Hunte

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Dieser Artikel erläutert den deutschen Fluss Hunte; zu anderen Bedeutungen siehe Hunte (Begriffsklärung).
Hunte
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Die Hunte in der Wildeshauser Geest

Die Hunte in der Wildeshauser Geest

Daten
Gewässerkennzahl DE: 496
Lage Niedersachsen, Deutschland
Flusssystem Weser
Abfluss über Weser → Nordsee
Quelle Holzhauser Berg im Osnabrücker Hügelland südlich des Wiehengebirges[1]
52° 15′ 36″ N, 8° 20′ 33″ O52.268.3425185
Quellhöhe 185 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung bei Elsfleth in die Weser53.2527777777788.47888888888890Koordinaten: 53° 15′ 10″ N, 8° 28′ 44″ O
53° 15′ 10″ N, 8° 28′ 44″ O53.2527777777788.47888888888890
Mündungshöhe mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 185 m
Länge 189 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 2785 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Abfluss am Pegel Colnrade OP[2]
AEo: 1318 km²
Lage: 80,1 km oberhalb der Mündung
NNQ (30.07.1964)
MNQ 1958/2008
MQ 1958/2008
Mq 1958/2008
MHQ 1958/2008
HHQ (29.10.1998)
160 l/s
2,43 m³/s
10,3 m³/s
7,8 l/(s km²)
50,1 m³/s
95 m³/s
Linke Nebenflüsse Aue, Lethe, Haaren
Rechte Nebenflüsse Wagenfelder Aue, Ollen
Durchflossene Seen Dümmer
Großstädte Oldenburg
Mittelstädte Melle
Kleinstädte Diepholz, Wildeshausen, Elsfleth
Einwohner im Einzugsgebiet 432000[3]
Schiffbar zwischen Oldenburg und Elsfleth für Europaschiffe und Küstenmotorschiffe; auf dem zum Küstenkanal gehörenden Abschnitt für Schiffe bis 1000BRT
Hunte pos.png

Die Hunte ist ein 189 km langer, linker bzw. westlicher Nebenfluss der Weser in Niedersachsen (Deutschland). Sie ist nach der Aller der zweitlängste Nebenfluss der Weser. Sie durchquert bzw. berührt die Landkreise Osnabrück, Diepholz, Vechta, Oldenburg, Wesermarsch und die Stadt Oldenburg.

Verlauf[Bearbeiten]

Der Fluss entspringt südlich des Wiehengebirges am Nordhang des Holzhauser Berges im Osnabrücker Hügelland nördlich von Melle westlich des Weilers Hustädte. Das Quellgebiet liegt zwischen den Meller Stadtteilen Oldendorf und Buer und gehört zum Naturpark TERRA.vita.

In einem kurzen Durchbruchstal durchquert die Hunte den Kamm des Wiehengebirges zwischen dem Linner Berg (181 m) im Westen und dem Kleinen Kellenberg (161 m) und erreicht etwa 10 km von der Quelle die Norddeutsche Tiefebene. Bei der Burg Wittlage am Ostrand von Bad Essen wird sie unter dem Mittellandkanal hindurch geleitet. Ein Teil des Wassers wird auch in den Kanal eingespeist.

Im Moorgürtel fließt die Hunte durch Bohmte und dann in den Dümmer. Den Dümmer verlässt sie mit zwei Hauptarmen, die sich in Diepholz wieder vereinen. Der westliche heißt Hunte, der östliche Lohne. Die nächsten Orte an der Hunte sind Drebber und Barnstorf. Dann tritt sie in die Wildeshauser Geest ein, wo sie Goldenstedt und Wildeshausen durchfließt und südlich von Dötlingen die Aue aufnimmt. In nordwestlicher Richtung durchschneidet sie die landschaftlich reizvolle Niederung westlich der Osenberge – dieser Flussabschnitt gehört zu den schönsten und ökologisch bedeutendsten der Hunte.

Bei Wardenburg verlässt sie den Naturpark Wildeshauser Geest. Als Besonderheit kreuzt die Lethe bei Hundsmühlen die Hunte: Ihr Wasser wird durch Düker unter der Hunte hindurch geführt. So kommt es, dass die Lethe, obwohl ihr Einzugsgebiet links der Hunte liegt, über den Osternburger Kanal orografisch von rechts (Süden) im Oldenburger Stadtteil Osternburg in die Hunte einmündet.

Im südlichen Stadtgebiet von Oldenburg, südlich des Küstenkanals, teilt sich die Hunte: Die Alte Hunte wird durch einen Düker bei KüK-km 2,4, oberhalb der Schleuse Oldenburg, von Süden nach Norden geleitet und verläuft dann nördlich des Küstenkanals. Unterhalb der Stadtautobahn wurden umfangreiche wasserbauliche Maßnahmen durchgeführt, die 2006 abgeschlossen wurden. Im Zuge einer Neugestaltung des Flussbades OLANTIS erhielt in diesem Bereich die Alte Hunte (die hier auch „Mühlenhunte“ genannt wird) ein neues, naturnah gestaltetes Bett.[4] Die Alte Hunte fließt anschließend am Schlossgarten und an der Huntestraße entlang und speist unterhalb des Stautors den Alten Hafen. Am Stautor mündet, von links (Westen) kommend, die Haaren in die Hunte.

Die Neue Hunte fließt südöstlich des Küstenkanals parallel zu diesem und mündet unterhalb der Realschule Osternburg, am unteren Ende des Vorhafens der Schleuse Oldenburg, in die Kanaltrasse ein. Von hier ab bis zum km 0,00 gehört die Neue Hunte zum Küstenkanal. An seinem Anfang vereinigt sich die Neue Hunte unterhalb des Wendehafens mit der Alten Hunte. Den Namen „Neue Hunte“ trägt der Flussarm, weil sein Bett erst im Zusammenhang mit den Kanalbauarbeiten angelegt worden ist.

In Oldenburg knickt die Hunte nach Nordosten ab und gelangt ins Marschland. Sie bildet zunächst die Grenze zwischen den Landkreisen Oldenburg und Wesermarsch, etwas stromabwärts dann die Grenze zwischen dem südöstlich gelegenen Stedingen und dem bis an den Jadebusen reichenden Stadland. Südlich von Elsfleth mündet sie in die von Südosten kommende Weser. Bis Ende des 19. Jahrhunderts mündete die Hunte südlich von Elsfleth in den Weserarm Westergate, dessen nördlicher Teil von da an der Hunte zugerechnet wurde. Seitdem ist Elsfleth aus einem Hafen am Weserarm Westergate zu einem Hafen an der Hunte geworden.

Einzugsgebiet[Bearbeiten]

Hinweisschild zur Huntequelle
Ehemalige wasserkraftbetriebene Ölmühle an der Hunte in Hunteburg
Wasserkraftwerk Wildeshausen bei Hochwasser

Das Einzugsgebiet der Hunte ist relativ schmal (maximale Breite etwa 40 km) und erstreckt sich von Süden nach Norden über die Bundesländer Niedersachsen und zu einem geringen Teil auch Nordrhein-Westfalen (Kreise Minden-Lübbecke und Herford) auf einer Länge von etwa 110 km. Der höchste Punkt des Einzugsgebiets ist der Nonnenstein im Wiehengebirge (275 m ü. NN), die niedrigsten Gebiete des Einzugsgebiet liegen in den Marschen an der unteren Hunte (teilweise unter dem Nullpunkt). Der weitaus größte Teil des Einzugsgebiet liegt in der Norddeutschen Tiefebene, so dass die Hunte hauptsächlich Moore, Geest und Marsch durchfließt. Ein kleiner Teil liegt im Mittelgebirge.

Nutzung der Hunte[Bearbeiten]

In Wildeshausen und in Oldenburg befinden sich Wasserkraftwerke. Das Kraftwerk Wildeshausen wurde 1913, das Kraftwerk Oldenburg (700 kW, 2 GWh/a)[5] 1927 in Betrieb genommen. Beide Kraftwerke nutzen das fließende Huntewasser zur Erzeugung elektrischer Energie. Darüber hinaus reguliert das Oldenburger Kraftwerk gleichzeitig die Wasserstände der Hunte oder des Küstenkanals auch bei Hochwasser.[6]

Nach dem Niedersächsischen Fischereigesetz von 1978 ist die Hunte in vier Fischereibezirke eingeteilt, und zwar

  • Fischereibezirk Hunte I (von der Gemeindegrenze Hustädte – Selingsdorf bis zur Einmündung in den Dümmer)
  • Fischereibezirk Dümmer
  • Fischereibezirk Hunte II (vom Abfluss aus dem Dümmer bis zur Straßenbrücke der Bundesautobahn 1 bei Wildeshausen)
  • Fischereibezirk Hunte III (von der Straßenbrücke der A 1 bis Huntebrück).[7]

Die Hunte unterhalb der Verbindungslinie der Deichscharten bei Huntebrück gilt als Küstengewässer im Sinne von § 16 Abs. 3 des Niedersächsischen Fischereigesetzes.

Die mittlere Hunte als Wassersport- und Anglerrevier[Bearbeiten]

Der Abschnitt zwischen dem Dümmer und Wildeshausen wird von Kanuten und Ruderern als Revier genutzt.[8] Bei einer Kanuanlegestelle neben einem Wehr unmittelbar südlich der die Hunte überspannenden „Goldenen Brücke“, die die Landkreise Vechta und Diepholz miteinander verbindet, wurde 2013 die Stahlskulptur „Goldregen“ des Friesoyther Schmiedekünstlers Alfred Bullermann aufgestellt.[9]

Der 41 km lange Abschnitt zwischen Wildeshausen und Oldenburg ist als Paddelrevier für Anfänger und Gelegenheitspaddler geeignet.[10] Der Fluss ist hier zwischen 12 und 20 Meter breit, die Fließgeschwindigkeit ist mit etwa zwei Kilometer pro Stunde gering.[11] Es gibt keine Wehre oder andere Hindernisse, keinen motorisierten Schifffahrtsverkehr. Der Abschnitt oberhalb von Wildeshausen hat 14 Wehre, die ein Umtragen der Boote erfordern. Vom 1. April bis 15. Juni gilt hier aus Naturschutzgründen ein Befahrungsverbot, in der übrigen Zeit gibt es eine Bootsgrößenbeschränkung auf 6 m Länge und 1 m Breite.

Aufteilung der Hunte südöstlich von Oldenburg: Links der Osternburger Kanal, in der Mitte links die Neue Hunte, direkt daneben der Küstenkanal, rechts die Mühlenhunte

Im Stadtgebiet von Oldenburg befindet sich die Mühlenhunte, ein ehemaliger Nebenarm der Hunte. Die Mühlenhunte hat eine Größe von rund 2 Hektar und ist im Schnitt 10 bis 15 Meter breit und 2,0 bis 2,5 Meter tief. Das Gewässer ist ein beliebtes Freizeit- und Angelrevier.[12] In der Innenstadt von Oldenburg bildet sie die südöstliche Grenze des Oldenburger Schlossgartens.

Die mittlere Hunte als Binnenschifffahrtsstraße[Bearbeiten]

Wasserkraftwerk in der Neuen Hunte, Schleuse im Küstenkanal; unterhalb davon die A 28

Oberhalb der Schleuse Oldenburg verläuft die Hunte, nachdem sie sich in die Neue Hunte und die Mühlenhunte aufgeteilt hat, parallel zum Küstenkanal, von diesem nur durch die Straße Achterdiek getrennt. Erst unterhalb der Schleuse vereinigt sie sich mit dem Kanal. Vom unteren Vorhafen der Schleuse (km 1,22) bis zum Beginn des Küstenkanals 140 m unterhalb der Amalienbrücke in Oldenburg (km 0,00) an der Einfahrt zum Alten Hafen zählt die mittlere Hunte zur Bundeswasserstraße Küstenkanal.[13][14]

Die untere Hunte als Seeschifffahrtsstraße[Bearbeiten]

Schon im 14. und 15. Jahrhundert hatte der Schiffsverkehr auf der unteren Hunte von und nach Oldenburg einen beträchtlichen Umfang. Die Schifffahrt war jedoch durch zahlreiche starke Krümmungen sehr erschwert. Ab 1833 bis nach 1952 wurden insgesamt 20 Durchstiche angelegt und regelmäßige Baggerungen durchgeführt. Damit verkürzte sich die Streckenlänge bis zur Westergate von ursprünglich etwa 34 km um gut 12 km. Gleichzeitig wuchs der mittlere Tidenhub in Oldenburg auf heute 2,6 m. In den 1990er Jahren wurden Vertiefungsbaggerungen und Kurvenabflachungen vorgenommen.

Der km 0,00, 140 m unterhalb der Amalienbrücke, ist nach Westen der Anfangspunkt des Küstenkanals, nach Osten der Anfangspunkt der Bundeswasserstraße Hunte[13] (untere Hunte) als Seeschifffahrtsstraße (Geltungsbereich der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung) mit dem End-km 24,63 bei Unterweser-km 32,09.[14] Zuständig ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Bremen.

Küstenkanal und untere Hunte bilden den Schifffahrtsweg zwischen Ems und Unterweser. Der Küstenkanal gehört zur Klasse IV der Binnenwasserstraßen, die Hunte zur Klasse Va mit Einschränkungen. Während der Kanal nur für Schiffe bis 2,5 m Tiefgang zugelassen ist, ermöglicht die Ausbaggerung der Hunte auch kleineren Seeschiffen, sog. Küstenmotorschiffen bis zu 4 m Tiefgang die Zufahrt zum Oldenburger Hafen. Auch Schiffe mit hohen Aufbauten können die Hunte nutzen, da ab dem Oldenburger Hafen Brücken entweder sehr hoch oder beweglich (Klapp- oder Hubbrücken) sind.[15]

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Hochbrücke der A 29 über die Hunte bei Oldenburg. Am linken Ufer flussabwärts der Brücke das Naturschutzgebiet Bornhorster Huntewiesen

Die Hunte berührt in ihrem Verlauf die folgenden Naturschutzgebiete bzw. durchquert sie:

Bauwerke[Bearbeiten]

Straßenbrücken in Oldenburg[Bearbeiten]

Amalienbrücke (vorne) und Cäcilienbrücke (hinten) über die zum Küstenkanal gehörende Neue Hunte

Die Hunte wird im Stadtgebiet von Oldenburg (ohne Berücksichtigung der Alten Hunte) von insgesamt fünf Straßenbrücken überquert.

Flussabwärts gesehen sind dies

Hauptartikel: Cäcilienbrücke
Die Cäcilienbrücke quert die Hunte seit 1832. Die Brücke wurde mit dem Bau des Küstenkanals durch eine Hubbrücke ersetzt. Die 1927 fertiggestellte Brücke quert seitdem die Hunte an dieser Stelle.
  • Amalienbrücke
Hauptartikel: Amalienbrücke
Die Amalienbrücke quert die Hunte seit 1893. Zunächst befand sich hier eine Zugbrücke, die jedoch mit dem Bau des Küstenkanals durch eine Hubbrücke ersetzt wurde. Von 1978 bis 1981 wurde die Hubbrücke durch eine feste Brücke etwas unterhalb der alten Hubbrücke ersetzt.
  • Hochbrücke der A 29

Eisenbahnbrücke in Oldenburg[Bearbeiten]

Eisenbahn-Klappbrücke über die Hunte

In Oldenburg überspannt die Brücke der Bahnstrecken Oldenburg–Bremen und Oldenburg–Osnabrück die Hunte. Die Brücke ist als Rollklappbrücke nach dem System Scherzer ausgelegt, die über zwei Durchfahrten für Schiffe verfügt. Beide Klappen können unabhängig voneinander geöffnet werden. Die Öffnung erfolgt hydraulisch mittels Hubzylinder, nachdem die ursprüngliche mechanische Steuerung per Triebrädern und Kurbelmechanismus 2003 gegen eine hydraulische Steuerung ausgetauscht worden war.[16]

Die Klappbrücke an dieser Stelle wurde von 1946 bis 1954 gebaut. Die Klappe über die südliche Durchfahrt konnte bereits 1952 in Betrieb genommen werden, die Klappe über die nördliche Durchfahrt dann 1954. Die Brücke ersetzt eine feste Querung über die Hunte, nachdem eine seit Juli 1866 an gleicher Stelle vorhandene Drehbrücke im April 1945 zerstört worden war. Die zerstörte Drehbrücke wurde zunächst durch eine feste Querung ersetzt, die jedoch den Schiffsverkehr auf der Hunte zu stark behinderte.

Die im Zuge der Streckenelektrifizierung 1982 angebrachte Oberleitung besitzt an dieser Stelle eine besondere Konstruktion. Auf den beiden Klappen befinden sich dauerhaft gespannte Leitungssegmente, die an den äußeren Enden der Klappen an zwei Traversen aufgehängt sind. In der Mitte der Brücke stehen zur Seite abgebogene Trennstücke hinaus, die bei geschlossener Brücke passgenau ineinander greifen. Uferseitig werden die Oberleitungen vom Land her kommend einige Meter vor der Brücke an einer massiven Quertraverse in rechtem Winkel nach außen geführt und seitlich abgespannt. Die so entstehende Lücke, die beim Öffnen der Brückenklappen Platz für die sich senkenden Gegengewichte schafft, wird durch zwei an der Quertraverse längs überstehende Metallbügel überbrückt, die bei sich öffnender Brücke seitlich ausschwenken.[17]

Neben dem Bahnverkehr, der über zwei Gleise die Brücke überqueren kann, kann die Brücke auch von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden. Die Brücke, die der Deutschen Bahn gehört, wird von einem auf der Nordseite direkt an der Brücke stehenden Stellwerk gesteuert.

Hubbrücke Huntebrück[Bearbeiten]

Hauptartikel: Hubbrücke Huntebrück

Das niedersächsische Baudenkmal Hubbrücke Huntebrück wurde 1951 bis 1953 für die B212 von Huntebrück (zu Berne) erbaut und ist eine der ältesten in Betrieb befindlichen Hubbrücken in Deutschland. Die Fahrbahn der Straße verläuft in einem Stahlgittertrog, der mit einem Elektromotor in Brückenmitte von 42 kW (57 PS) Leistung bewegt wird. Die Gegengewichte in den Hubtürmen wiegen je 155 t. Bei mittlerem Tidehochwasser beträgt die Durchfahrtshöhe in den beiden Hubstufen 8,23 m bzw. 24,53 m. Der Hubvorgang benötigt 2 Minuten, bei Nutzung der Schnellstufe 30 Sekunden.

Im Zuge des Neubaus der Bundesstraße 212 (B 212 n) wird die Hubbrücke demontiert und durch eine neue Klappbrücke ersetzt werden.[18][19]

Drehbrücke der Bahn Hude–Nordenham[Bearbeiten]

Eisenbahn-Drehbrücke bei Elsfleth-Orth
"Trippelwalze" am Deich vor Iprump

Etwa einen Kilometer abwärts der Hubbrücke steht eine Stahlgitter-Drehbrücke der Bahnstrecke Hude–Nordenham.

Huntesperrwerk[Bearbeiten]

Hauptartikel: Huntesperrwerk

An der Mündung der Hunte in die Weser bei Elsfleth befindet sich zur Sturmflutabsperrung das 1976 bis 1979 erbaute Huntesperrwerk. Zwei mächtige, konvex gebogene Sperrtore (Segmentschützen) in den je 20 m breiten Durchflussöffnungen und zwei zweiteilige Stemmtore in den je 26 m breiten Schifffahrtsöffnungen können bei Sturmflut geschlossen werden und schützen so das Hinterland vor Überflutung. Das Sperrwerk ist mit einer Klappbrücke überbaut, die tagsüber zu jeder vollen Stunde geschlossen wird und für fünf Minuten die Überquerung der Hunte für Fußgänger und Radfahrer ermöglicht, sofern der Schiffsverkehr es zulässt. Um die Schifffahrt auf der Hunte so wenig wie möglich zu behindern, ist das Huntesperrwerk normalerweise geöffnet.

Projekt „Flusslandschaft Hunte“[Bearbeiten]

Am 6. April 2008 wurde das Projekt „Flusslandschaft Hunte“ von den Landkreisen Diepholz, Vechta und Oldenburg ins Leben gerufen. Dessen Ziel ist es, den Fluss in seiner Gesamtlänge Landkreis übergreifend wieder zu einer Lebensader für Mensch und Natur zu entwickeln. In den Jahren 2008 bis 2010 wurden verschiedene Maßnahmen aus den Bereichen Wasserwirtschaft, Naturschutz und Tourismus realisiert. Zur Finanzierung des Projektes haben die drei Landkreise und alle Hunte-Anrainerkommunen insgesamt 600.000 Euro zur Verfügung gestellt. Das Projektmanagement, das beim Landkreis Diepholz (Fachdienst Kreisentwicklung) angesiedelt ist, wird mit 40.000 Euro durch die Metropolregion Bremen-Oldenburg gefördert.[20][21]

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Ruseler: Die Hunte: In Niedersachsen VIII (1902/1903), Seite 344-345
  • Akkermann, R. et al. (1994): Die Hunte - Porträt eines nordwestdeutschen Flusses. - Isensee Verlag, Oldenburg, 234 S.
  • Nils Aschenbeck und Bernd Oeljeschläger: Die Hunte - Von Wildeshausen bis Oldenburg. Informativer Kultur- und Naturführer. CULTURCON medien, Wildeshausen 2007; ISBN 978-3-939401-12-4
  • M. Eckoldt (Hrsg.), Flüsse und Kanäle, Die Geschichte der deutschen Wasserstraßen, DSV-Verlag 1998

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verschiedene Autoren: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten in Einzelblättern 1:200.000. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1952–1994. → Online-Karten
    • Blatt 83/84: Osnabrück/Bentheim (Sofie Meisel 1961; 66 S.) → Karte (PDF, 6,6 MB)
    • Blatt 85: Minden (Sofie Meisel 1959; 50 S. – nur 535.03) → Karte (PDF, 4,6 MB)
  2. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Weser-Ems 2008. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, 2012, abgerufen am 7. Oktober 2012 (PDF, deutsch, 6184 KB).
  3. Flussgebietsgemeinschaft Weser: Bewirtschaftungsplan Flussgebietseinheit Weser 2005 – Bestandsaufnahme Teilraum Tideweser
  4. Stadt Oldenburg: Flussbad und Landschaftspark an der Mühlenhunte – ein Projekt der Freizeitgestaltung und Gewässerrenaturierung
  5. Das Wasserkraftwerk an der Hunte (Video)
  6. Oldenburg: EWE betreibt Hunte-Wasserkraftwerk. Nordwestzeitung. 31. März 2010
  7. Anlage 2 zum Niedersächsischen Fischereigesetz zu § 18 Abs. 1 (PDF; 159 kB)
  8. Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung: Wassertourismus Hunte - Handlungsprogramm - 2007. S. 17f. (PDF; 4,0 MB)
  9. Gemeinde Goldenstedt: „Goldregen“ spannt sich über Hunte. Neue Stahlskulptur bei der Goldenen Brücke eingeweiht. 8. Oktober 2013
  10. Hunte-natur – Der Fluss, abgerufen am 11. Oktober 2009
  11. Jürgen Gerlach/Heinrich Nejdly: Kanuwandern in Deutschland. BLV Verlagsgesellschaft mbH. München. 2002. S. 82 ff. ISBN 3405164575
  12. Angelmagazin vom Mai 2006: Gewässertipp – Mühlenhunte in Oldenburg, abgerufen am 11. Oktober 2009
  13. a b Verzeichnis E, Lfd.Nr. 22 und 25 der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  14. a b Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  15. Küstenfahrer.de: Oldenburg / Hunte
  16. Flyer zum Tag des offenen Denkmals an der Eisenbahnrollklappbrücke über die Hunte, 14. September 2014.
  17. Niels Lehmkuhl: Die Rollklappbrücke über die Hunte in Oldenburg. 13. September 2011, abgerufen am 22. September 2012.
  18. Neubau der Bundesstraße 212 von Huntebrück bis zur Landesgrenze Niedersachsen/ Bremen. Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
  19. Ausschreibung: Bau von Straßenbrücken - D-Oldenburg. Neubau einer Klappbrücke über die Hunte im Zuge des Neubaues der B 212n
  20. Landkreis Diepholz / Landkreis Oldenburg / Landkreis Vechta: Flusslandschaft Hunte
  21. Landkreise Vechta, Diepholz und Wildeshausen starten Projekt „Flusslandschaft Hunte“. Oldenburgische Volkszeitung vom 7. April 2008

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hunte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien