Kernkraftwerk Vermont Yankee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

f1

Kernkraftwerk Vermont Yankee
Kernkraftwerk Vermont Yankee
Kernkraftwerk Vermont Yankee
Lage
Kernkraftwerk Vermont Yankee (Vermont)
Kernkraftwerk Vermont Yankee
Koordinaten 42° 46′ 43,6″ N, 72° 30′ 47,2″ W42.778772-72.513102Koordinaten: 42° 46′ 43,6″ N, 72° 30′ 47,2″ W
Land: Vereinigte Staaten
Daten
Eigentümer: Entergy Corporation
Betreiber: Entergy Nuclear
Kommerzieller Betrieb: 30. November 1972

Aktive Reaktoren (Brutto):

1  (650 MW)
Eingespeiste Energie im Jahr 2007: 4.703[1] GWh
Eingespeiste Energie seit Inbetriebnahme: 128.441[1] GWh
Website: www.safecleanreliable.com
Stand: 28. Juli 2008
Die Datenquelle der jeweiligen Einträge findet sich in der Dokumentation.

Das Kernkraftwerk Vermont Yankee ist ein Kernkraftwerk mit einem Siedewasserreaktor, der von General Electric errichtet wurde. Es befindet sich in Vernon, Vermont am Westufer des Connecticut Rivers.

Geschichte[Bearbeiten]

Mit dem Bau des Kernkraftwerks wurde Ende 1967 begonnen und 1972 nahm es den kommerziellen Betrieb auf. Es wird mit zwei hölzernen Kühltürmen und Wasser aus dem Connecticut River gekühlt. Das Kraftwerk wurde 2002 von Entergy übernommen.

Im Jahr 2005 wurde eine 20%ige Erhöhung der Leistung beantragt und 2006 genehmigt. Um den höheren Kühlbedarf zu erreichen, wurden größere und schwerere Propeller in den beiden Kühltürmen installiert. Am 21. August 2007 stürzte einer der beiden Kühltürme wegen verrotteter Holzstrukturen teilweise ein, daraufhin musste die Reaktorleistung auf 50 % gesenkt werden.[2] Am 11. Juli 2008 kam es zu einem Leck im anderen Kühlturm, daraufhin musste die Leistung wegen des geringen Flusswasseraufkommens auf 23 % reduziert werden.[3]

Die erteilte Betriebslizenz läuft 2012 ab, deshalb beantragte der Betreiber im Jahr 2006 eine Verlängerung um 20 Jahre.[4] Dieser Antrag wurde vom Senat von Vermont abgelehnt, so dass das Kernkraftwerk eigentlich 2012 abgeschaltet werden sollte.[5][6]

Im März 2011, noch während der Unfallserie in den baugleichen Reaktoren von Fukushima, erteilte jedoch die US-Atombehörde trotz des schlechten Gesamtzustandes der Anlage eine Lizenz für weitere 20 Jahre.[7][8] Am 27. August 2013 kündigte der Eigentümer Entergy trotz der verlängerten Lizenz an, dass das AKW im Jahr 2014 stillgelegt wird, da der Weiterbetrieb sich ökonomisch nicht mehr lohnt.[9]

Grund für den Senatsentscheid war ein Tritium-Leck in den Untergrund des Werks, wobei die Aufsichtsbehörde NRC beteuert hatte, es bestehe keine unmittelbare Bedrohung des Grundwassers und man überwache die Entwicklung mit Messsonden. Allerdings steht die Anlage Vermont Yankee in der Region bereits länger und aus anderen Gründen im politischen Kreuzfeuer. Die 2006 genehmigte Leistungserhöhung war insofern problematisch, als errechnet worden war, dass bei einem größeren Kühlwasserverlust aus dem Reaktorsystem (und dies nicht nur bei einem Leck, sondern auch bei einem Druckentlastungsvorgang infolge einer Transiente, was wesentlich häufiger vorkommt als ein Leck) die Pumpen, welche den Wasserverlust ergänzen müssen, bei der vorgesehenen Leistungserhöhung auf den im Containment durch den Störfall aufgebauten Überdruck angewiesen sind, um Wasser ansaugen zu können (sog. NPSH-Problem). Das ist in den Fällen sehr problematisch, bei denen das Containment (etwa durch eine fehlerhaft offengebliebene Armatur) undicht bleibt und somit gar keinen Überdruck aufweist. Dennoch genehmigte die NRC diese Leistungserhöhung, ohne etwa als Kompensation die Nachrüstung stärkerer Pumpen zu verlangen. Dies stieß auf heftige Opposition in der Region, und zwar auch von offizieller Seite.[10]

1. September 2013: Der Betreiber gibt bekannt, die Stilllegung des Reaktors nach dem Verbrauch der aktuellen Brennelemente einzuleiten. Die Entscheidung wird als direkte Reaktion auf die Fukushima-Katastrophe gewertet, bei der derselbe Reaktortyp zum Einsatz kam.

Ende Februar 2010 wurden Spuren von 137Cs auf dem Gelände des Kernkraftwerks festgestellt, deren Konzentration nach Angaben der Regierung von Vermont drei- bis zwölfmal höher lagen, als durch den Eintrag von Atomwaffentests und der Tschernobylkatastrophe zu erwarten wäre. Der Betreiber Entergy kündigte daraufhin an, den Boden abtragen und als Atommüll entsorgen zu wollen.[11]

Daten des Reaktorblocks[Bearbeiten]

Reaktorblock[12] Reaktortyp Netto-
leistung
Brutto-
leistung
Baubeginn Netzsyn-
chronisation
Kommer-
zieller Betrieb
Abschal-
tung
Vermont Yankee Siedewasserreaktor 620 MW 650 MW 11.12.1967 20.09.1972 30.11.1972 Q4 2014 [13]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Operating Experience History - Vermont Yankee (englisch) IAEO. Abgerufen am 28. Juli 2008.
  2. Yankee strike averted (Englisch) Rutland Herald. 25. August 2007. Abgerufen am 28. Juli 2008.
  3. NRC SENDS SPECIALISTS TO VERMONT YANKEE TO REVIEW COOLING TOWER LEAK (Englisch) Nuclear Regulatory Commission. 15. Juli 2008. Abgerufen am 28. Juli 2008.
  4. Vermont Yankee Nuclear Power Station - License Renewal Application (Englisch) Nuclear Regulatory Commission. 28. Mai 2008. Abgerufen am 28. Juli 2008.
  5. Reuters, 24. Februar 2010: Vermont Senate wants Entergy reactor shut in 2012
  6. Journal of the Senate, Wednesday, February 24, 2010 (PDF; 49 kB)
  7. NRC license renewal letter: (PDF)
  8. http://www.n-tv.de/politik/USA-lassen-Pannen-AKW-am-Netz-article2920396.html
  9. http://www.nytimes.com/2013/08/28/science/entergy-announces-closing-of-vermont-nuclear-plant.html?_r=0
  10. Electric Power Research Institute: Implications of the problem of Net Positive Suction Head, 2006
  11. US-Atomkraftwerk: Radioaktive Substanzen verseuchen Boden. Spiegel Online. 30. März 2010. Abgerufen am 31. März 2010.
  12. Power Reactor Information System der IAEO: „United States of America: Nuclear Power Reactors - Alphabetic“ (englisch)
  13. Entergy Announces Closing of Vermont Nuclear Plant, The New York Times. 27. August 2013. 

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]