Bad Bevensen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Bevensen
Bad Bevensen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Bevensen hervorgehoben
53.07916666666710.58333333333336Koordinaten: 53° 5′ N, 10° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Uelzen
Samtgemeinde: Bevensen-Ebstorf
Höhe: 36 m ü. NHN
Fläche: 48,01 km²
Einwohner: 8788 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 183 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29549
Vorwahl: 05821
Kfz-Kennzeichen: UE
Gemeindeschlüssel: 03 3 60 002
Stadtgliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lindenstraße 12
29549 Bad Bevensen
Webpräsenz: www.bad-bevensen.de
Bürgermeister: Martin Feller (Grüne)
Lage der Stadt Bad Bevensen im Landkreis Uelzen
Sachsen-Anhalt Landkreis Celle Landkreis Gifhorn Landkreis Harburg Landkreis Lüchow-Dannenberg Landkreis Lüneburg Wriedel Wriedel Landkreis Heidekreis Altenmedingen Bad Bevensen Bad Bodenteich Barum (Landkreis Uelzen) Bienenbüttel Ebstorf Ebstorf Gerdau Eimke Emmendorf Gerdau Gerdau Hanstedt (Landkreis Uelzen) Himbergen Jelmstorf Lüder (Lüneburger Heide) Natendorf Oetzen Rätzlingen (Niedersachsen) Römstedt Rosche Schwienau Soltendieck Wrestedt Stoetze Suderburg Suderburg Suhlendorf Uelzen Uelzen Weste (Niedersachsen) Wrestedt Wrestedt WriedelKarte
Über dieses Bild

Bad Bevensen ist eine Kleinstadt und ein Kurort nördlich von Uelzen in Niedersachsen. Bad Bevensen liegt im Landkreis Uelzen und ist Verwaltungssitz der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Bad Bevensen liegt im Osten der Lüneburger Heide beidseits des Flusses Ilmenau. Östlich der Stadt verläuft der Elbe-Seitenkanal.

Die Fußgängerzone in Bad Bevensen mit Blick auf den Marktplatz
Spielgeräte in der Fußgängerzone von Bad Bevensen
Schild "Quelle des Wohlfühlens" in der Auster des Kurhauses Bad Bevensens

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zur Stadt direkt gehören die Dörfer Gollern, Groß Hesebeck, Jastorf (namengebend für die eisenzeitliche Jastorf-Kultur), Klein Bünstorf, Klein Hesebeck, Medingen, Röbbel, Sasendorf und Seedorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Auf eine frühe Besiedlung der Gegend weist ein Hügelgräberfeld bei Klein Bünstorf aus der älteren und mittleren Bronzezeit zwischen 1500 bis 600 v. Chr. hin, dessen 59 Grabhügel sich in der „Flur Kleinkiebitzmoor“ befinden. In der Nähe wurden auf der Uferterrasse der Ilmenau die eisenzeitlichen Hausgrundrisse von Klein Bünstorf entdeckt und ausgegraben.

Die Stadt soll bereits seit 763 als Rastplatz fahrender Händler bekannt sein. Für das Jahr 830 ist eine Holzkirche mit Zugehörigkeit zum Erzdiakonat in Verden (Aller) überliefert. 1162 wird ein Werendagus de Bevenhusen, möglicherweise ein Ministeriale, in einer Urkunde Heinrich des Löwen als Zeuge aufgeführt.[2] Zeitweise soll eine in dem Flecken gelegene Burg als Festung gegen die Slawen gedient haben.

Aus den Suderburger Kirchenrechnungen: Am Donnerstag vor Laetare, es war der 14. März 1588, wurde in der Suderburger Kirche eingebrochen, Geld und Kelche gestohlen. Die Einbrecher fasste man. Der eine wurde vor dem Kloster Ebstorf und der andere vor Bevensen mit dem Rad vom Leben in den Tod gebracht.[3]

Ein Großfeuer suchte am 31. August 1762 die Gemeinde Jastorf bei Bevensen heim. Der größte Teil des Ortes, nämlich 37 Gebäude, wurde innerhalb von zwei Stunden in Asche gelegt.[4]

1847 wurde Bevensen an die Eisenbahnverbindung HannoverHamburg angeschlossen.

Seit 1929 besitzt Bevensen die Stadtrechte und wurde im selben Jahr anerkannter Luftkurort. Die Quelle des Heilbades wurde 1964 bei Erdölbohrungen gefunden und an die Stadt verkauft. Seit dem 12. Mai 1976 darf Bad Bevensen nach der staatlichen Anerkennung als Mineralheilbad das „Bad“ im Namen tragen.[5]

Daneben hat sich Bad Bevensen als Kurstadt weiterentwickelt. Zahlreiche Kliniken und Gesundheitseinrichtungen haben sich angesiedelt und bieten auf ihren Fachgebieten ein für die ländliche Struktur spezialisiertes Angebot. Zu nennen sind hier unter anderem das Herz- und Gefäßzentrum (HGZ), die Diana-Kliniken 1, 2 und 3, die Caduceus-Klinik sowie die Klinik Lüneburger Heide.

Die Sonnenfalle im Kurpark von Bad Bevensen
Fontainen im Kurpark von Bad Bevensen
Der Neptun-Brunnen im Kurpark von Bad Bevensen
Schwertlilien an einem See im Kurpark von Bad Bevensen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Gollern, Groß Hesebeck, Jastorf, Klein Bünstorf, Klein Hesebeck, Medingen, Röbbel, Sasendorf und Seedorf eingegliedert.[5]

Religionen[Bearbeiten]

Der Marktplatz in Bad Bevensen mit Blick auf die Dreikönigskirche

Dort, wo heute die evangelisch-lutherische Dreikönigs-Kirche steht, entstand bereits im Jahre 833 eine kleine fränkische Taufkirche.

Knapp 200 Jahre später wurde sie in eine Kreuzkirche im romanischen Stil umgebaut, welche zu Zeiten der Reformation evangelisch wurde, 1734 aufgrund Baufälligkeit jedoch abgerissen werden musste.

Auch der Neubau der Kirche hielt nicht lange, da sie 1811 bei einem Großbrand bis auf die Grundmauern vernichtet wurde. Der darauf folgende Wiederaufbau ging nur sehr schleppend voran, da die finanziellen Mittel der Gemeinde zu der Zeit sehr knapp waren. Erst 1869 konnte die ev.-luth. Kirche komplett wiederhergestellt werden.

1953 bis 1955 fand ein Erweiterungsbau der Kirche statt. Es wurde eine Ehrenhalle für die Opfer des Zweiten Weltkriegs errichtet. Hinzu kam ein Gedenkbuch, in dem alle Namen der Opfer aus der Region aufgeführt wurden. Heute gehört die Kirchengemeinde zur Region Nord des Kirchenkreises Uelzen.

Nachdem aus den politisch-religiösen Konsequenzen der Reformation jegliches katholische Leben in den meisten Teilen des heutigen Niedersachsens erloschen war, fasste die römisch-katholische Konfession im 20. Jahrhundert allmählich wieder Fuß.

Vorangetrieben wurde dieser Prozess durch den Zuzug heimatvertriebener Deutscher aus den damaligen Ostgebieten des Deutschen Reiches. So wurde 1957 der Grundstein für die kath. Kirche St. Joseph in Bad Bevensen gelegt. Bereits im Dezember desselben Jahres wurde das von Josef Fehlig entworfene Gebäude feierlich eingeweiht.

Nach und nach entstanden auch eine Pfarrbücherei und ein Verein junger Katholiken. Das bereits 1940 als Pfarrhaus angekaufte Fachwerkhaus wurde 1983 wegen Baufälligkeit abgerissen und durch das heute vor der Kirche stehende Gemeindehaus ersetzt.

Heute gehört die Kirche zur Pfarrgemeinde Zum Göttlichen Erlöser in Uelzen. Kirche und Pfarramt befinden sich in der Medinger Straße 36a.

  • Neuapostolische Kirche

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kamen nun auch neuapostolische Christen in die Stadt. Die ersten Gottesdienste fanden im Jahre 1946 statt. Die Gemeinde zählte zu der Zeit etwa 20 Gläubige.

Das erforderliche Grundstück für den Kirchenbau wurde 1959 erworben. Der Bau wurde 1964 abgeschlossen.

In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Gemeinde neuapostolischer Christen immer weiter an, so dass die vorhandenen Räumlichkeiten allmählich knapp wurden. So wurde 1992 ein neues Baugrundstück erworben, auf welchem 1994 die neue Kirche eingeweiht wurde (Am Osterbeck 1). Diese wird heute immer noch für Gottesdienste und Seelsorge u. a. genutzt. Die bisherige Kirche in der Ortsmitte von Bad Bevensen wurde verkauft und abgerissen, das Grundstück mit einem profanen Gebäude bebaut. Heute gehört die Gemeinde Bad Bevensen zum Bezirk Lüneburg.

Ortsname[Bearbeiten]

Frühere Ortsnamen von Bevensen waren in den Jahren 1162 werendagi de beuenhusen, 1205 Bevenhusen, 1219 Hevenhusen, 1231 Bevenhusen, 1247 Bevenhusen und 1249 Bevenhusen. Der Ortsname ist abzuleiten aus Beven-husen. Die Grundlage ist ein Kurz- oder Lallname, wie bei einer Lautnachahmung, zum Beispiel bei Mama.[6]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Rathaus in Bad Bevensen
Kurhaus im Kurpark
Elbe-Seitenkanal in Bad Bevensen

Der Stadtrat von Bad Bevensen setzt sich aus 23 Abgeordneten zusammen.

CDU SPD WBB GRÜNE FDP RRP BfB Gesamt
2006 9 8 3 2 1 23 Sitze
2011 7 6 3 4 1 2 23 Sitze[7]

Kommunalwahl am 11. September 2011

Schulen[Bearbeiten]

In Bad Bevensen gibt es drei Schulen: die Fritz-Reuter-Schule, eine Kooperative Gesamtschule (KGS) und die Waldschule, eine Grundschule.

Die Fritz-Reuter-Schule hat ihren Namen von dem mecklenburgischen Schriftsteller Fritz Reuter (1810–1874). Mit fast 2000 Schülern ist die an der Klein Bünstorfer Straße liegende Schule die größte im gesamten Landkreis Uelzen und eine der größten allgemeinbildenden Schulen des Bundeslandes.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Bad Bevensen ist Pate des Minenjagdbootes der Deutschen Marine „Bad Bevensen“.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bad Bevensen liegt an der Bahnstrecke Hannover–Hamburg. Ungefähr im Stundentakt verbinden Züge der metronom Bad Bevensen mit Hamburg und Uelzen. Vereinzelt halten auch Intercity-Züge.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Springer: Bevensen an der Ilmenau. Sutton, Erfurt 2006, ISBN 3-86680-083-5.
  • Jürgen Warnecke: Bad Bevensen. Fotos von Erich Tönspeterotto. Artcolor-Verlag, Hamm 1995, ISBN 3-89261-161-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Bevensen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Wilhelm Carl Conrad v. Hammerstein-Loxten: Der Bardengau. Eine historische Untersuchung über dessen Verhältnisse und über den Güterbesitz der Billunger. Hannover 1869, S. 504 f.
  3. Matthias Blazek: Peinliche Verhöre und Hinrichtungen im Raum Uelzen. In: Matthias Blazek: Ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte: Hexenprozesse – Galgenberge – Hinrichtungen – Kriminaljustiz im Fürstentum Lüneburg und im Königreich Hannover. ibidem-Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-89821-587-3, S. 116 ff.
  4. Ausführlich: Matthias Blazek: Das Löschwesen im Bereich des ehemaligen Fürstentums Lüneburg von den Anfängen bis 1900. Eigenverlag, Adelheidsdorf 2006, ISBN 978-3-00-019837-3, S. 142 ff.
  5. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 237, 239.
  6. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  7. Ergebnis Kommunalwahl 2011