Volkerzen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Volkerzen
Volkerzen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Volkerzen hervorgehoben
Koordinaten: 50° 43′ N, 7° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Altenkirchen (Westerwald)
Verbandsgemeinde: Altenkirchen (Westerwald)
Höhe: 270 m ü. NHN
Fläche: 1,98 km2
Einwohner: 85 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km2
Postleitzahl: 57612
Vorwahl: 02681
Kfz-Kennzeichen: AK
Gemeindeschlüssel: 07 1 32 110
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstraße 13
57610 Altenkirchen
Webpräsenz: www.vg-altenkirchen.de
Ortsbürgermeister: Knut Eitelberg
Lage der Ortsgemeinde Volkerzen im Landkreis Altenkirchen (Westerwald)
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Über dieses Bild

Volkerzen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Altenkirchen in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Altenkirchen an.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volkerzen liegt westlich von Eichelhardt nahe der von Altenkirchen nach Hamm führenden Bundesstraße 256.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volkerzen wird erstmals 1473 in einer Urkunde des Klosters Marienstatt erwähnt. 1578 und 1580 bestand der Ort aus acht Häusern, das entspricht etwa 50 Bewohnern. 1714 versuchten die Bewohner Volkerzens zusammen mit benachbarten Ortschaften in einer Eingabe an Herzog Johann Wilhelm von Sachsen-Eisenach den Mahlzwang[2] in der Altenkirchener Mühle erlassen zu bekommen und eine eigene Mühle in Niedererbach zu errichten. 1718 wurde diese Genehmigung erteilt.[3]

Volkerzen gehörte zur Grafschaft Sayn und nach deren Teilung seit dem 17. Jahrhundert zur Grafschaft Sayn-Altenkirchen. Innerhalb der Grafschaft gehörte Volkerzen zum Kirchspiel Altenkirchen, das auch eine weltliche Verwaltungseinheit darstellte und die niedere Gerichtsbarkeit ausübte. 1803 wurde die Grafschaft und damit auch Volkerzen dem Fürstentum Nassau-Usingen zugesprochen (1806 Herzogtum Nassau) und kam 1815 infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses 1815 an Preußen. Unter der preußischen Verwaltung gehörte Volkerzen zur Bürgermeisterei Altenkirchen im 1816 neu gebildeten gleichnamigen Kreis im Regierungsbezirk Koblenz, der von 1822 an zur Rheinprovinz gehörte. 1946 wurde die Gemeinde Teil des Landes Rheinland-Pfalz.

Kirchlich war Volkerzen der Altenkirchener Filialkirche in Hilgenroth zugeordnet. Ursprünglich gehörte das Kirchspiel Altenkirchen zum Erzbistum Köln. Durch die saynische Reformation wurden auch die Einwohner von Volkerzen zunächst 1561 der Lutherischen und 1605 der Reformierten Lehre zugeführt.[4] Noch heute gehören die Einwohner mit rund 55 % überwiegend der Evangelischen Kirche an.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Volkerzen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[5][1]

Jahr Einwohner
1815 71
1835 81
1871 105
1905 113
1939 100
1950 109
Jahr Einwohner
1961 94
1970 75
1987 67
1997 90
2005 94
2015 85

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Volkerzen besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Von Blau und Gold schräggeviert, oben eine goldene Sonne mit achtzehn welligen Strahlen, vorne ein aufgeschlagenes blaues Buch, hinten eine blaue siebensaitige Leier und unten drei goldene gekreuzte Ähren, aus denen beidseitig je ein goldener Pflug ragt“.

Wappenerläuterung: Die Symbole des Wappens stehen für die wesentlichen Elemente des Miteinanderlebens: Die über allem Leben stehende Sonne, die Bibel als Wort Gottes, die Leier als Symbol für Musik, Gesang und Fröhlichkeit sowie die Pflüge und Getreideähren als Sinnbild für die landwirtschaftliche Prägung des Dorfes. Prospektionen nach Erz waren in den vergangenen 200 Jahren wenig erfolgreich.

Das neue Gemeindewappen wurde 1995 eingeführt und das nach einem Entwurf von 1949 geändert, damit es den heraldischen Richtlinien entspricht.

Ortsvorsteher und Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1846–1867 Heinrich Weßler 1919–1920 Wilhelm Enders 1960–1973 Otto Altgeld
1867–1883 Gerhard Schmidt 1920–1929 Wilhelm Becker 1973–1992 Erich Krämer
1883–1888 Gottfried Schmidt 1929–1946 Wilhelm Krämer 1992–2004 Erhard Schäfer
1888–1919 Heinrich Flemmer 1946–1960 Artur Krämer seit 2004 Knut Eitelberg

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nicht bebaute Gemeindefläche besteht jeweils zur Hälfte aus Wald und landwirtschaftlichem Nutzland. Der Wald wird, soweit nicht Staatswald, von einer Waldinteressentenschaft bewirtschaftet, drei landwirtschaftliche Betriebe verfügen im Schnitt über etwa 53 Hektar Agrarland (Stand 2007).[5] Die Waldflächen bieten sich auch Erholungssuchenden für Wanderungen an.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Inge Schäfer: Volkerzen. Ein Westerwalddorf gestern und heute, Volkerzen 1990.
  • Daniel Schneider: Das Mühlengewerbe in der Grafschaft Sayn-Altenkirchen, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 59 (2016), S. 219–237.
  • Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 58 (2015), S. 74–80.
  • Daniel Schneider: Die Geschichte der Ortsgemeinde Obererbach (Westerwald). Die Ortschaften Hacksen, Niedererbach, Obererbach und Koberstein vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 2 Bände, Obererbach 2009, ISBN 978-3-00-027494-7 (mit zahlreichen Bezügen zu Volkerzen).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Volkerzen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Zum Mahlzwang und zur geschichtlichen Entwicklung der Mühlen in der Grafschaft Sayn vgl. Daniel Schneider: Das Mühlengewerbe in der Grafschaft Sayn-Altenkirchen, S. 219–233.
  3. Vgl. Daniel Schneider: Die Geschichte der Ortsgemeinde Obererbach (Westerwald), Bd. II, Seite 809–812.
  4. Zur konfessionellen Entwicklung vgl. Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, S. 74–80.
  5. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen