Dinarisches Gebirge

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Dinariden
Topographie und Relief der Dinariden

Topographie und Relief der Dinariden

Höchster Gipfel Maja Jezerce (2694 m)
Lage Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Albanien, Kosovo
Dinariden (Europa)
Dinariden
Koordinaten 45° N, 17° O4516.52694Koordinaten: 45° N, 17° O
Typ Faltengebirge
Alter des Gesteins Alpidische Phase (100–50 mya)
Fläche 200.000 km²
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Das Dinarische Gebirge (auch als Dinarische Alpen oder Dinariden bezeichnet) gehört zu den jungalpidischen Faltengebirgen in Südosteuropa. Durch seine bedeutende Ausdehnung über 600 Kilometer bildet es das dominante Gebirge Südosteuropas und ist zugleich Klima-, Kultur- und Landschaftscheide zwischen Mittelmeerraum und Binnenland. Es erstreckt sich dabei von den Julischen Alpen in Nordostitalien und Slowenien über Nordwest-Kroatien, Bosnien-Herzegowina Südwest-Serbien und Montenegro bis Nordalbanien, wo es im Querriegel der Albanischen Alpen/Prokletije abschließt. In innere und äußere Dinariden unterschieden, grenzen die niedrigeren, abweisend und steil aufragenden, geologisch jüngeren und stark verkarsteten Äußeren Dinariden (Velebit 1757 m in Kroatien, Orjen 1894 m in Montenegro) an die schmale Kroatische Küste der Ostadria. In den alpinen Hochgebirgen der Inneren Dinariden werden Höhen über 2500 m erreicht (Maja Jezerce mit 2.694 m im Prokletije in Nordalbanien, Bobotov Kuk mit 2.522 m im Durmitor in Montenegro). Nach Osten dacht sich das Gebirge allmählich zur pannonischen Niederung im Bosnisch-Westserbischen Erzgebirge ab. Durch einförmige wasserlose Plateauflächen und einen aus dem überwiegender Aufbau aus mesozoischen Kalken bedingten ausgeprägten Karstcharakter sind nur wenige gangbare Pässe und Quertäler ausgebildet. Hier und insbesondere am Gebirgsrand haben sich die größeren Städte gebildet. In den inneren Hochbecken der Karst-Poljen liegen vereinzelte Siedlungen, in denen Viehwirtschaft, in den baumlosen Hochgebirgen Almwirtschaft betrieben wird.

Wortherkunft[Bearbeiten]

Benannt sind sie nach dem Gebirgszug Dinara im Mittelabschnitt in Südkroatien und Bosnien.

Lage[Bearbeiten]

Das Prokletije in Montenegro und Nordalbanien riegelt die Dinariden gegen die Albaniden im Südosten ab

Die Dinariden bilden den zentralen Teil der westlichen Balkanhalbinsel. Sie grenzen im Nordwesten an die Südostalpen, im Südosten an die Albaniden. Die konventionelle Abgrenzung gegen die Alpen wird am Adelsberger Sattel gezogen.

Aus geologischer Sicht gehören auch die Südalpen wie die Julischen Alpen zum dinarischen Bogen, da alle Gebirge, die südlich der Störungslinie Gailtal – Eisenkappel, die der sogenannten alpin-dinarische Narbe folgen, was fast die ganzen Südalpen betrifft, zu einem System gehören. Sie werden der klassischen geografischen Tradition und terminologisch zu den Alpen geordnet. Der Begriff „Alpen“ ist im allgemeingeographischen Sinne als geologisch-tektonischer Begriff hier jedoch nicht mehr stimmig.

Sie bilden nicht nur das ausgedehnteste, sondern durch Unzugänglichkeit und Schroffheit auch das unwegsamste Gebirge der Balkanhalbinsel. Charakteristisch sind zahlreiche Durchbruchstäler in Form von unzugänglichen Canyons denen bedeutende Quertäler fehlen. Da diese Steiltäler daher nur begrenzte Möglichkeiten zur Kommunikationsdurchdringung boten, stellte das Dinarische Gebirge eine wirkungsvolle geographische Barriere zwischen der mediterranen und balkanischen Kulturregionen.

Der Gebirgszug erstreckt sich keilförmig, in NNW–SSO streichender Richtung zwischen 46°–42° N auf 700 km Länge. Die Breite nimmt dabei von 50 km in Nordwesten auf maximal 350 km im Südosten zu. Im Nordwesten, beim Krainer Schneeberg (Notranjski Snežnik, 1795 m) und Gorski Kotar (Veliki Risnjak 1535 m) hat es nur Mittelgebirgscharakter. Mit der Zunahme der Mächtigkeit des Gebirges von Nordwest nach Südosten gewinnt es bedeutend an Höhe und kulminiert im Plateau-Hochland des Durmitor und den Hochgebirgslandschaften im „Scharnier“ der Prokletije (Nordalbanische Alpen).

Die dem Gebirge vorgelagerte schmale Kroatische Küste mit den küstenparallelen kroatischen Inseln (Krk, Brač, Hvar etc.) ist durch den postpleistozänen eustatischen Meeresspiegelanstieg und Ingression als Canale-Küste, das überflutete Flusstal der Bucht von Kotor an der Montenegrinischen Küste als Rias-Küste ausgebildet.

Durch starke neotektonische Aktivität aus der Rotation der adriatischen Platte treten insbesondere hier starke Erdbeben gehäuft auf.

Klima[Bearbeiten]

Hochgebirgslandschaft Nordalbaniens im Prokletije
Klimadiagramm der meteorologischen Station Crkvice, dem regenreichsten Ort in Europa

Die Dinariden teilen sich klimaökologisch in zwei Varianten, den mediterran beeinflussten Küstengebirgen und den kontinental beeinflussten zentralen Ketten. Vom regionalen geographischen Aspekt (als regionaler tellurischer Wirkung) sind die Adria, und die NW-SO streichenden hohen Gebirgsketten wirksame Komponenten für die mesoskalige Luft-Zirkulation. Durch die Barriere der litoralen Dinariden als effektiver Klimascheide zwischen dem mediterranen Küstensaum und dem gemäßigt kontinentalen inländischen Bereichen, wird eine wirksame ökologische Zweiteilung geschaffen, doch ist die pluviometrische Verteilung mit mediterranen Winterregen küstenparallel noch 90–130 km weit ins Landesinnere messbar. Eine mikroklimatische Differenzierung erfolgt noch durch Beckenlandschaften und das stark gekammerte Relief. Insbesondere sind hygrische und ventilatorische Bedingungen dadurch modifiziert und winterliche Kaltluftseen bilden sich in den zahlreichen Poljen und größeren Becken.

Besondere Bedingungen herrschen wegen des direkten mediterranen Einflusses in den südöstlichen litoralen Dinariden. Hier ist der Untertyp eines speziellen submediterran-oromediterran-perhumid-südadriatischen Variante auf einen engen litoralen Bereich vom – Velebit, Orjen, Lovćen und Rumija beschränkt. Grundsätzlich ist bei dieser Variante des (oro)mediterranen Klimas die sehr hohe jährliche Niederschlagsmenge, die zwischen 4500 bis 6500 mm/m²a liegt und damit zu den höchsten Niederschlagssummen in Europa führt (meteorologische Station Crkvice in Montenegro).


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Crkvice auf 940 m Höhe
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,9 5,5 8,1 12,0 16,8 20,5 23,8 23,9 20,3 16,0 10,4 6,5 Ø 14,1
Min. Temperatur (°C) -3,2 -2,6 -0,3 3,4 7,3 10,1 12,4 12,2 9,6 5,7 2,0 -1,5 Ø 4,6
Niederschlag (mm) 584 474 507 386 204 134 74 142 256 499 720 642 Σ 4.622
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4,9
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12,4
23,9
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6,5
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Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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Quelle: Quelle: Klima von Crkvice (1960–1991)[1]

Da Niederschläge auch im Sommer nicht selten sind, bleibt die Trockenperiode, die für das mediterrane Klima charakteristisch ist, hier aus und wird von einer Halbtrockenzeit geprägt. Die mittleren Jahrestemperaturen variieren zwischen 5 bis 7 °C, und die mittleren Januartemperaturen liegen um -2 °C. Nur die höchsten Teile der küstenländischen Dinariden sind durch eine kurze Frostperiode (1 bis 3 Monate) gekennzeichnet.

Geologie und Tektonik[Bearbeiten]

Geologie und Tektonik der Südostdinariden in Montenegro

Geologische Großeinheiten[Bearbeiten]

An der montenegrinischen Küste ist das überflutete Karst-Trockental der Bucht von Kotor über 1000 m in die Hochkarstzone eingeschnitten. Im Orjen Gebirge ist trotz des Extremkarstes eine Wolkenwaldstufe mit dichten Tannen-Buchenwäldern sowie subalpinen Schlangenhaut-Kieferwäldern auf Standorten des Glaziokarstes ausgebildet. Selbst das vereinzeltes Auftreten des an die Wasserversorgung anspruchsvollen Griechischem Ahorns wird in glazialen Karen durch Schneeretension ermöglicht

Das Zentrum der dinarische Gebirge zwischen dem Becken des Adriatischen Meeres zur Pannonischen Ebene oder Donautiefebene wird zwar strukturell von der einförmigen und äußerst mächtigen Karbonatplatform der äußeren Dinariden, als der Dalmatinisch-Herzegowinischen Zone (früher Hochkarst-Decke genannt) oder auch als Hochdinariden bezeichnet, bestimmt wird, doch ist die geologische Struktur in den nordöstlichen inneren Dinariden im Mittelbosnisch-Westserbischen Raum von komplexen geologischen Verhältnissen geprägt und die strukturelle Grenze zum Rhodopenmassiv im hochkomplexen Morava-Vardar Graben entsprechend kompliziert.

Randadriatisch grenzen die Dinariden zum Mittelmeer in der schmalen Südadriatisch-Ionischen Zone sowie an die Donautiefebene im komplexen, neogenen verfüllten pannonischen Basin (Tiefebene).

Die Dinariden setzten sich aus vier hauptsächlichen geologischen Einheiten zusammen, deren Alter von der Küste (außen) ins Landesinnere (innen) zunimmt. Der Hauptteil der dinarischen Geosynklinale wird aber fast ausschließlich von karbonatischen und dolomitischen Sedimenten (devonisch bis neuzeitlich) gebildet.

Die Verbreitung der Karbonate und Position zu Nicht-Karbonaten variiert als Konsequenz unterschiedlicher Sedimentationsbedingungen, wie der unterschiedlichen geologischen Evolution individueller Teile der dinarischen Geosynklinale.

Den äußersten Rand bestimmen dabei die durch die starke neotektonische Aktivität (Erdbebenzone) stark gestörten relativ weichen und flachen kreidezeitlichen Kalksteine im adriatisch-ionischen Faltengürtel. In Montenegro und im angrenzenden Albanien tritt noch die Pindus-Cukali Zone mit stark schuppigen Kalken und Flysch-Sedimenten auf. Den schmalen, stark gefalteten und wenig mächtigen äußersten Einheiten sitzt die mächtige und flächenmäßig ausgedehnte einförmige Hochkarstdecke als die morphologisch prägende Struktur der gesamten Dinariden auf.

Die Mächtigkeit der kretazischen und jurassischen Kalke beträgt hier bis über 4 km. Die Verkarstung der äußerst reinen und harten Kalke reicht bis unter das Meeresniveau hinab und ist durch eine gut ausgebildete Karsthydrologie gekennzeichnet.

Außerhalb der Hochkarstzone, im Bereich der Durmitordecke, sind Werfener Schiefer als Schichtgesteine mit Kalken vergesellschaftet, das östliche Prokletije ist sogar großteils aus Schiefern aufgebaut. Zudem finden sich noch Sand- und Eruptivgesteine, die aber selten massig entwickelt sind. Neben paläozoische Schiefern, sind triasische Kalke nur linsenförmig, zumeist in den höchsten Partien vom Komovi und Zentralprokletije, verbreitet.

Entstehung[Bearbeiten]

Plattentektonische Abläufe[Bearbeiten]

Das Dinarische Gebirge entstand ebenso wie die Alpen durch die Kollision der afrikanisch-arabischen Platte und der eurasischen Platte im Oligozän, die sich bis heute fortsetzt. Durch die paläogeografische und strukturelle Einheit mit den Helleniden werden sie zu einem Orogen, dem dinarisch-hellenidischen Orogen zusammengefasst.

Das strukturelle System der Dinariden (serbo-kroat. Dinarsko gorje, Dinaridi) ist so Teil der perimediterranen alpinen- und damit auch ein Teilstück der jungalpidischen Eurasischen Gebirgssysteme, deren Kontinuität aufgrund vom Pliozän bis ins Quartär anhaltender neotektonischer Aktivität, als Generator der heutigen geologischen Strukturen, unterbrochen ist.

Gliederung und Relief[Bearbeiten]

Regionale Unterteilung der Dinariden.

Geotektonische Relieftypen[Bearbeiten]

Von der Ausprägung von Relief und Morphologie her können die Hochdinariden in die Gruppe der:

  • Falten oder Kettengebirge im Nordwesten (Slowenien, Kroatien, Bosnien)
  • Plateau- oder Deckengebirge im Südosten (Herzegowina, Montenegro, Nordalbanien) unterteilt werden.

Kettengebirge[Bearbeiten]

Zu den Kettengebirgen zählen alle dinarischen Gebirgszüge nordwestlich der Neretva. Sie sind als typische Faltengebirge durch lineare Gebirgsrücken, die in der sogenannten dinarischen Streichrichtung (von Nordwesten nach Südosten) liegen, gekennzeichnet. Typisch in der Dinara und Velebit ausgeprägt.

Plateaugebirge und Horste[Bearbeiten]

Die dinarischen Gebirge südöstlich der Neretva sind durch sogenannte Altflächen (oft nach der Ostalpinen Raxlandschaft benannt), die den Typus einer seit dem Tertiär wenig veränderten Plateaufläche kennzeichnet und horstartige Heraushebungen, sowie weitläufige Hochflächen geprägt. Typisch für Hochflächen und Horste des Prenj, der Zelengora, Maglić, Bioč, Durmitor, Sinjajevina, Moračke Planine, Orjen (Krivošije, Bijela Gora Rudine), Westliche und Zentrale Prokletije (Maja Radohines-Gruppe, Maja Jezerce-Gruppe, Bjelić).

Klimageographische Unterteilung[Bearbeiten]

Klima- und Regionalgeografisch ist eine Einteilung aufgrund klimatischer-, sowie kulturgeografischer- und wirtschaftsgeografischer Kennzeichen in:

  • Litorale (Küsten-) Dinariden
  • (Binnen-) oder Hochdinariden
  • Nordostdinariden möglich.

Litorale Dinariden[Bearbeiten]

In den Nordwest-Dinariden Kroatiens ist die Bora prägender Klimafaktor.

Die adriatischen Faltengebirgsgürtel der äußeren Dinariden der dalmatinischen litoralen Dinariden verwehren als steil aufragende Mauer den Zugang zum Binnenland und sind eine wirkungsvolle Klimascheide. Die Hochplateaus wurden früher vor allem in Form der Transhumanz bewirtschaftet.

Gorski Kotar

Mitteldalmatien

Rudine und Rumija

Hochdinariden[Bearbeiten]

Hochland von Montenegro mit Durmitor und Volujak. Firnfelder und selbst Gletscher sind in den höchsten Gipfeln in der Spätsommeraufnahme von Landsat 8 ETM+ zu erkennen

Die waldreichen zentralen Hochdinariden der westmontenegrinisch-bosnisch-kroatischen Hochkarstzone sowie der bosnisch-westserbischen und nordmontenegrinischen Kalk- und Schieferzone sind dünnbesiedelte Hochländer mit ausgeprägter Almwirtschaft.

Lika, West-Bosnien

Zentral-Bosnien

Herzegowina, Montenegro

Nordostdinariden[Bearbeiten]

Den innerbosnischen und serbischen Kalk- und Serpentingebirge sind erzreiche Gebirge. In Ihnen herrscht Almwirtschaft vor.

Ostbosnien-Westserbien

Sandžak-Serbien

Geomorphologische und hydrographische Relieftypen[Bearbeiten]

Für die mächtig entwickelte Karstplattform der äußeren Dinariden der litoralen- und Hoch-Dinariden sowie der Fluss- und wasserreichen Inneren Dinariden lassen sich aufgrund ihrer hydrologischen Ausprägung dann auch Drei hydrogeographische Zonen, von denen Zwei karstologische Typen bilden, vornehmen:

  • die Zone des dinarischen Holokarstes (abflusslose Zone),
  • die fluviokarst Zone des Hochkarstes oder Merokarst (Zone der Schluchten und Canyons, u.a. Neretva-Canyon, Tara-Canyon, Moraca-Canyon etc.)
  • die fluviale Zone (normal entwickelte fluviale Relieftypen).

Dinarischer Holokarst[Bearbeiten]

Mesozoische schwach gefaltete karbonatische Sedimentgesteine kennzeichnen alle abflusslosen Gebirge im dinarischen Holokarst, Bijela gora

Die einförmigen und wenig gegliederten, zum abflusslosen und daher am stärksten entwickelten Karst des Mediterraneums gehörenden dinarischen Gebirge Kroatiens, Südbosniens, der Herzegovina und Altmontenegros werden dem sogenannten Holokarst zugezählt. Sie haben durch Großpoljen, Dolinenfelder, Trockentäler und Sickerflüsse alle Komponenten eines entwickelten unterirdischen Karstabflusses. Durch Karenfelder sind sie schwer zugänglich und abweisend.

Der dinarische Holokarst wird durch Rumpfflächen gegliedert, die im mitteldalmatinisch-bosnischen Bereich eine sogenannte Rumpftreppe bilden. In der treppenförmigen Staffelung der Rumpfflächen in Form der großen dinarischen Poljen, die als zentrale hydrologische Knoten den Zu- und Abfluss, der je nach den hydrologischen Bedingungen wechselnden Karstgrundwasserspiegel, bestimmen, bilden sie die wichtigsten agronomisch nutzbaren Räume im dinarischen Holokarst.

Merokarst oder fluvialer-Karst der Hochdinariden[Bearbeiten]

Die aus Karbonaten aufgebauten Hochdinariden Südostbosniens, Nordmontenegros und Nordalbaniens werden durch Einschübe von Schiefermassen durch Canyon-Täler (Cetina, Krka, Neretva, Morača, Cijevna, Valbona, Tara, Piva) gegliedert. Sie haben daher zumindest in den montanen und planaren Stufen oberflächliche Abflüsse. Nur in den hochalpinen Zonen sind Quellen relativ selten, da auch hier Karstformen prägend ausgeprägt sind. Da Poljen und Dolinen nicht so zahlreich auftreten wie im dinarischen Holokarst, dominieren unter den Karst-Großformen Glaziokarstformen und von Eiswirkung überformte Karstplateaus die sich in Form von Rundhöckerlandschaften ausgestallten oder in den durch Eiswirkung überformten Karen auftreten.

Fluvialer dinarischer Relieftyp[Bearbeiten]

Die wasserreichen dinarischen Gebirge Mittelbosniens, Nordost-Montenegros, Südwestserbiens haben gut ausgebildete Gewässernetzte (Kupa, Una, Vrbas, Bosna, Lim, Drina, Westliche Morava, Ibar) und entsprechen dem fluvialen dinarischen Relieftyp.

Geomorphologie[Bearbeiten]

Hydrologie und Fluvialmorphologie[Bearbeiten]

Aufgrund des Niederschlagsreichtums sind die Dinariden insbesondere in den zentralen Teilen ein wasserreiches Gebirge. Die bedeutendsten Flüsse sind von Norden nach Süden: Kupa, Una, Sana, Vrbas, Bosna und Drina, die alle über die Save ins Schwarze Meer entwässern. Zur Adria fließen nur vier Flusssysteme: Krka, Cetina, Neretva und Morača. Für alle dinarischen Flüsse sind Schluchten, Klammen und Canyons prägend. Darunter sind zum Beispiel die tiefste und längste Schlucht Europas, die Tara Schlucht sowie die in einer Schluchtabschnitt angelegten bekannten Plitvicer Seen.

Neben den normalen fluvialen Relieftypen sind noch Karstflüsse ausgeprägt. Diese als Ponornica bezeichneten Sickerflüsse sind durch stark schüttende Karstquellen (zum Beispiel die Buna Quelle in der Herzegowina) und karsthydrologische Versickerung in Schlucklöchern (Ponor) gekennzeichnet. Die bekanntesten Sickerflüsse sind zum einen die Reka in Slowenien, die Gacka in Kroatien, sowie die Trebišnjica in Bosnien.

Karst[Bearbeiten]

Insbesondere die äußeren Dinariden sind durch seine starke Verkarstung gekennzeichnet, die in Kroatien (in den historischen Regionen Lika, und entlang der kroatischen Küstenregion), der Herzegowina in Bosnien und Montenegro besonders hervortritt. Durch die karsthydrologische Besonderheit quert daher auch nur ein Flusssystem den dinarischen Hochkarst, die Neretva. Die mächtige Hochkarstdecke der äußeren Dinariden wird aus über vier Kilometer mächtigen jurassischen und kretazischen Kalksteinen gebildet. Die damit verbundenen karstgeomorphologischen und karsthydrologischen Phänomene des Dinarischen Karstes machten das Gebirge zum klassischen Untersuchungsgebiet der Karstlandschaften und begründeten im späten 19. Jahrhundert die Entwicklung der Karstologie als wissenschaftliche Disziplin.

Im montenegrinisch-nordalbanische Raum ist das ausgeprägteste Hochgebirge der Balkanhalbinsel durch typisch alpine Formen geprägt.

Glazialmorphologie[Bearbeiten]

Glaziokarstlandschaft mit durch Gletscherschliff eiszeitlich stark Überformten Tal- und Plateauformen, Orjen-Gebirge in Montenegro
Maximale Risseiszeitliche Vergletscherung, Orjen

Pleistozäne Vereisung[Bearbeiten]

Die pleistozäne Vergletscherung war in den Dinariden in ganz Südeuropa am intensivsten. Zahlreiche Glazialseen der Hochdinariden sind neben den übersteilten Karen und Graten deren eindringlichste Zeugnisse.

Die quartäre Schneegrenze lag insbesondere in den Dinariden im Riß und Würm zirka 1000 m unterhalb der rezenten, die heute bei über 2900 m angenommen wird und damit deutlich oberhalb der höchsten Erhebung des Gebirges liegt. Alle bedeutenden Gebirgsgruppen waren während der Eiszeiten auch vergletschert gewesen.

Neben Kargletschern bildeten sich vereinzelt größere Talgletscher, die bei günstigen topographischen und klimatischen Gegebenheiten auch über 10 km Länge erreichten. Bedeutende Ausmaße hatten Gletscher der Dinariden insbesondere im Prenj, Durmitor, Prokletije und dem Orjen.

Ging Jovan Cvijic noch Anfang des 20 Jahrhunderts von einer massiven, die heutige Vergletscherung der Alpen deutlich übersteigenden Vereisung aus, zeigen neuere Untersuchungen zur Quartärgeschichte im Durmitor und Prokletije, das hier die maximalen Gletscherlängen 15 km betrugen.[2]

Eine besondere Anomalie der mediterranen Hochgebirgsvergletscherung in der Eiszeit ereignete sich aber in den südlichen Küstengebirgen der Dinariden. So fiel die Schneegrenze lagebegünstigt im Orjen im Pleistozän auf unter 1200 m und eine Fläche von bis zu 150 km² war zum glazialen Höchststand vom Eis bedeckt.[3]

Heutige Gletscher und Firnfelder[Bearbeiten]

Das sehr schneereiche Jahr 2013 hat für viele Gletscher und Firnfelder zu einer positiven Schneebilanz beigetragen (Landsat 8 ETM+ am 26. September 2013)
Die Maja Hekurave Gruppe rechtsseits der Valbaona fällt in einem 1500 m Höhe betragenden Abfall zu Talsohle. Die zahlreichen Karlinge und eine alpine Glaziodarstlandschaft sind oberhalb 2000 m augenfällig. Am nördlichen Abfall zwischen der Maja e Briaset und der Maja Herkurave liegen in den beschatteten Karen zahlreiche Firnfelder und kleinere Gletscher.

Zwar liegen alle dinarischen Gebirge deutlich unter der klimatischen Schneegrenze, jedoch sind auch rezent kleinere Gletscher und Firnflächen ausgebildet. Sie liegen immer in steilen und abgeschirmten nordwest- und nordostseitigen Mulden unter mikroklimatischer Gunst weit unterhalb der eigentlichen klimatischen Schneegrenze.

So existiert im Durmitor der Debeli namet Kargletscher auf 1750 m Höhe,[4] sowie im Prokletije ein Gletscher im Tal Buni e Jezercës sowie zwei kleiner Kargletscher östlich der Jezerca-Spitze sowie ein Lawinenkesselgletscher oberhalb des Grbaja Tales in der Karanfil-Gebirgsgruppe.[2]

Diese kleinen Kargletscher sind nur 200 bis 500 m lang, zeigen aber die typischen Akkumulationsformen einer Endmoräne und sind damit als aktive Gletscher von Firnflächen deutlich unterschieden.

Allgemein gelten die Gletscher der Dinariden als die am tiefsten liegenden der submediterranen Gebirge. Neuere Untersuchungen zeigen, dass sie auch durch die Klimaerwärmung nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen werden, da sie durch reichliche Winterschneefälle und einer Reliefbegünstigung nicht so stark von den allgemeinen Temperaturtrends betroffen sind. Jedoch blieb im Vergleich zur Kleinen Eiszeit von neun ehemaligen Gletschern im Durmitor bis heute nur noch einer übrig.

Biogeographie – Phytogeographie[Bearbeiten]

Entwicklung der dinarischen Flora[Bearbeiten]

Die Genese der dinarischen Flora vollzog sich über lange geologische Zeiträume und klimageologische Veränderungen während tertiärer, glazialer und postglazialer Phasen. Rezent werden keine alten mesozoischen Vertreter der paläotropischen Vegetation vorgefunden (wie zum Beispiel in den Floren Ostasiens oder Argentiniens). Der Basisbestand insbesondere der im europäischen Raum besonders reichen Waldflora ist dennoch seit der Kreide bekannt (zum Beispiel Quercus, Fagus, Castanea, Alnus, Salix). Die zu heutigen Verhältnissen wärmeliebendere (thermophilere) tertiäre europäische „Tropenflora“ war an tropischen Elementen viel reicher als heute, wo nur eine kleine Zahl reliktischer Arten (Adiantum capillusveneris), Gattungen (Dioscorea) und Familien (Gesneriaceae) überdauert hat.

Außertropische tertiäre Formen sind dagegen in hoher Artenzahl vertreten (zum Beispiel Scopolia, Sibiraea, Thelygonum, Picea omorika, Pinus peuce, Forsythia europaea, Syringa vulgaris). Die im europäischen Vergleich größere Artenvielfalt der Dinariden zu Alpen und Pyrenäen wird durch eine stärkere petrographische Heterogenität als in den Pyrenäen und gegen die Alpen durch die Einbettung zwischen artenreichen Florenzentren der subtropischen Mittelmeerregionen zu einem auffälligen Endemitenreichtum mit hohem Artenpotential gefördert.

Pflanzengeografische Einteilung, Endemismus und Höhenstufen[Bearbeiten]

Orjen-Iris, Montenegro
Florenregionen der Balkanhalbinsel

Die Vegetation großer Ökosysteme und die Entwicklung von Vegetationszonen, sowie die Ausbildung sogenannter floristische Regionen ist florengeschichtlich Resultat der regionalen Florenevolution, die insbesondere auch durch bioökologisch prägende Komponenten im Klima und der Landschaftsausstattung gefördert wurde.

Innerhalb solcher floristischer Regionen (florengeografisch als Biom bezeichnet) ergeben sich daher durch Relief und den Beziehungen, die sich aus der Lage, insbesondere zu den Meeren ergeben, eine aus den klimatischen Faktoren und den Aspekten des Naturraumes differenzierte Unterteilung. Für die Dinariden sind diese sogenannten tellurische Faktoren, die prägenden Einfluss auf die Vegetation besitzen, die Entfernung zum Mittelmeer, sowie die Ausgestaltung im Relief, die Einfluss auf geoökologische Komponenten von Boden- und Wasserhaushalt und darüber auf die Standortansprüche der Pflanzen wirken.

Grundsätzlich sind insbesondere die geologischen mit den klimatischen Komponenten im dinarischen Lebensraum verbunden. So liegen die wärmsten und regenreichsten Lebensräume in Regionen mit ausgeprägter Karstnatur. Durch die daraus bedingte Oberflächentrockenheit und wenig tiefgründige Böden sind sie typische Standorte für trockenheitsresistente Arten wie auch geophytische oder annuelle Lebensformen. Hier dominieren daher oftmals Lippenblütler und Euphorbien, sowie zahlreiche Grasarten (Stipa, Bromus, Sesleria, Festuca, Nardus).

Die noch immer regenreichen, jedoch auch winterkalten Zentralen Dinariden besitzen dagegen tiefgründige Böden auf abwechslungsreichen geologischen Substraten und sind durch eine geschlossene Waldvegetation geprägt. Daher sind alle typischen Arten der montanen Waldflora artenreich vertreten. Die Hochregionen werden dann zunehmend allgemein von Kalk- und Dolomitgestein aufgebaut. Hier wie in den Felspartien finden sich wieder die dinarischen Kalkmagerrasen und Felsarten. Jedoch treten auch Hochstaudenfluren, Schneetälchengesellschaften und allgemein zahlreiche Elemente mit größeren Ansprüchen an den Wasserhaushalt hinzu.

Pflanzengeografisch fällt die dinarische Region in die Holarktis und wird in eine submediterrane und eine mediterrane Florenregion unterschieden.

Damit gehören alle synökologischen Elemente (pflanzensoziologische Gesellschaften), Biozönosen (Lebensgemeinschaften) und Zonobiome (dem Klima entsprechende Pflanzenformationen) der Dinariden mit gemäßigten Klima zur balkanischen subtropischen Pflanzenregion. Die Dinariden stehen darin als Kernraum der illyrischen Florenunterregion (nach der röm. Provinz Illyria) der östlichen balkanischen (oft auch mösisch nach der röm. Provinz Moesia) gegenüber.

Die adriatische Küstenzone, die den mehr oder minder breiten Raum Dalmatiens, das südwestliche Montenegros und Albaniens einnimmt, wird als Bestandteil der Mediterranen Florenregion als sogenannte adriatische Region ausgewiesen.[5]

Die klimazonalen Höhenstufen der Dinarischen Gebirge lassen sich aus ihrer Lage zum Mittelmeer damit in zwei ökologische Typen und eine Übergangszone unterteilen: die oromediterrane Höhenstufung, sowie die alpine Höhenstufung.[6][7]

Die adriatische Florenprovinz[Bearbeiten]

Lorbeer-Oleander Buschwald, Montenegro

Die adriatische Florenprovinz entspricht dem nordmediterranem Typus. Kennzeichnend für die nördliche Adriatische Küste sowie der Niederungsküste Albaniens ist insbesondere das fehlen typischer Hartlaubgehölze. Es sind vielmehr laubwerfende Eichen die in Istrien, dem Kvarner-Golf, sowie die albanische Nierderungsküste prägen. Die dalmatinische Küste, wie die montenegrinische Riviera gehören dann zur Hartlaubzone mit ursprünglichen Stein-Eichen Wäldern. Durch Auftreten episodischer stärkerer Fröste aufgrund von Kaltlufteinbrüchen und periodischer Bora-Ereignisse, sind aber auch diese an wärmeliebenden und frostempfindlichen Arten verarmt. So kann beispielsweise Viburnum tinus regional fehlen (z.B. in der Bucht von Kotor).

Nur die wärmsten dalmatinischen Inseln Mittel- und Süddalmatiens, u.a. Hvar und Mljet, sind der eumediterranen Zonen zuzurechnen. Auf den sehr trockenen zentraladriatischen Inseln um Palagruža ist eine extreme Trockenvegetation mit wüstenhaftem Gepräge entwickelt. Diese gehört daher schon zur xeromediterranen Zone. Als Kontrast zu diesen im Regenschatten des Apennin liegenden Inseln der Zentraladria, treten an den durch Steigungsregen bevorteilten Rivieren im Kvarner-Golf, sowie der Bucht von Kotor, Reste von Lorbeerwald-Formationen auf. Hier sind auch in ihrer Wasserversorgung anspruchsvolle Kastanienwälder entwickelt.

Oromediterrane dinarische Höhenstufung[Bearbeiten]
Standort für viele Tertiärrelikte sind Felswände (Degenia velebitica, Amphoricarpos ssp., Moltkia petrea oder die Schlangenhaut-Kiefer)
Oromediterrane-Trockenwälder, Bijela gora
Vegetationskarte, Orjen Montenegro

Die am stärksten ozeanischen, jedoch aufgrund des mediterranen Rhythmus auch sommertrockenen und vom Karst geprägten adrianahen Gebirgszüge entsprechen der Ökologischen Höhenstufe des Mediterraneums, deren zahlreiche wärme- und trockenheitsliebende Arten Entwicklungsgeschichtlich auch überwiegend in der adriatischen Provinz der mediterranen Florenregion und vergleichbaren zirkummediterranen Entwicklungszentren der Gebirgsvegetation entstanden sind. Die adriatische Vegetationsprovinz umfasst nur den schmalen Streifen der litoralen Gebirgszüge mit den reich gegliederten Küsten Kroatiens, Küsten Montenegros sowie der Niederungsküste Albaniens, ist jedoch nur nördlich der Bojanamündung mit den charakterisierenden wärmeliebenden Wäldern und artenreichen Gebüschformationen typisch ausgebildet. In den unteren Zonen ist die immergrüne mediterranene Hartlaubregion mit dem dominierenden Landschaftstyp der Macchie charakteristisch; die ursprünglichen Hartlaubwälder sind praktisch gänzlich durch anthropogene Ersatzgesellschaften verdrängt worden. Seestrand-Kiefer sowie die insbesondere an der Südostadria aus der Levante eingeführte Italienische Zypresse sind augenfällig. An den feuchtesten Stellen der Adriaküste im Kvarnergolf und der Bucht von Risan treten Lorbeerwälder aus Oleander und Lorbeer auf; ab etwa 250 m Meereshöhe im Norden und 400 m Meereshöhe im Süden übernehmen laubwerfende Gebüschformationen, die floristisch als Šibljak-Formation bezeichnet werden, auf. Im Šibljak sind Degradatinsformen lauwerfender Eichenwälder (insbesondere Zerreiche), wie auch degradierte Ostrya carpinifolia-Wälder und anthropogene Ersatzgesellschaften anzutreffen. Durch ehemalis weit verbreitete Brandlegung und Weidedruck waren die Šibljak-Gesellschaften für die herdentierhaltende Bevölkerung Dalmatiens, Montenegros, Albaniens bis Makedoniens agronomische von großer Bedeutung (insbesondere Eichenweide, sowie Schneiteln von Eichenlaub als Viehfutter).

Auch für die oromediterrane Waldvegetation sind wärmeliebende, laubwerfende Baumarten kennzeichnend (Flaumeiche, Makedonische Eiche, Edelkastanie, Hopfenbuche). Die Waldgrenze wird hier überwiegend von trockenresistenten Nadelbäumen gebildet; dies sind die typischen oromediterranen Waldgrenz-Trockenwälder,[8] die im Südosten von endemischen Schlangenhaut-Kiefern und insbesondere in Kroatien sowie der Herzegowina und dem Südwestlichen Montenegro von der Weisstanne (im Nordwesten auch mit Fichte) aufgebaut werden; ein niedriges Gebüsch aus Zwerg-Bergwacholder leitet oberhalb der letzten Wälder zu den artenreichen altimediterranen Kalkmagerrasen über.

Die oromediterranen Gebirge,[9] die auch eine sogenannte altimediterrane (analog der alpinen Stufe der gemäßigten Zone) baumlose Stufe mit trockenheitsangepassten Rasengesellschaften (vor allem Sesleria robusta) haben, sind mit dem Velebit, Biokovo und Orjen besonders artenreich. Gemeinsam ist ihnen, dass die Höhenstufen von orkanartigen Winterstürmen der Bora Winde und mediterranen Winterzyklonen stark beeinträchtigt werden (als kennzeichnend gelten daher sogenannte boragene Pflanzengesellschaften mit äußerst schütterer Vegetationsdecke).

Als beispielhaft der eu-mediterranen Höhenstufung der Dinariden gilt der Höchst Gipfel Dalmatiens im Orjen, auf dem sich alle mediterranen Vegetationsformationen von der Küstezone bis zur altimediterranen Stufe finden lassen.[10] Viele endemische Arten der Waldvegetation der Balkanhalbinsel haben ihre nächsten vikariierenden Verwandten in den kolchischen , pontischen oder auch hyrkanischen Florenprovinzen und Waldtypen Kleinasiens oder der kaukasischen Ostküste des Schwarzen Meers. Dazu gehören Krim-Pfingstrose oder der Griechische Ahorn. Durch die zahlreichen auffälligen verwandten Arten haben auch die Vegetationsstufen im Kaukasus mit den Südost-Dinariden zahlreiche Ähnlichkeiten wie Oleg Sergeevič Grebenščikov in einem interessanten Vergleich zeigen konnte.[11] Dabei sind jedoch insbesondere die unteren Waldstufen deutlich ähnlicher, während die subalpine- wie alpinen Höhenstufen stärker unterschieden sind und nur noch wenige arkto-alpine Arten gemeinsam aufweisen.

Höhenstufe Höhengürtel Höhenlage Beschreibung
eumediterran Tieflage 0–400 Hartlaubvegetation mit Steineiche und Ölbaum. An humiden Stellen Lorbeer-Oleander-Strauchformation.
supramediterran Mittellage 400–1100 halbimmergrüner Eichenwald mit Mazedonischer Eiche (Quercus trojana) und Orientalische Hainbuche (Carpinus orientalis). Darüber Zerreichen- und Balkaneichenwälder (Quercus frainetto). An feuchten und schattigen Lagen Kastanien-Flaumeichenwälder, sowie wärmeliebende Hopfenbuchen- und Flaumeichenwälder. Als Pionierarten wachsen Weißtanne und Baumhasel auf trockenen und sonnigen Blockhalden.
oromediterran 1100–1450 Wärmeliebender Kalkbuchenwald mit Tanne. An Felspartien trockenheitsliebende Schlangenhaut-Kiefer- und Dinarische Karst-Blockhalden-Tannenwälder zum Teil mit Krim-Pfingstrose.
altimediterran Hochlage 1450–1700 An der Waldgrenze Rotbuche, Schlangenhaut-Kiefer- und Griechischer Ahorn. Die mediterrane alpine Stufe – altimediterran – wird von trockenen Wacholderheiden sowie mit vielen endemischen Arten (zum Beispiel Iris orjenii, Viola chelmea) bestandenen Sesleria robusta-Rasengesellschaften geprägt. Auf grobblockigen Geröllen und Felsen Strauchgesellschaften mit chasmophytischen Kalkfelsspalten-Arten (zum Beispiel Aquilegia dinarica, Bergbohnenkraut, Asplenium trichomanes, Amphoricarpos neumayerii).
kryomediterran 1700–1900 Eine echte kalt mediterrane klimazonale Stufe ist im höchsten Gebirge der dinarischen Küste nicht entwickelt. Durch hohe Winterniederschläge und stürmische Bora-Gipfelwinde entwickeln sich, unter ausgedehnten Schneelagen Schneetälchen-Gesellschaften mit griechisch-anatolischen, irano-turanischen und armeno-tibetischen Xerophyten. Zu Letzteren gehören die Halbwüsten-Schneetälchen mit vorherrschenden Zwiebelmonokotylen, die an felsige Böden, trockene Sommer und orkanartige Bora- und Scirocco Winde angepasst sind.

Die Illyrische Florenprovinz[Bearbeiten]

Besonders vielfältig ist die illyrische Florenprovinz in den Südost-Dinariden
Der Nelkenwurz (Aremonia agrimonoides); Kennart dinarischer Buchenwälder

Die augenfälligste Besonderheit der Illyrischen Florenprovinz ist der besondere Artenreichtum der Waldflora. Selbst in den aus Mitteleuropa bekannte Waldtypen wie den Buchen- und Hainbuchenwäldern finden sich in den viel diverseren analogen dinarischen Wäldern andere Charakterarten. So ist beispielsweise die zu den Rosengewächsen gehörende Nelkenwurz (Aremonia agrimonoides) so typisch, dass dinarische Buchenwälder den Verband Aremonio-Fagion, die Hainbuchenwälder mit der wärmeliebenden Einkeimblättrigen Hunds-Zahnlilie (Erythronium dens-canis) den Verband Erythronio-Carpinion bilden. Entsprechende dinarische Charakterarten sind aus Mitteleuropa nicht bekannt, finden sich aber in etwas verarmter Ausführung noch auf der Apennin-Halbinsel, mit der die dinarische Flora und Vegetation florenhistorisch viele Gemeinsamkeiten besitzt.

„Alpine“ dinarische Höhenstufung[Bearbeiten]
Urwaldtanne mit 150 cm Brusthöhendurchmesser und Wipfelhöhe von über 50 m, Bijela gora
Die Balkan-Kiefer bildet in Kalkgebirgen der Südost-Dinariden eine eigene Stufe oberhalb der Buchenwälder aus, Tal von Thet in Nordalbanien
Tief eingeschnittene Blätter sind das charakteristische Unterscheidungsmerkmal des Griechischen Ahorns zum Berg-Ahorn

Die Hauptmasse der Dinariden gehört der sogenannten Mitteleuropäischen Florenregion als illyrischer Florenprovinz an und wird von sommergünen laubwaldreichen Eichen-Orienthainbuchenwäldern, Kalkbuchenwäldern sowie Gebirgsnadelwäldern bestimmt. Die montane Stufe, wie die Baumgrenze dieser ozeanischen und schneereichen Hohen Dinariden Sloweniens, Kroatiens, Bosniens und der Herzegowina, Nordmontenegros und Nordalbaniens, wird dabei ausnehmlich von optimal entwickelten, besonders artenreichen (sowohl was die Kraut- und Baumflora betrifft) und vorratsreichen Tannen-Buchenwäldern gebildet. Mit Baumhöhen von Fichte und Tanne von auch über 60 m, stehen sowohl die höchste bekannte Fichte Europas (63 m, Nationalpark Sutjeska, Bosnien), wie die höchste bekannte Tanne Europas (60 m, Nationalpark Biogradska Gora, Montenegro) in Urwäldern der Dinariden.[12] [13][14]

In den Kalkhochgebirgen vom Prenj bis in die Nordalbanischen Alpen tritt insbesondere auf den Sonnseiten oberhalb der Buchenstufe die klimaharte und äußerst genügsame Schlangenhaut-Kiefer auf. Da sie parkähnliche Offenwälder bildet, haben diese durch den stark lückigen Kronenschluss daher einen Unterwuchs aus alpinen oder altimediterranen Arten, in denen unter anderen die lichtliebenden Arten Sesleria robusta, Viola chelmea, die Echte Schlüsselblume, der Schildblättrige Hahnenfuß und die Zarte Schachbrettblume auffallen.

Die ozeanischen und Großteils auch sommerfeuchten zentralen und hohen Dinariden zeigen eine ökologische Analogie zu mitteleuropäischen Gebirgen, insbesondere den Alpen. Mit einem alpinem Floreninventar das überwiegend den eiszeitlichen Floren entstammt, sind sie aber durch den großen Reichtum an balkanischen endemischen Arten von den analogen alpinen Vegetationstypen unterschieden (insbesondere finden sich in den Rasen- und Felsgesellschaften der zentralen Dinariden Zentren der Radiation (damit werden Artenentstehungszentren bezeichnet) endemischer Pflanzenarten – Verbascum, Edraianthus, Aquilegia etc.).

Während die Waldvegetation borealen und mitteleuropäischen Baum- und Waldtypen der holarktischen Region entspricht, unterscheidet hier ein expliziter Baumartenreichtum von den eiszeitlich stark verarmten mitteleuropäischen Bergwäldern (auffallend sind Baumhasel, Griechischer Ahorn, Sturzblatt Ahorn, Orienthainbuche, Ungarische Eiche, Zerreiche).

Die sogenannte Kampfzone des Waldes wird von subalpinen Ahorn-Buchenwäldern beherrscht. In diesen nimmt von den Südost-Dinariden bis zum Parnass der Griechische Ahorn eine bedeutende Stellung ein, der den weniger hoch steigenden Berg-Ahorn in subalpinen Waldzonen ersetzt. Er ist der klimahärteste Laubbaum der Balkanhalbinsel und als einziger Laubbaum kann er mit Gebirgskiefern oder im Norden mit der Fichte an der Wald- und Baumgrenze konkurrieren. Durch eine frühe Mannbarkeit und eine fast jährliche hohe Samenbildung können sich Griechische Ahorne auch unter schwierigen Umweltbedingungen und starker wie häufiger Schneeaktivität gut behaupten. Sie finden sich selbst in trockeneren Karst-Gebirgen in Schneemulden oder besiedeln kluftreiche Felshabitate offener Hänge.

Im Prokletije treten auch erstmals endemische Grenzwälder der fünfnadeligen Mazedonischen Kiefer auf, die zu den Fichtengrenzwäldern der kontinentalen Dinariden überleiten. Für die alpine Stufe der Hohen Dinariden sind auch ein großer Bestand an Glazialrelikten wie Silberwurz und Edelweiss kennzeichnend.

Höhenstufe Höhengürtel Höhenlage Beschreibung
modern traditionell Prokletije Bjelasnica
planar Flachland-
stufe
Tieflage und Tallage < 300 < 300 Tieflagen der nordöstlichen Abdachung zur pannonischen Niederung und Save-Ebene; Potentiell dominierende Gesellschaften der Stieleiche häufig durch Ersatzgesellschaften und landwirtschaftliche Flächen überprägt.
kollin Hügelland-
stufe
300–1000 300–600 Obergrenze der Trauben-Eichen-Wälder westlich und der Ungarischen Eiche östlich der Drina; Eichen-Hainbuchenwald als Charakterformation; weiträumig kulturlandschaftlich überprägt
submontan Mittelgebirgs-
stufe
1000–1200 600–1000 Im Osten wärmeliebender Buchenwald mit Hunds-Zahnlilie; im Westen Waldmeister-Buchenwald mit Lamium galeobdolon
montan Gebirgsstufe (Montanstufe) Mittellage 1200–1500 1000–1650 Optimale dinarische Tannen-Rotbuchenwälder (Aremonio-Fegetum) mit Nelkenwurz (Aremonia agrimonoides); in den zentralen Dinariden zumeist mit Gemeiner Fichte; im Osten zusätzlich Buchen-Bergwälder mit Griechischem-Ahorn
hochmontan 1500–1850 1650–1850 Obergrenze des Laubwalds; nur der Griechische Ahorn wächst in der höchsten Waldstufe noch zu einem ansehnlichen Laubbaum, Buche nur noch als säbelwüchsige Buschformen; Zunahme der Dominanz von Nadelbäumen; im Westen Gemeine Fichte, im Osten Schlangenhaut-Kiefer und Mazedonische-Kiefer;
subalpin Hochgebirgs-
stufe
Hochlage 1850–2300 > 1850 Waldgrenze; die Untergrenze wird durch die obere Verbreitungsgrenze von Rotbuche und insbesondere Griechischen Ahorn und Schlangenhaut-Kiefer markiert; typische Latschenstufe, die durch Weidemaßnahmen häufig aufgelöst wurde
alpin 2200–2600 Grenze geschlossener Vegetation; allgemein waldfrei; dinarische Verbände alpiner Rasen- und Felsvegetation; im Osten wird der alpine Verband zu Oxytropidion dinaricae im Westen zu Seslerion tenuifolie gestellt; endemitenreiche Felsgesllschaften Amphoricarpion s.l. (Osten), Micromerion croaticae (Westen)
subnival > 2600 im Jahresverlauf weitgehend schneebedeckt; Klein-Gletscher im Durmitor und Prokletije; Valeriana bertiscae als Charakterart

Zwischen den Nordwestdinariden- und Südostdinariden tritt ein sogenannter Vikariismus auf. So findet sich beispielhaft die kalk-felsspaltenbewohnende Kitaibel-Akelei ausschließlich im Nordwestdinarischen Raum zwischen Velebit und Dinara, während an vergleichbaren Standorten der Südostdinariden zwischen Čvrsnica und dem Orjen die verwandte Dinarische Akelei gefunden wird. Zahlreiche Arten sind entweder nur auf die Nordostdinariden beschränkt wie beispielsweise Crocus malyii, Primula kitaibeliana oder Degenia velebetica oder auf die Südostdinariden wie Daphne malyana, Lilium albanicum, Iris reichenbachii oder Amphoricarpos neumayeri.

Übergangshöhenstufung zu den kontinentalen Klimaten[Bearbeiten]

Erst in den weniger augenfälligen kontinentaleren Gebirgen der nördlichen Abdachung und an die Steppenregionen der Donautiefebene anschließende Gebirge in Nordmontenegro, Südwest-Serbien und im östlichen Bosnien übernehmen aber auch weitflächige boreale Nadelwälder der Gemeinen Fichte und Waldkiefer große Flächen der Gebirgszonen (u.a. Zlatibor, Nationalpark Tara, Kopaonik).

Für die sommerfeuchten und extrem winterkalten nordöstlichen kontinentalen Dinariden, die sich zur pannonischen Niederung abdachen, ist das Eindringen von Florenelementen der osteuropäischen Steppen sowie die Dominanz borealer Waldelemente kennzeichnend (Gemeine Fichte, Serbische Fichte, Waldkiefer).

Biogeographie – Zoogeographie[Bearbeiten]

Steinadler – Symbol Albaniens

Das Dinarische Gebirge liegt in einer der artenreichsten Region Europas. Mit vielen unerschlossenen Landschaften bildet das Gebirge Lebensraum für eine Vielzahl von seltenen Vögeln und Säugetierarten. In abgelegenen Berggebieten leben Wölfe, Luchse und Füchse. Hirsche, wilde Ziegen und Wildschweine sind ebenfalls verbreitet. Die Zahl Braunbären soll sich Ende der 1990er Jahre vor allem in Albanien stark dezimiert haben.[15] Vögel wie Adler, Falken und Milane kommen in den Höhenlagen des Gebirges vor.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Streusiedlungen im Hochkarst nutzen kleinere Einebnungen für die Landwirtschaft. Die Hütten heißen hier Koliba.

Die Dinariden sind insgesamt spärlich besiedelt. Nur wo bessere Verkehrswege und größere Einebnungen existieren, gibt es auch kleinere Städte. Die größeren hier ansässigen Volksgruppen sind Albaner, Bosniaken, Kroaten, Montenegriner, Serben und Slowenen. Fernweidewirtschaft ist insbesondere in Montenegro und der Herzegowina, Transhumanz in den küstenländischen Gebirgen (Orjen), Almwirtschaft in Bosnien entwickelt. Der Hausbau ist in den waldreichen zentralen Dinariden zumeist aus Holz mit steilen Dachfirsten, im Hochkarst wird Kalkstein benützt.

Literatur[Bearbeiten]

  • K. V. Petković: Neue Erkenntnisse über den Bau der Dinariden. Vortrag, gehalten in der Geologischen Gesellschaft, Wien 1. März 1957. In: Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt 101, 1958, 1, ISSN 0016-7800, S. 1–24, online (PDF; 2,58 MB) acc. 2. August 2010.
  • Josip Ridjanović: Neue Beobachtungen über die Eiszeitwirkungen im Orjen-Gebirge (Jugoslawien). Geographisches Institut der Universität, Würzburg 1967, (Würzburger Geographische Arbeiten 20, ISSN 0510-9833).
  • Lubomir von Sawicki: Die eiszeitliche Vergletscherung des Orjen in Süddalmatien. In: Zeitschrift für Gletscherkunde 5, 1911, ZDB-ID 243658-9, S. 339–355.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dinarisches Gebirge (Dinarische Alpen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seite des Hydrometeorologischen Instituts Montenegro
  2. a b  Milovan Milivojevića, Ljubomir Menkovića, Jelena Ćalić: Pleistocene glacial relief of the central part of Mt. Prokletije (Albanian Alps). In: Quaternary International. 190, Nr. 1, 1. November 2008, S. 112–122 (Quaternary Stratigraphy and Evolution of the Alpine Region and the Mediterranean area in the European and Global Framework, Webdokument, sciencedirect.com).
  3.  Miroslav Marković, Geologisches Instituz (Hrsg.): Geomorphological evolution and neotectonics of Orjen. Dissertation, Belgrad 1973.
  4.  Philip. D. Hughes (Hrsg.): Recent behaviour of the Debeli Namet glacier, Durmitor, Montenegro. In: Earth Surface Processes and Landforms. 32, Nr. 10, S. 1593–1602 (abstract, interscience.wiley.com).
  5. Armen Takhtajan, 1986. Floristic Regions of the World. University of California Press, Berkeley.
  6. Ivo Horvat, Vjekoslav Glavač, Heinz Ellenberg: Vegetation Südosteuropas. 1974
  7.  Vladimir Stevanović: Analysis of the CentraI European and Mediterranean orophytic element on the mountains of the W. and CentraI Balkan Peninsula, with special reference to endemics. In: Bocconea. 5, 1996, S. 77-97 (pdf, herbmedit.org/Home.html).
  8. P. Cikovac: DISTRIBUTION AND ECOLOGY OF DINARIC CALCAREOUS FIR FORESTS IN THE HIGH-KARST ZONE. In: FUTURE WITH FOREST, Belgrad, 2010, S. 55-56. pdf
  9. Ivo Trinajstic, 1988: Oromediterrane Pflanzengeographische Region. In: Sauteria, vol. 4, 133-139. (PDF)
  10. Oleg Sergeevič Grebenščikov: The Vegetation of the Kotor Bay Seabord (Montenegro, Yugoslavia) and some comparative studies with the Caucasian seaboard of the Black Sea. Bjull Mskovsk. Obsc. Isp. Prir., Otd. Biol. 65, Moskau 1960, S. 99-108
  11. O. S. Grebenščikov: Vegetation structure in the high mountains of the Balkan peninsula and the Caucasus, USSR. In: Arctic and Alpine Research. Band 10, Nr. 2, 1978, S. 441–447 (online: JSTOR)
  12. Hans Leibundgut, 1982: Europäische Urwälder der Bergstufe. P, Haupt, Bern. ISBN 3258031665
  13. Pavle Fukarek, 1969 (edt.): Južnoevropske prašume i visokoplaninska flora i vegetacija istočno-alpsko-dinarskog prostora. In: Posebna Izdanja Prirodno Matemacikog Fakulteta Bosne i Hercegovine,vol. XV, knj. 4, Sarajevo.
  14. Hannes Mayer 1984: Wälder Europas. Gustav Fischer, Stuttgart. ISBN 3-437-30441-0
  15.  Eckehard Pistrick: In der archaischen Bergwelt Albaniens. In: Die Südostschweiz. 6. Juli 2010, S. 22.