Löwenberger Land

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Löwenberger Land
Löwenberger Land
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Löwenberger Land hervorgehoben
52.88333333333313.1551Koordinaten: 52° 53′ N, 13° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oberhavel
Höhe: 51 m ü. NHN
Fläche: 244,83 km²
Einwohner: 7967 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16775
Vorwahlen: 033051, 033084, 033086, 033088, 033094
Kfz-Kennzeichen: OHV
Gemeindeschlüssel: 12 0 65 198
Gemeindegliederung: 17 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Alte Schulstraße 5
16775 Löwenberger Land
Webpräsenz: loewenberger-land.de
Bürgermeister: Bernd-Christian Schneck (SPD)
Lage der Gemeinde Löwenberger Land im Landkreis Oberhavel
Fürstenberg/Havel Zehdenick Liebenwalde Oranienburg Mühlenbecker Land Glienicke/Nordbahn Birkenwerder Hohen Neuendorf Hohen Neuendorf Hennigsdorf Leegebruch Velten Oberkrämer Kremmen Löwenberger Land Gransee Gransee Schönermark Sonnenberg Großwoltersdorf Stechlin Großwoltersdorf Berlin Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-VorpommernKarte
Über dieses Bild

Die amtsfreie Gemeinde Löwenberger Land ist Teil des Landkreises Oberhavel. Sie liegt im Norden des Landes Brandenburg und gehört zur Region Ruppiner Land. Die Gemeinde wurde 1997 gegründet und hat ihren Verwaltungssitz im Ortsteil Löwenberg.

Das „Land Löwenberg“ ist eine spätestens seit 1200 durch deutsche Zuzügler ausgebaute historische Landschaft. 1267–1270 kam es an die Bischöfe von Brandenburg, 1460 an die von Bredow. Spätestens 1540 war Löwenberg zum Dorf herabgesunken.

Geografie[Bearbeiten]

Kirche in Löwenberg
Kirche in Grieben
OdF-Platz 4 in Löwenberg

An das Gemeindegebiet grenzen im Norden die Gemeinde Sonnenberg und die Städte Gransee und Zehdenick, im Osten die Stadt Liebenwalde und im Süden die Städte Oranienburg und Kremmen. Im Westen beginnt der Landkreis Ostprignitz-Ruppin mit den Gemeinden Rüthnick, Herzberg (Mark) und Vielitzsee.

Landesplanerisch wurde die Gemeinde dem Mittelzentrum Oranienburg zugeordnet. Die Gemeinde liegt am Übergang des engeren Verflechtungsraumes (Metropolregion Berlin/Brandenburg) zum äußeren Entwicklungsraum des Landes Brandenburg. Die Entfernung per Luftlinie beträgt bis Oranienburg 17 Kilometer und bis Berlin 45 Kilometer.

Die Gemeinde Löwenberger Land besteht aus 17 Ortsteilen[2]:

Ortsteil Einwohner: Vorwahl
Falkenthal 699 03 30 88
Glambeck 135 03 30 86
Grieben 560 03 30 86
Großmutz 241 03 30 84
Grüneberg 1240 03 30 94
Gutengermendorf 280 03 30 84
Häsen 280 03 30 84
Hoppenrade 165 03 30 84
Klevesche Häuser 60 03 30 84
Liebenberg 258 03 30 94
Linde 240 03 30 94
Löwenberg 1348 03 30 94
Nassenheide 1456 03 30 51
Neuendorf 231 03 30 51
Neuhäsen 61 03 30 84
Neulöwenberg 370 03 30 94
Teschendorf 841 03 30 94

Innerhalb der Gemeinde gibt es mehrere Wohnplätze. Sie sind jeweils Ortsteilen zugeordnet, von diesen aber räumlich getrennt:

Ausbau Falkenthal, Ausbau Mon-Caprice, Ausbau Wackerberge, Birkhalde, Birkhorst, Birkhorstsiedlung, Blumenhof, Chausseehaus, Exin, Grundmühle, Hertefeld, Kerkow, Lindesee, Louisenhof, Mühlensiedlung, Neuhof, Neuhof-Siedlung, Pappelhof, Waldsiedlung, Weiße Villa, Zollkrug.[3]

Von der Gemeindefläche von 244,8 Quadratkilometern entfallen auf Siedlungs- und Verkehrsflächen sechs Prozent, auf landwirtschaftliche Flächen 58 Prozent, auf Waldflächen 33 Prozent, auf Wasserflächen zwei Prozent und auf sonstige Flächen ein Prozent.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Kirche in Liebenberg
Kirche in Grüneberg

Entwicklung der Gemeinde[Bearbeiten]

Im 15. Jahrhundert kam das damalige Land Löwenberg zum Havelländischen Kreis und bildete in diesem ab 1660 mit dem Ländchen Glien einen Unterkreis. Seit Jahr 1770 bestand ein eigenständiger Glien-Löwenbergischer Kreis. Schließlich wurde das Gebiet der heutigen Gemeinde zwischen 1816 und 1818 auf die neuen Landkreise Ruppin, Osthavelland und Templin aufgeteilt. Es lag damit vollständig im Regierungsbezirk Potsdam der Provinz Brandenburg.

Ein wichtiger Grundstein für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Gegend war die Erschließung durch die Eisenbahn. 1877 wurde der Staatsbahnhof Löwenberg (Mark) an der Berliner Nordbahn eingerichtet. Ab 1888 erfolgte die schrittweise Eröffnung der Bahnstrecke Löwenberg–Prenzlau und ab 1896 der Löwenberg-Lindow-Rheinsberger Eisenbahn.

Im Jahr 1938 wurde Klevesche Häuser in Häsen eingegliedert. Seit der Verwaltungsreform von 1952 gehörte das Gebiet der heutigen Gemeinde zum Bezirk Potsdam in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Die Gemeinden Teschendorf, Neuendorf und Nassenheide wurden Teil des neuen Kreises Oranienburg, die übrigen Gemeinden des neuen Kreises Gransee. 1957 wurde Liebenberg in Neulöwenberg eingegliedert. Im Jahr 1974 folgte die Eingliederung von Hoppenrade in Großmutz und von Linde in Löwenberg.

Mit der deutschen Wiedervereinigung 1990 wurden beide Kreise Teil des wieder eingerichteten Landes Brandenburg und gingen 1993 im neuen Landkreis Oberhavel auf. Im Zuge der Ämterbildung in Brandenburg 1992 schlossen sich Neuendorf und Nassenheide mit anderen Gemeinden zum Amt Oranienburg-Land zusammen, die übrigen heutigen Ortsteile bildeten das Amt Löwenberg.

Am 31. Dezember 1997 schlossen sich die Gemeinden Falkenthal, Glambeck, Grieben, Großmutz, Grüneberg, Gutengermendorf, Häsen, Löwenberg, Neulöwenberg und Teschendorf (alle Amt Löwenberg) zur neuen Gemeinde Löwenberger Land zusammen.[5] Zum selben Zeitpunkt wurde das Amt Löwenberg aufgelöst.[6] Neuendorf wurde am 31. Dezember 2001 eingegliedert[7]. Zuvor wurden in einem Bürgerentscheid mit 75 Prozent Beteiligung 73 Prozent der gültigen Stimmen für den Anschluss abgegeben.[8] Die Eingliederung Nassenheides erfolgte mit Wirkung vom 26. Oktober 2003.[9] Dort hatten sich an dem vorangegangenen Bürgerentscheid 64 Prozent beteiligt. 60 Prozent der gültigen Stimmen wurden für den Anschluss abgegeben.[10] Mit Verabschiedung der Hauptsatzung[2] bekamen die früheren Ortsteile Linde (von Löwenberg), Liebenberg (von Neulöwenberg), Klevesche Häuser und Neuhäsen (von Häsen) sowie Hoppenrade (von Großmutz) Ortsteilstatus innerhalb der neuen (Groß-)Gemeinde. Damit hat die Gemeinde Löwenberger Land 17 Ortsteile.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahl im Gebiet des heutigen Löwenberger Landes hat sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts langsamer entwickelt als die Einwohnerzahl Brandenburgs. Einen letzten Schub brachten die Flüchtlinge aus den früheren deutschen Ostgebieten. Seit Ende der 1940er Jahre geht die Bevölkerungszahl kontinuierlich zurück. Die Prognosen sehen einen weiteren Rückgang voraus.

Löwenberger Land:
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen

Gebietsstand 1. Januar 2013
Jahr Einwohner
1875 6624
1890 7334
1925 8002
1933 8365
1939 9195
1946 13085
1950 12565
1964 9998
1971 9900
1981 8837
Jahr Einwohner
1985 8733
1989 8647
1990 8527
1991 8432
1992 8358
1993 8302
1994 8280
1995 8294
1996 8290
1997 8205
Jahr Einwohner
1998 8260
1999 8437
2000 8471
2001 8472
2002 8481
2003 8457
2004 8436
2005 8425
2006 8305
2007 8230
Jahr Einwohner
2008 8140
2009 8093
2010 8072
2011 8016
2012 7967

Die Quellen der Daten, die Grundlage der Darstellungen sind, finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[11].

Entwicklung der Ortsteile[Bearbeiten]

Gutshaus in Häsen
Gutsanlage in Häsen

Löwenberg[Bearbeiten]

Löwenberg war zur Zeit der mittelalterlichen deutschen Ostsiedlung, etwa zu Beginn des 13. Jahrhunderts, ein mit 60 Hufen ausgestattete festes Städtchen mit dem Titel oppidum Leuwenberg. Es kam 1267 durch Tausch vom Markgrafen an den Bischof von Brandenburg und bildete den Mittelpunkt eines etwa vier Quadratmeilen umfassenden Ländchens. 1269 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung als Lowenberg, später Leuwenberg. Im gleichen Jahrhundert wurde die Feldsteinkirche erbaut. Das Hus tu Lowenberg, das der Brandenburger Bischof Dietrich bereits 1374 an Albert von Redern versetzt hatte, ging 1460 mit dem dazugehörigen Bezirk als Lehn durch Kauf an Hans von Bredow über. Seine Familie errichtete auf den Grundmauern einer zerstörten Wasserburg ein Schloss im Barockstil. Am 9. März 1808 brannte die Löwenberger Feldsteinkirche aus und mit ihr wurden ein großer Teil der Kirchenbücher sowie zwei Drittel des Dorfes zerstört.

Nassenheide[Bearbeiten]

Kirche in Nassenheide

Nassenheide wurde ursprünglich als Nateheide bezeichnet. Dieser Name bezieht sich auf die umliegende bruchige Heide (siehe: Sumpf). Der Ort wurde 1350 erstmals erwähnt. Anlass war seine Verpfändung von Ludwig dem Älteren und Ludwig dem Römer an Graf Ulrich von Lindow. 1376 wurde Nassenheide von Kaiser Karl IV. aufgelöst. Die Wiederbesiedelung begann 1428, als der Ort unter die Herrschaft des Zisterzienserinnen-Klosters Zehdenick kam. Die Kirche wurde 1589 erbaut und 1749 von Grund auf neu errichtet. Bereits 1772 brannte sie ab und wurde 1776 erneuert.[12]

Hertefeld[Bearbeiten]

Im April 1945 wurde der polnische Zwangsarbeiter Kazimierz Stefaniak von einer SS-Streife erschossen, weil er vor der heranrückenden Roten Armee eine polnische Fahne gehisst hatte. Er und ein weiterer erschossener Zwangsarbeiter Franciszek Frackowiak wurden zunächst auf dem Gutshof begraben und später auf den Friedhof von Nauen umgebettet.[13]

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung setzt sich aus 18 Gemeindevertretern sowie dem Bürgermeister von Amts wegen zusammen. Die Gemeindevertreter wurden zuletzt im Rahmen der Kommunalwahlen in Brandenburg 2014 bestimmt.

Sechs Jahre davor gab es bei den Kommunalwahlen in Brandenburg 2008 folgende Ergebnisse:

Partei/Liste Stimmen Sitze
SPD 38,4 % 7
CDU 29,2 % 5
DIE LINKE 15,0 % 3
FWF[14] 8,4 % 1
LGU[15] 4,5 % 1
Einzelbewerber 2,9 % 1
FDP 1,6 %

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Löwenberger Land ist Bernd-Christian Schneck (SPD) aus dem Ortsteil Grüneberg. Er wurde in der Bürgermeisterwahl am 24. September 2006 ohne Gegenkandidat für eine zweite Amtszeit gewählt und ist bei der kommenden Wahl am 14. September 2014 ebenfalls ohne Gegenkandidat. Schneck ist der erste Bürgermeister der Gemeinde und seit 1998 im Amt. Zuvor war er bereits Direktor des Amtes Löwenberg.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 21. Februar 2001 genehmigt.

Blasonierung: „Im goldenen, mit schwarzen Sternen bestreuten Schild aus rotem Dreiberg wachsend ein rot-bewehrter, -gezungter und -gekrönter doppeltgeschwänzter schwarzer Löwe mit einer roten Steigleiter mit drei Quersprossen zwischen den Vorderpranken.“[16]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde ist gelb - rot gestreift und mittig mit dem Wappen belegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Hoppenrade
Kriegerehrenmal in Teschendorf

Schloss Liebenberg[Bearbeiten]

Hauptartikel: Gutsanlage Liebenberg

Das Schloss Liebenberg wurde 1745 erbaut und später durch Theodor Fontane beschrieben. Es umfasst neben dem Herrenhaus das Seehaus am Große-Lankesee, Gutsanlagen und einen Landschaftspark nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné. Ein bekannter früherer Hausherr war Philipp zu Eulenburg (1847–1921), der in Liebenberg auch Kaiser Wilhelm II. zur mehrmaligen Kaiserjagd empfing und später in die Harden-Eulenburg-Affäre verwickelt war. Unter seiner Enkelin Libertas Schulze-Boysen traf sich während des Zweiten Weltkrieges die Widerstandsgruppe Rote Kapelle im Seehaus.

Nach 1945 wurde Liebenberg Mustergut und Erholungsstätte der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Heute beherbergt das von der Stiftung für gesellschaftliches Engagement der Deutschen Kreditbank restaurierte Schloss ein Tagungszentrum. Die Hauskapelle des Schlosses erhielt 1994 den Namen Libertas-Kapelle. Zwei Gedenktafeln erinnern dort an ihre Ermordung 1942.

Schloss Hoppenrade[Bearbeiten]

Schloss Hoppenrade ist eine der bedeutenden barocken Anlagen in Brandenburg. Es wurde auf den Fundamenten einer Wasserburg errichtet, die vermutlich Hans von Bredow in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts bauen ließ. 1723 wurde der Vorgängerbau abgetragen und anschließend das Herrenhaus als eingeschossige Dreiflügelanlage erbaut. Im rechten Seitenflügel wurde die Dorfkirche untergebracht. 1800 wurde dem Corps de logis ein zweites Stockwerk aufgesetzt.[17]

Zeitweilig war Schloss Hoppenrade im Besitz der Familie von Kraut. Das Leben und die Skandale der Luise Charlotte Henriette von Kraut (1726–1819) behandelt auch Theodor Fontane in seinem Werk Fünf Schlösser. 2007 wurde auf dem Schloss Fontanes Roman Effi Briest verfilmt.[18]

Schloss Löwenberg[Bearbeiten]

Das Schloss Löwenberg ist ein einfaches barockes Herrenhaus. Der zweigeschossige Putzbau wurde um 1700 auf Fundamenten einer zerstörten spätmittelalterlichen Wasserburg errichtet und diente den Besitzern des Landes Löwenberg als Wohnsitz. Der alte Burggraben um das Schloss ist erhalten und wurde noch im 18. Jahrhundert von einer Zugbrücke überspannt. Die Grundmauern der alten Wasserburg sind teilweise bis zur Sohlbank erkennbar. Im Keller finden sich Kreuz- und Tonnengewölbe. Seit 1926 diente das Schloss als Landschulheim und Jugendherberge der Provinz Brandenburg. Heute beherbergt es eine Kindertagesstätte. Am Eingang zum Schlossgelände findet sich ein gut erhaltenes Reitertor. In der Nähe zum Schloss ist ein Heimatmuseum eingerichtet.

Kirche Löwenberg[Bearbeiten]

Die Kirche Löwenberg gehört zum Evangelischen Kirchenkreis Oberes Havelland der evangelischen Landeskirche. Sie ist ein frühgotischer Feldsteinbau mit einem eingezogenen Chor und einem Breitturm (Höhe 19,5 m, Grundfläche 86,4 m²) an der Westseite. Die ältesten Teile der Kirche stammen aus dem 13. Jahrhundert. Im Dreißigjährigen Krieg verwüstet, wurde die Kirche erst 1730 wieder ausgebessert und weitgehend umgestaltet. Ein Feuer im Jahr 1808 zerstörte die Kirche vollständig, einschließlich eines Großteils der Kirchenbücher. Die finanzielle Situation Löwenbergs erlaubte vorerst keinen Wiederaufbau, so dass die ausgebrannte Ruine über Jahrzehnte die Dorfmitte prägte. Erst 1832 konnte die Kirche wieder aufgebaut werden. Der Breitturm wurde mit einem Satteldach ausgestattet, die Fenster verkleinert und der Chor mit einer Notdecke versehen. Der mit einer hohen Feldsteinmauer umschlossene Kirchhof, der zuvor 600 Jahre lang als letzte Ruhestätte der Löwenberger gedient hatte, wurde nach dem erfolgten Wiederaufbau geschlossen. 1835 erhielt die Kirche eine neue Orgel, gefertigt von Lüdchemüller aus Frankfurt (Oder). Während des Ersten Weltkrieges mussten die Kirchenglocken eingeschmolzen werden. Die letzte Restaurierung erfolgte von 1987 bis 1992.

Vorlaubenhaus in Liebenberg

Denkmäler[Bearbeiten]

Im Naturschutzgebiet Harenzacken (Größe 823 Hektar) zwischen Großmutz, Glambeck und Grieben finden sich mehrere Hügelgräber. In Grüneberg erinnert ein Denkmal an die Toten des dortigen KZ-Außenlagers. Weitere Denkmäler wurden in mehreren Ortsteilen für die Opfer der Todesmärsche im Frühjahr 1945 errichtet.

Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Löwenberger Land

Drehfunkfeuer nahe Hoppenrade

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Hebesätze der Realsteuern der Gemeinde betrugen 2008 für die Grundsteuer A 230 Prozent, für die Grundsteuer B 350 Prozent und für die Gewerbesteuer 300 Prozent.[19]

Straße nach Vielitzsee-Vielitz

An der öffentlichen Oberschule mit Grundschulteil Löwenberg lernen 474 Schüler (Schuljahr 2007/2008) in den Jahrgangsstufen 1 bis 10. Die Schule unterhält für die unteren Klassen eine Filiale in Grüneberg. Das Waldstadion Löwenberg ist ein Landesleistungszentrum für Leichtathletik. Auf dem Gemeindegebiet befindet sich das Drehfunkfeuer Löwenberg für Zwecke der Luftfahrt mit der Kennung LWB.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch die Gemeinde führen die Bundesstraßen 96 und 167 und kreuzen sich in Löwenberg. Ein mehrspuriger Ausbau der B 96 mit Ortsumgehungen wird vorbereitet.

In Neulöwenberg liegt der Bahnhof Löwenberg (Mark) an der Bahnstrecke Berlin–Stralsund. Er wird von verschiedenen Nahverkehrszügen bedient. Hier zweigen die Nebenstrecken nach Templin Stadt und nach Rheinsberg ab. Weitere Bahnhöfe bestehen in Grüneberg und Nassenheide. Die ehemaligen Bahnhöfe Löwenberg Dorf im eigentlichen Ort Löwenberg und Linde werden nicht mehr bedient.

Die anderen Ortsteile und Löwenberg selbst werden von verschiedenen Buslinien, u. a. einer Ringlinie, der Oberhavel Verkehrsgesellschaft bedient, in den Ferien meist aber nur als Rufbus (d. h. nur auf tel. Voranmeldung).

Der Radweg Lindow–Friedrichsthal verbindet die Gemeinde Löwenberger Land mit dem Radweg Berlin–Kopenhagen. Eine Radwanderroute nach Kremmen dient als Anbindung an den Radweg Neuruppin–Hennigsdorf.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Löwenberger Land – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Hauptsatzung der Gemeinde Löwenberger Land vom 24. November 2003 PDF
  3. Land Brandenburg, Dienstleistungsportal: Löwenberger Land. 25. Februar 2009.
  4. Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung im Land Brandenburg 2004. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Potsdam, 2005.
  5. Zusammenschluss der Gemeinden des Amtes Löwenberg (Landkreis Oberhavel). Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 26. August 1997. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 8. Jahrgang, Nummer 43, 29. Oktober 1997, S.904.
  6. Auflösung des Amtes Löwenberg. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 26. August 1997. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 8. Jahrgang, Nummer 50, 16. Dezember 1997, S.998.
  7. Eingliederung der Gemeinde Neuendorf in die Gemeinde Löwenberger Land. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 28. November 2001. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 51, Potsdam, den 19. Dezember 2001, S.877 PDF
  8. Abstimmungsbekanntmachung zur Feststellung des Abstimmungsergebnisses zum Bürgerentscheid vom 8. April 2001 in der Gemeinde Neuendorf über die Eingliederung der Gemeinde Neuendorf in die Gemeinde Löwenberger Land. Oranienburg, 7. Mai 2001.
  9. Eingliederung der Gemeinde Nassenheide in die Gemeinde Löwenberger Land. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern Vom 14. November 2002. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 14. Jahrgang, 2003, Nummer 9, Potsdam, den 5. März 2003, S.272 PDF
  10. Abstimmungsbekanntmachung zur Feststellung des Abstimmungsergebnisses zum Bürgerentscheid vom 24. Juni 2001 in der Gemeinde Nassenheide über den Zusammenschluss der Gemeinden Nassenheide und Löwenberger Land durch Eingliederung der Gemeinde Nassenheide in die Gemeinde Löwenberger Land. Oranienburg, 25. Juni 2001.
  11. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  12. vgl. Bruchige Heide umschloss die Kommune. Berliner Morgenpost vom 13. Februar 2000.
  13. Rolf Pfeiffer: Das Grab auf dem Gutshof, in: Die Stunde Null, Berlin 1966, S. 80
  14. Freie Wählergemeinschaft Falkenthal (FWF)
  15. Wählergruppe Landwirtschaft-Gartenbau-Umwelt (LGU)
  16. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  17. vgl. Eine alte Wasserburg dient als Fundament. Berliner Morgenpost vom 7. März 1999.
  18. Brandenburger Geschichte: Das falsche Duell. Der Tagesspiegel vom 30. September 2007.
  19. Realsteuerhebesätze der Städte und Gemeinden im Land Brandenburg II. Quartal 2008 (PDF; 257 kB). Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Potsdam, 2008.