Gaziantep (Provinz)

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Gaziantep
Nummer der Provinz: 27
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Über dieses Bild
Landkreise
Gaziantep districts.png
Basisdaten
Koordinaten: 37° N, 37° O37.04055555555637.306944444444Koordinaten: 37° N, 37° O
Provinzhauptstadt: Gaziantep
Region: Südostanatolien
Fläche: 7.194 km²
Einwohnerzahl: 1.560.023 (2007)
Bevölkerungsdichte: 216,85 Einwohner/km²
Politisches
Gouverneur: Süleyman Kamçı
Sitze im Parlament: 12
Strukturelles
Telefonvorwahl: 0342
Kennzeichen: 27
Website
www.gaziantep.gov.tr (Türkisch)

Gaziantep (kurdisch Dîlok) ist eine Provinz im Südosten der Türkei. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist sowohl für die Provinz als auch für die gleichnamige Hauptstadt noch der frühere Name Antep ohne das später verliehene Präfix Gazi (türkisch für Veteran) gebräuchlich.

Lage[Bearbeiten]

Im Norden grenzt sie an Kahramanmaraş, im Nordosten an Adıyaman, im Osten an Şanlıurfa, im Süden an die Provinz Kilis und an Syrien, im Südwesten an Hatay und im Westen an Osmaniye.

Die Provinz Gaziantep liegt in Höhen zwischen 250 und 1250 Metern über dem Meeresspiegel. Die Provinzhauptstadt liegt auf 850 Metern Höhe.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Provinz hat 1.560.023 Einwohner (Stand 2007) und umfasst 7194 km². Die gleichnamige Provinzhauptstadt von Gaziantep ist mit ca. 850.000 Einwohnern die größte Stadt.

In den frühen zwanziger Jahren flohen tausende Kurden aus der Region in den Norden Syriens, in die Gegend von Afrin.

Wirtschaft und Bildung[Bearbeiten]

Die Provinz ist von alters her ein bedeutendes Handelszentrum und heute eines der wichtigsten Industriegebiete der Türkei. Die Wachstumsraten befinden sich über dem landesweiten Durchschnitt. In vielen Bereichen des Textil-, Lebensmittel- und Chemiesektors ist Gaziantep in der Türkei führend.
Die Provinz exportiert Produkte in 40 verschiedene Länder. Während die Landwirtschaft vor allem (Antep)-Pistazien und (Antep)-Paprika erzeugt, verfügt die Stadt neben Zementfabriken, Seiden- und Baumwollwebereien über zahlreiche handwerkliche Kleinbetriebe zur Verarbeitung von Holz und Metall sowie zur Herstellung von Lederschuhen, Zeltstoffen aus Ziegenhaar, Seife aus Olivenöl und Süßigkeiten aus Weintrauben.

Die Bildungssituation in der Provinz gilt als problematisch und unzureichend. Daher gilt sie auch, neben der Arbeitslosigkeit, als eine der größten Herausforderungen der Provinz. Es gibt ca. 350.000 Schüler bei einer Bevölkerung von über 1.400.000. Eine Klassengröße von mehr 50 Schülern ist keine Seltenheit.
Die Bildungseinrichtungen sind wegen des schnellen Wachstums der Stadt unzureichend ausgestattet und überfordert. Das Bildungsniveau liegt weit unter dem anderer anatolischer Städte wie Kayseri oder Denizli. Sogar einige wirtschaftlich zurückgebliebene östliche Provinzen haben bildungsmäßig etwas bessere Ergebnisse zu verzeichnen.
Als bedeutende Bildungseinrichtung existiert lediglich eine Universität mit dem Namen Gaziantep Üniversitesi kurz GAZÜ genannt.

Verwaltung[Bearbeiten]

Die Provinz besteht aus 9 Landkreisen, 17 Verbandsgemeinden und 616 Dörfern.

Die Landkreise der Provinz sind folgende:

Landkreise mit Hauptsitz in der Provinzhauptstadt, die gleichzeitig Stadtbezirke sind:

Eigene Landkreise sind:

Geschichte[Bearbeiten]

In der Antike wurde die Gegend zuerst von den Hethitern und danach von den Assyrern beherrscht, später von den Persern, Römern, Byzantinern, Abbasiden und Seldschuken. Sie erlebte viele Kämpfe während der Kreuzzüge, Sultan Saladin gewann hier 1183 eine entscheidende Schlacht. Mit dem Aufstieg des Osmanischen Reiches ging der Aufstieg der Stadt einher, und es wurden zahlreiche Moscheen, Gasthäuser, Badehäuser und Medresen gebaut.

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch der osmanischen Herrschaft wurde die Provinz von Frankreich besetzt. Während des Türkischen Unabhängigkeitskrieges wurde die Bevölkerung gegen die Besatzungsmacht mobilisiert. Der Widerstand wurde aber von den französischen Truppen niedergeschlagen. Am 6. Februar 1921 beschloss die Große Türkische Nationalversammlung eine Umbenennung der Stadt. Dem ursprünglichen Namen Ayıntap wurde das Wort Gazi hinzugefügt. Gazi ist eine Bezeichnung für ehemalige Soldaten bzw. Frontkämpfer im Krieg. Mit dieser Umbenennung sollte die Tapferkeit der Stadtbewohner gewürdigt werden. 1928 wurde sie in Gaziantep umbenannt.

Eine der bedeutendsten antiken Siedlungen in der Provinz Gaziantep ist Doliche. Dieser Ort, heute Dülük, liegt etwa zehn Kilometer von der Stadt Gaziantep entfernt und ist der Ursprungsort des Kultes des Jupiter Dolichenus.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Provinz Gaziantep liegen

Esskultur[Bearbeiten]

Gaziantep ist bekannt für seine reiche Esskultur. Es gibt viele lokale kulinarische Spezialitäten wie z.B. (Antep)-Lahmacun (türkische Pizza), (Antep)-Paprika, (Antep)-Baklava und die (Antep)-Pistazien.

Weitere besondere Spezialitäten sind: Fıstık Ezmesi (Pistazien-Püree), Çiğ Köfte (rohe Hackfleischklößchen), Ciğer Kavurma (Leberbratenfleisch), Kelle Paça (Haxensuppe), Içli Köfte (mit Hackfleisch gefüllte Weizenklößchen), Karnı Yarık (gefüllte Auberginen), Yoğurt Kebabı (Yogurt-Spieß), Kuşbaşı Kebab (gewürfelte Fleischstücke) und Patlıcan Kebap (Auberginen-Spieß) uva.

Die Antep-Pistazie[Bearbeiten]

Eine besondere Spezialität Gazianteps ist die Antep-Pistazie, (tr: Antep Fıstığı). Die Pistazie ist ein Symbol der Antep-Küche. In der Türkei sind die Antep-Pistazien bekannt und begehrt. Die Antep-Pistazien sind ein Bestandteil der Antep-Baklava-Füllung.

Die Antep-Paprika[Bearbeiten]

Die Antep-Paprika (tr: Antep biberi) ist wegen ihres Geschmacks ebenfalls sehr begehrt. Bevorzugt wird sie vorwiegend im gemahlenem Zustand oder als Paprikamark, genannt Antep-Paprikamark (tr: Antep salçası). Erst die gemahlene Antep-Paprika und das Antep-Paprikamark machen die Küchenspezialitäten Gazianteps zu einer Besonderheit, sei es Antep-Lahmacun oder alle anderen oben genannten Spezialitäten.

Die Antep-Sucuk[Bearbeiten]

Für diese Spezialität fädelt man Walnusskerne auf eine Schnur und taucht sie mehrfach in eine Mischung aus Weintraubensirup, Stärke und Zucker, die dann trocknet und zu einer gummiartigen Masse aushärtet. Die Antep-Sucuk (tr: Antep sucuğu, in anderen Teilen der Türkei auch als cevizli sucuk bekannt) wird oft zur Fastenzeit hergestellt. Ob die Antep-Sucuk wirklich aus Antep stammt ist unklar, auch Georgien und Armenien beanspruchen die Süßspeise für sich .

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]