Der Pate – Teil III

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Pate III
Originaltitel The Godfather Part III
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Zusätzliche Sprachen:
Italienisch, Latein, Sizilianisch, Deutsch
Erscheinungsjahr 1990
Länge ca. 163 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Francis Ford Coppola
Drehbuch Mario Puzo,
Francis Ford Coppola
Produktion Francis Ford Coppola
Musik Carmine Coppola
Kamera Gordon Willis
Schnitt Lisa Fruchtman,
Barry Malkin,
Walter Murch
Besetzung

Der Pate III von 1990 ist der dritte und abschließende Teil von Francis Ford Coppolas Filmtrilogie über die Geschichte des „Paten“ Michael Corleone und dessen Familie. Verfilmt wurde wie beim zweiten Teil ein auf dessen Roman basierendes Drehbuch des Autors Mario Puzo.

Handlung[Bearbeiten]

1978: Michael Corleone und seine Familie sind wieder nach New York gezogen, die Villa am Lake Tahoe in Nevada steht leer und verfällt. Seine Rolle gegenüber den anderen Mafia-Familien ist gefestigt. Allerdings arbeitet der Don intensiv an seinem Ausstieg aus dem organisierten Verbrechen. Er hat die Geschäfte seiner Familie bereits weitgehend legalisiert und bekommt sogar einen Orden vom Vatikan verliehen. Dieser wird ihm in einer Zeremonie in der St. Patrick’s Old Cathedral in New York verliehen. Über seine Tochter Mary hat er eine Stiftung gegründet, um armen Sizilianern zu helfen; Michael möchte die Corleones zu einer angesehenen Familie der besseren Gesellschaft machen. Auch privat läuft es wieder besser. Insbesondere nachdem Michael seinem Sohn Anthony widerwillig gestattet hat, Opernsänger statt Anwalt zu werden, kommen er und Kay einander wieder näher. Allerdings macht sein Neffe Vincent, ein unehelicher Sohn seines Bruders Santino, Schwierigkeiten. Er will sich nicht dem Mafia-Clan beugen, dem Michael das alte Einflussgebiet der Corleones in New York überlassen hat, da er weiß, dass die Gangster keinen Respekt vor dem Paten mehr haben. Statt sich zu versöhnen, beißt Vincent seinen Konkurrenten Joey Zasa beim von Michael angeordneten Bruderkuss sogar ins Ohr, da ihn dieser als „Bastard“ beleidigt hat. Michael erkennt in Vincent den ungestümen Charakter seines großen Bruders wieder und nimmt ihn unter seine Fittiche, um weiteren Ärger mit den anderen Clans zu vermeiden und seinen Neffen in die Familiengeschäfte einzuführen.

Kurz darauf macht der korrupte Erzbischof Gilday den Corleones ein verlockendes Angebot: Als die Vatikanbank in Schwierigkeiten gerät, bietet er Michael an, sich mit einer enormen Summe bei einer großen Aktiengesellschaft, der „Immobiliare“, einzukaufen, um daraus einen riesigen amerikanisch-europäischen Mischkonzern zu machen. Dadurch sollen die illegalen Geschäfte der Vatikanbank vertuscht werden, deren Bilanzbetrug aufzufliegen droht, wenn nicht rasch viel Geld fließt. Mit diesem Geschäft möchte Michael seine Familie endgültig von seinen illegalen Geschäftsaktivitäten befreien. Allerdings sind die Schwierigkeiten größer als angenommen. Die Bosse der anderen Familien, insbesondere Don Altobello, sehen einerseits den Ausstieg ungern und möchten andererseits auch gerne an dem neuen Deal mit der Kirche beteiligt werden, um so z. B. darüber Geldwäsche zu betreiben.

Auch der eigentlich mit dem Chef der Vatikanbank bereits vereinbarte Ablauf gerät ins Stocken, zwar kann mit Hilfe des 25 %-Anteils der Kirche an der „Immobiliare“ das Anliegen Corleones gegen andere Anteilseigner durchgesetzt werden, aber die nötige Zustimmung des Papstes Paul VI. kann nicht mehr eingeholt werden, da dieser plötzlich schwer erkrankt und im Sterben liegt. Michael ahnt, dass man ihn betrügen will und zwar sein Geld will, nicht aber seine Partnerschaft, er durchschaut aber noch nicht, wer hinter der Intrige steht.

Trotz dieser Schwierigkeiten treibt Corleone seinen Ausstieg aus der Mafia voran. Auf einem Treffen in Atlantic City zahlt er die Bosse der anderen Familien großzügig aus, verweigert ihnen jedoch die Beteiligung an seinem Geschäft mit der Vatikanbank und kündigt seinen Ausstieg an. Die Bosse lassen sich durch die Millionensummen besänftigen, die Michael ihnen zahlt, nur Joey Zasa verlässt wutentbrannt den Raum. Unmittelbar darauf endet das Treffen mit einem von langer Hand vorbereiteten Massaker, bei dem die meisten Bosse ums Leben kommen. Vincent kann seinen Onkel aber unverletzt aus der Versammlung retten.

Als Michael begreift, dass sein vorgeblicher väterlicher Freund, Don Altobello, hinter Zasa und dem Mordanschlag steckt, erleidet er vor Wut einen diabetischen Schock. Während er im Krankenhaus liegt, wird Joey Zasa von Vincent auf offener Straße ermordet. Michael Corleone ist nicht begeistert von dieser Eigenmächtigkeit, die von seiner Schwester Connie unterstützt wurde, und fordert nochmals von beiden Gehorsam ein. Er schickt Vincent zu Don Altobello, um sich ihm scheinbar als Überläufer anzubieten, um ihn zu entlarven. Durch Vincents Informationen muss Corleone erkennen, dass auf höchster Ebene Verbindungen bestehen, die ungünstig für ihn sind. Alle Beteiligten am „Immobiliare“-Geschäft sind Mitglieder einer Italien beherrschenden Geheimloge, die von Don Licio Lucchesi geleitet wird. Dieser steht auch hinter Altobello; sein Ziel ist es, den Besitz der Corleones an sich zu bringen und die Familie auszulöschen.

Da bereits erhebliche Summen von Corleone an die Vatikanbank geflossen sind, versucht dieser auf anderem Wege Druck zu machen, um das Geschäft zu Ende zu bringen. Auf Vermittlung seines alten Freundes Don Tommasino trifft er sich mit Kardinal Lamberto, der als ehrlicher Mann gilt. Beeindruckt von dem Gespräch, beichtet Corleone seine seit dreißig Jahren angesammelten Sünden. Unter anderem gesteht er, die Ermordung seines Bruders angeordnet zu haben, dessen Tod er seiner Schwester Connie gegenüber als Unfall dargestellt hatte. Corleone ahnt nicht, dass der Kardinal dann kurz darauf nach dem Tod des alten Papstes zum neuen Papst gewählt wird. Als integre Person versucht Lamberto, im Vatikan aufzuräumen. Dadurch werden die Logenmitglieder nervös. Der neue Papst wird vergiftet, er hat aber zuvor noch der „Immobiliare“-Transaktion im Sinne der Corleones zugestimmt.

Auch Michael Corleone selbst soll nun ermordet werden. Ein sizilianischer Killer wird auf ihn angesetzt. Corleone fühlt sich den Anforderungen der kommenden Auseinandersetzung nicht mehr gewachsen und übergibt die Leitung der Familie an seinen Neffen Vincent. Damit das alte Revier der Familie, das nach dem Mord an Zasa verwaist ist, nicht an andere Gangs fällt, will Vincent in diesem Bereich weiter kriminell aktiv bleiben. Michael stimmt zu. Er macht Vincent jedoch zur Bedingung, die Beziehung zu Corleones Tochter Mary zu beenden, um sie zu schützen.

Der Auftragsmörder kann trotz der Bewachung in das Opernhaus von Palermo eindringen, in dem Corleones Sohn Anthony sein Operndebüt gibt. Aufgeführt wird Cavalleria rusticana. Connie schenkt dem entlarvten Don Altobello vergiftete Cannoli. Dieser lässt Connie zwar zur Sicherheit probieren, doch sie beißt nur wenig ab. Im Laufe der Aufführung stirbt Altobello, da er die ganze Gebäckschachtel leergegessen und so eine enorme Menge Gift eingenommen hat. Vincent greift derweil als neuer Pate durch. Letztendlich werden alle Gegner der Familie ermordet: Der korrupte Bankier des Vatikan, Frederick Keinszig, wird mit einem Kissen erstickt, Erzbischof Gilday wird erschossen und Don Lucchesi wird mit seiner eigenen Brille erstochen. Nach der Oper stürmt der Killer, der eigentlich schon während des Konzertes hatte zuschlagen wollen, auf Michael Corleone zu und schießt. Der Anschlag scheitert, aber Mary wird dabei tödlich getroffen. Der Auftragsmörder wird von Vincent sofort erschossen.

Michael Corleone ist nun endgültig ein gebrochener Mann. In der Endszene sitzt er alt geworden und allein auf einem Stuhl vor der alten Villa in Corleone auf Sizilien, wo seine erste Ehefrau, Apollonia, getötet wurde. Er erinnert sich an die schönen Zeiten, die er mit Menschen, die er geliebt hat, erlebt hat und die ermordet wurden oder sich von ihm abgewandt haben. Daraufhin fällt er vom Stuhl und stirbt.

Kritik[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films schrieb, der Film sei „über weite Strecken allzu ausladend, dann wieder eine inszenatorische "Tour de Force"“. Er sei „auch schauspielerisch nicht durchgehend überzeugend“ und finde „zu keinem geschlossenen Stil“.

Hintergründe[Bearbeiten]

  • Mit dem Dreh des Filmes brach Francis Ford Coppola sein Versprechen, niemals einen dritten Teil zu drehen. Große finanzielle Probleme veranlassten ihn zu einer Meinungsänderung.
  • Sowohl Coppola als auch Mario Puzo sahen als Titel „The Death of Michael Corleone“ vor, konnten sich aber nicht durchsetzen.
  • Realität und Wirklichkeit des Drehbuchs:
    • Die Vergiftung des neuen Papstes ist eine Anspielung auf Verschwörungstheorien zum Tod von Johannes Paul I., in welchen auch die Loge Propaganda Due (P2) eine Rolle spielt.
    • Im Film wird das Finanzloch der Vatikanbank mit 769 Mio angegeben; tatsächlich sollten 1972 allein für die Beschaffung gefälschter Wertpapiere 950 Mio US-Dollar aufgewendet werden, deren Einbuchung als Anlagevermögen ein milliardenschweres Loch der Banco Ambrosiano stopfen sollte, an der die Vatikanbank beteiligt war. 1987 brach die Bank zusammen und der Vatikan gab rund drei Milliarden US-Dollar als uneintreibbare Außenstände an.[1]
    • Im Film ist es Don Altobello, in der Realität ist es Michele Sindona, ein Finanzberater der Cosa Nostra, welcher mit Strychnin (andere Quellen sprechen von Zyanid) ermordet wurde. An der Blackfriars Bridge in London wurde 1982 der italienische Bankier Roberto Calvi erhängt aufgefunden (im Film Frederick Keinszig genannt). Fünf Steuerfahnder der italienischen Polizei kamen 1987 bei der Aufklärung der gesamten Affäre ums Leben.
    • Als Vorbild für Don Licio Lucchesi stand der P2-Gründer Licio Gelli, der in der Realität überlebte, ebenso wie der Vize-Gouverneur des Vatikans Paul Casimir Marcinkus (im Film: Erzbischof Gilday), die im Film beide ermordet werden.
    • Die Szenen, die im Vatikan spielen, wurden in der Villa Farnese in Caprarola gedreht.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film erhielt sieben Oscar-Nominierungen (gewann aber keinen) und sieben Golden Globe-Nominierungen.

Sofia Coppola bekam auf Grund ihrer Darstellung der Mary Corleone die Goldene Himbeere als schlechteste Nebendarstellerin und schlechteste Nachwuchsdarstellerin verliehen und beendete ihre Schauspielkarriere zugunsten einer erfolgreichen Regie- und Drehbucharbeit hinter der Kamera (u.a. Lost in Translation).

Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) verlieh dem Film das Prädikat „wertvoll”.[2]

Academy Award 1991 (Nominierungen)[Bearbeiten]

Golden Globe Award 1991 (Nominierungen)[Bearbeiten]

  • Bester Film/Drama an Francis Ford Coppola
  • Beste Regie an Francis Ford Coppola
  • Bester Hauptdarsteller/Drama an Al Pacino
  • Bester Nebendarsteller an Andy García
  • Beste Filmmusik an Carmine Coppola
  • Bester Filmsong an Carmine Coppola und John Bettis
  • Bestes Filmdrehbuch an Mario Puzo und Francis Ford Coppola

Fotogramas De Plata[Bearbeiten]

  • Ausgezeichnet als Bester fremdsprachiger Film

American Society of Cinematographys[Bearbeiten]

  • Nominierung an Gordon Willis

Directors Guild of America[Bearbeiten]

  • Nominierung an Francis Ford Coppola

Goldene Himbeere[Bearbeiten]

Der Film wurde auch mit zwei Goldenen Himbeeren bedacht

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dagobert Lindlau: Der Mob. dtv, München 1989, ISBN 3-455-08659-4.
  2. Der Pate III bei der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW)