Regio-S-Bahn Basel

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Regio S-Bahn Basel
Regio-S-Bahn Basel
Basel - Regio-S-Bahn Basel - Netzplan.jpg

Liniennetzplan (2007)

Staat Schweiz, Deutschl., Frankr.
Linien 5
Streckenlänge 250 km
Stationen 72
Passagiere 19 Mio. (2007)
Betreiber SBB, SBB GmbH, TER Alsace

Die Regio-S-Bahn Basel verbindet seit 1997 die trinationale Agglomeration Basel mit der Kernstadt und damit auch drei Länder miteinander. Sie besteht aus offiziell fünf S-Bahn-Linien. Die S6 verkehrt dabei grenzüberschreitend, während die S1 nur auf dem Schweizer Ast bis zum Bahnhof SBB unter dieser Bezeichnung verkehrt und nicht durchgängig bis Mulhouse betrieben wird. Die Regio-S-Bahn wird von den Schweizerischen Bundesbahnen, deren deutschen Tochtergesellschaft SBB GmbH sowie der französischen TER Alsace betrieben.

Partner sind die Deutsche Bahn (DB) und die französischen Staatsbahnen (SNCF) sowie die Besteller (Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau, Solothurn, Jura; Land Baden-Württemberg; Region Elsass).

Strecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Regio S-Bahn verkehrt auf dem bestehenden Eisenbahnnetz der Region Basel. Das 210 Kilometer lange Streckennetz beinhaltet momentan 72 Bahnhöfe bzw. Haltestellen, wovon 47 in der Schweiz, 18 in Deutschland und 7 in Frankreich liegen. Kürzeste Linie ist die S5 (13 km), längste Linie die S3 (105 km). Wenngleich sie in den offiziellen Liniennetzplänen aufgeführt sind, gehören die Nahverkehrslinien nach Freiburg im Breisgau und Waldshut sowie die Waldenburgerbahn (WB) nicht zur Regio-S-Bahn.

Von der Regio S-Bahn mitbenutzt werden folgende Strecken:

In Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bahnstrecke Strasbourg–Basel
    Auf der mehrheitlich auf französischem Staatsgebiet liegenden Strecke verkehrte die S1 von 1997 bis 2008 durchgehend von Mülhausen bis Frick bzw. Laufenburg. Seit der Einführung der FLIRT-Triebzüge im Jahr 2008 ist die Linie in Basel SBB gebrochen. Zwischen Mulhouse-Ville und Basel SNCF verkehren die Züge offiziell als TER. Eine Wiedereinführung des durchgehenden Betriebes wurde von Schweizer Seite lange forciert, die Bemühungen 2014 jedoch abgebrochen.[1] Mit dem Anschluss des EuroAirports bzw. spätestens mit der Inbetriebnahme des Herzstücks der Regio-S-Bahn Basel soll ein durchgehender Betrieb wieder thematisiert werden. Obwohl die Züge die Bezeichnung nicht mehr tragen, ist die Strecke im offiziellen Liniennetzplan weiterhin als S1 eingetragen. Ihre Zugehörigkeit zur Regio-S-Bahn stand nie in Frage.
  • Oberrheinbahn
    Auch wenn auf dieser Strecke nie Regio-S-Bahnen fuhren (mit Ausnahme von der Zeit während des Bahnstreiks im Jahr 2014), wurde sie als S4, Orange Linie eingetragen. Es ist bei dieser Strecke zurzeit die Überlegung, ob S-Bahnen fahren sollen oder nicht. Problem ist die hohe Auslastung dieser Strecke. Die Linie würde vermutlich bis nach Karlsruhe führen.
  • Hochrheinbahn
    Wegen Elektrifizierung sollen S-Bahnen auf dieser Strecke vermutlich erst ab 2030 fahren. Trotzdem wurde jetzt schon diese Linie als S7, Gelbe Linie eingetragen und führt bis nach Waldshut oder Schaffhausen
  • Kandertalbahn zwischen Haltingen und Kandern

Linien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betriebskonzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Linien S1 (Ost), S3, S5 und S6 verkehren im Halbstundentakt, wobei der Betrieb auf den Aussenästen, sowie abends und am Wochenende teilweise auf einen Stundentakt ausgedünnt wird. Die Linie S1 (West) verkehrt zwischen Basel SNCF und Mulhouse in einem lückenhaften Stundentakt, der in der Hauptverkehrszeit auf einen Halbstundentakt verdichtet wird. Die S9 verkehrt durchgehend im Stundentakt, der aufgrund schwacher Auslastung ab Dezember 2016 von 21 Uhr bis Betriebsschluss auf Busbetrieb umgestellt werden soll.[2]

Eine Übersicht über die Strecken und Betriebszeiten findet sich in nachstehender Tabelle:

Linie Strecke Takt (in Min) Bemerkungen
S1 Mulhouse – Basel (SNCF) 60 (30 in HVZ) einzelne Taktlücken
Basel (SBB) – Stein-Säckingen 30 einzelne Verstärker in der HVZ ohne Linienbezeichnung
Stein-Säckingen – Frick 60
Stein-Säckingen – Laufenburg 60
S3 Porrentruy – Laufen 60 einzelne Verstärker in der HVZ zwischen Delémont, Laufen und Basel ohne Linienbezeichnung
Laufen – Basel – Olten 30
S5 Weil am Rhein – Lörrach – Steinen 30 abends und am Wochenende Stundentakt; ab 20 Uhr (samstags ganztägig) nur zwischen Weil am Rhein und Lörrach; sonntags zwischen Weil am Rhein und Zell im Wiesental (ab Lörrach-Stetten Halbstundentakt gemeinsam mit S6)
S6 Basel – Lörrach – Zell im Wiesental 30 (60 an So) an Sonntagen Halbstundentakt gemeinsam mit S5 zwischen Lörrach-Stetten und Zell im Wiesental
S9 Sissach – Läufelfingen – Olten 60

Von Montag bis Freitag in der Hauptverkehrszeit verkehren zwei Zugpaare der Linie S5 über Steinen hinaus bis nach Schopfheim, ohne in Maulburg und Schopfheim West zu halten.

Die sehr wechselhafte Nachfrage auf der Linie S5 führte zu einer Umstellung des Betriebes. Einerseits halten die Züge seit Dezember 2013 an den Haltepunkten Weil am Rhein Gartenstadt, Weil am Rhein Pfädlistraße, Weil am Rhein Ost und Lörrach Dammstraße nur noch bei Bedarf. Zusteigende Fahrgäste machen sich an der Haltestelle bemerkbar und aussteigende Fahrgäste drücken rechtzeitig vor Erreichen des Haltepunktes den Türöffner im Zug, um den Haltewunsch anzumelden. Andererseits wurde die Fahrplanlage der S5 an Wochenenden verschoben. Die Züge bieten ebenfalls seit Dezember 2013 samstags und sonntags in Weil am Rhein einen direkten Anschluss von Freiburg nach Lörrach. Samstags besteht dort ein direkter Anschluss nach Zell im Wiesental, sonntags verkehren die Züge der S5 über Lörrach hinaus bis Zell im Wiesental. Auf diese Weise entstand erstmals auch an Sonntagen ein Halbstundentakt zwischen Lörrach und Zell. An Wochenenden verkehrt ein Zugpaar zwischen Weil am Rhein und Lörrach, das ausser Lörrach-Stetten keinen weiteren Halt bedient.

Linienführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahn und Regionalzüge in der Region Basel (2007)

Die S3 und S9 verkehren ausschliesslich in der Schweiz, die S1 zwischen der Schweiz und Frankreich, die S6 zwischen der Schweiz und Deutschland und die S5 ausschliesslich in Deutschland.

Zum erweiterten Regionalverkehr der Region Basel zählen zudem:

Nachtnetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. Dezember 2008 nahm das ausgebaute TNW-Nachtnetz seinen Betrieb auf. Das Nachtnetz, das zuvor bereits in eingeschränkter Form bestand, setzt sich aus Nachtbussen und erstmals auch Nacht-Trams und Nacht-S-Bahnen zusammen, die jeweils während der Wochenendnächte im Raum Basel verkehren. Die Nacht-S-Bahn-Linien tragen zur Unterscheidung zum eigentlichen S-Bahn-Netz SN-Liniennummern. Aktuell verkehren zwei S-Bahn-Linien, drei Tramlinien und 25 Buslinien im Nachtnetz; die meisten Linien mindestens im Stundentakt.

Für die Benutzung des Nachtnetzes ist zum Fahrausweis kein zusätzlicher Nachtzuschlag mehr erforderlich. Dieser wurde zum Fahrplanwechsel 2011/2012 im Dezember 2011 abgeschafft.[3]

Betreiber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Regio-S-Bahn Basel wird von drei Gesellschaften betrieben:

Betreiber Zuständigkeit
Schweizerische Bundesbahnen S1 (Teilstrecke Basel SBB – Frick / Laufenburg), S3, S9
SBB GmbH S5, S6
TER Alsace S1 (Teilstrecke Basel SBB – Mülhausen)

Mit Ausnahme einer Teilstrecke der Basler Verbindungsbahn richten sich die Zuständigkeiten nach den Eigentumsverhältnissen der jeweiligen nationalen Eisenbahngesellschaften. Die Schweizerischen Bundesbahnen übernehmen den Betrieb ihrer eigenen Strecken, die SBB GmbH den Betrieb der Strecken der Deutschen Bahn sowie der Basler Verbindungsbahn, die im Eigentum der SBB steht, sowie die TER Alsace, die den Betrieb der Strecken der französischen Staatsbahnen übernimmt.

Tarif- und Verkehrsverbünde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Netz der Regio-S-Bahn Basel verteilt sich auf verschiedene Tarifverbünde. Die meisten Bahnhöfe bzw. Haltestellen in der Schweiz liegen im Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW). Einige wenige gehören zum Tarifverbund Jura (CTJU) oder zum Tarifverbund A-Welle (TVA). In Deutschland liegen die Haltestellen vor allem im Regio Verkehrsverbund Lörrach (RVL). Im erweiterten Regionalverkehr quert der Regional-Express in Richtung Offenburg außerdem den Regio-Verkehrsverbund Freiburg (RVF) und endet im Tarifverbund Ortenau (TGO), die Regionalbahn nach Waldshut-Tiengen führt in den Waldshuter Tarifverbund (WTV).

In Grenznähe gibt es auch Bahnhöfe und Haltestellen, welche in zwei Tarifverbünden liegen, so unter anderem der Badische Bahnhof, der Bahnhof Riehen und der Haltepunkt Riehen Niederholz (jeweils im TNW und RVL).

Zwischen TNW und RVL besteht zudem eine gegenseitige Anerkennung von Einzelbilletten und Mehrfahrtenkarten. Diese umfasst die Zone 10 des TNW (Kanton Basel-Stadt sowie umliegende Vororte) sowie das gesamte RVL-Gebiet. Für die internationale Vernetzung sorgen weitere Angebote wie grenzüberschreitende Verbundabonnements oder Tageskarten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach langer Vorbereitungszeit, in der die durch unterschiedliche rechtliche und technische Voraussetzungen sich ergebenden Probleme gelöst werden konnten, konnte ab 1997 der Betrieb aufgenommen werden. Erste Linien waren ab 1. Juni 1997 die S1 MülhausenBasel SBBFrick / Laufenburg und die S3 Olten – Basel SBB – Laufen. Am 24. Mai 1998 wurde die Zugfolge auf der S1 verdichtet und die S9 SissachLäufelfingen – Olten in Betrieb genommen.

Die erste Strecke auf deutschem Gebiet, die S4 von Basel SBB nach Freiburg im Breisgau, ging am 6. Januar 2002 in Betrieb. Aus politischen und definitionsbedingten Gründen wird diese Linie heute nicht mehr zur Regio-S-Bahn Basel gezählt. Dennoch gehört die als Regional-Express bezeichnete Linie zum erweiterten Regionalverkehr der Region Basel und soll in den kommenden Jahren wieder in die Regio-S-Bahn Basel reintegriert werden.

Am 12. Dezember 2004 wurde die S3 bis nach Porrentruy verlängert. Ebenfalls zu diesem Termin gingen die S5 Weil am RheinLörrachSteinen und S6 Basel Bad Bf – Lörrach – Zell im Wiesental in Betrieb. Als Eisenbahnverkehrsunternehmen agiert dort seit 15. Juni 2003 die SBB GmbH, eine Tochtergesellschaft der Schweizerischen Bundesbahnen.

Erste grössere Ausbauten zur Aufwertung der Regio-S-Bahn wurden an der Wiesentalbahn vorgenommen: neue Stationen in Lörrach und Weil am Rhein, Anpassung der Haltekanten an den übrigen Haltestellen, neue Fahrstrassen in Basel Bad Bf, um die Durchbindung der Wiesentalbahn nach Basel SBB zu ermöglichen.

Im September 2005 kamen bei der Regio-S-Bahn Basel erstmals Stadler Flirt zum Einsatz. Die beiden ersten Züge verkehrten auf dem Schweizer Abschnitt der S1.[4] Als erste S-Bahn-Linie wurde die S5 ab Oktober 2005 integral mit FLIRT bedient. Die mit 13 km kürzeste Linie der Regio-S-Bahn Basel wird mit zwei Fahrzeugen bedient. Während der folgenden Monate wurden die NPZ der S6 schrittweise durch sieben FLIRT ersetzt; der integrale Betrieb erfolgte ab 31. März 2006. Im Verlauf des Fahrplanjahres 2006 erfolgte auch auf der S3 die stufenweise Einführung von Flirt. Bis zum Fahrplanwechsel 2006/2007 am 10. Dezember 2006 war schliesslich das gesamte Rollmaterial der S3 durch 20 neue Elektrotriebwagen ersetzt.

Zum gleichen Zeitpunkt wurde die S6 bis zum Bahnhof Basel SBB durchgebunden. Seither enden die meisten Züge des Regional-Express' im Badischen Bahnhof. Für die Durchbindung waren grössere Umbauarbeiten im Badischen Bahnhof nötig, um über Weichen die Gleise der Wiesentalbahn mit denen in Richtung Basel SBB zu verbinden (sog. «Mutterspur»).

Seit dem Fahrplanwechsel 2008/2009 im Dezember 2008 wird die Teilstrecke Basel SBB – Frick / Laufenburg der S1 integral mit Flirt bedient. Auf der Teilstrecke Basel – Mülhausen kommen seit Dezember 2008 elektrische Triebwagen der SNCF-Baureihe Z 27500 zum Einsatz.

Neue Haltestellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Einführung der Regio-S-Bahn Basel im Jahre 1997 wurden elf neue Haltestellen gebaut:

  • Basel St. Johann (1997)
  • Weil Gartenstadt, Weil Pfädlistrasse (1999)
  • Lörrach Dammstrasse, Lörrach Schillerstrasse (2004)
  • Basel Dreispitz (2006)
  • Lörrach Schwarzwaldstrasse, Schopfheim West (2007)
  • Pratteln Salina Raurica, Rheinfelden Augarten, Riehen Niederholz (2008)

Planung und Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Vorarbeiten für eine Weiterentwicklung der Regio-S-Bahn sind zwischen den fünf Bestellerkantonen und den SBB im Gange. Für die Verdichtung des heutigen Angebotes hin zu einem Viertelstundentakt im Kernbereich sind jedoch grosse Infrastrukturmassnahmen nötig, deren Realisierung mehrere Jahre benötigen wird. Die fehlende Trennung vom Fern- und Güterverkehr stellt eine der grossen betrieblichen Herausforderungen dar, da das Netz je länger je mehr an seine Kapazitätsgrenzen stösst. Durch Investitionen soll in den nächsten Jahren und Jahrzehnten eine Erhöhung der Kapazitäten geschaffen werden, was für den geplanten Ausbau der Regio-S-Bahn unabdingbar ist.

An einer Medienkonferenz vom 17. Dezember 2008 stellten die kantonalen Direktoren des öffentlichen Verkehrs den neuen Planungsauftrag für die Entwicklung der Regio-S-Bahn Basel vor. Laut diesem soll die Regio-S-Bahn Basel für 540 Mio. Franken mittelfristig massiv ausgebaut werden. Die beteiligten Kantone teilen sich mit den SBB die Gesamtkosten von rund 5,7 Mio. Franken für die Ausarbeitung von weiteren Studien und Vorprojekten.[5]

Die wesentlichen Inhalte bzw. vorgesehenen Zielzustände des Planungsauftrages sind:

Bahnangebot

  • Viertelstundentakt zwischen Basel und Rheinfelden
  • Viertelstundentakt zwischen Basel und Liestal
  • Viertelstundentakt zwischen Basel und Lörrach[6]
  • Drei S-Bahn-Verbindungen pro Stunde zwischen Liestal und Gelterkinden
  • Zusätzliche Schnellzüge zwischen Basel und Delémont mit Halten in Laufen und Dornach-Arlesheim
    • Im Fahrplanjahr 2016 durch einen RegioExpress Basel – Dornach-Arlesheim – Laufen – Delémont in der Hauptverkehrszeit bereits realisiert
    • Halbstundentakt ganztägig Basel – Laufen – Delémont – Biel, abhängig vom Doppelspur-Ausbau im Laufental

Infrastrukturbauten

  • Ausbau der Gleisanlagen (Entflechtungsbauwerke) in Muttenz und Pratteln
  • Neue Wendegleise in Liestal und Gelterkinden
  • Ausbau verschiedener Streckenabschnitte im Laufental auf Doppelspur: Im Fall von Aesch/Duggingen bis Grellingen (Chessiloch) wurde die Vorfinanzierung des Baus durch den Kanton Basel-Landschaft bereits beschlossen, um den drohenden Angebotsverschlechterungen durch das Projekt Léman 2030 vorzugreifen
  • Neubau eines Umsteigeknotens "Riehen Zollweg" für Bus, Tram und S-Bahn an der Staatsgrenze zwischen Lörrach (D) und Riehen (CH).[7]

Herzstück Regio-S-Bahn Basel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Hauptartikel: Herzstück Regio-S-Bahn Basel

Ein grosses Problem der Regio-S-Bahn sind die fehlenden Durchmesserlinien durch das Zentrum sowie die fehlende Erschliessung der Basler Innenstadt. Langfristig soll dies durch den Bau des so genannten Herzstückes, einer unterirdischen Verbindung von Basel SBB nach Basel Bad Bf mit Tunnelstationen im Zentrum behoben werden. Hierzu hat der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt im Dezember 2007 einen Beschluss zur Vertiefung und Verifizierung der damaligen Studienarbeiten getroffen.[8]

Seit 2016 treten die sieben Bestellbehörden unter einer gemeinsamen Dachmarke, trireno, auf. Ziel ist es, bis 2030 die getrennten Äste der trinationalen S-Bahn Basel mittels des Herzstückes mittels Durchmesserlinien zu verbinden. Gleichzeitig soll auch der EuroAirport an das Bahnnetz angebunden werden. Bis 2030 wird ein Viertelstundentakt im Zentrum sowie ein Halbstundentakt auf den Aussenästen angestrebt.[9]

Auf politischer Ebene ist in den Parlamenten der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie im Einwohnerrat Allschwil die Forderung nach der Realisierung einer Haltestelle Allschwil / Basel Morgartenring aufgestellt worden. Varianten für das Herzstück, welche eine solche Haltestelle enthielten, sind aber verworfen worden. Mit der Realisierung des Herzstückes wird eine Haltestelle am Morgartenring unwahrscheinlich.

Eingesetzte Züge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elektrotriebzüge RABe 521 / RABe 522[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RABe 521

Auf den meisten S-Bahn-Linien verkehren Niederflur-Triebzüge Stadler Flirt in den Baureihen RABe 521 und/oder RABe 522. Im Gegensatz zur Grundvariante des FLIRT (RABe 523), dessen Einsetzbarkeit sich auf die Schweiz beschränkt, sind die Varianten 521 und 522 für den grenzüberschreitenden Verkehr nach Deutschland bzw. Frankreich konzipiert. Die beiden Schwesterbaureihen unterscheiden sich prinzipiell nur hinsichtlich Traktionsausrüstung und Zugsicherungssystemen für die Nachbarländer.

Baureihe Einsatz
SBB RABe 521 S1 (Teilstrecke Basel SBB – Frick / Laufenburg), S3, S5, S6
SBB RABe 522 S1 (Teilstrecke Basel SBB – Frick / Laufenburg), S3

Anmerkungen

  • Von 30 Fahrzeugen der Baureihe RABe 521 sind rechnerisch zehn für die SBB GmbH zum Einsatz auf der S5/S6 bestimmt, die weiteren zwanzig für die S3. Technisch sind die Zweisystemfahrzeuge identisch und werden freizügig zwischen den Linien getauscht; Einsätze auf dem Schweizer Abschnitt der S1 sind ebenfalls möglich.
  • Die für 2008 vorgesehene Ablieferung von 12 Zweistrom-Fahrzeugen der Baureihe RABe 522 für die S1 wurde mittlerweile sistiert. Aufgrund des aktuell geltenden Zulassungsverfahrens in Frankreich war eine Konstruktionsänderung notwendig, die RABe 522 wurden daher zu RABe 523 rückgebaut.[10] Für den Einsatz nach Frankreich wurden 2008 insgesamt 14 konstruktiv überarbeitete Flirt bestellt, die ab 2011 abgeliefert wurden.[11][12] Sie wurden im Dezember 2012 für Frankreich zugelassen. Der grenzüberschreitende Betrieb der Züge scheitert aber seither an der Erstellung eines durchgehenden Fahrplanes. Im Jahr 2014 wurden die Bestrebungen vorübergehend eingestellt.[1] Mit der Inbetriebnahme des Bahnanschlusses zum EuroAirport oder des Herzstücks Regio-S-Bahn Basel soll ein grenzüberschreitender Einsatz erneut thematisiert werden.

Elektrotriebwagen RBDe 560 / RBDe 562[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RBDe 560 am Bahnhof Liestal

Bis im September 2005 verkehrten auf allen Linien der Regio-S-Bahn Basel Elektrotriebwagen des Typs RBDe 560 oder RBDe 562. Diese wurden seither in mehreren Schritten durch neue Niederflurtriebzüge Stadler Flirt ersetzt. Der integrale Einsatz der neuen Züge erfolgt seit 7. Oktober 2005 auf der S5, seit 31. März 2006 auf der S6, seit 10. Dezember 2006 auf der S3 und seit 14. Dezember 2008 auf dem Schweizer Abschnitt der S1.

Die Elektrotriebwagen RBDe 560 kommen auf einer Teilstrecke der S1 (morgens einmal Basel – Laufenburg und zurück, Abends Basel – Stein-Säckingen – Basel) regulär zum Einsatz. Ausserdem kommt eine NPZ – Komposition je einmal morgens und abends auf der S3 zum Einsatz.

Baureihe Einsatz
SBB RBDe 560 Regulärer Einsatz: S1 und S3 zu Hauptverkehrszeiten morgens und abends

Elektrotriebwagen SNCF Z 27500[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Einstellung des durchgehenden Betriebs vom Fricktal nach Frankreich wird der französische Abschnitt der S1 durch TER Alsace mit modernen Elektrotriebwagen der SNCF-Baureihe Z 27500 betrieben. Diese sind nur mit dem französischen Stromsystem mit 25 kV 50 Hz~ fahren und daher auch in Basel nur den Bahnhof Basel SNCF nutzen. Obwohl die Elektrotriebzüge RABe 522 der SBB mittlerweile in Frankreich zugelassen sind, findet kein grenzüberschreitender Betrieb statt. In Basel SBB muss weiterhin umgestiegen werden.

Baureihe Einsatz
SNCF Z 27500 S1 (Teilstrecke Mülhausen - Basel SNCF)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Burmeister: Grenzenlos mobil. In: Eisenbahn-Magazin. 4/2007, S. 26–28
  • Germann Dreier: Die Regio-S-Bahn Basel – ein grenzüberschreitendes ÖV-System für die Nordwestschweiz. In: Schweizer Eisenbahn-Revue. 5/2007, S. 245–250
  • Martin Haag: S-Bahn TriRhena – Stand und Visionen. In: Regio Basiliensis. Jg. 48, H. 1 (2007), S. 37–47

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Schweiz am Sonntag – Flirt mit Frankreich scheitert. Abgerufen am 2. August 2016.
  2. Bericht zum Fahrplan 2017 – Regionalverkehr. Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 02.08.2016.
  3. [1], abgerufen am 4. Mai 2012
  4. Chronik der Regio-S-Bahn Basel (PDF, 266 kB), S. 7
  5. Medienmitteilung des Kantons Basel-Stadt vom 17. Dezember 2008
  6. Badische Zeitung: Basel: 15-Minuten-Takt von Lörrach nach Basel realisierbar – badische-zeitung.de. Abgerufen am 2. August 2016.
  7. Planungsvereinbarung unterzeichnet | Riehen. In: www.riehen.ch. Abgerufen am 2. August 2016.
  8. Medienmitteilung des Kantons Basel-Stadt vom 20. November 2007
  9. trireno – Trinationale S-Bahn Basel. trireno.org, abgerufen am 30. April 2016.
  10. Stadler FLIRT in der Schweiz auf le-rail.ch
  11. Mathias Rellstab: SBB erweitern und reorganisieren ihre Flirt-Flotte. In: Schweizer Eisenbahn-Revue. Nr. 10/2008, Minirex AG, Luzern 2008, ISSN 1022-7113, S. 522–523
  12. Erster Frankreich-Flirt . In: Schweizer Eisenbahn-Revue. Nr. 10/2010, Minirex AG, Luzern 2010, S. 499