Halle (Saale) Hauptbahnhof

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Halle (Saale) Hauptbahnhof
Empfangsgebäude
Empfangsgebäude
Daten
Kategorie 2
Betriebsart Kreuzungsbahnhof
Bauform Inselbahnhof
Bahnsteiggleise 12 + 1
Abkürzung LH
IBNR 8010159
Eröffnung 8. Oktober 1890
Architektonische Daten
Architekt Friedrich Peltz
Lage
Stadt Halle (Saale)
Land Sachsen-Anhalt
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 28′ 41″ N, 11° 59′ 12″ O51.47805555555611.986666666667Koordinaten: 51° 28′ 41″ N, 11° 59′ 12″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Sachsen-Anhalt
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Halle (Saale) Hauptbahnhof ist der wichtigste Personenbahnhof der Stadt Halle (Saale) im südlichen Sachsen-Anhalt. Er liegt im Osten der Innenstadt und gehört zur Bahnhofskategorie 2. Als Station für den Schienenfern- und Regionalverkehr ist der hallesche Hauptbahnhof gleichzeitig der wichtigste Verkehrsknotenpunkt des Bundeslandes. Daneben ist er in das Netz der S-Bahn Mitteldeutschland eingebunden.

Anlage[Bearbeiten]

Personenunterführung im Bahnhof

Der hallesche Hauptbahnhof ist ein Inselbahnhof. Er besitzt 13 Bahnsteiggleise, wovon 10 von Bahnhofshallen überdacht werden. Das Empfangsgebäude befindet sich in der Mitte zwischen den Bahnsteigen 6 und 7. In den Bahnhofshallen sind kleine Läden und Gastronomiebetriebe ansässig.

Nordöstlich der Gleisanlagen des Personenbahnhofs befindet sich der Güterbahnhof Halle.

Geschichte[Bearbeiten]

Bahnhöfe als Vorläufer des Hauptbahnhofs[Bearbeiten]

Mitte 1840 baute die Magdeburg-Köthen-Halle-Leipziger Eisenbahn-Gesellschaft – initiiert vom damaligen Stadtrat Matthäus Ludwig Wucherer, der sich für eine Strecke von Magdeburg nach Leipzig über Halle aussprach – die erste Station in Halle, die 1845 bis 1847 durch den Anschluss der Thüringer Bahn nochmals umgebaut wurde. Die Besonderheit der Strecke zwischen Magdeburg und Leipzig liegt darin, dass sie die erste grenzüberschreitende Eisenbahnverbindung von Preußen durch Anhalt-Köthen nach Sachsen war und als zweite deutsche Ferneisenbahn gilt.

Entstehung des Hauptbahnhofes[Bearbeiten]

Der Hauptbahnhof auf einer Postkarte um 1900

Durch weitere Streckenanschlüsse wurde der Bahnhof bald zu klein, konnte aber durch Einigungsprobleme der verschiedenen Bahngesellschaften über ein Gesamtkonzept nicht erweitert werden. Erst am 8. Oktober 1890, nach der Verstaatlichung einer Gesellschaft und nach fünfjähriger Bauzeit wurde der neue Personenbahnhof eröffnet. Mit dem Entwurf und der Bauausführung wurde Friedrich Peltz betraut.[2]

Umbauten des Hauptbahnhofes[Bearbeiten]

Die Bahnhofshalle wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend vor der Zerstörung verschont, lediglich der Speisesaal 1. und 2. Klasse erhielt einen leichten Bombentreffer.

Museumsloks im Bw Halle P am 15. Juni 1988

1967 wurde die S-Bahn eröffnet und dafür ein neuer Bahnsteig an der Westseite hinzugefügt. Die Bahnhofshalle wurde 1967/68 ganz im Sinne der damaligen Architektur und Ideologie mit Aluminium-Wellblech-Verkleidungen umhüllt, was dem Bahnhof das typische sozialistisch-moderne Aussehen verlieh. Bereits 1984 wurden diese Verkleidungen wieder entfernt. Die Kuppelhalle, die Vorhalle sowie der Speisesaal Ost wurden saniert.

Im Jahr 2002 wurde der Bahnhof umfangreich saniert, umgebaut und mit Einkaufsmöglichkeiten ausgestattet. Zur Einbindung der im Bau befindlichen Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle wurde zwischen 2005 und 2011 die südliche Zufahrt auf einer Länge von fünf Kilometern umfassend umgebaut.[3]

Für die Zukunft sind weitere Ausbaumaßnahmen des Eisenbahnknotens Halle mit einem Investitionsvolumen von rund 400 Millionen Euro geplant.[4] Am 26. September 2012 fand der symbolische Spatenstich zum Bau der 146 Millionen Euro teuren neuen Zugbildungsanlage Halle statt.[5] Eine zweite Ausbaustufe umfasst die nördliche Einbindung der Ausbaustrecke Berlin–Halle/Leipzig (VDE 8.3) sowie die Erneuerung der Gleis- und Oberleitungsanlagen im Bahnhofsbereich. Zwei neue Elektronische Stellwerke werden 20 bisherige Stellwerke ersetzen. Ende Oktober 2012 wurde die zugehörige Finanzierungsvereinbarung über 252 Millionen Euro unterzeichnet, hiervon trägt 223 Millionen Euro der Bund.[6] Weitere Finanzierungsvereinbarungen stehen noch aus (Stand: Juni 2013).[1]

Der Bahnknoten soll ab September 2014 für mehr als 500 Millionen Euro saniert werden. Dabei sollen unter anderem die Neu- und Ausbaustrecken sowie der Güterbahnhof eingebunden sowie alle Bahnsteige des Hauptbahnhofs abgerissen und neu aufgebaut werden. Die Einbindung an die Schnellfahrstrecken soll zwischen 2015 und 2017 erfolgen, der Hauptbahnhof selbst soll in den Jahren 2016 und 2017 umgebaut werden. Das Vorhaben, das aus finanziellen Gründen wiederholt verschoben worden war, gilt als das größte Infrastrukturvorhaben der Deutschen Bahn in Sachsen-Anhalt.[1]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Fernverkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof liegt an der Schnittstelle der Eisenbahnverbindungen Berlin–Erfurt und Dresden–Magdeburg. Halle ist an das Fernverkehrsnetz der deutschen Bahn durch drei IC-Linien, eine ICE-Linie und mehrere Nachtzuglinien (CNL) angebunden. Die beiden Intercitylinien IC 55 und IC 56 verdichten sich zwischen Leipzig und Hannover gemeinsam zu einem Stundentakt.[7][8] Der Bahnverkehr Richtung Erfurt wird zukünftig südlich von Halle auf die Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle geführt; Fernzüge nach Leipzig nutzen bereits einen fertiggestellten Abschnitt dieser Strecke. Die Bahnstrecke Berlin–Halle wurde bis 2006 ausgebaut.

Mit zusammen 146 regelmäßigen An- und Abfahrten pro Tag im Fernverkehr war der Hauptbahnhof im Sommerfahrplan 1989 der viertbedeutendste Knoten im Netz der Deutschen Reichsbahn.[9]

Linie Linienverlauf Takt (min) EVU
ICE 28 Berlin GesundbrunnenHalle (Saale)NaumburgJena ParadiesNürnbergIngolstadtMünchen 120 DB Fernverkehr
IC 50 BinzStralsundEberswaldeBerlinHalle (Saale)ErfurtEisenachFuldaFrankfurt Flughafen Fernbahnhof - DB Fernverkehr
IC 55 DresdenRiesa – Leipzig – Halle (Saale)MagdeburgBraunschweigHannoverBielefeldHammDortmundWuppertalKöln 120 DB Fernverkehr
IC 56 Leipzig – Halle (Saale) – Magdeburg – Braunschweig – Hannover – BremenOldenburgLeerEmdenNorddeich Mole 120 DB Fernverkehr

Abseits der Taktverbindungen verbinden einzelne Züge Halle (Saale) Hbf mit:

Regionalverkehr[Bearbeiten]

Linie Linienverlauf Takt (min) EVU
RE 4 Halle (Saale)KönnernAscherslebenHalberstadtWernigerodeBad HarzburgGoslarHildesheimHannover 120 DB Regio Südost
RE 5 Halle (Saale)BitterfeldLutherstadt WittenbergJüterbogBerlinNeustrelitz – Güstrow – Rostock - DB Regio Nordost
RE 9 Halle (Saale)Lutherstadt EislebenSangerhausenNordhausenLeinefeldeEichenbergKassel-Wilhelmshöhe 60 DB Regio Südost
RE 20 Halle (Saale)KöthenSchönebeck – Magdeburg – StendalSalzwedelUelzen 60 DB Regio Südost
RB 20 Halle (Saale)MerseburgWeißenfels – Naumburg – Apolda – Weimar – Erfurt – Gotha – Eisenach 60 DB Regio Südost
RB 75 Halle (Saale)Röblingen am See – Lutherstadt Eisleben (– Sangerhausen – Nordhausen) 60 DB Regio Südost
RB 80 Halle (Saale)BitterfeldGräfenhainichen – Lutherstadt Wittenberg 120 DB Regio Südost
RB 82 Halle (Saale) – Merseburg – Weißenfels – Naumburg - DB Regio Südost
RB 86 Halle (Saale) – Bitterfeld – JeßnitzDessau 120 DB Regio Südost
RB 118 Halle (Saale)DelitzschEilenburg - DB Regio Südost
MRB 118 Halle (Saale) – Delitzsch – Eilenburg 120 Veolia Verkehr Regio Ost
HEX Halle (Saale)KönnernBaalbergeBernburg 120 Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt
HEX Halle (Saale) – Könnern – Sandersleben – Aschersleben – Gatersleben – Halberstadt 120 Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt
S 3 Halle (Saale)GröbersSchkeuditzLeipzig-WahrenLeipzig – Leipzig MDR – Leipzig-Stötteritz 30 DB Regio Südost
S 5X Halle (Saale)Leipzig/Halle FlughafenLeipzig Messe – Leipzig – Leipzig MDR – MarkkleebergAltenburgGößnitzZwickau 60 DB Regio Südost
S 7 Halle-Trotha – Halle (Saale) – Halle-Silberhöhe – Halle Neustadt – Halle-Nietleben 30 DB Regio Südost

Innerstädtische Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Bahnhofsvorplatz mit Straßenbahnquerung

Im Öffentlichen Personennahverkehr ist der Hauptbahnhof über die Straßenbahnlinien 2, 4, 5, 7, 9, 10 und 12 sowie die Stadtbuslinien 30 und 43 der HAVAG angebunden. Über die Straßenbahnstrecke Halle–Bad Dürrenberg mit der darauf verkehrenden Linie 5 besteht eine Verbindung über Schkopau, Merseburg und Leuna bis Bad Dürrenberg. Am westlichen Bahnhofsausgang befindet sich der zentrale Omnibusbahnhof der Stadt.

Der hallesche Hauptbahnhof liegt direkt am Riebeckplatz, einer der verkehrsreichsten Kreuzungen Ostdeutschlands. Mehrspurige Straßen gibt es nach Norden (B 6, in Richtung A 14), Süden (B 6 in Richtung Leipzig, B 91 in Richtung Merseburg und A 38), Westen (B 80 nach Halle-Neustadt und Eisleben). In Richtung Osten gibt es einen weiteren Anschluss zur A 14.

Literatur[Bearbeiten]

  •  DB Projektbau GmbH (Hrsg.): Bahnknoten Halle (Saale) – Elektronisches Stellwerk mit Spurplanumbau (Broschüre). Mai 2013 (online, PDF, abgerufen am 30. Juni 2013).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Halle (Saale) Hauptbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  Michael Tempel: Es wird geklotzt. In: Mitteldeutsche Zeitung. 26. Juni 2013 (ähnliche Version online).
  2.  Ministerium für öffentliche Arbeiten (Hrsg.): Amtliche Mittheilungen. In: Centralblatt der Bauverwaltung. Nr. 9, 27. Februar 1886, S. 81 (online (PDF; 1,9 MB), abgerufen am 12. Dezember 2012).
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatLetzte Etappe zur Einbindung der Neubaustrecke in das Stadtgebiet Halle. Deutsche Bahn, 27. März 2011, abgerufen am 10. Dezember 2012.
  4. Deutsche Bahn AG (Hrsg.): Bahngipfel in Sachsen-Anhalt: Landesregierung und Deutsche Bahn treiben Schienenausbau voran. Presseinformation vom 4. April 2012.
  5. Deutsche Bahn startet mit Modernisierung der Zugbildungsanlage Halle (Saale). 26. September 2012, abgerufen am 12. Dezember 2012.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRund 252 Millionen Euro für den Ausbau des Eisenbahnknotens Halle. Deutsche Bahn AG, 29. Oktober 2012, abgerufen am 16. November 2012.
  7. ICE Strecken 2012. Deutsche Bahn, Oktober 2011, abgerufen am 12. Dezember 2012 (PDF, 126KB).
  8. IC/EC - Strecken 2012. Deutsche Bahn, Oktober 2011, abgerufen am 12. Dezember 2012 (PDF, 156KB).
  9.  Ralph Seidel: Der Einfluss veränderter Rahmenbedingungen auf Netzgestalt und Frequenzen im Schienenpersonenfernverkehr Deutschlands. Dissertation an der Universität Leipzig. Leipzig 2005, S. 48.