Tönnies Holding

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Tönnies Lebensmittel)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Tönnies Holding GmbH & Co. KG
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1971
Sitz Rheda-Wiedenbrück, DeutschlandDeutschland Deutschland

Leitung

  • Josef Tillmann
  • Frank Duffe
  • Daniel Nottbrock
  • Christian Kreuter
  • Karl-Heinz Schlegel
Mitarbeiter 12.500 (2015)[1]
Umsatz 6,3 Mrd. Euro (2015)[1]
Branche Nahrungsmittel, Fleischverarbeitung
Website www.toennies.de
Stand: 17. Januar 2017 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2017

Die Tönnies Holding GmbH & Co. KG (kurz: Tönnies Holding; vormals: Tönnies Lebensmittel GmbH & Co. KG, kurz Tönnies Lebensmittel sowie B. & C. Tönnies Fleischwerk GmbH & Co. KG, kurz Tönnies Fleischwerk) ist ein Unternehmen der Lebensmittelindustrie mit Sitz im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück. Das Familienunternehmen ist Deutschlands größter Schlachtbetrieb für Schweine und gehört insgesamt zu den größten Schlachtbetrieben Deutschlands.[2] Tönnies ist u. a. auch in der Fleisch­verarbeitung tätig. Mutterunternehmen des Konzerns Tönnies-Gruppe ist die Tönnies Holding GmbH & Co. KG. Gleichberechtigte Eigentümer sind Clemens Tönnies und sein Neffe Robert Tönnies.

Unternehmensgruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tönnies-Gruppe mit mehreren Tochtergesellschaften ist auf verschiedene Standorte verteilt. Es existieren Produktionsstandorte in Rheda-Wiedenbrück, Sögel, Kellinghusen, Beckum, Herzebrock-Clarholz, Kempten, Weißenfels (Sachsen-Anhalt), Brandenburg an der Havel und im dänischen Brørup. Die Betriebe in Weißenfels und Rheda-Wiedenbrück besitzen Zulassungen für den EU-Raum und Japan. Der Betrieb in Rheda-Wiedenbrück erfüllt darüber hinaus die Hygienevorschriften für Exporte nach Europa, Asien, USA, Australien und Südafrika.

In den Betrieben der Tönnies-Unternehmen wurden im Jahr 2015 über 16 Millionen Schweine geschlachtet. Damit liegt der Konzern bei der Schweineschlachtung in Deutschland an der Spitze. Der Jahresumsatz im entsprechenden Zeitraum betrug rund 6,3 Milliarden Euro.[3] Bei Tönnies hergestellte Fleischprodukte werden unter anderem unter den Markennamen Tillman's und Landdiele in Discountläden von Aldi und Lidl, aber auch in Rewe-Geschäften vertrieben. Laut der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) gehört das Unternehmen zu den 22 größten Lieferanten des deutschen Lebensmittelhandels.

Am Standort in Weißenfels arbeiteten 2015 rund 2250 Mitarbeiter (direkt oder indirekt beschäftigt), von denen rund 80 % aus Weißenfels oder der Region stammten.[4] Der Standort in Weißenfels sei zudem laut der Industrie- und Handelskammer Sachsen-Anhalt der größte Ausbildungsbetrieb im südlichen Sachsen-Anhalt, Tönnies darüber hinaus in Weißenfels auch größter Arbeitgeber.

Im November 2008 berichten zahlreiche Medien, darunter auch die Lebensmittel Zeitung, von dem Start einer Ausbildungsoffensive von Tönnies Fleisch. Das Unternehmen böte allen Mitarbeitern eine Ausbildungsplatzgarantie für deren Kinder. Die Lebensmittel Zeitung zitiert in diesem Zusammenhang zudem den Geschäftsführer Josef Tillmann, nach dem alle Mitarbeiter von Tönnies Fleisch zu dem Zeitpunkt bereits mehr verdienen würden als den von der NGG geforderten Mindestlohn.[5]

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Weidemark; Westfalen Krone
  • Jade Schlachthof, Wilhelmshaven[6]
  • Tevex Logistics GmbH[7]
  • Sachsenkrone; Fürstenstädter Fleischwaren; Reisinger Schlachthof GmbH
  • Schlachthof Gütersloh GmbH; Schlachthof Beckum GmbH; Union Protein GmbH
  • Tönnies Software Innovation GmbH; Slagteriet Brørup A/S (SB Pork A/S); Einkaufsallianz Nord GmbH
  • FIRoWa Handels GmbH; B.& C. Tönnies Holding GmbH u. Co. KG; Rhedaer Geflügelfeinkost GmbH
  • SB-Fleischwaren GmbH; Brandenburger Feinkost GmbH
  • Tönnies Foodservice GmbH; Alpenmetzgerei AG Zürich; Garant Fleischnebenprodukte GmbH Rheda-Wiedenbrück
  • Tönnies Außenhandels Beteiligungs GmbH; B.& C. Tönnies Bauplanungs-GmbH
  • KUB Unternehmensbeteiligungsgesellschaft mbH; WestfalenGelatine GmbH

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen ging aus einem kleinen Fleischereibetrieb in dem traditionell von der Fleischproduktion geprägten Rheda hervor. Im Jahr 1971 erfolgte durch Bernd Tönnies eine Neugründung des Betriebes als Großhandel für Fleisch und Wurst.

Wegen der raschen Expansion und der engen Standortsituation in Rheda wich die Firma 1975 in das benachbarte Herzebrock aus. Mit etwa 60 Mitarbeitern wurde seit 1977 an dem neuen Standort produziert, bis sich auch hier die Notwendigkeit zu baulichen Erweiterungen ergab. Das inzwischen von den Brüdern Bernd und Clemens Tönnies geführte Unternehmen sollte nach dem Willen der beiden Brüder in ihre Heimatstadt zurückkehren.

Im Laufe der 1980er Jahre konkretisierten sich die Pläne für einen großmaßstäblichen Neubau des Unternehmens auf der grünen Wiese. Die planerische Umsetzung erfolgte durch das österreichische Architekturbüro ATP Architekten und Ingenieure, Innsbruck. Im Jahr 1992 konnte der neue Zerlegebetrieb in Rheda-Wiedenbrück mit 400 Arbeitsplätzen am neuen Standort in Betrieb genommen werden.

Im Jahr 1990 erwarb Tönnies den örtlichen Schlachthof in Weißenfels (Sachsen-Anhalt), der auf eine Tradition bis ins Jahr 1898 zurückblickt. Die Expansion des Betriebes wird durch Schaffung weiterer Schlachtkapazitäten vorbereitet.

Der Betrieb wurde durch den 1997 fertiggestellten Schlachtbetrieb ergänzt und bildet seitdem eine Produktionseinheit mit 3200 Mitarbeitern (Stand 2007) und einer überdachten Produktionsfläche von 50.000 m² (Firmenangaben zum Stand 2000). Die im Jahr 2001 fertiggestellte Verkaufsabteilung (Fleisch-Börse) soll kurze Wege und Informationen auf allen Produktlinien des Unternehmens gewährleisten.

Im Jahr 2007 nahm Tönnies ein neues Logistik-Zentrum in Rheda-Wiedenbrück in Betrieb, das nach Branchenmeinungen das modernste seiner Art in Europa ist. Das neue Logistik-Zentrum ist zentral auf die Anforderungen des sensiblen 0 bis 2 Grad Celsius-Bereichs (Hackfleischprodukte etc.) konzipiert.[8]

Im Juli 2011 wurde bekannt, dass Clemens Tönnies innerhalb von drei Jahren die Zur-Mühlen-Gruppe zu 100 Prozent übernimmt.[9]

Im Oktober 2013 begann das Unternehmen mit dem Bau einer Fabrik für Roh-Heparin, das aus Darmschleimhaut von Schweinen gewonnen wird.[10][11] Sie ging am 4. November 2014 in Betrieb.[12]

Ab Mitte 2014 hatte das Bundeskartellamt wegen illegaler Preisabsprachen in der Fleischwarenbranche insgesamt Strafen in Höhe von 338 Millionen Euro gegen 21 Wursthersteller und 33 verantwortliche Personen verhängt, die Ermittlungen hierzu liefen seit 2009. Darunter waren auch Firmen von Tönnies.[13] Mitte Oktober 2016 konnte das Kartellamt eine Strafe über 128 Millionen Euro wegen erwiesener Preisabsprachen an die Tönnies Tochterunternehmen Böklunder Plumrose und Könecke Fleischwarenfabrik nicht eintreiben, weil die Tochterfirmen rechtzeitig liquidiert wurden, was als Wurstlücke bekannt wurde. Tönnies Holding hatte mit einem simplen und wirkungsvollen Trick die Aktivitäten der Firmen Böklunder Plumrose und Könecke Fleischwarenfabrik auf andere Gesellschaften seiner Beteiligungsgesellschaft Zur-Mühlen-Gruppe übertragen und die Tochterfirmen anschließend liquidiert. Da die Tönnies-Tochterfirmen rechtlich nicht mehr existierten, gab es für die Bußgeldbescheide keinen Adressaten mehr und die Bußgeldverfahren wurden folglich eingestellt.[14] Clemens Tönnies selbst bestritt diese Darstellung, da der Umbau nach seiner Darstellung schon vor Erlass der Bußgeldbescheide begonnen wurde.[13]

Im November 2014 meldete Tönnies die Absicht zur Übernahme der Rindfleisch-Sparte des niedersächsischen Fleischverarbeiters Gausepohl beim Kartellamt zur Prüfung an,[15] nahm jedoch noch im selben Monat wieder Abstand von dem Vorhaben,[16] woraufhin Gausepohl für diese Sparte Insolvenz anmeldete.[17] Mit Rückwirkung zum 1. Oktober 2015 übernahm Tönnies einen der größten dänischen Schweineschlachter, die Tican-Gruppe.[18]

EU-Agrarsubventionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die B. & C. Tönnies Fleischwerk GmbH & Co. KG erhielt im Jahre 2008 aus dem Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft rund 2,67 Mio. € EU-Agrarsubventionen.[19]

Hierbei handelt es sich um die sonstigen Marktordnungszahlungen zur Stabilisierung des Erzeuger- und Verbraucherpreisniveaus in der Europäischen Union. Diese Maßnahmen richten sich vorrangig an Unternehmen des Handels und der Ernährungswirtschaft.[20]

Öffentliches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1994 engagierte sich Firmengründer Bernd Tönnies für den Bundesliga-Traditionsverein FC Schalke 04. Am 7. Februar 1994 wurde Bernd Tönnies bei einer außerordentlichen Vollversammlung zum neuen Präsidenten gewählt. Vor der Wahl musste die Vereinssatzung geändert werden, weil Bernd Tönnies noch kein ganzes Jahr Mitglied des Vereins war. Kurze Zeit später verstarb Bernd Tönnies im Alter von 42 Jahren an den Folgen einer Nierentransplantation. Clemens Tönnies ist seit 1994 Mitglied des Aufsichtsrates des FC Schalke 04 und seit 2001 dessen Vorsitzender.

Der 2004 gegründete Verein Fleisch zur Freude der Kinder e. V. führt jährlich die Deutsche Zerlegemeisterschaft durch und sammelt auch darüber hinaus Spendengelder für notleidende Kinder. Im Jahr 2007 wurde der Verein in Aktion Kinderträume - Verein der deutschen Fleischwirtschaft e. V. umbenannt. 2007 überreichte Gründungsmitglied Clemens Tönnies der deutschen Schauspielerin Veronica Ferres als Schirmherrin der Initiative Powerchild einen Scheck über 40.000 €.[21]

Mit dem Bernd-Tönnies-Preis werden Publikationen sowie wissenschaftliche oder journalistische Arbeiten gewürdigt, die sich mit Aspekten der tierschutzgerechten oder -relevanten Haltung von landwirtschaftlichen Nutztieren befassen. Der Preis wird in unregelmäßigen Abständen von der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung der Forschung über die Zukunft des Tierschutzes in der Nutztierhaltung, kurz Tönnies-Forschung, ausgelobt.[22] Der mit 10.000 € dotierte Preis wurde am 3. November 2011 erstmals vergeben und ging an die Redakteurin im Ressort Natur und Wissenschaft der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Christina Hucklenbroich.[23]

Nach dem Aufstieg des FSV Gütersloh 2009 in die Fußball-Bundesliga der Frauen stieg Tönnies als Hauptsponsor des Vereins ein.[24] Seitdem trägt der Verein seine Heimspiele in der 2012 erbauten Tönnies-Arena aus.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der hohe Anteil von Niedriglohn-Beschäftigten hatte Tönnies Fleischwerk in das Rampenlicht der politischen Diskussion gerückt. Darüber hinaus hatte die Beschäftigungspolitik des Unternehmens – nicht zuletzt wegen der Unterbringung der Arbeiter in Sammelunterkünften – am Standort Rheda-Wiedenbrück zu bundesweiter Kritik geführt. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen seit einiger Zeit einen externen Beauftragten, der den Zustand der Sammelunterkünfte überprüft.

Im Jahre 2000 befand sich die Firma Tönnies auf der Liste jener 180 Großunternehmen mit mehr als einer Milliarde DM Jahresumsatz, die sich trotz der Appelle der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft nicht am Entschädigungsfonds für die Zwangsarbeiter des NS-Regimes beteiligt hatten (Fernsehsendung Kontraste vom 7. Dezember 2000). Die Firma wurde jedoch erst im Jahre 1971 gegründet, eine Beschäftigung von Zwangsarbeitern während der NS-Zeit kann Tönnies daher nicht angelastet werden.

Im Jahr 2007 nannte der Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium Gerd Andres auf einer Pressekonferenz die Firma Tönnies als Beispiel für unhaltbare Zustände in der Fleischindustrie. Andres betonte, das Unternehmen beschäftige in seinem Werk am Standort Rheda-Wiedenbrück 2000 osteuropäische und 250 deutsche Mitarbeiter. Andres folgte wenige Wochen nach seinen Äußerungen einer persönlichen Einladung von Tönnies, besuchte den Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück und äußerte sich danach sehr positiv über das Unternehmen.[25]

Seit September 2007 stand das Unternehmen unter dem Verdacht des Betruges. Die Staatsanwaltschaft ermittelte.[26] Im Zuge des Verfahrens wurde deutlich, dass der Betrugsverdacht von Wettbewerbern in der Fleischbranche eingefädelt wurde. Gleichzeitig konnte Tönnies nachweisen, dass ein Mitarbeiter des Eichamtes vorsätzlich Waagen manipuliert hatte, um den Vorwurf des Betruges zu festigen.[27] Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel recherchierte in diesem Zusammenhang intensiv und warf die Frage auf, inwieweit die verschiedenen Vorwürfe nicht Teil einer Kampagne des größten Wettbewerbers Vion N.V. seien, der anscheinend mit einem Versuch einer Übernahme gescheitert war.[28] Am 15. Dezember 2010 gab das Landgericht Essen bekannt, dass es keine Anklage wegen Betrugs zulässt und die Anklage der Staatsanwaltschaft Bochum endgültig abgewiesen hat. Spiegel Online bezeichnete die Einstellung als „Herbe Niederlage für die Staatsanwaltschaft Bochum“.

Im April 2008 berichtete das ARD-Magazin Report Mainz, dass bei Tönnies Mitarbeiter videoüberwacht wurden. Mit flächendeckenden Kameraüberwachungen sollen laut Zeugenaussagen Betriebsangehörige selbst in Umkleidekabinen und auf Toiletten gefilmt worden sein. Die Unternehmung räumte gegenüber Report Mainz die Videoüberwachung teilweise ein und begründete sie mit Hygienekontrollen. Die Reinigung der Hände und das Anziehen der Schutzkleidung werde überwacht. Gefilmt würden „Garderobenräume, […] keinesfalls aber Dusch- oder Umkleidekabinen. In allen Fällen erfolgt die Überwachung durch sichtbare Kameras. […] Die Arbeitnehmervertreter sind ebenfalls informiert und haben diesem System ausdrücklich zugestimmt.“ Allerdings gibt es bei Tönnies laut Gewerkschaft weder einen Betriebsrat, noch eine andere gesetzlich legitimierte Arbeitnehmervertretung. Das Unternehmen beobachtete seine Mitarbeiter mit über 200 Kameras in allen betrieblichen Einrichtungen, auch in Dusch- und Umkleidebereich. Die Beweislage war so eindeutig, dass Tönnies einem Bußgeld von 80.000 € zustimmen musste.[29]

Im November 2009 berichtete Report Mainz, dass die Staatsanwaltschaften Oldenburg und Bielefeld wegen des Verdachts auf Bestechung und Steuerhinterziehung gegen Subunternehmer von Tönnies ermitteln. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen die Unternehmen Schmiergeldzahlungen an Tönnies in Millionenhöhe als Betriebsausgaben deklariert haben. Die Schmiergelder sollen gezahlt worden sein, um von Tönnies bevorzugt Werkverträge für Billiglohnkräfte zu erhalten. Des Weiteren berichtet das Magazin, dass die Staatsanwaltschaft Bielefeld wegen Bestechung und Steuerhinterziehung gegen einen weiteren ehemaligen Tönnies-Subunternehmer, einen in Litauen lebenden deutschen Geschäftsmann ermittelt.[30]

Ende August 2011 wurde ein Strafverfahren gegen Clemens Tönnies und sieben leitende Mitarbeiter des Konzerns wegen Falschetikettierung vom Landgericht Essen gegen eine Auflage von 2,89 Millionen € eingestellt. Dem Verfahren lag der Vorwurf zu Grunde, dass das an Supermarktketten gelieferte gemischte Hackfleisch einen im Vergleich zur Angabe auf der Verpackung zu geringen Anteil an Rindfleisch enthielt.[31]

Im Sommer 2013 berichtete der Sender ARD in der Reportage Deutschlands neue Slums – Das Geschäft mit den Armutseinwanderern, dass im Tönnies Fleischwerk in Rheda-Wiedenbrück über Subunternehmen Kolonnen von südosteuropäischen Fleischzerlegerinnen und Fleischzerlegern arbeiten würden. In dem Beitrag wurde über konkrete Fälle berichtet, in denen Niedriglohn, Überstunden, fehlende Krankenversicherung, Kündigungsandrohung, Kündigung im Falle von Krankheit sowie gefährliche Arbeitsbekleidung Kennzeichen bei der Beschäftigung der Arbeiter waren.[32]

Familiäre Auseinandersetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Ende des Jahres 2011 eskalierte ein Streit zwischen Clemens Tönnies und seinem Neffen Robert Tönnies um die Leitung des Unternehmens. Beide besitzen jeweils 50 Prozent der Anteile am Unternehmen. Robert Tönnies fordert 5 Prozent der Unternehmensanteile zurück, die er seinem Onkel Clemens Tönnies im Jahr 2009 geschenkt hatte. Mit diesem Anteil hätte Robert Tönnies die Stimmenmehrheit.[33] Die Mitarbeiter haben sich in dem Streit eindeutig auf die Seite von Clemens Tönnies gestellt.[34][35] Robert Tönnies wird von dem Rechtsanwalt Mark Binz sowie von einer Kommunikationsagentur namens CNC begleitet.[36] Clemens Tönnies wird in dem Streit von Rechtsanwalt Michael Hoffmann-Becking vertreten.[33] Im Mai 2015 berichteten Medien, dass Clemens und Robert Tönnies vor einer streitbeilegenden Einigung stünden.[37]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Unternehmenssteckbrief 2015 der Tönnies Holding GmbH & Co. KG. In: Website der Tönnies Holding GmbH & Co. KG, abgerufen am 17. Januar 2017.
  2. Helmut Bünder, Jan Grossarth: Wurstfabrikant Tönnies führt das Kartellamt vor. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 3. Februar 2015; abgerufen am 28. Juni 2015.
  3. FORUM MANAGER - Zu Gast: Clemens Tönnies (Memento vom 6. Mai 2013 im Internet Archive)
  4. In: Mitteldeutsche Zeitung, 17. Juni 2008.
  5. In: Lebensmittel Zeitung, 14. November 2008.
  6. Tönnies erhöht Kapazitäten im Jade Schlachthof Wilhelmshaven, abgerufen am 29. März 2016
  7. Division Logistics: Distribution, Lagerung, Logistik. Tönnies-Website, abgerufen am 28. Juni 2015.
  8. LEBENSMITTEL-PRAXIS & Fleischwirtschaft vom 12. März 2008
  9. Tönnies erweitert sein Wurstimperium
  10. kma-online.de: Tönnies beginnt den Bau einer Heparin-Fabrik
  11. Pressemitteilung Tönnies: Spatenstich für weltweit modernste Heparin-Produktionsstätte
  12. Pharma Action Werk startet Produktion, Pressemitteilung der Tönnies Holding GmbH & Co. KG
  13. a b tagesschau.de vom 19. Oktober 2016: Kartellamt setzt auf Ende der "Wurstlücke", abgerufen am 25.Oktober 2016
  14. Tönnies schreibt mit der „Wurst-Lücke“ Rechtsgeschichte, Welt Online Artikel vom 19. Oktober 2016
  15. Tönnies plant Übernahme der Rindfleischsparte von Gausepohl, top agrar online, 10. November 2014
  16. Kaufpreis zu hoch?: Tönnies sagt Gausepohl-Übernahme ab, Handelsblatt, 21. November 2014
  17. Gausepohl beantragt Insolvenz für Rindfleischsparte, top agrar online, 25. November 2014
  18. Tönnies darf Tican übernehmen. agrarheute.com, 29. Februar 2016
  19. Suche nach Eingabe des Standortes Rheda-Wiedenbrück wird Tönnies gefunden, eine Suche über Name führt nicht zu einem Ergebnis.
  20. Europäischer Garantiefonds für Landwirtschaft.
  21. In: Welt am Sonntag, 9. September 2007.
  22. Der Bernd-Tönnies-Preis. In: www.toennies-forschung.de. Abgerufen am 19. Oktober 2016.
  23. Meldung bei Radio Gütersloh vom 3. November 2011, abgerufen am 27. November 2011
  24. Schalke steigt als Sponsor bei Frauen-Team ein, Bild.
  25. Westfalenblatt vom 4. September 2007
  26. Tagesspiegel: Betrugsverdacht bei Tönnies
  27. meat-n-more: Konkurrenzkampf mit Hilfe der Staatsanwaltschaft?
  28. Der Spiegel vom 1. Oktober 2007
  29. Bußgeld für Fleischverarbeiter Tönnies – Kameras im Umkleideraum aus der Süddeutschen Zeitung vom 15. September 2008
  30. Bestechungsverdacht gegen Tönnies-Subunternehmer Report Mainz vom 16. November 2009
  31. Tönnies-Prozess gegen Millionen-Auflage eingestellt Neue Westfälische vom 17. August 2011
  32. Deutschland neue Slums – Das Geschäft mit der Armutseinwanderern, ARD/Monitor/Sendungen, abgerufen am 3. März 2016
  33. a b Bericht in der Wirtschaftswoche vom 21. März 2012
  34. Die Neue Westfälische vom 12. September 2012
  35. Familienschlacht im Schlachtkonzern vom 22. September 2012
  36. Robert Tönnies holt sich Krisenstrategen
  37. Christoph Kapalschinski, Anja Müller: Tönnies-Familie führt Gespräche über Einigung. In: Handelsblatt, 14. Mai 2015, abgerufen am 28. Juni 2015.

Koordinaten: 51° 51′ 48″ N, 8° 19′ 20″ O