jahr darauf unterschrieb Iginla einen mit 16 Millionen US-Dollar dotierten Dreijahres-Vertrag bei der Colorado Avalanche.[3]

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten]

International[Bearbeiten]

Karrierestatistik[Bearbeiten]

Stand: Ende der Saison 2013/14

Iginla im Trikot der Pittsburgh Penguins
Reguläre Saison Play-offs
Saison Team Liga Sp T V Pkt SM Sp T V Pkt SM
1991/92 St. Albert Raiders AMHL 36 26 30 56 22
1992/93 St. Albert Raiders AHML 36 34 53 87 20
1993/94 Kamloops Blazers WHL 48 6 23 29 33 19 3 6 9 10
1994/95 Kamloops Blazers WHL 72 33 38 71 111 21 7 11 18 34
1995/96 Kamloops Blazers WHL 63 63 73 136 120 16 16 13 29 44
1995/96 Calgary Flames NHL 2 1 1 2 0
1996/97 Calgary Flames NHL 82 21 29 50 37
1997/98 Calgary Flames NHL 70 13 19 32 29
1998/99 Calgary Flames NHL 82 28 23 51 58
1999/00 Calgary Flames NHL 77 29 34 63 26
2000/01 Calgary Flames NHL 77 31 40 71 62
2001/02 Calgary Flames NHL 82 52 44 96 77
2002/03 Calgary Flames NHL 75 35 32 67 49
2003/04 Calgary Flames NHL 81 41 32 73 84 26 13 9 22 45
2004/05 ohne Team wegen NHL-Lockout
2005/06 Calgary Flames NHL 82 35 32 67 86 7 5 3 8 11
2006/07 Calgary Flames NHL 70 39 55 94 40 6 2 2 4 12
2007/08 Calgary Flames NHL 82 50 48 98 83 7 4 5 9 2
2008/09 Calgary Flames NHL 82 35 54 89 37 6 3 1 4 0
2009/10 Calgary Flames NHL 82 32 37 69 58
2010/11 Calgary Flames NHL 82 43 43 86 40
2011/12 Calgary Flames NHL 82 32 35 67 43
2012/13 Calgary Flames NHL 82 32 35 67 43
Pittsburgh Penguins NHL 31 9 13 22 22
2013/14 Boston Bruins NHL 78 30 31 47 34 12 5 2 7 12
AHML gesamt 72 60 83 143 42
WHL gesamt 183 102 134 236 264 56 26 30 56 88
NHL gesamt 1310 560 607 1167 887 81 37 31 68 98

International[Bearbeiten]

Jarome Iginla bei den Olympischen Winterspielen 2010

Vertrat Kanada bei:

Jahr Team Veranstaltung Sp T V Pkt SM
1996 Kanada Jun.-WM 6 5 7 12 4
1997 Kanada WM 11 2 3 5 2
2002 Kanada Olympia 6 3 1 4 0
2004 Kanada World Cup 6 2 1 3 2
2006 Kanada Olympia 6 2 1 3 4
2010 Kanada Olympia 7 5 2 7 0
Junioren gesamt 6 5 7 12 4
Herren gesamt 36 14 8 22 8

(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP = absolvierte Spiele; T oder G = erzielte Tore; V oder A = erzielte Assists; Pkt oder Pts = erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM = erhaltene Strafminuten; +/− = Plus/Minus-Bilanz; PP = erzielte Überzahltore; SH = erzielte Unterzahltore; GW = erzielte Siegtore; 1 Play-downs/Relegation)

Persönliches[Bearbeiten]

Iginla ist seit 2003 verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jarome Iginla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. torontosun.com, Iginla joins exclusive club
  2. usatoday.com, Iginla reaches 1,000 points, keeps Flames in hunt
  3. Jarome Iginla signs with Avalanche. ESPN, 1. Juli 2014, abgerufen am 9. Juli 2014 (englisch).