Oberndorf am Lech

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oberndorf a.Lech
Oberndorf am Lech
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberndorf a.Lech hervorgehoben
Koordinaten: 48° 40′ N, 10° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Donau-Ries
Höhe: 407 m ü. NHN
Fläche: 19,36 km²
Einwohner: 2395 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 124 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86698
Vorwahl: 09090
Kfz-Kennzeichen: DON, NÖ
Gemeindeschlüssel: 09 7 79 196
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Eggelstetter Str. 3
86698 Oberndorf a.Lech
Webpräsenz: www.oberndorf-am-lech.de
Bürgermeister: Hubert Eberle
Lage der Gemeinde Oberndorf a.Lech im Landkreis Donau-Ries
Dornstadt-Linkersbaindt Dornstadt-Linkersbaindt Esterholz (gemeindefreies Gebiet) Rain (Lech) Münster (Lech) Holzheim (Landkreis Donau-Ries) Oberndorf am Lech Mertingen Donauwörth Asbach-Bäumenheim Genderkingen Niederschönenfeld Marxheim Tagmersheim Rögling Monheim (Schwaben) Kaisheim Buchdorf Daiting Fremdingen Auhausen Oettingen in Bayern Hainsfarth Ehingen am Ries Tapfheim Marktoffingen Maihingen Megesheim Munningen Wolferstadt Wallerstein Nördlingen Reimlingen Ederheim Forheim Amerdingen Wemding Wechingen Harburg (Schwaben) Hohenaltheim Deiningen Alerheim Otting Fünfstetten Huisheim Mönchsdeggingen Möttingen Baden-Württemberg Landkreis Ansbach Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Eichstätt Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Augsburg Landkreis Dillingen an der DonauKarte
Über dieses Bild

Oberndorf am Lech (amtlich: Oberndorf a.Lech) ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberndorf a. Lech liegt in der Region Augsburg kurz vor der Mündung des Lech in die Donau.

Gemeindeteile sind Oberndorf, Eggelstetten und Flein. Es existieren folgende Gemarkungen: Eggelstetten, Oberndorf a.Lech.

Ostseite der Herrgottsruh-Kapelle (geweiht 1719)
Pfarrkirche St. Nikolaus

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochmittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberndorf wird im Jahr 1093 erstmals in einer Schenkungsurkunde urkundlich erwähnt.

Dabei wird ein Heinrich von Oberndorf als Zeuge aufgeführt.

Es ist anzunehmen, dass es sich bei Heinrich von Oberndorf um den Sohn von Berta und dem Pfalzgrafen von Tübingen handelt. Ob jedoch bereits zu diesem Zeitpunkt eine Burg oder ein Schloss in Oberndorf stand, ist nicht bekannt. Die erste urkundliche Erwähnung wurde von Walter Wolf aus Donauwörth übersetzt. Der Wortlaut der Urkunde ist im Buch anlässlich von „900 Jahre Oberndorf * Eggelstetten * Flein 1093–1993 – Bilder aus unserer Heimat“ mit 300 Jahren Häuserchronik von 1992 auf Seite 27 abgedruckt.

Die Marschälle von Oberndorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrer Heinrich Heldwein schreibt in seinem Buch „Aus vergangenen Tagen der Pfarrei Oberndorf“, dass schon um das Jahr 1000 ein bischöfliches Marschallamt in Oberndorf bestand, weil Mangold von Werth (Donauwörth) das Vogteiamt über die Lehenszugehörungen dieses Marschallamtes innegehabt hat. Adam Horn schreibt, Oberndorf wurde als oberes Dorf von Genderkingen aus besiedelt und benannt. Es erscheint früh als Sitz eines Adelsgeschlechtes, als dessen ältester Vertreter 1127 Marchward von Oberndorf genannt wird, der bald darauf als bischöflicher Ministeriale erscheint.

Bischof Siegfried II. wurde im Jahr 1077 vom König Heinrich zum Bischof von Augsburg erhoben. Im Buch von Friedrich Zoepfel steht, dass es denkbar wäre, dass er jenem Geschlecht zugehörte, aus dem sich die hochstiftischen Truchsessen von Donnersberg und Kühlental und die Reichsmarschalle von Rechberg abzweigten. In der Urkunde 198 des Bistums Augsburg, welche vom Besitz der Kirche in Flein berichtet, wird gleichfalls ein Salmann Siegfried von Donnersberg genannt.

Der Oberndorfer Ortsadel war seit 1150 Marschall der Bischöfe von Augsburg, seit 1386 besaßen sie auch das Truchsessenamt. Bis ins 15. Jahrhundert war Oberndorf im Besitz der Familie, 1533 verkaufte Wolf von Donnersberg Oberndorf mit allem Zubehör an die Fugger. Oberndorf am Lech wurde Obervogtamt der Grafen Fugger-Glött.

Gesamtansicht des Schlosses (Bild abfotografiert von Infotafel zum Tillyweg)
Schlossallee im Herbst

Herrschaft der Fugger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Kauf des Schlosses von Oberndorf im Jahr 1533 durch Anton Fugger kam es mit den umliegenden Orten immer wieder zu Verhandlungen und Streitfällen. Das Patronatsrecht und den Kirchensatz von Eggelstetten erwarb das Haus Fugger im Jahre 1537, den von Oberndorf im Jahre 1539. Im Jahr 1576 wurde ein Vertrag zwischen der Herrschaft Oberndorf und der Stadt Rain geschlossen. Aus einer Originalurkunde ist die Einleitung des Vertrages zu lesen, die Übersetzung in heutiger Schrift folgt nachstehend.

„Zu Wissen und Kund sei allgemein, dass zwischen dem wohlgeborenen Herrn Marx Fugger, früher zu Kirchberg und Weißenhorn, als Inhaber der Herrschaft Oberndorf zum einen und dem Bürgermeister und dem Rat der Stadt Rain von gemeiner Statt wegen anderteils beiderseits zu selber guter Gelegenheit folgende Verwechslung und gütlicher Vertrag auf ein stets unwiderrufliches Ende errichtet, abgeredet und beschlossen worden.“

In diesem Vertrag beschreibt die Herrschaft Oberndorf die Grenzen des Bayerngrießes und dem Fuggerwald. Als sogenannte Marksteine wird ein „koppelter Felber“, der Mühlbach, ein „zwuzleter Birnbaum, darin ist ein Kreuz gehauen“, drei Eichenmarkstellen, welche eine „Kröde nach über den Lech auf ein koppedes Birnbäumlein“ nennt, angegeben. Neben dem Bayergrieß wird auch von dem sogenannten Zankgrieß berichtet. Die Herrschaft Oberndorf besaß auch die Gerichtsbarkeit. Dies dürfte der Anlass zur Errichtung eines Schnellgalgens gewesen sein. An welcher Stelle dieser Galgen jedoch errichtet wurde, ist aus dem Brief von Kurfürst Ferdinand an Graf Fugger nicht ersichtlich. Aus einem Originaldruck wird die Einleitung des Briefes in der Übersetzung der Chronik von 1992 auf Seite 36 wiedergegeben.

Dreißigjähriger Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Schlacht bei Rain am Lech am 14./15. April 1632 kämpften die Truppen unter König Gustav II. Adolf von Schweden auf Oberndorfer Gemeindegebiet um den Lechübergang, was nach Verwundung und Rückzug der von Generalfeldmarschall Graf von Tilly geführten ligistisch-katholischen Truppen auch gelang. Oberndorf, Eggelstetten und Flein wurden bei den Schwedeneinfällen 1632 bis 1634 und 1645 bis 1648 zum allergrößten Teil zerstört.

Bayerische Herrschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern. Diese Linie der Fugger unterwarf sich 1806 freiwillig. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde Oberndorf am Lech, bestehend aus den Ortsteilen Oberndorf am Lech, Eggelstetten und Flein.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde im Rahmen der Gemeindegebietsreform die bis dahin selbständige Gemeinde Eggelstetten eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1652 Einwohner[2]
  • 1970: 1850 Einwohner[2]
  • 1987: 1907 Einwohner
  • 2000: 2312 Einwohner
  • 2010: 2366 Einwohner
  • 2012: 2390 Einwohner[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Hubert Eberle. Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger des derzeitigen Landrat des Landkreises Donau-Ries, Stefan Rößle (CSU), der von 1996 bis 2002 an der Gemeindespitze stand. Von 1978 bis 1996 war Franz Döschl Bürgermeister.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen 1.689 T€ (Jahr 2012), davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 464 T€.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Silber drei oben gezinnte blaue Balken, im Ganzen belegt mit einer heraldischen goldenen Lilie.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Costermano in Italien (seit 1989)
  • Enge freundschaftliche Beziehung besteht mit der Brigade Kainuu im finnischen Kajaani (keine offizielle Partnerschaft).
Kirche St. Margareta, Eggelstetten

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2013 nach der amtlichen Statistik 426 Beschäftigte am Arbeitsort Oberndorf und 947 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort. Die Zahl der Auspendler überwog um 521 Personen. 2010 bestanden 30 landwirtschaftliche Betriebe. Vom Gemeindegebiet mit 1936 ha waren 1299 ha (67,1 %) landwirtschaftlich genutzt. Die Waldfläche betrug 295 ha (15,2 %), Gebäude- und Freifläche waren 135 ha (7,0 %).

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2014):

  • 2 Kindertageseinrichtungen mit 73 Plätzen und 62 betreuten Kindern
  • 1 Grundschule mit 4 Klassen und 79 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Kratter (1758–1830), Schriftsteller und Bühnenleiter[3]
  • Johann Georg Bschorer (1692–1763), Bildhauer
  • Stefan Rößle (* 1964), Landrat

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Heldwein, Aus vergangenen Tagen der Pfarrei Oberndorf mit Eggelstetten und Flein, 1. Auflage Donauwörth, 1928, 2. erweiterte Auflage Oberndorf, 1980
  • Heimatverein Oberndorf-Eggelstetten-Flein e.V., 900 Jahre Oberndorf Eggelstetten Flein 1093–1993 | Bilder aus unserer Heimat mit 300 Jahren Häuserchronik, 1992
  • Mina Cyrus und Franz Wagner, Der Baurastand in Gottes Hand | Mundartgedichte aus dem Roiner Lechschpitzländle, 1982

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Oktober 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 794.
  3. Biographie im Österreichischen Biographischen Lexikon

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oberndorf am Lech – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien