Johannes Calvin

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Porträt von Johannes Calvin.
Unterschrift Johannes Calvin

Johannes Calvin (* 10. Juli 1509 in Noyon, Picardie; † 27. Mai 1564 in Genf) war ein französischer Jurist, Humanist und theologischer Autodidakt. Die Verfolgung der Protestanten unter König Franz I. zwang Calvin wie viele Gleichgesinnte zu einem Leben im Untergrund, schließlich zur Flucht aus Frankreich.

Die Stadtrepublik Genf hatte bei Calvins Ankunft dort (1536) gerade erst die Reformation eingeführt. Guillaume Farel machte Calvin zu seinem Mitarbeiter. Ohne ordiniert zu sein, übte Calvin fortan Aufgaben eines Pfarrers aus und hielt Vorlesungen. Nach zweijähriger Tätigkeit wurden Farel und Calvin vom Stadtrat ausgewiesen. Martin Bucer lud Calvin nach Straßburg ein. 1539 erhielt er eine Professur für Theologie an der Hohen Schule von Straßburg. Außerdem war er Pfarrer der französischen Flüchtlingsgemeinde.

Als ihn der Stadtrat von Genf zurückrief, war Calvins Stellung wesentlich stärker als bei seinem ersten Genfer Aufenthalt. Er hatte Erfahrungen mit der Gemeindeorganisation gewonnen, die ihm jetzt zugute kamen. Im Herbst 1541 kam Calvin nach Genf und arbeitete umgehend eine Kirchenordnung aus. Calvins Rückhalt in den folgenden Jahren war das Patorenkollegium (Compagnie des Pasteurs). Das Konsistorium, welches über die Einhaltung der Kirchenzucht wachte, bestand je zur Hälfte aus Kirchenältesten, die vom Stadtrat benannt wurden, und Pastoren.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Calvin gebrauchte für seinen Namen je nach Kontext eine französische oder eine latinisierte Form:

  • Die französische Namensform ist zum Beispiel in einem juristischen Dokument vom 2. Juni 1536 bezeugt: Jehan Cauvin, licencié ès loix, natif de Noyon („Jehan Cauvin ([ʒɑ̃ koːvɛ̃]), Lizentiat der Rechte, gebürtig aus Noyon“).[1]
  • Bei Studienbeginn in Paris latinisierte er seinen Namen: aus Jehan (= Jean) Cauvin wurde Ioannes Calvinus .[2]

Im französischen Sprachraum ist heute die re-gallizierte Namensform Jean Calvin ([ʒɑ̃ kalvɛ̃]) üblich, im deutschen Sprachraum dagegen Johannes Calvin ([joˈhanəs kalˈviːn]).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunftsfamilie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kathedrale von Noyon, im Vordergrund die Bibliothek des Domkapitels

Jean Cauvin stammte aus einer wohlhabenden und angesehenen Familie der Bischofsstadt Noyon in der Picardie. Sein Vater Gérard Cauvin war von Pont-l’Évêque hierher zugezogen und arbeitete als Jurist und Finanzberater für den Bischof Charles I. de Hangest und das Domkapitel. Seine erste Ehefrau Jeanne le Franc verstarb früh, von ihr ist wenig bekannt. Der gemeinsame Sohn Jean wurde am 10. Juli 1509 geboren und von einem Domherrn namens Jean de Vatines getauft.[3] Er hatte einen älteren Bruder Charles, einen jüngeren Bruder Antoine und eine Schwester Marie.[4] Weitere Geschwister starben früh. Auch mit Bezug auf den Beruf des Vaters formuliert Wilhelm H. Neuser, Calvin sei „im Schatten einer großen Kathedrale aufgewachsen“;[5] die in der Familie gelebte Frömmigkeit scheint ganz dem damals Üblichen entsprochen zu haben.

Jugend und Studium in Paris, Orléans und Bourges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gérard Cauvin sah seinen Sohn Jean, wie schon den älteren Bruder Antoine, für die geistliche Laufbahn vor. Mit etwa sieben Jahren trat er ins Collège des Capettes in Noyon ein, eine Elementarschule. Durch den Kontakt des Vaters zu der adligen Familie de Hangest-Montmort hatte Jean Cauvin Umgang mit den etwa gleichaltrigen Brüdern Jean und Claude de Hangest, den Neffen des Bischofs von Noyon. Er durfte (auf Kosten seines eigenen Vaters) an deren Hausunterricht teilnehmen und lernte so auch aristokratische Umgangsformen.[6] (Calvin widmete Claude de Hangest, mittlerweile Abt von St. Eligius in Noyon, 1532 seinen Senecakommentar und erinnerte im Vorwort an den gemeinsamen „Unterricht in Leben und Gelehrsamkeit“.[7]) Am 19. Mai 1521, kurz vor seinem zwölften Geburtstag, erhielt er einen Teil einer Pfründe der Kathedrale von Noyon und wurde so zum Kleriker. Das erforderte eine Dispens, da der Junge das kanonische Alter noch nicht erreicht hatte; das war aber nur eine Formalität. Die Pfründe war eine Art Stipendium für das geplante Theologiestudium.

Wahrscheinlich kurz darauf, noch im Jahr 1521 (so Peter Opitz) oder aber 1523/24 (so Wilhelm H. Neuser) kam Calvin gemeinsam mit den Brüdern Jean und Claude de Hangest und deren Tutor nach Paris. Die Universität von Paris bestand aus zahlreichen Kollegien. Einige Monate verbrachte Calvin am Collège de la Marche, um seine Lateinkenntnisse zur Vorbereitung auf das eigentliche Studium zu perfektionieren. Zu seinem Lateinlehrer Maturin Cordier hatte Calvin eine sehr positive Beziehung. Der Tutor veranlasste aber schon bald, dass Calvin ins Collège de Montaigu wechselte, wo er in Philosophie und Disputationstechnik ausgebildet wurde.[8] Das Collège stand unter der Leitung von Noël Béda, der als Gegner des Bibelhumanismus bekannt war. Vor Calvin hatten bereits Erasmus von Rotterdam und François Rabelais die angesehene Einrichtung besucht, die nach ihren relativ unerfreulichen Erinnerungen eine „Stätte des harten römischen Konservativismus“ (Peter Opitz) war. Wohl etwas später als Calvin studierte Ignatius von Loyola hier. Es scheint, dass Calvin nicht im Internat lebte, sondern als Externer in der Nähe ein Zimmer bewohnte. Er schloss sein Studium an der Artistenfakultät 1528 mit dem Magistergrad ab.[9]

„Zur Theologie hatte mich mein Vater bereits als ganz kleinen Knaben bestimmt. Als er aber bemerkte, daß die Rechtwissenschaft ihre Jünger allenthalben reicher macht, … [veranlasste er,] daß ich vom Philosophiestudium weggenommen wurde, das Rechtsstudium zu betreiben.“

Johannes Calvin[10]

Hier deuteten sich wohl schon die Konflikte Gérard Cauvins mit dem Domkapitel von Noyon an, die später eskalierten.

Calvin fügte sich den väterlichen Plänen. In Paris konnte man nur das Kanonische Recht studieren, und so wechselte er etwa 1526 an die Universität Orléans zum Studium des Zivilrechts. Damit sah Gérard Cauvin für seinen Sohn eine Karriere als Anwalt oder Richter vor, aber nicht (wie er selbst) im Dienst der Kirche.[11] Calvin hätte nun ein freieres Studentenleben führen können als auf dem Collège de Montaigu; aber er befolgte einen selbstgeschaffenen strikten Lernplan.[12] Der bedeutendste Jurist in Orléans war Pierre de L’Estoile. Er vertrat einen konservativen Zugang zu den Texten. Eine Art Gegenpol war der Humanist Andrea Alciato, der 1529 den Lehrstuhl für Jurisprudenz an der Universität Bourges erhielt. Calvins erster im Druck erschienener Text war ein Vorwort zur Antapologia seines Studienfreundes Nicholas Duchemin (datiert 6. März 1529), in dem dieser seinen akademischen Lehrer Pierre de L’Estoile gegen die Kritik Andrea Alicatos verteidigte. Calvin nahm in seinem Vorwort eine vermittelnde Position ein. Er wechselte im Verlauf des Jahres 1529 von Orléans nach Bourges, um Alicato zu hören.[13]

Mit der Aufnahme des Jurastudiums kam Calvin auch mit dem Humanismus in Kontakt, von dem er auf dem Collège de Montaigu abgeschirmt gewesen war. Duchemin und andere Studienfreunde waren humanistisch interessiert, der für Calvin prägendste Kontakt war jedoch der zu Melchior Volmar in Bourges. Bei ihm nahm er Griechischunterricht und lernte das Neue Testament in der Ursprache zu lesen. Volmars theologische Ansichten und sein Einfluss auf Calvins Entwicklung zum Protestanten sind aber nicht genauer bekannt. Ähnliches gilt auch für Calvins Cousin Pierre-Robert Olivétan. Er beherrschte Hebräisch und Griechisch und übersetzte die Bibel ins Französische (Bible d’Olivétan). Olivétans Aufenthalte in Paris und Orléans fallen zeitlich mit denen Calvins zusammen.[14]

Im Innenhof des Collège Fortet blieb ein mittelalterlicher Wohnturm erhalten, in dem Calvin ein Zimmer gehabt haben soll (Tour Calvin)

Calvins Hinwendung zur Reformation war keine plötzliche Bekehrung. Er selbst schrieb von Fortschritten im Bibelstudium, die ihn der Heiligen- und Bilderverehrung allmählich entfremdeten. Neuser datiert diese Entwicklung in die Jahre 1528/29, als Calvin in Orléans Jura studierte. Eine Zeit der Unsicherheit schloss sich an, in der Calvin sich an den Positionen des bekannten Humanisten Jacques Lefèvre d’Étaples orientierte und in der Öffentlichkeit nicht als Anhänger der Reformation in Erscheinung trat. Lefèvre d’Étaples hielt es zwar für wichtig, das Evangelium zu predigen (Evangelisme), forderte aber keine Änderungen des Gottesdienstes.[15]

Im Mai 1531 kehrte Calvin nach Noyon zurück, weil sein Vater schwer erkrankt war. Sein Tod am 26. Mai war für Calvin eine Zäsur, denn er fühlte sich nicht länger verpflichtet, eine juristische Karriere zu verfolgen, und konnte seinen humanistischen Interessen nachgehen. Dazu zog er nach Paris und besuchte Vorlesungen am Collège des trois langues. Er studierte Altgriechisch bei Pierre Danès, wie er in einem Brief erwähnte; dass er auch Hebräischunterricht bei François Vatable nahm, ist wahrscheinlich. Calvin gehörte zu einem Kreis von Reformhumanisten, der sich im Haus von Étienne de la Forge traf. Hier dürften auch Schriften von Martin Luther und Huldrych Zwingli diskutiert worden sein. In seiner ersten selbständigen Publikation trat Calvin im April 1532 als ambitionierter junger Humanist hervor. Es war ein Kommentar zu Senecas Schrift De clementia („Über die Milde“). Erasmus von Rotterdam hatte sie ediert und zu ihrem Studium aufgerufen. Das setzte Calvin nun um und zeigte, dass er das philologische Instrumentarium beherrschte.[16]

Wahrscheinlich kehrte Calvin nach der Veröffentlichung seines Seneca-Kommentars noch einmal nach Orléans zurück (1532/33) und schloss dort sein Jurastudium ab. Dass Calvin von seiner Ausbildung her Jurist war, hatte Folgen für sein theologisches Denken, das, so Christian Link, „zeitlebens geprägt [war] von der Strenge und Faszination des Gesetzes.“[17]

Im Herbst 1533 war Calvin dann wieder in Paris und erlebte die Auseinandersetzungen zwischen reformhumanistischen und konservativen Akteuren mit, über die er in einem Brief an François Daniel in Orléans berichtete (27. Oktober 1533). Margarete von Navarra, die Schwester des französischen Königs Franz I., protegierte die Reformer und stand deshalb in der Kritik. Nicolas Cop nutzte seine Antrittsrede als Rektor der Universität Paris zur Verteidigung Margaretes (1. November 1533). Diese Rede ist eine Auslegung der Seligpreisungen der Bergpredigt im Sinne eines Bibelhumanismus, der mit Erasmus, Martin Bucer und vielleicht auch Philipp Melanchthon vertraut war. Cop war mit Calvin befreundet; in der Forschung wird deshalb diskutiert, wie weit seine Rede Calvins Handschrift trägt. Während die Artistenfakultät und die Medizinische Fakultät hinter Cop standen, hatte er die Theologische und die Juristische Fakultät gegen sich. Ein Haftbefehl des Parlaments zwang ihn zur Flucht nach Basel. Auch Calvin ging nun in den Untergrund. Seine Wohnung am Collège Fortet wurde durchsucht, seine Briefe beschlagnahmt.[18]

Leben im Untergrund: Angoulême und Basel (1533–1536)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Eckhaus Rue de Genève / Rue du Chapeau-Rouge gilt als Calvins Quartier in Angoulême[19]
Die 1536 in Basel gedruckte Erstausgabe der Institutio

Das Königreich Navarra bot den religiösen Dissidenten mehr Schutz als Paris oder auch Orléans. Calvins Studienfreund Louis du Tillet, Kanoniker der Kathedrale von Angoulême und seit 1532 Pfarrer im benachbarten Ort Claix, gab ihm ein Quartier.[20] Im Schloss von Angoulême konnte Calvin die Bibliothek der Familie Du Tillet für das Studium der Bibel und der Kirchenväter nutzen. Das waren Vorarbeiten für die 1536 in Basel gedruckte „Unterweisung in der christlichen Religion“ (Institutio Christianae Religionis).[21] Die wichtigste Quelle für Calvins Aufenthalt in Angoulême ist das Werk des Florimond de Raemond (1623), eines Autors der Gegenreformation, der viele Details über Calvins Aktivitäten dort zu wissen beansprucht. Wilhelm H. Neuser zufolge ist diese Quelle unbrauchbar, da Fiktion und historische Erinnerung nicht mehr zu trennen seien.[22]

Calvin war mittlerweile 25 Jahre alt und konnte die Priesterweihe empfangen; er entschied sich dagegen. Am 4. Mai 1534 reiste er deshalb nach Noyon und gab seine Pfründe offiziell zurück. Streng genommen hätte er sich auch vertreten lassen können, doch geht die Forschung allgemein von einem Besuch Calvin in seinem Herkunftsort aus. Das Datum steht für Calvins Bruch mit der Papstkirche.[23]

Die Plakataffäre (Affaire des Placards) markiert das Ende der relativ toleranten Religionspolitik in Frankreich. Der Anlass dafür war ein Text, in dem die Feier der Heiligen Messe und die Transsubstantiationslehre als Werk des Antichristen diffamiert wurden. Dieser Angriff auf das Allerheiligste Sakrament des Altares traf ins Zentrum spätmittelalterlicher Frömmigkeit. Nach einer ersten Flugblattaktion des Protestanten Antoine Marcourt im Oktober 1534 hatte die altgläubige Seite vorwiegend mit Hostieninszenierungen, etwa durch Prozessionen, reagiert. Das galt als kollektive Buße der Bevölkerung für die Schmähung des Sakraments, war daneben aber auch ein Weg, die Menschen zu mobilisieren und den öffentlichen Raum zu besetzen. Der zweiten Flugblattaktion des gleichen Autors im Januar 1535 folgten landesweite Verhaftungen von Tätern, Mitwissern und verdächtigen „Lutheranern“ (Luthériens). Die monatelange Repression endete mit einem Amnestieangebot für reuige Protestanten (Edikt von Coucy, 16. Juli 1535). Von Oktober 1534 bis Juli 1535 waren allein in Paris 24 Menschen hingerichtet worden, „in so kurzer Zeit wurden nie zuvor und nie danach so viele Todesurteile gegen ‚Ketzer‘ in einer französischen Stadt vollsteckt.“ Eines der Opfer war Etienne de la Forge, in dessen Haus Calvin in seiner Pariser Zeit verkehrt hatte. Du Tillet und Calvin flohen gemeinsam über Metz und Straßburg nach Basel, wo sie wahrscheinlich Anfang 1535 eintrafen.[24]

Calvin lebte weiterhin im Untergrund, so dass für die anderthalb Jahre in Basel nur wenige direkte Quellen vorhanden sind. Es war indes eine für Calvins Entwicklung wichtige Zeit: Erstmals trat er in den Kommunikationsraum der oberdeutsch-schweizerischen Reformation ein, die maßgeblich durch Huldrych Zwingli in Zürich und Johannes Oekolampad in Basel geprägt war. Beide waren im Jahr 1531 verstorben. Als Calvin nach Basel kam, amtierte dort Oswald Myconius als leitender Pfarrer (Antistes), ein Schüler Zwinglis.[25] In Basel begegnete Calvin Heinrich Bullinger, dem Züricher Reformator. Er freundete sich mit Simon Grynaeus an und besuchte seine Römerbriefvorlesung.

„Siehe, als ich jedoch unerkannt in Basel mich versteckte, wurden viele fromme Leute in Frankreich verbrannt. […] Da schien es mir, dass mein Schweigen nicht zu rechtfertigen sei gegen den Vorwurf der Treulosigkeit, wenn ich nicht mutig widersprechen würde.“

Johannes Calvin[26]

Calvin verfasste unter seinem vollen Namen eine Vorrede für die Olivétanbibel; die Abkehr von Jacques Lefèvre d’Étaples wird deutlich. Ein mit den Initialen V. F. C. versehenes weiteres Vorwort bezeichnet die Juden als das „das mit uns verbundene und konföderierte Volk des Sinaibundes“; diese Formulierung stammt nicht von Calvin selbst, aber aus seinem Umfeld.[27]

Am 23. August 1535 schrieb Calvin einen Brief an König Franz I., in dem er für die Opfer der Protestantenverfolgung Partei ergriff und die Vorwürfe gegen sie zu entkräften suchte. Es wurde als Widmungsschreiben der 1536 gedruckten Institutio vorangestellt.[28]

Im März 1536 druckten Thomas Platter und Balthasar Lasius in Basel Calvins lateinische Erstfassung der Institutio, deren Text weitgehend in Frankreich verfasst worden war. Dieses Werk machte Calvin bekannt. Es gibt starke Gemeinsamkeiten mit Luthers Kleinem Katechismus und generell Berührungen mit Luthers Theologie, aber Calvin fügte weitere Themen hinzu, so dass die Institutio eine komplette, wenn auch knappe Dogmatik darstellt. Sehr kennzeichnend ist, wie Calvin den Ausgangspunkt der Theologie bestimmt: Erkenntnis Gottes und Selbsterkenntnis des Menschen (cognitio Dei ac nostri).[29]

Erste Genfer Zeit (1536–1538)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Calvin als junger Mann (Anonymer Künstler, 1535, Bibliothek von Genf)
Guillaume Farel (Anonymer Künstler, 16. Jahrhundert, Bibliothek von Genf)

Genf vor Calvins Ankunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Genf des Jahres 1536 war keine Metropole wie Basel, Bern oder Zürich, hatte aber durch einen Burgrechtsvertrag mit Bern und Freiburg die städtische Unabhängigkeit vom Bischof errungen. Diesen Bischofssitz hatten Mitglieder des Hauses Savoyen traditionell innegehabt, nun galt es, sich dem politischen Zugriff des Herzogtums Savoyens zu entziehen. Genf war damit erfolgreich, gewann „als einzige Stadt Europas seine Unabhängigkeit und wurde eine selbstregierte Stadtrepublik.“ (Philip Benedict)[30] Die Kehrseite dieser Unabhängigkeit von Savoyen war allerdings, so Volker Reinhardt, die politische Anlehnung an die „europäische Großmacht Bern.“[31]

Genfs Übergang zum Protestantismus war weniger religiös motiviert gewesen als vielmehr ein Schritt der Emanzipation von Savoyen. Guillaume Farel war 1532 mit einem Berner Geleitbrief nach Genf gekommen. Zunächst hatte sich der Stadtrat gegen Veränderungen gesträubt, aber nach einem Bildersturm im Sommer 1535 war für Farel der Weg frei, neue Regeln des religiösen und bürgerlichen Alltags in Kraft zu setzen: Gottesdienstreformen, Abschaffung der Heiligenverehrung, Verbot von Prostitution, Tanz und Wirtshäusern, eine Neuordnung des Schulwesens und der Armenfürsorge.[32] Nachdem die Stadt Bern Anfang 1536 die Waadt erobert hatte und damit das Umland von Genf kontrollierte, hatte die „Allgemeine Versammlung“ (Conseil général) der Genfer am 21. Mai 1536 gelobt, nach dem „heiligen evangelischen Gesetz und Wort Gottes“ leben zu wollen.[33]

Calvins Weg nach Genf und Anstellung als Lektor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 1536 reisten Johannes Calvin und Louis du Tillet von Basel nach Ferrara. Sie besuchten den Hof der Herzogin Renée de France; hier hielten sich viele protestantische Flüchtlinge aus Frankreich auf. Die Religionsverfolgung wurde im Sommer 1536 in Frankreich vorübergehend ausgesetzt, damit Personen aus dem Exil zurückkehren und der Häresie abschwören könnten. Calvin nutzte dies, um Erbschaftsfragen in seiner Familie zu klären. Am 2. Juni 1536 traf er deshalb mit seinen Brüdern Charles und Antoine in Paris zusammen. Anschließend wollte er nach Straßburg reisen, war aber gezwungen, einen Umweg über Genf zu nehmen. Als er dort im Juli 1536 eintraf, war er gerade 27 Jahre alt, aber durch die Institutio kein Unbekannter mehr. Deshalb suchte ihn der rund 20 Jahre ältere Guillaume Farel auf und setzte ihn unter Druck, in Genf zu bleiben und sich dort am Aufbau einer reformierten Kirche zu beteiligen.[34] Diese Episode aus Calvins Biografie kann aber auch eine nachträgliche Stilisierung der Ereignisse sein, die begründen sollte, warum Calvin, ein Jurist ohne theologische Ausbildung und ohne Ordination, in Genf die Aufgaben eines Pfarrers wahrnahm.[35]

Am 5. September 1536 ernannte der Stadtrat von Genf Calvin zum Lektor. Er hielt fortan Vorträge in der Kathedrale St. Peter und leitete Gottesdienste. In den folgenden zwei Jahren wirkte Calvin stets als Mitarbeiter Farels, der die Agenda bestimmte.

Genfer Katechismus (1537)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang Oktober 1536 nahm Calvin an einer Disputation in Lausanne teil. Der Rat von Bern hatte die französischsprachigen katholischen Geistlichen der Waadt hierhin eingeladen; man plante, sie in einer theologischen Diskussion für die Anliegen der Reformation zu gewinnen, um sie anschließend als Seelsorger auf dem Lande einsetzen zu können. Es war allerdings kein großer Erfolg: von etwa 160 katholischen Pfarrern, die in Lausanne erschienen waren, ließen sich weniger als 20 überzeugen.[36] In zeitlicher Nähe zur Disputation von Lausanne, vermutlich früher, verfasste Calvin einen französischen Katechismus für die Einwohner Genfs, inhaltlich eine Zusammenfassung der Institutio in ihrer Erstfassung von 1536.[37] Farel kürzte Calvins Text erheblich, erweiterte ihn aber auch um Passagen, die die Erfahrungen der Disputation von Lausanne spiegeln. Die Papstkirche, die in Calvins Katechismus nicht explizit kritisiert worden war, wird nun als teuflisch gebrandmarkt: Ortskirchen, die sich Rom unterstellen, seien „eher Synagogen des Teufels als christliche Kirchen.“[38]

Konflikte und Ausweisung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Calvin (Anonymer Künstler um 1540, Wallonisch-Niederländische Kirche Hanau)

Mitte Januar 1537 beantragte Farel im Namen der Pastorenschaft beim Stadtrat von Genf, Reformen einzuführen, die einen deutlichen Bruch mit dem Katholizismus darstellten:[39]

  • Regelmäßige Feier des Abendmahls (idealerweise wöchentlich, zunächst aber monatlich);
  • Vollmacht der Geistlichen, Gemeindeglieder vom Abendmahlsempfang auszuschließen (Exkommunikation);
  • Psalmengesang der Gemeinde anstelle des Chorgesangs;
  • Katechismusunterricht der Jugend;
  • Abschaffung der päpstlichen Eheverbote; Einsetzung eines Ehegerichts aus Ratsmitgliedern, in dem Pfarrer als Berater beteiligt sind.

Dass Calvin diese Maßnahmen mittrug, führte dazu, dass sein damals engster Freund Louis du Tillet zu ihm auf Distanz ging. Er zog im Sommer 1537 zunächst von Genf nach Straßburg und kehrte dann nach Frankreich zurück, wo er seinen Frieden mit der römisch-katholischen Kirche machte. Er meinte, dass es in dieser Kirche schwere Missstände gebe. Aber es blieb die Kirche, in die er hineingetauft war. An Calvin schrieb er, dieser neige dazu, sein Urteil mit dem Urteil Gottes zu verwechseln. Menschen wie du Tillet waren für Calvin „Nikodemiten“: Wie die biblische Figur Nikodemus hatten sie die Wahrheit erkannt, verweigerten aber die Konsequenz – in diesem Fall den Bruch mit der Papstkirche. Die „Nikodemiten“-Polemik zieht sich ab 1537 (Epistolae duae) durch Calvins Werk; seine Argumentation mit biblischen Paradigmen erschwert es für Historiker, die tatsächlichen Positionen der so diffamierten Personen zu erkennen.[40]

Pierre Caroli, der seit November 1537 als Pfarrer von Lausanne amtierte, stammte wie Calvin aus dem Humanistenkreis um Jacques Lefèvre d’Étaples und war ebenfalls nach der Plakataffäre aus Frankreich geflohen. Er verstand sich als Protestant, vertrat aber im einzelnen konservativere Ansichten als Farel und Calvin. Als ihm das vorgeworfen wurde, bezichtigte er die Genfer Pfarrer des Arianismus und forderte sie auf, um sich vom Verdacht der Häresie zu reinigen, das Athanasische Glaubensbekenntnis (Athanasianum) zu unterschreiben. Calvin wurde also eine häretische Abweichung von der Trinitätslehre unterstellt. Er weigerte sich, eine Unterschrift zu leisten, weil er Caroli die Autorität bestritt, ihn dazu zu nötigen. Dabei ließ er aber auch durchblicken, dass die Bibel wichtiger als das Athanasianum sei. Eine Synode in Lausanne und die Berner Pfarrerschaft erklärten im Mai 1538 die Trinitätslehre Calvins für rechtgläubig. Caroli verlor seine Stelle. Er kehrte nach Frankreich und damit auch in die römisch-katholische Kirche zurück.[41]

Angehörige der Genfer Oberschicht erklärten, sie seien für die Reformation, aber wollten in Freiheit leben und nicht nach den Regeln Farels. Der Widerstand machte sich an zwei Punkten fest: man verweigerte den Eid auf das im Katechismus formulierte Glaubensbekenntnis, und man gab den Geistlichen nicht das Recht zur Exkommunikation. Anfang 1538 eskalierte der Konflikt; Farel und Calvin erklärten, Unruhestifter vom Abendmahl ausschließen zu wollen, was der Stadtrat ihnen untersagte. Im Februar wurden Mitglieder der Stadtregierung gewählt; nun kamen einige erklärte Gegner Farels neu in den Stadtrat.

Im März nahmen Farel und Calvin an einer Synode in Lausanne teil, wo die politisch dominierende Stadt Bern versuchte, ihre eigenen Gottesdienstformen auch für Genf verbindlich zu machen, zum Beispiel Spendung der Taufe an Taufsteinen und Abendmahlsfeier mit Hostien statt mit Brot. Genf hatte alle christlichen Feiertage abgeschafft, die nicht wie Ostern auf einen Sonntag fielen, nun sollten die wichtigsten, darunter Weihnachten und Christi Himmelfahrt, wieder begangen werden. Farel und Calvin hatten Bedenken und sollten daraufhin dem Stadtrat zusichern, dass sie beim anstehenden Osterfest das Abendmahl mit Hostien feiern würden. Sie reagierten ausweichend. Die Verhaftung des blinden Pfarrers Jean Corauld wegen polemischer Predigt verschärfte den Konflikt zwischen Pastorenschaft und Stadtrat weiter; schließlich verbot der Stadtrat Farel und Calvin, Ostergottesdienste zu feiern. Die beiden setzten sich in provokanter Weise darüber hinweg: am Ostersonntag, dem 21. April 1538 bestiegen Calvin in der Kathedrale St. Peter und Farel in St. Gervais die Kanzeln, predigten und erklärten danach, das Abendmahl nicht feiern zu wollen.[42] Das war „die großartigste Exkommunikation …, welche die Geschichte kennt: eine ganze Stadt wurde vom Abendmahl ausgeschlossen durch zwei Prädikanten …“[43] (Walther Köhler) Der Stadtrat reagierte umgehend. Am 23. April wies er die beiden Pfarrer aus. Calvin ging daraufhin nach Basel und Straßburg, Farel war ab Sommer 1538 Pfarrer in Neuchâtel.[44]

Straßburg (1538–1541)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Professur für Neues Testament[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Calvin, aus Genf ausgewiesen, hatte sich zunächst in Basel niedergelassen, aber Martin Bucer überzeugte ihn, zu ihm nach Straßburg zu kommen. Er verließ Basel am 23. August 1538. In Straßburg wohnte er zuerst bei Wolfgang Köpfel, dann bei Bucer und schließlich in einem Haus im Thomaskirchenviertel. Am 29. Juli 1539 erwarb er das Straßburger Bürgerrecht. Köpfel schlug vor, Calvin mit Vorlesungen zum Neuen Testament an der Hohen Schule von Straßburg zu beauftragen. Am 1. Februar 1539 wurde er, zuvor ehrenamtlich tätig, für ein Jahr zum Professor der Theologie ernannt. Als Exeget hatte Calvin bald einen guten Ruf und zog Studenten aus Frankreich an. Sein Kennzeichen war die knappe und klare Kommentierung des Bibeltextes (perspicua brevitas), während Bucer vom Bibeltext ausgehend thematische Exkurse einschob.[45] Durch den Kontakt mit dem 18 Jahre älteren Martin Bucer wurde Calvin in seiner Theologie geprägt,[46] beispielsweise in der Prädestinationslehre, im Abendmahlsverständnis, in der Pneumatologie, Ekklesiologie und Bundestheologie.[47] „Mehr als Luther legen sie [Bucer und Calvin] den Schwerpunkt auf die Heiligung des Glaubenden […]. Sie teilen das Idealbild von einer christlichen Stadt […]“[48] Die Institutio erschien 1539 in erweiterter Fassung. 1540 erschien mit dem Römerbriefkommentar ein Hauptwerk innerhalb von Calvins Bibelauslegungen.[49]

Pfarrer der französischen Flüchtlingsgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Psalm 137, in: Aulcuns pseaulmes et cantiques mys en chant (Straßburg 1539)

In Straßburg gab es schon seit 1535 einige hundert französische Glaubensflüchtlinge, meist aus Metz. Calvin organisierte sie als Gemeinde mit ihm selbst als Pfarrer, sowie Kirchenältesten und Diakonen, die zusammen das Konsistorium bildeten. Die Kirchenältesten sollten sowohl gegenüber den Gemeindegliedern die Kirchenzucht ausüben, als auch Predigt und Lebenswandel der Geistlichen überprüfen. Die Gottesdienste fanden zunächst in St. Nikolaus, dann in St. Magdalena und ab 1541 im Chor der Dominikanerkirche statt. Calvin predigte sechsmal pro Woche, davon zweimal am Sonntag. Die Liturgie entsprach dem, was in Straßburg üblich war. Um am monatlich gefeierten Abendmahl teilzunehmen, benötigte man bei Bucer eine Einzelbeichte mit Absolution, in Calvins französischer Gemeinde dagegen eine Zulassung, die nach einem Prüfungsgespräch erteilt wurde. Die Gemeinde sang im Gottesdienst Psalmen; 1539 veröffentlichte Calvin mehrere französische Psalmbereimungen zu Melodien von Matthias Greitter und Wolfgang Dachstein (Aulcuns pseaulmes et cantiques mys en chant).[50] Nur die Reimfassung von Psalm 25 und Psalm 46 ist sicher Calvin zuzuweisen; 13 der insgesamt 22 Texte stammen aus der Feder von Clément Marot.[51]

Religionsgespräche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus eigener Initiative schloss sich Calvin im Februar 1539 der Straßburger Delegation zum Frankfurter Fürstentag an. Einerseits wollte er um Unterstützung für die verfolgten französischen Protestanten werben – hier ist aber nicht dokumentiert, was er konkret unternahm oder erreichte. Das andere Motiv war, dass er Philipp Melanchthon persönlich kennenlernen wollte. An Guillaume Farel schrieb er Ende März, er habe mit Melanchthon über viele Dinge reden können. In der Abendmahlslehre bestehe Übereinstimmung, und Melanchthon finde die Kirchenzucht ebenfalls sehr wichtig. Er würde auch gern die kirchlichen Zeremonien stärker reduzieren, setze aber auf ein schrittweises Vorgehen. Calvin beobachtete interessiert die Kontaktaufnahme zwischen dem Schmalkaldischen Bund und Heinrich VIII. von England, der einen Diplomaten nach Frankfurt entsandt hatte.[52]

Zweite Genfer Zeit (1541–1564)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuordnung der Genfer Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1540 bat der Rat der Stadt Genf Calvin um seine Rückkehr. Ausschlaggebend hierfür war, dass er und Farel nach ihrer Ausweisung weiterhin eine Anhängerschaft in Genf hatten, die Guillermins (nach Farels Vornamen Guillaume benannt). Sie setzten sich im August 1540 politisch durch; im Oktober erreichte Calvin dann die Einladung, wieder nach Genf zu kommen. Der Kurienkardinal Jacopo Sadoleto hatte an die Genfer eine Einladung gerichtet, in den Schoß der römischen Kirche zurückzukehren, und die Genfer wünschten eine schroffe Zurückweisung dieses Angebots, aber mit theologischem Niveau: dazu brauchte man Calvin.[46] Dieser lieferte dann auch eine glänzende Streitschrift ab.[53] In längeren Verhandlungen setzte Calvin Zugeständnisse für seine Rückkehr durch, unter anderem die Zusage, eine Kirchenordnung, einen Katechismus und die Kirchenzucht einzuführen. Calvin hatte in Straßburg miterlebt, wie Bucers Versuch, kirchliche Disziplinarmaßnahmen durchzusetzen, gescheitert war. „Er wollte in Genf das durchführen, was Bucer in Straßburg nicht erreichte.“[54]

Im September 1541 kehrte Calvin nach Genf zurück, und noch im gleichen Jahr entstand unter seiner Federführung die Genfer Kirchenordnung (Ordonnances ecclesiastiques). 1542 folgte der zweite Genfer Katechismus. Calvin hatte nun verschiedene Möglichkeiten, auf die Genfer Bevölkerung Einfluss zu gewinnen:[55]

  • Predigten: Er predigte sonn- und werktags, wobei er aktuelle Bemerkungen in seine Schriftauslegung einfließen ließ und mitunter die Stadtregierung offen kritisierte.
  • Konsistorium: Dies war eine kirchliche Disziplinarbehörde, je zur Hälfte Älteste und Pastoren. Sie behandelte Anzeigen gegen Personen, die beispielsweise katholischen Glaubenspraktiken weiter anhingen, Fälle von Streit, Ehebruch, Spiel, Tanz, Alkoholgenuss, Wirtschaftsvergehen (Betrug, Wucher), übler Nachrede usw. Meist endete das Verfahren mit einer Ermahnung der Betroffenen durch Calvin selbst. Wenn das nicht wirkte, wurde die Person vom Abendmahl ausgeschlossen, bis sie Besserung zeigte. Manchmal musste eine öffentliche Wiedergutmachung stattfinden.
  • Gesetzgebung: Der juristisch ausgebildete Calvin wurde zum Berater der Genfer Stadtregierung. Das Ergebnis waren zum Beispiel Gesetze, die unpassende Namen bei der Kindtaufe verboten (und damit in das Recht der Eltern zur Namenswahl eingriffen), Sonntagsheiligung, die Bewirtung von Auswärtigen in Gaststätten (Tischgebet, Vorhandensein von Bibeln), Strafen gegen Blasphemie , Unzucht, Trunkenheit, Landstreicherei usw. Calvin machte auch Vorschläge zur Straßenreinigung, Lebensmittelkontrolle, zum Unfallschutz (Geländer an Fenstern) und zum Aufbau einer Textilindustrie, um Arbeitsplätze für die nach Genf strömenden französischen Flüchtlinge zu schaffen.[56]
Genf 1552

Die Stadtrepublik Genf wurde zu Calvins Zeit „durch eine Mischform von oligarchischen, demokratischen und ständischen Elementen regiert“, so Peter Opitz:[57]

  • An der Allgemeinen Versammlung (Conseil Général) konnte man als alteingesessener Genfer (citoyen) ebenso wie als Neubürger (bourgeois), nicht aber als bloßer Einwohner (habitant) teilnehmen und dort über neue Gesetze oder die Vergabe von Ämtern mitentscheiden.
  • Dem Kleinen Rat (Petit Conseil) gehörten 25 gebürtige Genfer an, die jährlich von der Allgemeinden Versammlung aus dem Rat der Zweihundert gewählt wurden. Der Kleine Rat bestimmte seinerseits die personelle Zusammensetzung des Rats der Zweihundert.
  • Vier Bürgermeister (Syndics), die jährlich neu von der Allgemeinen Versammlung ernannt wurden, hatten während ihrer Amtszeit die größte Machtfülle.

Die Reformierte Kirche von Genf wurde zur gleichen Zeit von der Compagnie des pasteurs geleitet, in der Regel 10 Pastoren unter dem Vorsitz des sogenannten Moderators – dieses Amt hatte Calvin meist selbst inne. Grundlegend für Calvins Erfolg in Genf war, so Volker Reinhardt, dass er diese Pastorenschaft zu einer Solidargemeinschaft formte, bzw. zu einer „Lehr- und Kampfgemeinschaft von monolithischer Geschlossenheit.“[58] Wenn Calvin sich mit Wünschen an den Stadtrat wandte, so tat er das stets als Sprecher der Compagnie des pasteurs; dabei wurde er oft von anderen Mitgliedern dieses Gremiums begleitet. Das Konsistorium, das mit der Kirchenzucht beauftragt war, wurde von einem städtischen Syndic geleitet. Mitglieder waren alle Pastoren der Stadt und ein jährlich neu gewählter Ausschuss der Stadtregierung, die zwölf Kirchenältesten. Sie wurden faktisch oft in ihrem Amt bestätigt und nicht neu bestimmt. Das Konsistorium tagte wöchentlich. Die Akten zeigen, dass Calvin sich bei den hier verhandelten Fällen sehr unterschiedlicher Art aktiv einbrachte und meist die Zurechtweisung der angezeigten Personen formulierte, mit der das Konsistorium seine Verhandlung abschloss.[59]

Prozesse wegen „Pestverbreitung“ (1545)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Herbst 1542 wurde Genf mehrfach von Pestwellen heimgesucht. Der Rat verpflichtete die Pfarrer, die Pestkranken im Spital zu betreuen; Pierre Blanchet übernahm diese Aufgabe, Calvin meldete sich als dessen Stellvertreter. Als Blanchet im Frühjahr 1543 selbst an der Pest starb, wurde Calvin von der gefährlichen Tätigkeit im Spital freigestellt, da er anderswo gebraucht werde. Indes war es nicht einfach, einen Nachfolger für Blanchet zu finden. Die Pfarrer räumten gegenüber dem Rat ein, ihnen fehle die „Standfestigkeit“, um Pestkranke zu besuchen. Dass kurz nach den Reformen des kirchlichen Lebens in Genf die Pest grassierte, war beunruhigend: Handelte es sich womöglich um eine Strafe des Himmels? Zwei Jahre später wurden rund 30 Männer und Frauen aus dem Umkreis des Spitals als „Pestverbreiter“ verhaftet; angeblich hatten sie Haustüren mit Salben bestrichen, um die Pest vom eigenen Haus weg auf andere Häuser zu lenken. Also war die Epidemie nicht Gottes Werk, sondern eine Verschwörung böser Menschen. Calvin stellte als Jurist weder die Folter als Verhörmethode noch die Todesstrafe für das Delikt „Pestverbreitung“ in Frage. Er setzte sich für kürzere Verhöre und für eine schnelle, weniger qualvolle Hinrichtung ein, allerdings vergeblich. Der Rat der Stadt verurteilte 24 Frauen und 7 Männer 1545 zum Tode; die Frauen wurden verbrannt, die Männer gevierteilt. Diese Gruppenhinrichtung fiel zufällig mit dem Ende der Pestepidemie in Genf zusammen.[60] In einem älteren Gutachten hatte Calvin Zauberei als Selbsttäuschung erklärt. Aber im Frühjahr 1545 war er von der Gefährlichkeit der Pestsalben überzeugt. Am 27. März 1545 schrieb er an Oswald Myconius: „Sieh, in welcher Gefahr wir schweben. Gott hat bisher unser Haus unversehrt erhalten, obwohl es schon mehrmals angegriffen wurde. Gut ist nur, dass wir uns in seinem Schutze wissen.“[61]

Calvin meinte zwar, dass Hexen hingerichtet werden sollten, weil das in der Bibel stand (Ex 22,18). Er war aber, so Brian P. Levack, am Hexenwesen wenig interessiert und äußerte sich kaum dazu. Wirkungsgeschichtlich sei für Hexenverfolgung im Raum des Calvinismus wichtig geworden, dass Calvin die Macht Satans herausstellte, gegen die der Christ einen ständigen Kampf führen müsse.[62]

Der Fall Ameaux (1546)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der offene Widerstand Genfer Bürger gegen Calvin begann in Folge der Bestrafung des Ratsherrn Pierre Ameaux. Dieser hatte am 26. Januar 1546 in geselliger Runde über die „Franzosenherrschaft“ geschimpft und in diesem Kontext Calvin als „picardischen Bösewicht“ und Irrlehrer bezeichnet. Ameaux wurde angezeigt, verhaftet und vom Rat dazu verurteilt, Gott, den Rat und Johannes Calvin wegen der ihnen angetanen Ehrverletzung um Entschuldigung zu bitten. Im Blick auf Ameaux’ hohen sozialen Rang gestaltete der Rat die Modalitäten dieser Zeremonie recht milde. Calvin akzeptierte das nicht. Er erklärte, die Beleidigung seiner Person sei unwichtig, aber Ameaux habe die Ehre Gottes verletzt. Die Pfarrerschaft und das Konsistorium unterstützten Calvin, so dass der Rat einlenkte. Ameaux mußte im April 1546 im Büßerhemd und mit brennender Kerze in der Hand durch Genf laufen und auf dem Marktplatz kniend um Verzeihung bitten. Besonders in alten Genfer Familien wurde das Urteil gegen Ameaux als reine Machtdemonstration Calvins interpretiert.[63]

Der Unmut wuchs durch die Weigerung Genfer Pastoren, populäre Heiligennamen (wie Claude) als Taufnamen zuzulassen. „Und das hatte zur Folge, dass Väter, die einen kleinen Claude aus der Taufe heben wollten, aus den Armen des Pastors einen Abraham zurückerhielten.“[64] Als Calvin verhinderte, dass der Genfer Jean Trolliet in Genf eine Pfarrstelle erhielt, verstärkte dies den Widerstand gegen die nur aus Exilfranzosen bestehende Pfarrerschaft. Störaktionen gingen von einer Gruppe aus, die sich „Kinder Genfs“ (Enfants de Genève) nannte. Weder mit Sanktionen noch mit Gesprächs- und Versöhnungsangeboten Calvins konnte dieser Konflikt geschlichtet werden.[65]

Der Fall Bolsec (1551)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jérôme-Hermès (Hieronymus) Bolsec war ein ehemaliger französischer Karmeliter, der sich der Reformation angeschlossen hatte und seit dem Frühjahr 1551 in Veigy nahe Genf als Mediziner praktizierte. Er widersprach öffentlich der von den Genfer Pastoren gelehrten doppelten Prädestination. Der Rat ließ Bolsec verhaften, war aber unschlüssig, wie mit ihm zu verfahren sei – zumal das Verhältnis der Compagnie des Pasteurs zum Rat und zu Teilen der Bevölkerung gerade angespannt war. Daher erbat man Gutachten von den Schweizer Nachbarkirchen. Aus Bern, Basel und Zürich trafen Stellungnahmen ein, die zwar für Calvin Partei ergriffen, aber sehr verhalten, und zur Versöhnung mit Bolsec aufriefen. Auch von Philipp Melanchthon in Wittenberg, mit dem er einen freundschaftlichen Briefkontakt pflegte, erhielt Calvin jetzt nicht die klare Unterstützung, die er gebraucht hätte. Dem Genfer Rat gegenüber erklärte er, Melanchthon sei mehr Philosoph als Theologe, außerdem von Natur aus zaghaft. Da die Genfer Pfarrerschaft sich in der Prädestinationslehre einig war, wurde Bolsec am 22. Dezember 1551 aus Genf verbannt. Dass er vergleichsweise glimpflich bestraft wurde, verdankte er den Gutachten aus den Schweizer Nachbarkirchen, aber auch der Protektion durch den niederländischen Adligen Jacques de Falais. Von Berner Gebiet aus führte Bolsec seinen theologischen Disput mit Calvin weiter, kehrte aber 1563 in die römisch-katholische Kirche zurück und verfasste schließlich eine polemische, viel rezipierte Lebensbeschreibung Calvins (1577), die das katholische Bild des Reformators prägte.[66]

Der Fall Servet (1553)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1903 errichteter Gedenkstein der Hinrichtung Servets in Genf. Dass „unser großer Reformator“ sich für diese Hinrichtung aktiv einsetzte, wird verurteilt und als „Fehler seines Jahrhunderts“ bezeichnet

Michel Servet, ein spanischer Arzt und Universalgelehrter, lehnte die Trinitätslehre und damit die ganze Kirchengeschichte seit dem Konzil von Nicäa (325) ab. Er hoffte auf eine „Wiederherstellung des Christentums“ (Christianismi Restitutio, so der Titel seines 1552 gedruckten Hauptwerks) und suchte den Kontakt zu mehreren Reformatoren, wohl in der Absicht, sie von seinem Programm zu überzeugen. Das gelang ihm weder bei Philipp Melanchthon, noch bei Johannes Oekolampad oder Martin Bucer. „Alle verurteilten sie Servets theosophisch-synkretistisches Denken, das in durchaus origineller Weise die vornizänische christliche Tradition mit Elementen aus dem Neuplatonismus, der Kabbala, aber auch mit chiliastischen Zügen verband.“[67] Eine für beide Seiten gefährliche Kontaktaufnahme Servets mit Calvin 1534 in Paris kam nicht zustande, aber Anfang 1546 kam es zu einem Briefwechsel zwischen ihnen. Calvin beendete diesen Austausch und äußerte bereits zu diesem Zeitpunkt, dass Servet den Ketzertod verdient habe. Dieser lebte unter dem Pseudonym Michel de Villeneuve in Lyon und war seit 1538 Leibarzt des Erzbischofs von Vienne, Pierre Palmier. Ihm wurde zum Verhängnis, dass in Genf, im Umkreis Calvins, seine wahre Identität bekannt war. Guillaume de Trie, ein französischer Glaubensflüchtling, der in Genf lebte, schrieb seinem katholischen Verwandten in Lyon, dessen Stadt dulde einen Gottesleugner. De Trie erhielt von Calvin die Briefe, die Servet diesem geschickt hatte, und ein Exemplar der Institutio, das Servet mit kritischen Anmerkungen versehen hatte. Servet wurde in Lyon von de Tries Vetter mit diesem Beweismaterial angezeigt und seit März 1553 von der Römischen Inquisition verhört. Ihm gelang aber die Flucht, so dass das Todesurteil am 17. Juni 1553 in Vienne in seiner Abwesenheit erfolgte und durch eine symbolische Verbrennungsaktion (in effigie) vollstreckt wurde.[68]

Warum Servet auf der Flucht ausgerechnet nach Genf kam, ist unbekannt. Hier wurde er am 13. August 1553 während eines Gottesdienstes erkannt, und Calvin sorgte für seine Festnahme und formelle Anklage. Nach der Befragung Servets beschloss der Rat von Genf, einerseits bei den reformierten Schweizer Schwesterkirchen Gutachten einzuholen und andererseits in Vienne um Informationen zum Prozess Servets nachzufragen. Ende August traf die Antwort aus Vienne ein, zusammen mit einem Auslieferungsersuchen. Servet, vor die Wahl gestellt, entschied sich dafür, in Genf zu bleiben. Mitte Oktober trafen die Gutachten aus Schaffhausen, Zürich, Bern und Basel ein; alle sprachen sich für die Todesstrafe aus. Da auch in Genf das kaiserliche Strafgesetzbuch (die Constitutio Criminalis Carolina) galt, das für Leugnung der Trinität die Todesstrafe festsetzte, war das Todesurteil des Genfer Rats absehbar. Am 27. Oktober starb Michel Servet auf dem Scheiterhaufen. Mit dem Genfer Prozess Servets hatte Calvin, nachdem er einmal in Gang gekommen war, nicht mehr viel zu tun. Er wollte Servets Tod; er hätte ihn zu diesem Zeitpunkt aber auch nicht mehr retten können. Aus den Quellen geht hervor, dass er den Todeskandidaten im Gefängnis besuchte. „Calvin hatte für den spanischen Arzt nur Missachtung übrig und für dessen Angst vor dem Tod kein Verständnis.“[69] (Miriam G. K. van Veen)

„Tumult“ von 1555[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Calvins Auditorium in Genf, Place de la Taconnerie
Innenhof des Collège de Genève (heute Collège Calvin), im Hintergrund St. Peter

Viermal im Jahr wurde in Genf ein Abendmahlsgottesdienst gefeiert. Dort nicht das Abendmahl empfangen zu dürfen (Exkommunikation), war eine gefürchtete Strafe. Die Folgen betrafen auch das bürgerliche Leben: Ein Exkommunizierter konnte in Genf nicht heiraten und kein Patenamt übernehmen, war also gesellschaftlich ausgegrenzt.[70] Hinzu kam die öffentliche Beschämung. Das Konsistorium bestand darauf, die Exkommunikation nach eigenem Ermessen zu verhängen, ohne dass ein Betroffener dagegen an die Stadtregierung appellieren konnte. Ami Perrin, ein prominenter Genfer Bürger, und die „Kinder Genfs“ (Enfants de Genève) opponierten dagegen. Auch andere Mitglieder der Schweizer Konföderation, wie Bern und Zürich, lehnten die Exkommunikationsstrafe wegen ihrer Missbrauchsmöglichkeiten ab. Sie erinnere an die Art, wie Päpste und Bischöfe in vorreformatorischer Zeit regiert hätten. Calvin und die Compagnie des pasteurs bestanden aber darauf, dass sie ohne Recht zur Exkommunikation nicht amtieren könnten und lieber Genf verlassen wollten. 1555 kam es zu politischen Unruhen, in die auch die Gegner der Exkommunikation verwickelt waren. Der Anlass hierfür war die Einbürgerung einer größeren Zahl französischer Flüchtlinge, womit die Parteigänger Calvins ihre Machtposition stärken konnten. Ein spontanes Handgemenge, das unblutig endete, – „eine ebenso lärmende wie desorganisierte Demonstration der Verlierer“[64] – hatte einen Prozess wegen Landesverrats zur Folge. Die anschließenden Säuberungen ermöglichten es den Parteigängern Calvins, die Opposition zu zerschlagen: Einige Anführer wurden zum Tode verurteilt und trotz verschiedener Gnadengesuche, auch der Stadt Bern, schließlich hingerichtet. Perrin hatte sich der Todesstrafe durch Flucht entzogen. In anderen Fällen wurde eine Ausweisung aus Genf auf Lebenszeit verhängt.[71]

Gründung der Akademie (1559)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Calvin hatte schon seit seiner Ankunft 1536 kontinuierlich Vorlesungen über biblische Bücher gehalten; ein Ersatz für ein Theologiestudium konnten einige Wochen in Calvins Auditorium allerdings nicht sein. Entsprechend schlecht ausgebildet gingen viele reformierte Pfarrer in die Gemeinden. Nach der Niederschlagung des „Tumults“ von 1555 konfiszierte der Magistrat Grundstücke von oppositionellen Genfern. Nun war das Geld vorhanden, um eine Lateinschule für Jungen (Collège de Genève) und eine Universität (Académie de Genève) für junge Männer zu gründen (5. Juni 1559). Die Studentenzahl zu Calvins Lebzeiten wird auf etwa 300 Personen geschätzt; der Studienplan war wenig reguliert – man konnte nach Interesse unter den Veranstaltungen auswählen. Théodore de Bèze war der erste Rektor. Calvin hatte offiziell keine Aufgabe in der Verwaltung, übte aber durch seine biblischen Vorlesungen und sein Engagement bei Stellenbesetzungen einen prägenden Einfluss aus. Es bestand ein hoher Bedarf an Pastoren in reformierten Kirchen, besonders in Frankreich, und die Gemeinden schickten Kandidaten bevorzugt an die Genfer Akademie, bzw. forderten Absolventen von dort an. Calvins Ruf trug zum Aufblühen der Akademie wesentlich bei, auch als er krankheitsbedingt dort weniger präsent war, außerdem warb Calvin beim Magistrat erfolgreich für die finanzielle Förderung der Akademie.[72] Von den Absolventen der Jahre 1555 bis 1562, die bekannt sind, kam ein Drittel aus dem Adel und fast alle übrigen aus dem gehobenen Bürgertum. Sie stammten aus Frankreich, und dorthin kehrten sie unter großem persönlichem Risiko zurück – schwerpunktmäßig in die Provinzen Dauphiné, Guyenne, Languedoc und Provence.[73]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ehepaar Jean Stordeur und Idelette de Bure gehörte der Täuferbewegung an und war um 1533 von Lüttich nach Straßburg geflohen. Calvin bekehrte die beiden kurz nach seiner eigenen Ankunft in Straßburg 1538. Stordeur verstarb an der Pest. Im August 1540 heiratete Calvin die Witwe, die einen Sohn unbekannten Namens und eine Tochter Judith mit in die Ehe brachte. Die Trauung vollzog Guillaume Farel, der dazu nach Straßburg reiste. Am 28. Juli 1542 brachte Idelette de Bure einen Sohn zur Welt, Jacques, der nach wenigen Tagen starb. Seit dieser Geburt war sie kränklich und starb am 29. Mai 1549 in Genf. In seinen Briefen erwähnte Calvin seine Sorge um Idelettes Gesundheit und seine Trauer, in der ihm Freunde beistanden.[74] Eine zweite Heirat war für Calvin keine Option, und es ist nicht dokumentiert, dass man ihm die Wiederverheiratung nahegelegt hätte. 1554 heiratete die Stieftochter Judith Stordeur, und 1557 taufte Calvin ihren Sohn. 1562 wurde sie wegen Ehebruchs verurteilt und geschieden. Calvin lag daraufhin fiebernd im Bett.[75]

Antoine Cauvin, der jüngere Bruder des Reformators, lebte seit der Straßburger Zeit mit diesem im gleichen Haushalt. Er war verheiratet mit Anne le Fert. Bald nachdem Calvin mit seiner Frau nach Genf gezogen war, folgte Antoine mit Familie nach; gemeinsam bewohnten sie ein repräsentatives Haus in der Nähe von St. Peter. Idelette de Bures Krankheit hatte zur Folge, dass Anne le Fert die Leitung des Haushalts weitgehend übernahm. 1548 kam im Konsistorium zur Sprache, dass Anne le Fert angeblich die Ehe gebrochen hatte, und Calvin bat, für seine Schwägerin keine Ausnahme zu machen. Der Konflikt wurde mit einem Versöhnungsgespräch beigelegt. 1557 klagte Antoine Cauvin seine Frau des Ehebruchs an, und diesmal wurde sie verhaftet und verhört, zweimal unter Anwendung der Folter; sie bestand aber auf ihrer Unschuld. Calvin trat in diesem Verfahren als Rechtsbeistand seines Bruders auf. Daraufhin wurde die Ehe geschieden. Anne le Fert wurde von ihren vier Kindern getrennt und aus Genf verbannt; sie ging nach Lausanne und heiratete dort Jean-Louis Ramel, einen politischen Gegner Calvins.[76]

Krankheiten, Tod und Begräbnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon die Zeitgenossen vermuteten, dass Calvin durch sein immenses Arbeitsvolumen seine Gesundheit früh ruinierte. Krankheiten waren ein ständig wiederkehrendes Thema in Calvins Briefwechsel: Tuberkulose, Rheumatismus, Nierensteine und Darmstörungen.[77] Ende 1563 wurde sein Gesundheitszustand definitiv schlechter. Im Februar 1564 hielt er seine letzte Vorlesung, im März war er letztmals im Konsistorium und in der Congrégation des pasteurs. Am Ostergottesdienst (2. April), den Théodore de Bèze leitete, nahm er noch teil. Nachdem er am 25. April sein Testament gemacht hatte, besuchten ihn Freunde und Mitarbeiter am Krankenbett, um Abschied zu nehmen. Sein letzter Brief am 2. Mai 1564 war an Guillaume Farel gerichtet. Dieser Brief erreichte Farel nicht, denn der 79-jährige war bereits unterwegs nach Genf. Er traf Calvin noch lebend an, und die beiden aßen miteinander, eingedenk der alten Freundschaft.[78] Am 27. Mai starb Johannes Calvin, 54 Jahre alt.

Calvin hatte gewünscht, dass sein Grab nicht mit einem Stein markiert würde. Am Tag nach seinem Tod, Sonntag den 28. Mai, wurde er nachmittags in einem einfachen Holzsarg auf dem Friedhof des Genfer Stadtteils Plainpalais (Cimetière des Rois) beigesetzt. Die genaue Grabstelle ist unbekannt.[79]

Calvins Theologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausschnitt aus einem Brief Calvins an Philipp Melanchthon vom 21. Januar 1545

Calvin war als Reformator der zweiten Generation theologisch von Luther, Melanchthon, Zwingli und Bucer beeinflusst. Jedoch setzte er auch deutlich eigene Akzente. Er war tief religiös, in seinen Anschauungen strenger als Luther und willensstark. Mit scharfem Intellekt schuf er mit seiner Institutio Christianae Religionis das geschlossenste systematische Werk der Reformation. Als sein Wirkungsfeld sah er ganz Europa. Er unterhielt eine ausgedehnte Korrespondenz und unterrichtete Tausende Theologiestudenten, die von überall her an die 1559 gegründete Akademie in Genf kamen.[80]

Die Frage, ob der Mensch Gott erkennen kann, war zu einem Problem geworden, auf das Calvin einging. Nach seiner Auffassung gewinnt der Mensch zwar aus der Betrachtung von Natur, Geschichte und seiner selbst eine gewisse Gotteserkenntnis, aber er ist zugleich Sünder, der fern von Gott ist. Deshalb ist er darauf angewiesen, dass Gott sich ihm durch sein Wort, in dessen Zentrum Christus steht, zu erkennen gibt. Dies geschieht sowohl im Alten als auch im Neuen Testament, wenn auch auf verschiedene Art und Weise (Luthers sola scriptura, allein (durch) die Schrift). Calvin folgt dem Kirchenvater Augustinus in seinem Verständnis der Sünde als Erbsünde, einer völligen, schuldhaften Trennung des Menschen von seinem Schöpfer, die nur Gott überwinden kann. Jesus Christus (solus Christus, allein Christus) hebt durch seine Person und sein erlösendes Werk diese Trennung auf und schenkt dem Glaubenden durch den Heiligen Geist Gemeinschaft mit sich und dem Vater. (Calvin denkt streng trinitarisch.) Damit ist der Glaubende, der dieses Geschenk dankbar annimmt, gerechtfertigt und geheiligt (sola fide, allein durch den Glauben). „Das Leben im Glauben ist nach Calvin gekennzeichnet durch Buße, Selbstverleugnung, Gebet, Betrachtung des zukünftigen Lebens und steht in allem“ unter der christlichen Freiheit.[O 1]

Wie die anderen Reformatoren ließ Calvin als Sakramente nur die Taufe und das Abendmahl gelten: „Dieses ist ein wirksames Zeichen. In ihm ist Christus durch den Heiligen Geist gegenwärtig und wirksam“ („Spiritualpräsenz“).[O 2] Die Predigt hat sakramentalen Charakter, denn sie macht den Glaubenden der Gemeinschaft mit Gott teilhaftig (Luther: Fides ex auditu, der Glaube kommt aus dem Hören; Röm 10,17 LUT).[81] Calvin konnte sich mit dem Vorschlag, das Abendmahl jeden Sonntag zu feiern, nicht durchsetzen.[82] Daraufhin wurde es in Genf viermal im Jahr gefeiert. Das Innere der Kirchen war betont schlicht gehalten, um die Menschen nicht vom Wesentlichen – Schriftlesung, Predigt, Gebet, gemeinsames Singen – abzulenken. Calvin förderte das Kirchenlied, hauptsächlich Psalmen, die in Strophen- und Versform gebracht und vertont wurden. So gab er 1539 erstmals den Genfer Psalter heraus.[83]

Calvins Prädestinationslehre betont, dass der Glaube Gottes unverdientes Geschenk ist (sola gratia, allein aus Gnade). Gottes freie Gnadenwahl ist sein Geheimnis. Gewissheit der Erwählung findet der Mensch nicht in sich selbst, sondern allein im Blick auf Jesus Christus (Röm 8–9 EU). Trotz seiner eigenen Warnung vor Spekulationen über Gottes Willen erlag Calvin dieser Versuchung selbst, indem er als logisches Gegenstück zur Erwählung der Einen die von Gott bewusst hergeführte Verdammnis der anderen lehrte („doppelte Prädestination“).[O 1]

Die Kirche ist für Calvin die „Mutter“ der Glaubenden. Denn in der Kirche begegnen ihnen das Wort Gottes in der Predigt und die Sakramente. Calvin war es wichtig, dass die Kirche von den weltlichen Obrigkeiten unabhängig ist. In seiner Kirchenordnung von 1541 führte er nach dem Vorbild der urchristlichen Gemeinden das Amt der Ältesten (anciens) ein. Diese Ältesten waren zugleich Mitglieder des weltlichen Rates der Stadt Genf. Zusammen mit den Pfarrern (pasteurs, ministres), die für das gottesdienstliche Leben zuständig waren, bildeten sie das Konsistorium (consistoire), also eine Synode, d. h. eine selbständige Kirchenleitung. Weitere Ämter hatten die Lehrer (docteurs) inne, die für den kirchlichen Unterricht sorgten, und die Diakone (diacres), die die Armenpflege ausübten.[84]

Calvin übte eine strenge Kirchenzucht aus, die von dem Betroffenen nicht als Strafe, sondern als Hilfe verstanden werden sollte. Die Massnahmen reichten je nach Schwere des Falles von Ermahnung bis zu Verbannung und Hinrichtung.[J 1][85] Ihre Härte mag teilweise durch die grossen Flüchtlingsströme motiviert gewesen sein. Zu den rund 10.000 Einwohnern von Genf kamen innerhalb von 30 Jahren etwa 15.000 Flüchtlinge hinzu, zumeist Hugenotten. Die Probleme, die dieser hohe Anstieg der Bevölkerung mit sich brachte, begünstigten die Entscheidung zum Einsatz besonderer und harter Massnahmen, die der Stadtrat und das Konsistorum je für sich durchsetzten.[86] Calvin war in tiefer Sorge wegen der harten Verfolgung seiner hugenottischen Landsleute und der Waldenser in Südfrankreich, die sich der Reformation angeschlossen hatten. Katholiken wurden in Genf nicht eingekerkert oder hingerichtet. Anders als die katholische Kirche sowie manche Lutheraner und Reformierte soll Calvin auch die Hinrichtung von Täufern abgelehnt haben.[87] Ob Calvin als Wegbereiter moderner totalitärer Regime zu betrachten sei, ist umstritten. Zwar gab es in Genf keine Masseneinkerkerung, -folterung und -tötung Andersdenkender in der Dimension der Schreckensherrschaft Robespierres in der französischen Revolution, aber doch ein Terrorregime durch massiven Einsatz repressiver Methoden, gelenkte Prozesse, gehäufte Anwendung von Folter, Körperstrafen, Verbannungs- und Todesurteilen und ein klar erkennbares Bestreben zur Unterdrückung der Freiheit und zur konsequenten Überwachung des Einzelnen.[88]

Calvin setzte sich für die Einheit der Kirche ein. Deshalb arbeitete er bei Einigungsversuchen auch mit katholischen Theologen zusammen. Nachdem sich das Konzil von Trient (1545–1563) scharf gegen die Reformation abgegrenzt hatte, beschränkte Calvin seine Anstrengungen darauf, eine Einigung der evangelischen Kirchen herbeizuführen.[O 3]

Der konkrete Lebensvollzug des Christen geschieht insbesondere im Beruf, wo er mit dem Nächsten verbunden ist und ihm dient. Gewisse Vorstellungen von Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit sind dem Menschen „eingeboren“. Wie sich Calvin bei der Gotteserkenntnis der natürlichen Theologie nähert so in der Ethik naturrechtlichen Gedankengängen, ohne in beiden Fällen daraus eine explizite Lehre zu machen.[O 4] Diese rudimentären ethischen Vorstellungen werden durch die Zehn Gebote und das christliche Liebesgebot bestätigt und verstärkt (sozialethische Prinzipien). Daraus folgt für Calvin, dass eine Reihe von Rechten unantastbar sind und allen staatlichen Gesetzen zugrunde gelegt werden müssen. „Zu diesen Rechten gehören das Recht auf Bekenntnisfreiheit für den wahren schriftgemäßen Glauben, auf persönliche Freiheit […], auf das persönliche Leben und Eigentum, auf Wahrung der natürlichen Ungleichheit gegen allen gleichmacherischen Zwang bei aller Gleichwertigkeit der Menschen vor Gott und dem Gesetz“. Diese Freiheitsrechte berechtigen jedoch nicht zu individualistischer Eigenmächtigkeit, vielmehr müssen sie der Gemeinschaft dienen.[J 2]

Neben der Kirche hat für Calvin der Staat wichtige sozialethische Funktionen. Die Regierenden sind „Stellvertreter“ Gottes und ihre Aufgabe ist es, „den Frieden, die Religion und die Ehrbarkeit“ durch Gesetze und Rechtsprechung zu gewährleisten. Um Missbrauch der politischen Macht auszuschließen, müssen Regierungsorgane unterschiedlichen Ranges geschaffen werden, die sich gegenseitig stützen, aber auch kontrollieren. Calvin ist der Ansicht, dass sich aus der Bibel keine Staatsform verbindlich ableiten lässt. Er hält aber eine Art konstitutionelle Aristokratie, d. h. die Verbindung von Demokratie und Aristokratie, für die beste Regierungsform. Calvin kannte den hohen Wert der Demokratie: „Es ist ein unschätzbares Geschenk, wenn Gott es erlaubt, dass ein Volk die Freiheit hat, Oberhäupter und Obrigkeiten zu wählen“.[J 3] Das Volk ist zum Kriegsdienst in gerechten Verteidigungskriegen verpflichtet. Es muss auch Tyrannen erdulden. Diese zu stürzen ist Recht und Pflicht der niederen Obrigkeiten (z. B. Adel, Stände). Nur im Grenzfall ist Widerstandsrecht auch für den Einzelnen erlaubt, nämlich dann, wenn die Obrigkeit Ungehorsam gegen Gott befiehlt.[J 4][O 2]

Staat und Kirche sind getrennt, obwohl beide zum Wohl der Menschen zusammenwirken müssen. Eine christliche Obrigkeit hat dafür zu sorgen, dass die Kirche ihren Dienst in Freiheit ausüben kann. Im Extremfall muss die Obrigkeit gefährliche Irrlehrer verbannen oder hinrichten. Sie darf jedoch nicht die Übernahme des evangelischen Glaubens zu erzwingen versuchen.[J 4]

Die Landwirtschaft setzte Calvin als selbstverständliche wirtschaftliche Betätigung voraus. Handel und Geldgeschäfte beurteilte er grosszügiger als Luther, obwohl er wie dieser Wucherzinsen und andere Formen der Preistreiberei entschieden verurteilte. Notfalls haben die Obrigkeiten regulierend einzugreifen. Das Zinsnehmen ist erlaubt. Vermögen und Kapital sind Geld gewordene Arbeit. Wie Luther verstand Calvin Arbeit als Dank des Menschen für die von Gott in Christus geschenkte Erlösung und als Dienst am Nächsten. Rein meditative Beschaulichkeit lehnten sie ab, da sie diese als nicht im Neuen Testament bezeugt sahen. Sie verwarfen Müssiggang und Betteln. Der Gedanke, wirtschaftlichen Erfolg bzw. die Fähigkeit zu strengster Pflichterfüllung als Zeichen göttlicher Erwählung zu verstehen, spielte bei Calvin nur am Rande eine Rolle. Er gewann erst in späteren, sich verweltlichenden Formen des Calvinismus wachsende Bedeutung und wurde so zum Ausgangspunkt für Max Webers Thesen zur Entstehung des Kapitalismus („Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“, 1904).[J 4] Diese sind heute aber umstritten. Eine Vielzahl protestantischer Institutionen, denen Weber eine entscheidende Rolle im Prozess der Industrialisierung beimisst, bestanden bereits auf säkularer Ebene.[89] Empirische Ergebnisse zeigen, dass in vielen der von Weber angeführten Regionen kein Zusammenhang zwischen ökonomischer Entwicklung und Protestantismus besteht. Beispielsweise lag Amsterdams Wohlstand weitgehend in katholischer Hand. Katholisch dominiert war auch das früh industrialisierte Rheinland (vgl. dazu Delacroix 1996).

Für die Reformatoren folgte aus der von Gott geschenkten Erlösung eine Lebensführung, die ihrer Auffassung nach Gottes Willen entspricht: Ehrlichkeit, Fleiss, Sparsamkeit, Disziplin und, vor allem bei Calvin, Verzicht auf Vergnügungen und Luxus. Dies hatte zur Folge, dass ständig 60 bis 80 Prozent des Gewinns eines Wirtschaftsunternehmens in die Produktionserweiterung und die jeweils neuesten und effektivsten Maschinen und Herstellungsmethoden investiert werden konnten. Auf diese Weise stärkten sich Wirtschaft, Wissenschaft und Technik, die Calvin hoch einschätzte, wechselseitig. Dies führte – zur grösseren Ehre Gottes – zu einem weiteren Wachstum des Gewinns, also steigendem Wohlstand, nicht nur bei den Handwerksmeistern und Unternehmern, sondern auch bei ihren Arbeitern, die durch höhere Löhne in die Lage versetzt werden mussten, das immer grösser werdende Angebot an Produkten und Dienstleistungen kaufen zu können. Andernfalls wäre der Wirtschaftskreislauf zusammengebrochen. Gleichzeitig ermöglichten vermehrte Einnahmen aus Steuern und Abgaben es dem Staat, das Bildungswesen und die Infrastruktur ständig zu verbessern.[90] Die Allmacht Gottes, die der Mensch nach Calvins Überzeugung im Glauben erfährt, lähmt ihn nicht. Im Gegenteil, sie gibt dem Glaubenden Selbstvertrauen und setzt ihn in Bewegung, wissend, dass alles Bemühen, Gottes Willen in der Welt zu verwirklichen, Stückwerk bleibt, aber der Vollendung durch Gott entgegengeht.[J 5]

Wie Calvin die kirchliche „Überlieferung in das reformatorische Denken hineinnimmt und ihm gemäß umformt, so öffnet sich ihm auf der anderen Seite vermöge der europäischen Weite seines Gesichtsfeldes die werdende moderne Welt, die er durch seine Theologie maßgebend mitgestaltet hat. […] Calvins Theologie hat ihre Kraft vor allem in der Verbindung gedanklicher Schärfe und praktisch-ethischer Gestaltbildung entfaltet und weit über die reformierten Kirchen hinaus gewirkt“.[O 5]

Calvin und die Verfolgung Andersgläubiger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während Calvins Wirken in Genf kam es immer wieder zu schweren Körperstrafen, Ausweisungen oder sogar zu Hinrichtungen von Andersgläubigen, von denen allein für die Jahre 1542 bis 1546 38 Fälle von angeblicher Zauberei belegt sind.[91] Vor diesem Hintergrund ist die Frage, welchen persönlichen Anteil Calvin an diesen Verfolgungen hatte, seit seinen Lebzeiten Gegenstand heftigster Kontroversen. Seine Verteidiger weisen darauf hin, dass Calvin keinem der Entscheidungsgremien angehörte, das diese Urteile fällte. Darüber hinaus sind eigene Stellungnahmen von Calvin erhalten, in denen er davon Zeugnis ablegt, sich um Milderung von Strafen bemüht zu haben. Seine Ankläger, wie Stefan Zweig in seinem Buch Castellio gegen Calvin, verweisen dagegen auf erhaltene Ratsprotokolle und Predigtabschriften, die davon Zeugnis ablegen, dass Calvin, der immer wieder bei Sitzungen der verschiedenen mit den Urteilen befassten Ratsgremien gehört wurde, sich in Wort und Schrift persönlich vehement für Verfolgung und Verurteilung Andersgläubiger einsetzte und bei seinen Sonntagspredigten Ratsmitgliedern den Kirchenbann androhte, falls sie nicht in seinem Sinne stimmten.

Beim bekanntesten Opfer, dem von Calvin nach seiner Entdeckung an die weltliche Obrigkeit ausgelieferten Arzt und Theologen Michael Servetus, der 1553 auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, spielten neben der persönlichen Abneigung zwischen Servetus und Calvin auch theologische und politische Gründe eine Rolle für dessen Verurteilung. Calvins Rolle beim Prozess war die des Experten, der behauptete, Servetus’ Häresie nachweisen zu können.[92] Die weltlichen Behörden von Genf befürchteten politische Schwierigkeiten, wenn sie ein nicht-trinitarisches Bekenntnis zugelassen hätten, verweigerten sich aber auch einem Auslieferungsgesuch aus Vienne. Deshalb drangen sie auf Härte und fühlten sich durch die eingeholten Stellungnahmen anderer reformierter Städte bestärkt. Calvin selbst verteidigte sich später damit, er habe sich nicht für die Verbrennung, sondern für die Enthauptung von Servetus ausgesprochen. Unstrittig ist, dass er durchaus der Überzeugung war, dass die Verurteilung an sich rechtens war. Die Verurteilung Servetus’, der bereits in Vienne nach seiner Flucht aus dem Gefängnis der Inquisition in effigie (lat. im Bilde) verbrannt worden war, war kein Kirchenzuchtverfahren, sondern das Urteil in einem Kriminalprozess auf der Grundlage des Reichsrechts, das die Leugnung der Trinität mit Atheismus gleichsetzte, was noch lange allgemein so beurteilt wurde.[87]

Calvins Verhalten lässt sich zum Teil damit erklären, dass die Prinzipien universeller Menschenrechte oder der religiösen Toleranz gegenüber Andersgläubigen im 16. Jahrhundert noch keine allgemeine Anerkennung erlangt hatten. Vor allem aus Kreisen humanistischer Gelehrter, so von dem Juristen Matteo Gribaldi, aber auch von Reformatoren wie dem Führer der Täuferbewegung David Joris, dem Reformator der Grafschaft Mömpelgard Peter Tossanus und dem Basler Reformator und Antistes Simon Sulzer kam mehr oder weniger offene Kritik. So war auch die Reaktion im übrigen protestantischen Lager verhalten. Einzig der nach Basel emigrierte ehemalige Calvin-Anhänger Sebastian Castellio warf Calvin öffentlich Machtgier, Machtmissbrauch und Verrat an seinen eigenen in seinem Kommentar über Senecas De Clementia formulierten Prinzipien vor. Dagegen gratulierte selbst Luthers Mitstreiter Philipp Melanchthon zunächst schriftlich Calvin zur Hinrichtung von Servetus. Als Calvin aber auch seinen Kritiker Castellio verfolgen liess, ging Melanchthon auf Distanz zu Calvin.

Calvin und die Hexenverfolgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In wörtlicher Befolgung der Aussagen aus Ex 22,17 EU, „Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen“, befürwortete Calvin die Verfolgung der Hexen und deren Hinrichtung. Er rief dazu auf, „Hexen“ aufzuspüren und gnadenlos „auszurotten“. In seinen Predigten über das erste Buch Samuel tadelte er darum jene, die die Verbrennung der Hexen ablehnten, und forderte, sie als Verächter des göttlichen Wortes aus der Gesellschaft zu verbannen.

Besonders gut dokumentiert ist Calvins Haltung in den Hexenprozessen von Peney.[93] Calvin glaubte, dass drei Jahre lang Männer und Frauen in Genf durch Zauberkünste die Pest ausbreiteten, und hielt alle durch Folter abgepressten Selbstanschuldigungen für wahr, nachträgliche Widerrufe jedoch für unwahr. 1545 wurden innerhalb weniger Monate 34 Unglückliche nach entsetzlichen Martern vor den Häusern, die sie angeblich mit Pest behext hatten, verbrannt.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Calvin-Fenster in der Straßburger Erlöserkirche

Die Reformation bedeutete das Ende der Monopolstellung des Katholizismus, sowohl in religiöser Hinsicht als auch was die Einstellung zur Weltwirklichkeit anlangte. Durch die protestantischen Territorien und Staaten entstand ein neuer Machtfaktor, zumal die Reformation stärkste Auswirkungen auf sämtliche Lebensbereiche hatte: Ehe und Familie, das Bildungswesen, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst. Dabei blieb das Luthertum im Wesentlichen beschränkt auf Deutschland und die skandinavischen Länder.

Noch weitaus geschichtsmächtiger als das Luthertum wurde der Calvinismus. Er stieg nach 1555 durch seine Festsetzung in ganz Westeuropa zu „einer Weltmacht“ auf.[94] Sein Zentrum verlagerte sich bald nach Calvins Tod von der Schweiz in die Niederlande einerseits, nach Schottland und England andererseits und von dort im Zuge des Ausbaus des englischen bzw. britischen Weltreichs zudem in dessen Kolonien. Calvins Glauben und Denken prägte nicht nur die Presbyterianer und Kongregationalisten, sondern hatte auch starken Einfluss auf die Kirche von England und deren Bekenntnisgrundlage, die 39 Artikel,[95] sowie Quäker, Baptisten, Methodisten und eine Reihe anderer Kirchen, vor allem in den Vereinigten Staaten.[96] Trotz unterschiedlicher Auffassungen hauptsächlich in der Abendmahls- und Prädestinationslehre sowie der Kirchenverfassung gab es einen sehr breiten Grundstock gemeinsamer protestantischer Überzeugungen und Verhaltensweisen und vielfältige Querverbindungen, auch zu den Lutheranern.

Ab dem beginnenden 17. Jahrhundert erschloss sich dem Protestantismus calvinistischer Prägung „auf dem Weg der Kolonisation ein neues, ungeheures Ländergebiet, das ihm zwei Jahrhunderte später zur Behauptung seiner Weltstellung hervorragende Dienste leisten sollte: Nordamerika.“[97] Während die Niederlande unter calvinistischer Führung ab Ende des 16. Jahrhunderts neben England das weitaus freiheitlichste Land in Europa waren,[98] wurden vor allem im angloamerikanischen Raum die starken freiheitlichen Strukturen in Calvins Staats- und Widerstandsrechtstheorie umgesetzt in die Schaffung der neuzeitlichen Demokratie und der Menschenrechte.[99] Bedeutende Akteure und Ereignisse auf diesem Weg waren insbesondere Johannes Coccejus (Föderaltheologie), Hugo Grotius, Samuel Pufendorf, Thomas Helwys, John Smyth, die Pilgerväter (Mayflower-Vertrag), Roger Williams, Thomas Hooker, William Penn, Oliver Cromwell, John Milton, John Locke, die Glorious Revolution (mit englischer Bill of Rights), die amerikanische Unabhängigkeitserklärung und Verfassung der Vereinigten Staaten (samt amerikanischer Bill of Rights), Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte (Marquis de Lafayette,[100] Französische Revolution), Charta der Vereinten Nationen und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte.[101] Auch die deutsche Reichsverfassung von 1849, die Weimarer Verfassung und das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland lehnen sich stark an die amerikanische Verfassung an (demokratische, republikanische und föderale Staatsform, Grundrechtekatalog, Bundesverfassungsgericht u. a.).[102]

Eine Statue von Johannes Calvin steht am Hauptgebäude der Genfer Universität (Genfer Reformationsdenkmal).

Der preussische Historiker Leopold von Ranke (1795–1886)[103] sah in Calvin den eigentlichen Gründer der USA.[104]

Gedenktag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktionen aus Anlass des 500. Geburtstags Calvins[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Gedenken an Calvins Wirken haben die Schweiz und Deutschland im Jahre 2009 Sonderbriefmarken aus Anlass seines 500. Geburtstages herausgegeben.

Das Deutsche Historische Museum in Berlin widmete Calvin im Sommer 2009 eine eigene Ausstellung (Calvinismus. Die Reformierten in Deutschland und Europa).

In verschiedensten Städten der Schweiz, Deutschlands und der Niederlande fanden Kolloquien und Studienreisen, Kurse, Ausstellungen, Vorträge und Betrachtungen aus Anlass des Calvin-Festjahres statt. Ein Überblick über viele entsprechende Angebote ist auf eigens für das Calvin-Jahr eingerichteten Webseiten für die Schweiz[106] und Deutschland[106] zu finden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Gesamt- und Auswahlausgaben sowie neuere Editionen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biografien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handbücher, Kompendien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forschungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Strohm: 25 Jahre Calvin-Forschung (1985–2009). Teil I: Ausgaben, Übersetzungen, Hilfsmittel, Biographie, Theologie (allgemein). In: Theologische Rundschau, Neue Folge 74/4 (2009), S. 442–469, via JSTOR.

Einführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelthemen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara Mahlmann-Bauer: Luther gegen Eck, Luther gegen Erasmus, Castellio gegen Calvin. Die Normalform reformatorischer Streitgespräche und die Entgleisung eines innerreformatorischen Streits. In: Marc Laureys, Roswitha Simons (Hrsg.): Die Kunst des Streitens. Inszenierung, Formen und Funktionen öffentlichen Streits in historischer Perspektive. V-&-R-Unipress, Göttingen 2010, ISBN 978-3-89971-793-8, S. 167–218.
  • Josef Bohatec: Calvin und das Recht. Buchdruck- und Verlags-Anstalt, Feudingen 1934; Neudruck: Scientia, Aalen 1991, ISBN 3-511-00767-4.
  • Josef Bohatec: Calvins Lehre von Staat und Kirche unter besonderer Berücksichtigung des Organismusgedankens (= Untersuchungen zur deutschen Staats- und Rechts-Geschichte. Alte Folge. Bd. 147). M. & H. Marcus, Breslau; [Fernau, Leipzig] 1937; Neudruck: Scientia, Aalen 1961.
  • Josef Bohatec: Budé und Calvin. Böhlau, Graz 1950.
  • Achim Detmers: Reformation und Judentum. Israel-Lehren und Einstellungen zum Judentum von Luther bis zum frühen Calvin (= Judentum und Christentum. Bd. 7). Kohlhammer, Stuttgart u. a. 2001, ISBN 3-17-016968-8.
  • Hermann-Peter Eberlein: „Um diese Rasse auszurotten“. Calvin als Hexenverfolger. Eigenverlag, Wuppertal 2009.
  • Eva-Maria Faber: Symphonie von Gott und Mensch. Die responsorische Struktur von Vermittlung in der Theologie Johannes Calvins. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1999, ISBN 3-7887-1722-X.
  • Jörg Haustein: Martin Luthers Stellung zum Zauber- und Hexenwesen (= Münchener kirchenhistorische Studien. Bd. 2). Kohlhammer, Stuttgart/Berlin/Köln 1990, ISBN 3-17-010769-0 (zugleich Dissertation Universität Kiel 1988).
  • Marijn de Kroon: Martin Bucer und Johannes Calvin. Reformatorische Perspektiven. Einleitung und Texte. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1991, ISBN 3-525-55337-4.
  • Heiko A. Oberman: Zwei Reformationen. Luther und Calvin – alte und neue Welt. Siedler, Berlin 2003, ISBN 3-88680-793-2.
  • Peter Opitz: Calvins theologische Hermeneutik. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1994, ISBN 3-7887-1489-1.
  • Peter Opitz (Hrsg.): Calvin im Kontext der Schweizer Reformation. Historische und theologische Beiträge zur Calvinforschung. Theologischer Verlag, Zürich 2003, ISBN 3-290-17252-X.
  • Oskar Pfister: Das Christentum und die Angst. Artemis, Zürich 1945.
  • Oskar Pfister: Calvins Eingreifen in die Hexer- und Hexenprozesse von Peney 1545 nach seiner Bedeutung für Geschichte und Gegenwart. Artemis Zürich 1947.
  • Uwe Plath: Calvin und Basel in den Jahren 1552–1556 (= Basler Beiträge zur Geschichtswissenschaft. Bd. 133). Basel/Stuttgart 1974; Neuauflage mit neuem Vorwort, hrsg. von Wolfgang Stemmler. Alcorde, Essen 2014, ISBN 978-3-939973-63-8.
  • Kurt Samuelsson: Religion and Economic Action: The Protestant Ethic, the Rise of Capitalism, and the Abuses of Scholarship. University Toronto Press, Toronto 1993.
  • Dieter Schellong: Wie steht es um die „These“ vom Zusammenhang von Calvinismus und „Geist des Kapitalismus“? (= Paderborner Universitätsreden. Bd. 47). Universität-Gesamthochschule, Paderborn 1995.
  • Hans Scholl (Hrsg.): Karl Barth und Johannes Calvin. Karl Barths Göttinger Calvin-Vorlesung von 1922. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1995, ISBN 3-7887-1551-0.
  • Wilhelm Schwendemann: Leib und Seele bei Calvin. Die erkenntnistheoretische und anthropologische Funktion des platonischen Leib-Seele-Dualismus in Calvins Theologie (= Arbeiten zur Theologie. Bd. 83). Calwer, Stuttgart 1996, ISBN 3-7668-3427-4.
  • Albrecht Thiel: In der Schule Gottes. Die Ethik Calvins im Spiegel seiner Predigten über das Deuteronomium. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1999, ISBN 3-7887-1735-1.
  • Stefan Zweig: Castellio gegen Calvin oder Ein Gewissen gegen die Gewalt. Frankfurt am Main 1936 und Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 1996, ISBN 3-596-22295-8.

Fachlexika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Johannes Calvin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zitiert nach: Abel Lefranc: La jeunesse de Calvin. Librairie Fischbacher, Paris 1888, S. 205. (Digitalisat).
  2. Reiner Rohloff: Calvin kennen lernen. Vandenhoeck & Ruprecht, 2. Auflage Göttingen 2011, S. 11.
  3. Wilhelm H. Neuser: Johann Calvin: Leben und Werk in seiner Frühzeit 1509–1541, Göttingen 2009, S. 27.
  4. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 10f.
  5. Wilhelm H. Neuser: Calvin. Walter de Gruyter, Berlin 1971, S. 11. (abgerufen über De Gruyter Online)
  6. Willem van't Spijker: Calvin, Göttingen 2001, S. J110. Wilhelm H. Neuser: Johann Calvin: Leben und Werk in seiner Frühzeit 1509–1541, Göttingen 2009, S. 27.
  7. Wilhelm H. Neuser: Johann Calvin: Leben und Werk in seiner Frühzeit 1509–1541, Göttingen 2009, S. 28.
  8. Willem Nijenhuis: Calvin, Johannes (1509–1564). In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 7, de Gruyter, Berlin/New York 1981, ISBN 3-11-008192-X, S. 568–592., hier S. 569 (abgerufen über De Gruyter Online)
  9. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 15–18. Wilhelm H. Neuser: Frankreich und Basel. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 24–30, hier S. 25. Vgl auch: Christian Link: Johannes Calvin – Humanist, Reformator, Lehrer der Kirche, Zürich 2009, S. 9f.
  10. Hier zitiert nach: Wilhelm H. Neuser: Calvin. Walter de Gruyter, Berlin 1971, S. 15f. (abgerufen über De Gruyter Online)
  11. Wilhelm H. Neuser: Johann Calvin: Leben und Werk in seiner Frühzeit 1509–1541, Göttingen 2009, S. 48.
  12. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 18f.
  13. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 19f.
  14. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 21f.
  15. Wilhelm H. Neuser: Frankreich und Basel. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 24–30, hier S. 26f.
  16. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 22–24.
  17. Christian Link: Johannes Calvin – Humanist, Reformator, Lehrer der Kirche, Zürich 2009, S. 10.
  18. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 26–29.
  19. Musée protestant: Angoulême et sa région
  20. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 29. Wilhelm H. Neuser: Frankreich und Basel. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 24–30, hier S. 27f.
  21. Willem van’t Spijker: Calvin - Biographie und Theologie, Göttingen 2001, S. 119. Christian Link: Johannes Calvin – Humanist, Reformator, Lehrer der Kirche, Zürich 2009, S. 14.
  22. Wilhelm H. Neuser: Johann Calvin: Leben und Werk in seiner Frühzeit 1509-1541, Göttingen 2009, S. 115-117.
  23. Wilhelm H. Neuser: Johann Calvin: Leben und Werk in seiner Frühzeit 1509-1541, Göttingen 2009, S. 114.
  24. Marc Mudrak: Reformation und alter Glaube: Zugehörigkeiten der Altgläubigen im Alten Reich und in Frankreich (1517-1540). Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2017, S. 75f. und 503, Zitat S. 76. (abgerufen über De Gruyter Online) Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 30f. und 34. Wilhelm H. Neuser: Frankreich und Basel. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 24–30, hier S. 28.
  25. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 35.
  26. Calvini Opera 31,23. Hier zitiert nach: Wilhelm H. Neuser: Frankreich und Basel. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 24–30, hier S. 28.
  27. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 37. Vgl. Frans Pieter van Stam: Der Autor des Vorworts zur Olivetan-Bibel ‚A Tous Amateurs‘ aus dem Jahr 1535. In: Nederlands archief voor kerkgeschiedenis 84 (2004), S. 248–267, hier S. 250.
  28. Wilhelm H. Neuser: Frankreich und Basel. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 24–30, hier S. 29f.
  29. Herman J. Selderhuis: Institutio. In: Ders. (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 197–203, hier S. 199f.
  30. Philip Benedict: Calvin und die Umgestaltung Genfs. In: Martin Ernst Hirzel, Martin Sallmann (Hrsg.): 1509 - Johannes Calvin - 2009: Sein Wirken in Kirche und Gesellschaft. TVZ, Zürich 2008, S. 13–28, hier S. 14.
  31. Volker Reinhardt: Die unmögliche Mission. Calvin und Genf 1541–1564, 2009, S. 139.
  32. Philip Benedict: Calvin und die Umgestaltung Genfs. In: Martin Ernst Hirzel, Martin Sallmann (Hrsg.): 1509 - Johannes Calvin - 2009: Sein Wirken in Kirche und Gesellschaft. TVZ, Zürich 2008, S. 13–28, hier S. 15.
  33. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 43.
  34. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 42f.
  35. Philip Benedict: Calvin und die Umgestaltung Genfs. In: Martin Ernst Hirzel, Martin Sallmann (Hrsg.): 1509 - Johannes Calvin - 2009: Sein Wirken in Kirche und Gesellschaft. TVZ, Zürich 2008, S. 13–28, hier S. 16.
  36. Frans Pieter van Stam: Calvins erster Aufenthalt in Genf. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 30–37, hier S. 33.
  37. Instruction et confession de foy dont on use en l’eglise de Geneve.
  38. Confession de la foy laquelle tous bourgeois et habitants de geneve et subiectz du pays doyvent iurer de garder et tenir, extraicte de l’ Instruction (= Calvini Opera Band 22, S. 81–96), hier S. 93, zitiert nach: Frans Pieter van Stam: Calvins erster Aufenthalt in Genf. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 30–37, hier S. 33.
  39. Frans Pieter van Stam: Calvins erster Aufenthalt in Genf. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 30–37, hier S. 32. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 46f.
  40. Miriam G. K. van Veen: Calvin und seine Gegner. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 155–164, hier S. 156f.
  41. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 48f.
  42. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 50.
  43. Walther Köhler: Zürcher Ehegericht und Genfer Konsistorium, Band 2: Das Ehe- und Sittengericht in den süddeutschen Reichsstädten, dem Herzogtum Württemberg und in Genf. M. Heinsius Nachf., Leipzig 1942, S. 518.
  44. Frans Pieter van Stam: Calvins erster Aufenthalt in Genf. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 30–37, hier S. 33–36. Vgl. Philip Benedict: Calvin und die Umgestaltung Genfs. In: Martin Ernst Hirzel, Martin Sallmann (Hrsg.): 1509 - Johannes Calvin - 2009: Sein Wirken in Kirche und Gesellschaft. TVZ, Zürich 2008, S. 13–28, hier S. 16.
  45. Matthieu Arnold: Straßburg. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 37–43, hier S. 38.
  46. a b Philip Benedict: Calvin und die Umgestaltung Genfs. In: Martin Ernst Hirzel, Martin Sallmann (Hrsg.): 1509 - Johannes Calvin - 2009: Sein Wirken in Kirche und Gesellschaft. TVZ, Zürich 2008, S. 13ff., hier S. 16.
  47. Thomas Kaufmann: Reformatoren. V&R Kleine Reihe, Göttingen 1998, S. 97.
  48. Matthieu Arnold: Calvin und Straßburg. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 74–78, hier S. 75.
  49. Christian Link: Johannes Calvin: Humanist, Reformator, Lehrer der Kirche, Zürich 2009, S. 18.
  50. Matthieu Arnold: Straßburg. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 37–43, hier S. 39f.
  51. Jan R. Luth: Aulcuns pseaulmes et cantiques mys en chant. A Strasburg. 1539. In: Eckhard Grunewald, Henning P. Jürgens, Jan R. Luth (Hrsg.): Der Genfer Psalter und seine Rezeption in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden (= Frühe Neuzeit. Band 97). Max Niemeyer, Tübingen 2004, Reprint Walter de Gruyter 2012, S. 9–20, hier S. 9. (abgerufen über De Gruyter Online)
  52. Maarten Stolk: Calvin und der Frankfurter Konvent (1539). In: Zwingliana 33 (2005), S. 23–38, besonders S. 25–31.
  53. Christian Link: Johannes Calvin: Humanist, Reformator, Lehrer der Kirche, Zürich 2009, S. 18f.
  54. Robert M. Kingdon: Kirche und Obrigkeit. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 349–355, hier S. 351.
  55. Philip Benedict: Calvin und die Umgestaltung Genfs. In: Martin Ernst Hirzel, Martin Sallmann (Hrsg.): 1509 - Johannes Calvin - 2009: Sein Wirken in Kirche und Gesellschaft. TVZ, Zürich 2008, S. 13ff., hier S. 18–20.
  56. Wilhelm H. Neuser: Calvin. Walter de Gruyter, Berlin 1971, S. 70. (abgerufen über De Gruyter Online)
  57. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 44f.
  58. Volker Reinhardt: Die unmögliche Mission. Calvin und Genf 1541–1564, 2009, S. 142.
  59. Robert M. Kingdon: Kirche und Obrigkeit. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 349–355, hier S. 350f.
  60. Volker Reinhardt: Die Tyrannei der Tugend. Calvin und die Reformation in Genf, München 2009, S. 131f. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 88f. Willem van’t Spijker: Calvin - Biographie und Theologie, Göttingen 2001, S. 166.
  61. Hier zitiert nach: Achim Detmers: Calvin und die Hexenverfolgung (reformiert-info.de)
  62. Brian P. Levack: Hexenjagd: die Geschichte der Hexenverfolgungen in Europa. Beck, 2. Auflage München 1999, S. 106.
  63. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 91–93.
  64. a b Volker Reinhardt: Die unmögliche Mission. Calvin und Genf 1541–1564, 2009, S. 143.
  65. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 95–97.
  66. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 97–101. Miriam G. K. van Veen: Calvin und seine Gegner. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 155–164, hier S. 160.
  67. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 103f.
  68. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 104f.
  69. Miriam G. K. van Veen: Calvin und seine Gegner. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 155–164, hier S. 161.
  70. Volker Reinhardt nennt die Exkommunikation sogar ein „bürgerlich-moralisches Todesurteil.“ Vgl. ders.: Die unmögliche Mission. Calvin und Genf 1541–1564, 2009, S. 142
  71. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 108–113. Robert M. Kingdon: Kirche und Obrigkeit. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 349–355, hier S. 351f.
  72. Karin Maag: Calvin und die Studenten. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 164–170. Volker Reinhardt: Die Tyrannei der Tugend. Calvin und die Reformation in Genf, München 2009, S. 196f.
  73. Volker Reinhardt: Die Tyrannei der Tugend. Calvin und die Reformation in Genf, München 2009, S. 193f.
  74. Matthieu Arnold: Straßburg. In: Herman J. Selderhuis (Hrsg.): Calvin Handbuch, Tübingen 2008, S. 37–43, hier S. 42. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 65f. Isabelle Graesslé: Calvin und die Frauen – die Frauen Calvins. In: Martin Ernst Hirzel, Martin Sallmann (Hrsg.): 1509 - Johannes Calvin - 2009: Sein Wirken in Kirche und Gesellschaft. TVZ, Zürich 2008, S. 139156, hier S. 144146.
  75. Isabelle Graesslé: Calvin und die Frauen – die Frauen Calvins. In: Martin Ernst Hirzel, Martin Sallmann (Hrsg.): 1509 - Johannes Calvin - 2009: Sein Wirken in Kirche und Gesellschaft. TVZ, Zürich 2008, S. 139–156, hier S. 147f.
  76. Isabelle Graesslé: Calvin und die Frauen – die Frauen Calvins. In: Martin Ernst Hirzel, Martin Sallmann (Hrsg.): 1509 - Johannes Calvin - 2009: Sein Wirken in Kirche und Gesellschaft. TVZ, Zürich 2008, S. 139–156, hier S. 147. Robert M. Kingdon: Adultery and Divorce in Calvin’s Geneva. Harvard University Press, Cambridge / London 1995, S. 71–97.
  77. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 19. Willem Nijenhuis: Calvin, Johannes (1509–1564). In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 7, de Gruyter, Berlin/New York 1981, ISBN 3-11-008192-X, S. 568–592., hier S. 578 (abgerufen über De Gruyter Online)
  78. Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins, Göttingen 2009, S. 144f.
  79. Willem Nijenhuis: Calvin, Johannes (1509–1564). In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 7, de Gruyter, Berlin/New York 1981, ISBN 3-11-008192-X, S. 568–592., hier S. 578 (abgerufen über De Gruyter Online)
  80. Karl Heussi: Kompendium der Kirchengeschichte, 11. Auflage (1957), S. 323 ff.
  81. Vgl. Ernst Bizer: Fides ex Auditu (1958) (zu Luthers reformatorischer Entdeckung).
  82. Georg Plasger: Die Sakramente als göttliche Pädagogik. In: reformiert-info.de. Frühjahr 2009, abgerufen am 2. April 2010.
  83. Karl Heussi: Kompendium der Kirchengeschichte. 11. Aufl. (1957), S. 324.
  84. Die Ordonnances Ecclésiastiques (1541) 1561. In: Eberhard Busch (Hrsg.): Calvin-Studienausgabe. Bd. 2: Gestalt und Ordnung der Kirche. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1997, ISBN 3-7887-1554-5, S. 227–279.
  85. Heussi, S. 325.
  86. Achim Detmers: Rezension zu Volker Reinhardt Tyrannei der Tugend. Calvin und die Reformation in Genf (2009), letzter Abschnitt, abgerufen am 2. April 2010.
  87. a b Heinrich BornkammToleranz: in der Geschichte des Christentums. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 3. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, Tübingen 1962, Sp. 939.
  88. Vgl. Uwe Plath: Der Fall Servet und die Kontroverse um die Freiheit des Glaubens und Gewissens. Castellio, Calvin und Basel 1552–1556. Alcorde Verlag, Essen 2014.
  89. Vgl. Samuelson 1993, Tawney 1926.
  90. Eduard HeimannKapitalismus. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 3. Auflage. Band 3, Mohr-Siebeck, Tübingen 1959, Sp. 1136.
  91. Nach Barbara Mahlmann-Bauer: Luther gegen Eck, Luther gegen Erasmus, Castellio gegen Calvin, S. 187, Anm. 69, entfallen 20 der 58 im fraglichen Zeitraum belegten Hinrichtungen auf gewöhnliche Kriminalität.
  92. Earl Morse Wilbur: Life of Servetus. In: Harvard Theological Studies XVI, The two Treatises of Servetus on the Trinity. Cambridge Harvard University Press 1932 und Kraus Reprint Co., New York 1969, S. 23–28.
  93. Oskar Pfister: Calvins Eingreifen in die Hexer- und Hexenprozesse von Peney 1545 nach seiner Bedeutung für Geschichte und Gegenwart. Zürich 1947.
  94. Karl Heussi: Kompendium der Kirchengeschichte, S. 322.
  95. Calvin korrespondierte mit König Eduard VI. und englischen Theologen, darunter dem Erzbischof von Canterbury Thomas Cranmer. Karl Heussi: Kompendium der Kirchengeschichte, S. 329.
  96. Karl Heussi: Kompendium der Kirchengeschichte, S. 329, 330, 382, 422–424.
  97. Karl Heussi: Kompendium der Kirchengeschichte, S. 386–387.
  98. Karl Heussi: Kompendium der Kirchengeschichte, S. 396 ff.
  99. W. Wertenbruch: Menschenrechte. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 3. Auflage. Band 4, Mohr-Siebeck, Tübingen 1960, Sp. 869.
  100. René Voeltzel: Frankreich: Kirchengeschichte. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 3. Auflage. Band 2, Mohr-Siebeck, Tübingen 1958, Sp. 1039.
  101. Gotthard JasperVereinte Nationen. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 3. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, Tübingen 1962, Sp. 1328–1329.
    G. Schwarzenberg: Völkerrecht. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 3. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, Tübingen 1962, Sp. 1420–1423.
  102. Karl Kupisch: Frankfurter Parlament. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 3. Auflage. Band 3, Mohr-Siebeck, Tübingen 1959, Sp. 1024–1028.
    W. Wertenbruch: Menschenrechte. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 3. Auflage. Band 4, Mohr-Siebeck, Tübingen 1960, Sp. 870–872.
    W. Weber: Verfassungen der BRD und DDR. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 3. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, Tübingen 1962, Sp. 1336–1339.
    Douglas K. Stevenson, American Life and Institutions. Stuttgart 1987, S. 34.
  103. Ranke forschte viel auf dem Gebiet Reformation; 1839–1847 wurde sein fünfbändiges Werk Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation veröffentlicht.
  104. David W. Hall: The Genevan Reformation and the American Founding. Lexington Books, Lanham MD 2003;
    Loraine Boettner (1901–1990): Die reformierte Lehre von der Vorherbestimmung. Originaltitel (1932: Reformed Doctrine of Predestination), Kapitel 18, Unterkapitel 7, Fussnote 335.
  105. Johannes Calvin im Ökumenischen Heiligenlexikon, abgerufen am 19. Juni 2014.
  106. a b Jean Calvin (Memento vom 6. Juni 2017 im Internet Archive), später unter johannes-calvin.org (Memento vom 6. Juni 2017 im Internet Archive), abgerufen am 15. Februar 2017.
  1. a b S. 1596.
  2. a b S. 1598.
  3. S. 1597.
  4. S. 1594.
  5. S. 1594 und 1598.
  • Jan Weerda: Artikel Calvin. In: Evangelisches Soziallexikon (1954), Sp. 207–212.
  1. S. 209.
  2. S. 209 f.
  3. Zitiert bei Weerda, S. 210.
  4. a b c S. 211.
  5. S. 211 f.