Harburg (Schwaben)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Harburg (Schwaben)
Harburg (Schwaben)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Harburg (Schwaben) hervorgehoben

Koordinaten: 48° 47′ N, 10° 42′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Donau-Ries
Höhe: 413 m ü. NHN
Fläche: 73,16 km2
Einwohner: 5561 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 76 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86655
Vorwahlen: 09080, 09085
Kfz-Kennzeichen: DON, NÖ
Gemeindeschlüssel: 09 7 79 155
Stadtgliederung: 25 Gemeindeteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schloßstraße 1
86655 Harburg
Website: www.stadt-harburg-schwaben.de
Bürgermeister: Christoph Schmidt (Unabhängig für Harburg)
Lage der Stadt Harburg (Schwaben) im Landkreis Donau-Ries
Dornstadt-LinkersbaindtDornstadt-LinkersbaindtEsterholz (gemeindefreies Gebiet)Rain (Lech)Münster (Lech)Holzheim (Landkreis Donau-Ries)Oberndorf am LechMertingenDonauwörthAsbach-BäumenheimGenderkingenNiederschönenfeldMarxheimTagmersheimRöglingMonheim (Schwaben)KaisheimBuchdorfDaitingFremdingenAuhausenOettingen in BayernHainsfarthEhingen am RiesTapfheimMarktoffingenMaihingenMegesheimMunningenWolferstadtWallersteinNördlingenReimlingenEderheimForheimAmerdingenWemdingWechingenHarburg (Schwaben)HohenaltheimDeiningenAlerheimOttingFünfstettenHuisheimMönchsdeggingenMöttingenBaden-WürttembergLandkreis AnsbachLandkreis Weißenburg-GunzenhausenLandkreis EichstättLandkreis Neuburg-SchrobenhausenLandkreis Aichach-FriedbergLandkreis AugsburgLandkreis Dillingen an der DonauKarte
Über dieses Bild

Harburg (Schwaben) ist eine Stadt im Landkreis Donau-Ries in Schwaben (Bayern). Diese liegt im Tal der Wörnitz an der Romantischen Straße zwischen Nördlingen und Donauwörth.

Namen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Urkunden sprechen von Harburc, Horeburch und Horburc. Im Althochdeutschen heißt „horo“ Sumpf oder Moor, die Harburg wäre damit eine Burg über dem Sumpf. Dagegen spricht allerdings die Bodenbeschaffenheit in Harburg. Umgangssprachlich wird in Harburg bis heute das Wort „Hore“ für „Horn“ verwendet, welches eher auf die Form des Berges hindeutet. Die Harburg wäre damit eine Burg auf einem Berghorn.

Gemeindeteile und Gemarkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 25 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Die Gemeinde besteht aus 10 Gemarkungen, die deckungsgleich sind mit den ehemaligen Gemeinden:[3]

  • Brünsee mit Marbach
  • Ebermergen mit Untere Reismühle
  • Großsorheim mit Egermühle und Möggingen
  • Harburg mit Birkenhof*, Bühlhof, Harthof, Kratzhof, Listhof, Salchhof und Stadelhof*
  • Heroldingen mit Brennhof und Tiefenmühle*
  • Hoppingen
  • Mauren mit Obere Reismühle und Spielberg
  • Mündling mit Mündling Bahnhof* und Olachmühle
  • Ronheim mit Katzenstein und Sonderhof
  • Schrattenhofen
* Die Orte sind keine amtlich benannten Gemeindeteile

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von der Burg auf die Stadt Harburg und die Wörnitz / Panorama
Harburg

Die 1093 erstmals erwähnte Burg gehörte in staufischer Zeit zusammen mit der Siedlung zum Reichsgut. Bereits 1250 erhielt der Ort Marktrechte, wurde aber im Jahr darauf (noch ohne die Burg) an die Grafschaft Oettingen verpfändet. 1407 kam die Stadt endgültig in den Besitz der Oettinger.[4] Ab 1591 ist in Harburg nach Daten der Gesellschaft für Leprakunde ein mittelalterliches Leprosorium nachweisbar, das als Leprosenhaus bezeichnet wurde und der „Siehenpflege“ diente. Das Gebäude war später ein Armen- und Krankenhaus, 1903 wurde es aufgelöst.[5]

Die Stadt Harburg kam erst durch die Mediatisierung 1806 zum Königreich Bayern. Sie gehörte bis dahin lange Zeit zur evangelischen Linie Oettingen-Oettingen des Fürstentums Oettingen und weist deshalb bis heute eine evangelische Bevölkerungsmehrheit auf.

Eingemeindungen

Die ehemaligen Gemeinden Brünsee und Mündling wurden am 1. Juli 1971 eingegliedert. Ronheim kam am 1. Juli 1972 hinzu.[6] Hoppingen wurde am 1. Januar 1974 eingemeindet. Ebermergen und Großsorheim folgten am 1. Januar 1976. Die Reihe der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung von Heroldingen und Mauren am 1. Mai 1978 abgeschlossen.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 5.674 auf 5.535 um 139 Einwohner bzw. um 2,5 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Seit der vergangenen Kommunalwahl am 16. März 2014 setzt sich der Stadtrat folgendermaßen zusammen:

Partei/Liste Sitze G/V
CSU 8 + 1
SPD 4 ± 0
PWG/BG/Freie Wähler 8 + 4
Gesamt 20

Ab 1. Mai 2020 (Kommunalwahl am 15. März 2020) ist der Stadtrat wie folgt besetzt:

Partei/Liste Sitze G/V
CSU 5 - 3
SPD 4 ± 0
PWG/BG/Freie Wähler 5 + 3
WG Mündling 2 +2
WG Mauren 2 + 2
Bündnis 90/Die Grünen 1 + 1
WG Großsorheim/Möggingen 1 + 1
Gesamt 20

10 der 20 Stadträte sind erstmals in das Gremium gewählt.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1972 ist der Bürgermeister in Harburg hauptamtlich tätig:

Adolf Härtl SPD 1972–1976
Hans Schneider CSU 1976–1984
Anton Fischer SPD 1984–2002
Wolfgang Kilian CSU 2002–2020
Christoph Schmidt parteilos ab 2020

Christoph Schmidt (Unabhängig für Harburg) wurde in der Stichwahl am 29. März 2020 zum Ersten Bürgermeister gewählt und ist seit 1. Mai 2020 im Amt.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Harburg (Schwaben)
Blasonierung: „Im Schild auf goldenem Grund ein rotbewehrter, schwarzer Adler ohne Krone.“[9]

Bereits ein erstmals 1290 n. Chr. bezeugtes Siegel zeigt den Adler als Hinweis auf den frühen Charakter des Ortes als Reichsgut.[4]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harburg unterhält eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Gouville sur Mer in der Normandie.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberhalb der Stadt Harburg steht die gleichnamige Burg, eine umfangreiche mittelalterliche Anlage aus dem 11./12. Jahrhundert. Der Zustand des 18. Jahrhunderts ist in wesentlichen Teilen erhalten. Die Burg gehört den Fürsten Wallerstein.

Harburg hatte bereits um 1500 fünf hölzerne Stadttore: das Brucktor (an der Brücke), das Egelseetor (führt zum Egelsee), das Nördlinger Tor bzw. Tiefe Tor, das Vesttor (führt zur Veste bzw. Burg) und das Griestor bzw. Donauwörther Tor. Damit keine unerwünschten Personen wie etwa Diebe, Räuber, Bettler und Wegelagerer in die Stadt kommen konnten, wurden die Tore jeden Abend geschlossen. Eine Stadtmauer war größtenteils unnötig, da die Stadt von Hausmauern fast ganz umschlossen war. Zwischen 1861 und 1863 wurden alle Tore – offiziell wegen Baufälligkeit, zu hoher Unterhaltskosten und gesundheitlicher Risiken für die Bewohner – abgerissen. Inzwischen ist jedoch bekannt, dass sie den Menschen schlichtweg nicht mehr gefielen. An den ehemaligen Standorten der Tore sind heute Gedenktafeln angebracht.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hoppingen, Harburg und Ebermergen bestehen Bahnhöfe an der Bahnstrecke Augsburg–Nördlingen. Mündling liegt an der Bahnstrecke Donauwörth–Treuchtlingen, hat jedoch keinen Haltepunkt mehr. Mit dem Auto ist Harburg über die Bundesstraße 25 zu erreichen, die bei Harburg in einem Tunnel die Harburg unterquert. Harburg liegt zentral im Landkreis Donau-Ries und ist mit den wichtigsten anderen Städten im Landkreis durch Landesstraßen verbunden. Über den Fernradweg Romantische Straße ist Harburg auch für Radler zu erreichen. Zahlreiche weitere Radwege kreuzen sich in und bei Harburg. Bei den Fernwanderwegen ist Harburg Endpunkt des Frankenweges und Etappenort des Bayerisch-Schwäbischen Jakobusweges.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auswahl)

Zementfabrik

Der Hauptsitz der Märker-Gruppe prägt mit seinen hohen Kalköfen und anderen Produktionsanlagen die Ansicht von Südosten. Neben der Märker-Gruppe existieren vor allem kleinere Handwerksbetriebe. Ladengeschäfte verschwinden nach und nach aus dem Stadtbild.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harburg liegt am Südostrand des Nördlinger Rieses. Zwischen 1920 und 1950 machte Joachim Schröder (Paläontologe) geologische Aufnahmen von Harburg.

Stadtviertel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teilansicht von Harburg mit der kath. Pfarrkirche

Harburg ist seit Jahrhunderten durch die Wörnitz in mehrere Stadtviertel aufgeteilt. Den Kern bildet dabei die Altstadt, mit ihren historischen Gassen und ehemaligen Stadttoren. Östlich der Wörnitz entstand im Laufe der Zeit ein Neubaugebiet, welches heute ebenfalls zum Stadtkern zählt, und an dessen Enden heute noch weitere Neubausiedlungen entstehen. In den 90er Jahren waren die westlich, auf dem Berg gelegenen Wohnbezirke, Heide und Stadelhof sehr beliebt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Harburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Stadt Harburg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 4. November 2020.
  3. Stadt Harburg (Schwaben): Stadt Harburg (Schwaben) – Stadtteile. In: www.stadt-harburg-schwaben.de. Abgerufen am 2. September 2019.
  4. a b Erhard Nietzschmann: Die Freien auf dem Lande. Ehemalige deutsche Reichsdörfer und ihre Wappen. Melchior, Wolfenbüttel 2013, ISBN 978-3-944289-16-8, S. 40.
  5. Dokumentation: Mittelalterliche Leprosorien im heutigen Bayern, zuerst in der Zeitschrift „Die Klapper“, abgerufen 18. März 2018 (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.muenster.org
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 450.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 792 f.
  8. Stadtrat (Ratsinformation). Gemeinde Harburg (Schwaben), abgerufen am 13. August 2020.
  9. Eintrag zum Wappen von Harburg (Schwaben) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte