Etzbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Etzbach im Landkreis Altenkirchen; zu weiteren Bedeutungen siehe Etzbach (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Etzbach
Etzbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Etzbach hervorgehoben
Koordinaten: 50° 47′ N, 7° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Altenkirchen (Westerwald)
Verbandsgemeinde: Hamm (Sieg)
Höhe: 160 m ü. NHN
Fläche: 3,05 km2
Einwohner: 1309 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 429 Einwohner je km2
Postleitzahl: 57539
Vorwahl: 02682
Kfz-Kennzeichen: AK
Gemeindeschlüssel: 07 1 32 028
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Lindenallee 2
57577 Hamm (Sieg)
Webpräsenz: www.etzbach-sieg.de
Ortsbürgermeister: Ulf Langenbach
Lage der Ortsgemeinde Etzbach im Landkreis Altenkirchen (Westerwald)
Friesenhagen Harbach (Landkreis Altenkirchen) Niederfischbach Mudersbach Brachbach Kirchen (Sieg) Herdorf Daaden Emmerzhausen Mauden Derschen Nisterberg Friedewald (Westerwald) Weitefeld Niederdreisbach Schutzbach Grünebach Alsdorf (Westerwald) Betzdorf Scheuerfeld Wallmenroth Willroth Krunkel Horhausen (Westerwald) Pleckhausen Güllesheim Obersteinebach Niedersteinebach Bürdenbach Eulenberg (Westerwald) Peterslahr Rott (Westerwald) Burglahr Oberlahr Eichen (Westerwald) Seifen (Westerwald) Seelbach (Westerwald) Flammersfeld Kescheid Reiferscheid Berzhausen Obernau (Westerwald) Walterschen Schürdt Orfgen Ziegenhain (Westerwald) Giershausen Katzwinkel (Sieg) Birken-Honigsessen Wissen (Stadt) Hövels Mittelhof Nauroth Elkenroth Rosenheim (Landkreis Altenkirchen) Kausen Dickendorf Malberg (Westerwald) Steinebach/Sieg Fensdorf Gebhardshain Elben (Westerwald) Steineroth Molzhain Selbach (Sieg) Forst (bei Wissen, Sieg) Bitzen Etzbach Roth (Landkreis Altenkirchen) Bruchertseifen Fürthen Hamm (Sieg) Seelbach bei Hamm (Sieg) Breitscheidt Pracht Birkenbeul Niederirsen Kircheib Hirz-Maulsbach Fiersbach Mehren (Westerwald) Rettersen Ersfeld Hasselbach (Westerwald) Forstmehren Kraam Werkhausen Oberirsen Weyerbusch Hemmelzen Neitersen Birnbach Ölsen Schöneberg (Westerwald) Stürzelbach Fluterschen Oberwambach Berod bei Hachenburg Gieleroth Almersbach Altenkirchen (Westerwald) Michelbach (Westerwald) Ingelbach Sörth Mammelzen Eichelhardt Idelberg Isert Helmeroth Racksen Volkerzen Hilgenroth Obererbach (Westerwald) Bachenberg Busenhausen Heupelzen Wölmersen Kettenhausen Helmenzen Nordrhein-Westfalen Landkreis Neuwied Westerwaldkreis Landkreis NeuwiedKarte
Über dieses Bild

Etzbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etzbach liegt an einer Siegschleife gegenüber dem geteilten Ort Oppertsau (Ortsgemeinde Fürthen) bzw. Opperzau (Gemeinde Windeck, Rhein-Sieg-Kreis). Die Sieg bildet ab Fürthen die Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen. Auf der Gemeindegrenze zur Stadt Wissen, Stadtteil Nisterbrück, fließt die Nister in die Sieg.

Zu Etzbach gehören außer dem namengebenden Ort noch der Ortsteil Heckenhof und das Hofgut Herrgottsau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etzbach wurde erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1290 erwähnt zusammen mit der gleichnamigen Familie von Etzbach.[2]

Bis Mitte des 17. Jahrhunderts gehörte Etzbach landesherrlich zur Grafschaft Sayn. Die Einwohner wurden nach der Einführung der Reformation in der Grafschaft Sayn erst lutherisch und später reformiert.[3] Nach der Landesteilung der Grafschaft Sayn im 17. Jahrhundert zählte Etzbach zur Grafschaft Sayn-Hachenburg.

Etzbach bildete innerhalb des Kirchspiels Hamm einen „Sende“ genannten eigenen Verwaltungsbezirk, zu dem auch die Orte Heckenhof, Herrgottsau und Kohlrich gehörten.[4] Die Grafschaft Sayn-Hachenburg war 1799 auf dem Erbweg an die Fürsten von Nassau-Weilburg gefallen. Im Zusammenhang mit der Bildung des Rheinbundes kam Etzbach 1806 an das neu errichtete Herzogtum Nassau.

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen wurde die Region an das Königreich Preußen abgetreten.[5] Unter der preußischen Verwaltung wurde Etzbach der Bürgermeisterei Hamm im neu errichten Kreis Altenkirchen im Regierungsbezirk Koblenz zugeordnet und gehörte von 1822 an zur Rheinprovinz.

Seit Gründung des Landes gehört Etzbach zu Rheinland-Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Etzbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[6]

Jahr Einwohner
1815 155
1835 220
1871 248
1905 287
1939 342
Jahr Einwohner
1950 428
1961 542
1970 719
1987 822
2005 1.320

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Etzbach besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsgemeinde Etzbach hat die Genehmigung zur Führung eines eigenen Wappens erhalten. Die Genehmigungsurkunde wurde am 15. August 2010 durch den Altenkirchener Landrat Michael Lieber an Ortsbürgermeister Wolf-Dieter Stuhlmann überreicht. Die zwei vom linken und rechten unteren Rand bis zur Mitte durchlaufen Wellenbänder symbolisieren den Etzbach und die Nister. Sie münden in ein weiteres nach oben weisendes Wellenband, welches die aufnehmende Sieg symbolisiert. Die dadurch entstehende Dreiteilung des Wappens nimmt Bezug auf die drei Ortsteile Etzbach, Heckenhof und Hergottsau. Die Gemeinde Etzbach gehörte zur früheren Grafschaft Sayn-Hachenburg, daran erinnert der leopardierte goldene Löwe auf rotem Grund. Im grünen Feld ist eine Eule zu sehen. Diese stilisiert das jahrhundertealte Attribut der „Etzbacher Eulen“, zugleich drückt sie das hohe Aufkommen dieser Gattung und ein hohes Aufkommen seltener anderer Vögelarten im Gemeindegebiet aus. Der grüne Untergrund symbolisiert zudem Waldungen und Landwirtschaft. Der stilisierte Fisch auf blauem Grund im unteren Feld versinnbildlicht den Fischreichtum der Sieg und die örtliche Fischerei-Genossenschaft. Gleichzeitig nimmt das Wappen damit einen Bezug zum Genossenschaftsgründer Raiffeisen aus dem Nachbarort Hamm.[8]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • FK Etzbach e.V.: Seit dem 30. April 2012 gibt es in Etzbach den Fußballklub Etzbach e.V., der im Spielbetrieb des Fußballverbandes Rheinland die 1. Herrenmannschaft gemeldet hat.
  • Seit dem direkten Aufstieg in der Gründungssaison, stellt der FK Etzbach auch eine 2. Herrenmannschaft im Spielbetrieb des Fußballverband Rheinland (2013), diese wurde auf Grund von personellen Umständen (Verletzungen und Umzügen) nach dem 17. Spieltag wieder abgemeldet, so dass der FK Etzbach nur noch die 1. Herrenmannschaft stellt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etzbach verfügt über einen Haltepunkt der Siegstrecke (KölnAu (Sieg)Siegen), welcher durch die Linie RB 90 (Westerwald-Sieg-Bahn (KreuztalSiegenWissen (Sieg)Au (Sieg)AltenkirchenHachenburg–Nistertal/Bad MarienbergWesterburgDiez Ost-Limburg an der Lahn)), der Hessischen Landesbahn (HLB), Bereich Dreiländerbahn, nach dem Rheinland-Pfalz-Takt stündlich angefahren wird.

Am ca. drei Kilometer entfernt gelegenen Bahnhof Au (Sieg) besteht zudem Anschluss an den Rhein-Sieg-Express (RE 9), welcher von Aachen über Düren, Köln, Troisdorf, Siegburg/Bonn, Hennef (Sieg) und Betzdorf (Sieg) nach Siegen pendelt, sowie zur S-Bahn-Linie 12 (Düren - Horrem - Köln - Siegburg/Bonn - Au (Sieg)).

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zudem wird Etzbach von der B 62 tangiert.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Kulturdenkmäler in Etzbach

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ortsgemeinde Etzbach (Hrsg.): 700 Jahre Etzbach. 1290-1990. Die Geschichte eines Dorfes nach der Chronik des Wilhelm Korf II, Gemeindevorsteher von 1880-1919, Etzbach, 1990.
  • Otto-Ernst Löttgen: Gemeinde Etzbach, in: Hans Günther Mack (Hrsg.): Heimatbuch für Hamm (Sieg) und den Amtsbezirk Hamm (Sieg), Altenkirchen 1956, S. 179–187.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Etzbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Die geschichtliche Darstellung der Ortsgemeinde Etzbach.
  3. Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 58 (2015), S. 74–80.
  4. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 371.
  5. Verhandlungen der durch Beschluss der Landesdeputirten-Versammlung ..., Band 1, 1836, S. 583.
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  8. Bericht im AK-Kurier/Internetzeitung für den Kreis Altenkirchen (abgerufen am 17. August 2010).