Udine

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Udine
Wappen
Udine (Italien)
Udine
Staat Italien
Region Friaul-Julisch Venetien
Provinz Udine (UD)
Koordinaten 46° 4′ N, 13° 14′ OKoordinaten: 46° 4′ 0″ N, 13° 14′ 0″ O
Höhe 113 m s.l.m.
Fläche 56 km²
Einwohner 99.341 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 1.774 Einw./km²
Stadtviertel Baldasseria, Beivârs, Casali Sartori, Chiavris, Cormôr, Cussignacco, Gervasutta, Godia, Laipacco, Molin Nuovo, Paderno, Paparotti, Rizzi, San Bernardo, San Domenico, San Gottardo, Sant'Osvaldo, San Paolo, San Rocco, Sant'Ulderico, Vât, Villaggio del Sole
Angrenzende Gemeinden Campoformido, Pasian di Prato, Pavia di Udine, Povoletto, Pozzuolo del Friuli, Pradamano, Reana del Rojale, Remanzacco, Tavagnacco
Postleitzahl 33100
Vorwahl 0432
ISTAT-Nummer 030129
Volksbezeichnung Udinesi
Schutzpatron Hermagoras und Fortunatus
Website Udine
Udine collage.png

Udine (furlanisch Udin, slowenisch Videm, deutsch Weiden in Friaul) ist eine Stadt in der Region Friaul-Julisch Venetien im Nordosten Italiens und die Hauptstadt der Provinz Udine.

Mit 99.341 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) ist Udine nach Triest die zweitgrößte Stadt der Region und zählt als wichtigste Stadt der historischen Landschaft Friaul. Eine Einwohnerzahl von über 100.000 bestätigte das Standesamt Anfang 2013 das erste Mal seit 25 Jahren.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt auf 46,07° n. B. und 13,24° ö. L. zwischen den Südalpen und der Adria, nur 20 km von der slowenischen Grenze entfernt.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima von Udine hat vorwiegend kontinentalen Charakter, jedoch weniger ausgeprägt als in den Städten der zentralen und westlichen Poebene. Die Temperaturen sind im Sommer ziemlich hoch und im Winter relativ streng. Im Winter fällt am wenigsten Regen, wogegen im Sommer häufig Gewitter auftreten, die auch von schwerem Hagel begleitet sein können. Udine gilt als regenreichste Provinzhauptstadt Italiens. In Udine können plötzliche Temperaturwechsel sowohl im Sommer, als auch und vor allem im Winter, auftreten. Milde und feuchte Luft aus der Adria kann schnell durch trockene und kalte Luftmassen kontinentalen Ursprungs ersetzt werden. Mit etwa 10 cm Schneefall jährlich ist Udine eine der schneeärmsten Städte Norditaliens. Der meiste Schnee der letzten Jahrzehnte fiel zu folgenden Zeiten:

  • Januar 1985 (50 cm Anhäufung),
  • Januar 1987 (40 cm),
  • 31. Dezember 1996 (30 cm),
  • 21. Februar 2005 (20–25 cm),
  • 3. März 2005 (15 cm),
  • 29. Dezember 2005 (18 cm),
  • 17. Dezember 2010 (20–25 cm)

Ein Kälterekord wurde im Dezember 2009 mit −19,8 °C erreicht.[3]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Udine
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 7 9 13 17 22 25 28 28 24 19 13 8 Ø 17,8
Min. Temperatur (°C) -1 1 3 7 11 15 17 17 13 9 4 0 Ø 8
Temperatur (°C) 3 5 8 12 17 20 23 23 19 14 9 4 Ø 13,1
Niederschlag (mm) 89 72 103 119 126 136 79 90 99 124 107 104 Σ 1.248
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Quelle: Stazione meteorologica di Udine Centro

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste schriftliche Erwähnung der Stadt Udine in einer Inschrift von Otto II. im Castello di Udine (983)

An der Stelle des heutigen Udine stand wahrscheinlich in römischer Zeit der Ort Utina. Erstmals erwähnt wird die Stadt aber erst im Jahr 983 in einer von Kaiser Otto II. verbrieften Urkunde, der damals Udine dem Patriarchen von Aquileia schenkte. Dieser residierte hier seit 1238. Zu jenen Zeiten waren Städte mit Stadtmauern befestigt; im Fall von Udine wurden sie im Laufe der Jahrhunderte fünfmal erweitert, um der wachsenden Bevölkerung mehr Platz zu geben. Zur fünften und letzten Mauer, welche die Stadt fast kreisförmig umlief, gehört der Turm der Porta Aquileia. In der Via Mercatovecchio entstand der erste Markt, der im Jahre 1223 von dem Patriarchen Berthold von Andechs dem damals mittelalterlichen Flecken gewährt wurde. „Die Marktfreiheit zusammen mit der (1248 gewährten) Steuerfreiheit zogen viele Freie an, welche so <burgenses> d. h. Bürger von Udine wurden, neue Häuser errichteten, den von Mauern umgebenen Flecken vergrößerten und zur Stadt machten“. Erst im 14. Jahrhundert erlangte der Ort auf Betreiben des Patriarchen von Aquileia, Bertrand de Saint-Geniès, an Bedeutung. 1420 fiel Friaul unter die Herrschaft Venedigs. Im Unglücksjahr 1511 griffen bürgerkriegsähnliche Zustände um sich, ein schweres Erdbeben zerstörte die Stadt und schließlich brach die Pest aus. 1752 wurde Udine Sitz eines Erzbischofs

Nach dem Untergang der Republik Venedig wurden im Frieden von Campo Formio (17. Oktober 1797) die Machtverhältnisse in Oberitalien neu geregelt. Udine kam damals unter die Herrschaft der Habsburger. Es wurde sodann 1805 dem napoleonischen Königreich Italien einverleibt und Hauptstadt des Departements Passariano. Am 25. Oktober 1813 besetzten österreichische Truppen die Stadt und sie blieb von da an unter österreichischer Herrschaft, da sie nach dem Wiener Kongress ein Teil des Königreichs Lombardo-Venetien wurde. Udine war 1848 die erste Stadt, die nach dem Aufstand in Venedig von Österreich abfiel und am 23. März die österreichische Besatzung zum Abzug zwang. Sie musste sich jedoch bereits am 23. April 1848 nach mehrstündiger Beschießung wieder unterwerfen, woraufhin österreichische Truppen unter Graf Nugent in Udine einrückten. 1866 fielen dann im Prager Frieden Udine wie auch ganz Friaul und Venetien an das neu gegründete Königreich Italien. Im Ersten Weltkrieg war Udine von 1915 bis 1917, bis zur Niederlage in der Schlacht von Karfreit, Sitz des italienischen Oberkommandos. Im Zweiten Weltkrieg stand Udine zwischen 1943 und 1945 unter deutscher Besatzung.

Im 17. und 18. Jahrhundert eiferten einheimische Adelsfamilien mit den reichen Patriarchen in einem kostspieligen Wettstreit um die prachtvollsten Paläste. So kam auch Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770) von Venedig nach Udine, um Palazzi auszuschmücken.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fassade des Domes
Loggia del Lionello
  • Duomo Cattedrale di Santa Maria Annunziata: der Dom wurde 1236–1461 erbaut
  • Loggia del Lionello: das Rathaus wurde von 1448 bis 1457 im Stil der venezianischen Gotik mit offener Loggia im Parterre erbaut
  • Schlosskomplex: der Bogen spannt sich von einer Galerie antiker Kunst, einem Archäologiemuseum, über eine Galerie der Entwürfe und Drucke bis hin zum Friulanischen Museum der Fotografie
  • Galerie der modernen Künste:[5] Ende des 19. Jahrhunderts von Antonio Marangoni gegründet, setzte sich die Galerie zum Ziel, Werke junger Künstler anzukaufen, um eine Sammlung zeitgenössischer Kunst zu schaffen.
  • Palazzo Valvason Morpurgo: der Palast bewahrt die Archive von Architektur und Design auf, ist Gastgeber von Ausstellungen zur Thematik und nimmt sich verschiedener friulanischer Projekte an
  • Piazza Giacomo Matteotti: der älteste Platz in Udine nach der Piazza della Liberta
    Loggia di San Giovanni (unter dem Torre dell'Orologio) mit der Büste von Giovanni Battista Cella.
  • Kirchenmuseen:
    • Kapelle Manin: die Kapelle Manin kann wochentags nach Voranmeldung besucht werden
    • Diözesanmuseum und Dommuseum: beide Museen zeigen weitere sakrale Kunstwerke

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine wichtige Rolle für die Stadt spielt die 1978 gegründete Universität Udine, deren knapp 16.000 Studenten den jungen Eindruck der Stadt prägen.

Abbildungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften und -freundschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Udine pflegt neun Städtepartnerschaften und sieben Städtefreundschaften:[6]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtefreundschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Bezug zur Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadio Friuli von Udinese Calcio

Der Fußballklub Udinese Calcio mit Gründungsjahr 1896 ist einer der ältesten Clubs in Italien. Zu seinen größeren Erfolgen gehört der zweite Platz in der Saison 1954/55, der dritte Rang im Spieljahr 1997/98 und eine historische Teilnahme an der Champions League in der Saison 2005/06.

Im Basketball war Pallalcesto Amatori Udine, besser bekannt als Snaidero Udine, bis 2009 in der Serie A vertreten. Berufsspieler hat auch Rugby Udine, die seit den Anfängen auch schon einige Jahre die Plätze in der Serie A bespielen (in Wirklichkeit ist es eine Serie A2, da es noch eine höhere Klasse mit der Bezeichnung Super10 gibt).

Am 3. Juni 1990 war Udine Ankunftsort der 13. Etappe des Giro d’Italia mit einem Sieg von Mario Cipollini.

Im selben Jahr fanden im Udiner Stadion drei Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in der Gruppe E statt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roberta Costantini, Fulvio Dell’Agnese, Micol Duca, Antonella Favaro, Monica Nicoli, Alessio Pasian: Friuli-Venezia Giulia. I luoghi dell’arte, S. 283–295; Bruno Fachin Editore, Triest

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Udine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Udine – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.
  2. Popolazione, Udine resta sopra 100 mila in: Messaggero Veneto vom 22. Jänner 2013; zuletzt abgerufen am 14. Juli 2003
  3. Gemessen durch die Wetterstation Udine Rivolto WMO 16046 am 20 Dezember 2009.: Udine Rivolto. In: Temperature estreme in Toscana. (altervista.org [abgerufen am 11. Februar 2018]).
  4. Carla Mueller: Giovanni Battista Tiepolos Fresken im ehemaligen Patriarchenpalast zu Udine = Manuskripte für Kunstwissenschaft in der Wernerschen Verlagsgesellschaft 45. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1995. ISBN 978-3-88462-944-4
  5. siehe auch: Museo di arte moderna e contemporanea in der italienischen Wikipedia
  6. Städtepartnerschaften und -freundschaften, comune.udine.gov.it