Feuchtwangen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Feuchtwangen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Feuchtwangen
Feuchtwangen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Feuchtwangen hervorgehoben
49.16666666666710.316666666667452Koordinaten: 49° 10′ N, 10° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Höhe: 452 m ü. NHN
Fläche: 137,4 km²
Einwohner: 12.063 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 88 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91555
Vorwahlen: 09852, 09855 (Aichau, Thürnhofen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 145
Stadtgliederung: 87 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kirchplatz 2
91555 Feuchtwangen
Webpräsenz: www.feuchtwangen.de
Bürgermeister: Patrick Ruh (CSU)
Lage der Stadt Feuchtwangen im Landkreis Ansbach
Landkreis Donau-Ries Ansbach Fürth Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Fürth Landkreis Roth Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Unterer Wald Lehrberg Adelshofen (Mittelfranken) Bechhofen (Mittelfranken) Bruckberg (Mittelfranken) Buch am Wald Burk Colmberg Dentlein am Forst Diebach Dietenhofen Dinkelsbühl Dombühl Ehingen (Mittelfranken) Feuchtwangen Flachslanden Gebsattel Gerolfingen Geslau Heilsbronn Insingen Langfurth Leutershausen Lichtenau (Mittelfranken) Merkendorf (Mittelfranken) Mönchsroth Neuendettelsau Neusitz Oberdachstetten Ohrenbach Petersaurach Röckingen Rothenburg ob der Tauber Rügland Sachsen bei Ansbach Schillingsfürst Schnelldorf Schopfloch (Mittelfranken) Steinsfeld Unterschwaningen Wassertrüdingen Weidenbach (Mittelfranken) Weihenzell Weiltingen Wettringen (Mittelfranken) Wieseth Windelsbach Windsbach Wittelshofen Wörnitz (Gemeinde) Wolframs-Eschenbach Wilburgstetten Ornbau Mitteleschenbach Herrieden Dürrwangen Burgoberbach Aurach (Landkreis Ansbach) Arberg Baden-WürttembergKarte
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Feuchtwangen (fränkisch: Feichtwang) ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach. Die mit 137 km² flächenmäßig größte Gemeinde des Regierungsbezirkes Mittelfranken liegt direkt an der Romantischen Straße. Feuchtwangen ist eine von 13 sogenannten leistungsfähigen kreisangehörigen Gemeinden in Bayern.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Geographisch und geologisch liegt Feuchtwangen auf der Frankenhöhe, einem Teil des Schwäbisch-Fränkischen Schichtstufenlandes, das auch als Gips-Keuper-Landschaft bezeichnet wird. Charakteristisch für diese Landschaft ist der durch die geringe Widerstandskraft der Keuperschichten entstandene schnelle Wechsel von tiefen Talsenken und meist bewaldeten Höhenzügen. So konnten die Wasserläufe der Gegend hier breite Täler ausräumen. Die Stadt Feuchtwangen liegt im Tal der Sulzach, das weitläufige Stadtgebiet umfasst auch Teile des Wörnitztals.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Schnelldorf, Wörnitz, Dombühl, Aurach, Herrieden, Wieseth, Dentlein am Forst, Dürrwangen, Schopfloch, Dinkelsbühl (alle Landkreis Ansbach, Bayern) und Kreßberg (Landkreis Schwäbisch Hall, Baden-Württemberg)

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Feuchtwangen hat 87 Ortsteile:[2]

Klima[Bearbeiten]

In Feuchtwangen beträgt die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Jahr 729 mm.

Geschichte[Bearbeiten]

Stiftskirche in Feuchtwangen

Feuchtwangen tritt mit der ersten Erwähnung des Benediktinerklosters St. Salvator aus dem Dunkel der Geschichte, es wurde 818/819 erstmals urkundlich als „mittelbegüterte“ Reichsabtei erwähnt. Die Zustände im Kloster beschreiben 16 Briefe des gelehrten Mönchs Froumund und des Abtes Wigo aus den Jahren 991 bis 995. Spätestens 1197 war die Umwandlung des Klosters in ein Chorherrenstift vollzogen. Die Kanoniker des Stiftes waren keine Mönche, sie lebten in eigenen Häusern, verrichteten aber gemeinsam ihre Chorgebete in der Stiftskirche.

Neben dem Kloster gab es schon seit frühester Zeit eine dörfliche Niederlassung. Durch die Stauferkaiser erfolgte zwischen 1150 und 1178 die Stadtgründung. Im Jahr 1241 wurde Feuchtwangen Reichsstadt. Von da an bestand Feuchtwangen aus zwei selbständigen Gemeinwesen: der königlichen Reichsstadt südlich der Linie Untere Torstraße und Postgasse und dem Stift nördlich davon. Mit anderen Reichsstädten wie Rothenburg oder Dinkelsbühl versuchte die Stadt im Schwäbischen Städtebund die gemeinsamen Interessen gegenüber den Fürsten durchzusetzen. Feuchtwangen war durch die günstige Verkehrslage reich geworden und wurde mehrmals vom jeweiligen Kaiser verpfändet. Im Jahr 1376 schließlich wurden die Stadt und das Stift an die Burggrafschaft Nürnberg, die spätere Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach, verpfändet. Den Bürgern gelang es nicht mehr, ihre Stadt freizukaufen und so endete die Reichsfreiheit für Feuchtwangen faktisch relativ früh. Der Status der Verpfändung wurde durch den Kaiser nicht mehr geändert, so dass de jure Feuchtwangen im Stand einer Reichstadt - wenn auch verpfändet - bis 1803 verblieb.

Um 1400 wurden beide Teile Feuchtwangens nach der Zerstörung der Stadt durch den Schwäbischen Städtebund 1388 mit einer gemeinsamen Mauer umgeben, wodurch das Verschmelzen zu einer Gemeinschaft begünstigt wurde. Die Stadt wurde Sitz eines markgräfliche ansbachischen Oberamtes und Ort verschiedener Märkte, dadurch behielt sie ihre Bedeutung und blühte im 15. und 16. Jahrhundert wieder auf. Die Unruhen des Bauernkrieges 1525 ermöglichten die Einführung der Reformation, was 1533 in der gesamten Markgrafschaft geschah. Das Stift wurde 1563 eingezogen und seine Besitzungen fielen an den Markgrafen. Der Dreißigjährige Krieg brachte Elend und Not vor allem durch die Plünderungen der Soldateska Tillys im Jahre 1631. 1632 und 1634 nahmen Schweden und Kaiserliche mit, was an Besitz noch vorhanden war, und es dauerte Jahrzehnte, bis sich Stadt und Umland davon wieder erholten. Anteil daran hatten nicht zuletzt die zahlreichen evangelischen Glaubensvertriebenen aus Österreich, die im Feuchtwanger Raum nach dem großen Krieg eine neue Heimat fanden.[3]

Bis 1791 blieb Feuchtwangen eine brandenburgisch-ansbachische Amtsstadt, die ab 1500 im Fränkischen Reichskreis lag. Der letzte kinderlose Markgraf Carl Alexander trat sein Land an das Königreich Preußen ab. Nach nur 14 Jahren übernahmen die Franzosen kurz die Herrschaft über die Stadt, die jedoch schon ein Jahr später (1806) an das Königreich Bayern fiel. Feuchtwangen wurde Sitz eines Landgerichts, aus dem Bezirks-(Landrats-)amt und Amtsgericht entstanden.

Mindestens seit dem Ende des 18. Jahrhunderts waren jüdische Familien in der Stadt ansässig, die in der Museumsstraße 19 ihre Synagoge errichtet und im Jahre 1833 eingeweiht haben. Beim Novemberpogrom 1938 wurde das Gotteshaus von SA-Männern geschändet und niedergebrannt, woran seit 1984 eine Gedenktafel auf dem Gelände des Fränkischen Museums erinnert.[4]

In der langen Friedenszeit des 19. Jahrhunderts veränderte sich das Gesicht der Stadt stark. Der untere Torturm wurde ebenso wie Teile der Stadtbefestigung abgerissen. Das südlich gelegene Spitaltor brannte 1811 ab. Die Stadt wurde durch eine Nebenlinie an die Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim angeschlossen. Dennoch stagnierte die Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg. Während manche der späteren Ortsteile Feuchtwangens im Zweiten Weltkrieg Schäden hatten, blieb die Kernstadt selbst verschont.

Ein erneuter Aufschwung setzte in der Nachkriegszeit durch den Zuzug vieler Heimatvertriebener ein. Feuchtwangen war seit 1961 Bundeswehrstandort. In der 1997 aufgegebenen Hochmeister-Kaserne waren Fernmeldeabteilungen der Luftwaffe stationiert.[5]
Durch die Gemeindegebietsreform verlor die Stadt ihre Funktion als Ämterstadt, gehörte jedoch durch den Zusammenschluss mit zehn umliegenden Gemeinden zu den zehn flächenmäßig größten Städten Bayerns. 1999 bezog die Bayerische Bauakademie als Fortbildungseinrichtung des Bayerischen Bauhandwerks das ehemalige Kasernengelände. Im Jahr 2000 wurde die staatliche Spielbank Feuchtwangen eröffnet, die 2005 erneut die am besten besuchte und umsatzstärkste aller bayerischen Spielbanken war.

Religionen[Bearbeiten]

  • 68,3 % evangelisch
  • 20,0 % katholisch
  • 11,7 % sonstige

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ehemalige
Gemeinde
Einwohner
(1970)
Datum Anmerkung
Aichau 710 1. Januar 1972 Eingliederung von 524 der 710 Einwohner (mit Jakobsmühle, Löschenmühle, Oberahorn, Thürnhofen und Unterahorn),
Umgliederung von 89 Einwohnern nach Wieseth,
Umgliederung von 88 Einwohnern nach Herrieden,
Umgliederung von 9 Einwohnern nach Dentlein am Forst
Aichenzell 486 1. Januar 1972 mit Esbach, Hammerschmiede, Herrnschallbach, Höfstetten, Kaltenbronn, Mögersbronn, Sommerau, Überschlagmühle, Walkmühle, Winterhalten und Zehdorf
Banzenweiler 301 1. Juli 1971 mit Bieberbach, Georgenhof, Jungenhof, Krebshof, Krobshausen, Leiperzell, Oberransbach, Oberrothmühle, Poppenweiler, Unterransbach, Unterrothmühle und Weiler am See
Breitenau 768 1. Januar 1972 mit Gehrenberg, Ratzendorf, Sperbersbach, Ungetsheim, Zischendorf und Zumhaus
Dorfgütingen 542 1. Januar 1972 mit Archshofen, Bonlanden, Böhlhof, Bühl, Dornberg, Krobshäuser Mühle, Neidlingen und Rödenweiler
Heilbronn 457 1. Januar 1972 mit Herbstmühle, Lichtenau, Metzlesberg, Rißmannschallbach, Wüstenweiler und Zumberg
Krapfenau 473 1. Juli 1971 mit Bernau, Eschenlach, Hainmühle, Koppenschallbach, Krapfenau-Mühle, Lotterhof, Oberlottermühle, Schönmühle, St. Ulrich, Unterlottermühle, Volkertsweiler, Wehlmäusel und Weikersdorf
Larrieden 310 1. Januar 1972 mit Heiligenkreuz, Oberhinterhof und Unterhinterhof
Mosbach 639 1. Januar 1972 mit Bergnerzell, Kühnhardt am Schlegel, Reichenbach, Seiderzell und Tribur
Vorderbreitenthann 561 1. Januar 1972 mit Charhof, Charmühle, Glashofen, Hinterbreitenthann, Oberdallersbach, Steinbach, Tauberschallbach, Unterdallersbach und Wolfsmühle

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Stadt Feuchtwangen mit eingemeindeten Ortsteilen:

  • 1939: 07.352 Einwohner
  • 1950: 10.687 Einwohner
  • 1961: 09.626 Einwohner
  • 1979: 10.379 Einwohner
  • 2003: 12.700 Einwohner
  • 2009: 12.173 Einwohner
  • 2011: 12.071 Einwohner
  • 2012: 12.063 Einwohner

Stadt Feuchtwangen ohne eingemeindete Ortsteile:

  • 1890: 2.372 Einwohner
  • 1910: 2.486 Einwohner[6]
  • 1933: 2.370 Einwohner
  • 1939: 2.378 Einwohner[7]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Parteien und Listen  %
2008
Sitze
2008
CSU Christlich Soziale Union 42,34 11
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschland 16,49 4
Grüne Grüne - Wir für Feuchtwangen 19,18 4
UBF Unabhängige Bürgerschaft Feuchtwangen 21,99 5
Gesamt 100 24
Wahlbeteiligung in % 64,77

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei der letzten Kommunalwahl am 2. März 2008 wurde Patrick Ruh (CSU) zum Bürgermeister gewählt. Er setzte sich gegen den heutigen Landtagsabgeordneten Martin Stümpfig (Bündnis 90/Die Grünen) durch, der danach 3. Bürgermeister wurde.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: in Silber auf grünem Boden eine grüne Fichte.

Vom 14. bis 18. Jahrhundert war der schwarze Reichsadler das Stadtzeichen, die Fichte war ursprünglich das zweite Wappen der Stadt als Zeichen des äußeren Rats und des Stadtgerichts. Das Fichtenwappen ist seit 1819 das einzige Wappen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt pflegt Partnerschaften mit den Städten Lana in Südtirol (Italien) und Morhange in Lothringen (Frankreich).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stiftskirche

Die historische Altstadt[Bearbeiten]

  • Am bekanntesten ist der Marktplatz, den Dehio in seinem Standardwerk zur Kunstgeschichte als „Festsaal Frankens“ bezeichnet hat.
alte Postkartenansicht des Marktplatzes
  • Der eiserne Röhrenbrunnen von 1726 am Marktplatz mit einer Statue der Minerva als Beschützerin von Handwerk und Gewerbe. Auf einzelnen Feldern sind die Wappen der brandenburgischen Ansbacher Markgrafen, die württembergischen Wappen als Kennzeichen für die Eisenhütte in Königsbronn und die beiden Stadtwappen Reichsadler und Fichte dargestellt (alle Wappen-Tafeln sind doppelt vorhanden).
  • Die ehem. Stiftskirche, mit romanischen Resten und späteren Erweiterungen, steht auf dem Platz der ehemalige Klosterkirche der Benediktiner bzw. der Stiftschorherren mit einem Altar aus der Werkstatt von Michael Wolgemut. Ursprünglich war sie eine flachgedeckte, dreischiffige Basilika, bedingt durch die Umbauten der Jahrhunderte ist jedoch (bis auf das nicht mehr originale Westwerk) von diesem Eindruck nichts mehr erhalten.
  • Die Johanniskirche ist die Pfarrkirche des Ortes.
  • Der romanische Kreuzgang dient als Kulisse für das Freilichttheater der Kreuzgangspiele. Einzelne Teile stammen vermutlich aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.
„Kasten“
Feuchtwanger Handwerkerstuben
  • Erhaltengeblieben sind nur fragmenthaft Teile des Stadtmauerrings aus der Zeit um 1400 mit Resten von Wehrtürmen, hauptsächlich an jenen Stellen, an denen Häuser an die Innenseite der Stadtmauer gebaut wurden.
Stadtmauerpartie im NO der Altstadt
  • Sehenswert sind die an den Marktplatz sich anschließenden Straßenzüge mit Museumsstraße, Untere Torstraße, Hindenburgstraße, Bärmeyerplatz u. a.
  • Ebenso die malerischen Gassen an der Stadtmauer mit ihren Handwerker- und Ackerbürgerhäusern, die oft die Stadtmauer als Hausrückwand benutzen, z. B. Vorderer und Hinterer Spitzenberg, Hirtengasse, Gerbergasse, Webergasse, Jahnstraße.
  • Die kleine Galerie im Forstamtsgarten; dort gibt es wechselnde Ausstellungen von zahlreichen Freizeitkünstlern.
  • Das Obere Tor in der Hindenburgstraße ist der einzige existierende Rest von ehemals drei Stadttoren. Es wurde im 19. Jahrhundert in ein biedermeierliches Torhaus umgewandelt. Das Untere Tor musste 1869 bereits dem wachsenden Verkehrsaufkommen weichen, das Spitaltor stürzte nach einem Brand 1811 ein und wurde abgetragen.
  • Der Kasten neben der Johanniskirche ist ein stattlicher Fachwerkbau aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, der zum Teil auf den Fundamenten der Peter- und Pauls-Kapelle, des alten Karners, steht. Er diente später als Scheune für Naturalabgaben der Stiftsgüter und wird seit 1982 als Stadthalle genutzt.
Winteridylle am Fränkischen Museum (vor der Sanierung)
  • Das Taubenbrünnlein, auf dem die Sage der Gründung der Stadt durch Karl den Großen dargestellt ist:

Die Volkssage erzählt die Entstehung des Klosters Feuchtwangen so: An den Abhängen des Sulzbachtales, in dichten Fichtenwäldern, soll Kaiser Karl der Große einstmals Jagd gehalten haben. Vom Fieber überfallen habe er sich matt und müde auf einen Fichtenstock gesetzt. Durstig zum Sterben konnte er kein Wasser bekommen, wie sehr es sich seine Jagdgenossen und die ausgesendeten Boten angelegen sein ließen. Sieh da! Sei eine Wildtaube aus dem Gesträuch aufgeflogen. Sie suchten den Ort auf und fanden da reines frisches Quellwasser im Busche aus verborgenem Gestein herausfließen. Dem müden kranken Kaiser war geholfen: er trank nach Herzenslust und wurde heil und munter. Zum Danke habe er eine Kirche und ein Kloster da zu bauen gelobt. So entstand im feuchten Gelände der Sulzach Feuchtwangen. Noch immer hat das Taubenbrünnlein am Fuße des Klosterberges klares Wasser und nach der Volksmeinung liegt auch der Fichtenstock, auf dem der Kaiser saß, vom Alter versteinert, unter dem Hochaltar der Stiftskirche zu Feuchtwangen. Eine neuere Steinplatte bei dem Brunnen enthält diese Sage in wenigen Zeilen eingemeißelt.

  • Die Schranne in der Unteren Torstraße beherbergt den kleinen Stadtsaal. Es sind im Untergeschoß historische Feuerwehrgerätschaften, auch aus Gemeindeteilen, ausgestellt.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Romanischer Kreuzgang
  • Fränkisches Museum, es gilt als eines der schönsten Volkskunstmuseen Süddeutschlands mit umfangreichen Beständen (z. B. Keramik). Es wurde nach zweijährigen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen Ende Februar 2008 wieder eröffnet (besonders sehenswert: die reichhaltige Fayencensammlung, verschieden eingerichtete Wohnstuben im Wandel der Mode).
  • Sängermuseum Feuchtwangen, es ist das einzige Chormuseum Deutschlands.
  • Handwerkerstuben im romanischen Kreuzgang:

Im Obergeschoss des Westflügels befinden sich an der Stelle der Sommerschlafräume der Benediktinermönche die Handwerkerstuben, diese Einrichtung ist eine Außenstelle des Fränkischen Museums, gezeigt werden Werkstatträume mit Teilen aus originalen Einrichtungen örtlicher Handwerksmeister (Zuckerbäcker, Färber, Töpfer, Zinngießer, Schuhmacher, Weber). Eine Anmeldung über das Touristbüro ist sinnvoll, da keine regelmäßigen Öffnungszeiten bestehen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Seit 1948 werden von Mitte Juni bis Mitte August die Kreuzgangspiele Feuchtwangen, ein professionelles Freilichttheater, veranstaltet.
  • Jährlich in der zweiten Septemberhälfte findet auf dem Mooswiesenfestplatz die Mooswiese, das große Volksfest, statt.
  • Alljährlich ist am Marktplatz in Feuchtwangen das Altstadtfest.
  • Das Sommerfühlfestival, ein Kleinkunstfestival mit verschiedensten Bands, veranstaltet vom Verein Sommerfühl e. V.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

  • das naturwissenschaftlich-neusprachliche Gymnasium
  • die Johann-Georg-von-Soldner-Realschule,
  • zwei Grund- und Hauptschulen,
  • eine schulvorbereitende Einrichtung in Feuchtwangen.

Kindergärten[Bearbeiten]

In Feuchtwangen gibt es sechs Kindergärten, die über die Stadt verteilt sind.

Forschungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Stiftung Dokumentations- und Forschungszentrum des Deutschen Chorwesens

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Feuerwehr[Bearbeiten]

In der Stadt Feuchtwangen gibt es die Freiwillige Feuerwehr Feuchtwangen, zu der auch die Ortsfeuerwehren der Außenorte gehören. Die Feuerwehr Feuchtwangen ist eine Stützpunktfeuerwehr des Landkreises Ansbach. Sie verfügt über acht Fahrzeuge und ist für den abwehrenden Brandschutz, den technischen Hilfsdienst sowie für den Katastrophenschutz im Stadtgebiet zuständig. Außerdem gehört sie, neben den Feuerwehren aus Schnelldorf und Rothenburg ob der Tauber, zum Gefahrgutzug Ansbach-Land. Er ist zuständig für den westlichen Bereich des Landkreises Ansbach. In Feuchtwangen erfolgen auch die Standortausbildungen z. B. zum Atemschutzgeräteträger, Maschinisten, Sprechfunker sowie Truppmann/Truppführer.

Polizei[Bearbeiten]

In Feuchtwangen besteht die Polizeiinspektion Feuchtwangen der Bayerischen Polizei. Der Zuständigkeitsbereich erstreckt sich auf die Städte Feuchtwangen und Herrieden, die Marktgemeinden Bechhofen, Dentlein a. F. und Dombühl sowie die Gemeinden Aurach, Schnelldorf, Wieseth und Wörnitz.

Rettungsdienst[Bearbeiten]

Das Bayerische Rote Kreuz unterhält in Feuchtwangen eine Rettungswache mit sechs Fahrzeugen. Außerdem ist in bestimmten Saisonzeiten eine Motorradstreife des BRK in Feuchtwangen stationiert. Die Wache befindet sich an der Mooswiese neben dem Feuerwehrhaus.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Feuchtwangen besitzt ein Kreiskrankenhaus mit 80 Betten. Es gehört seit dem 1. Januar 2003 zum Verbundsklinikum Landkreis Ansbach, das sich aus den Krankenhäusern Rothenburg, Feuchtwangen und Dinkelsbühl zusammensetzt. Es hat die Fachbereiche Rheumatologie und Innere Medizin. Des Weiteren sind eine Diakonie, ein Altenheim und mehrere Apotheken vorhanden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Feuchtwangen liegt an der Bundesstraße 25, sowie an den Bundesautobahnen 6 und 7 (Autobahnkreuz Feuchtwangen/Crailsheim). Die ehemalige B 14 zwischen Schwäbisch Hall und Aurach wurde zurückgestuft auf die Landesstraßen 2218 und 1066. Der Streckenverlauf führte von Schwäbisch Hall über Ilshofen, Crailsheim und Feuchtwangen nach Aurach.

Feuchtwangen liegt an der Bahnstrecke Nördlingen–Dombühl, die von den Bayerischen Staatseisenbahnen abschnittsweise eröffnet wurde: am 15. April 1876 von Dombühl bis Feuchtwangen und am 1. Juni 1881 weiter nach Dinkelsbühl, das schon seit 1876 mit Nördlingen verbunden war. Seit dem 1. Juni 1985 findet kein regulärer Personenverkehr mehr statt. Das Bayerische Eisenbahnmuseum betreibt zwischen Nördlingen und Feuchtwangen einen Museumsbahnverkehr.

Wichtige Industriezweige[Bearbeiten]

Folgende Industriebranchen haben in Feuchtwangen eine wichtige Bedeutung, sortiert nach Gewichtung:

  • Kunststoffindustrie (Stoßfänger, Automobilzulieferer, Schläuche (teils Medizinisch), Küchenabschlussleisten)
  • Papierindustrie (Verpackungen, Tüten, Kuverts, Medizinische Verpackungen)
  • Metallindustrie (Spezialfertigung von Stahlbauteilen)
  • Glasveredelungs-, Porenbeton- und Futtermittelindustrie
  • mehrere Verteilzentren für Produkte großer Unternehmen auf Grund der Lage am Autobahnkreuz A6/A7

Personen[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

siehe Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Feuchtwangen

In Feuchtwangen geborene Personen[Bearbeiten]

Personen, die mit Feuchtwangen verbunden sind[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Feuchtwangen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20120324/203238&attr=OBJ&val=1336
  3. Friedrich Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Feuchtwangen. Eine familiengeschichtliche Untersuchung. Nürnberg 1999 (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 6)
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 132
  5. Fernmelde- und Elektronische Aufklärung der Luftwaffe
  6. http://www.ulischubert.de/geografie/gem1900/gem1900.htm?mittelfranken/feuchtwangen.htm
  7. http://geschichte-on-demand.de/bay_ansbach.html