Lovesexy (Album)

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Dieser Artikel behandelt das Musikalbum Lovesexy, zu weiteren Bedeutungen siehe Lovesexy.
Lovesexy
Studioalbum von Prince
Veröffentlichung 10. Mai 1988
Aufnahme 11. Dezember 1987 – Ende Januar 1988
Label Warner Bros. Records / Paisley Park Records
Format LP, CD
Genre R&B, Funk, Pop, Rock
Anzahl der Titel 9
Laufzeit 45:05

Besetzung

  • Prince – Alle Songs wurden von Prince produziert, arrangiert, komponiert und vorgetragen. Seine Bandmitglieder ergänzten die Aufnahmen folgendermaßen:[1]
  • Sheila E. und Boni Boyer – Backing Vocals bei allen Songs
  • Sheila E. – Schlagzeug und Perkussion in Eye No
  • Eric Leeds und Atlanta Bliss – Saxophon in Eye No, Alphabet St., Anna Stesia, Lovesexy und Positivity
  • Miko Weaver – Gitarre in Eye No
  • Levi Seacer jr. – E-Bass in Eye No
  • Doctor Fink – Keyboard in Eye No
  • Boni Boyer – Hammond-Orgel in Eye No
  • Ingrid Chavez – “The Spirit Child”
  • Bernie Grundman – Mastering
  • Joe Blaney, Eddie Miller und Prince – Abmischung
  • Jean-Baptiste MondinoSchallplattencover
  • Bob Cavallo, Joe Ruffalo, Steve Fargnoli – Persönliches Management von Prince

Produktion Prince

Studios

  • Paisley Park Studio (Minneapolis)
Chronologie
Sign o’ the Times
(1987)
Lovesexy Batman
(1989)
Singleauskopplungen
23. April 1988 Alphabet St.
11. Juli 1988 Glam Slam
20. September 1988 I Wish U Heaven

Lovesexy ist das zehnte Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince. Es erschien am 10. Mai 1988 bei dem Label Warner Bros. Records / Paisley Park Records. Unmittelbar nachdem Prince die Veröffentlichung des Black Album im Dezember 1987 abgesagt hatte, nahm er das Album Lovesexy auf. Die Liedtexte sind von mystischer Erleuchtung und christlichen Motiven beeinflusst; sie handeln vorwiegend von Gott, Teufel, Schuld und Sühne. Die Musik des Albums zählt zu den Genres R&B, Funk, Popmusik und Rockmusik.

In Europa war Lovesexy kommerziell erfolgreich und konnte in diversen Ländern Gold- oder Platinstatus erreichen. Zudem waren die Konzerte von Prince’ Lovesexy-Tour im Jahr 1988 gut besucht. In den USA hingegen sank seine Popularität zunehmend; zum ersten Mal seit dem Jahr 1981 verfehlte Prince mit einem Album Platinstatus. Der US-amerikanische Teil seiner Tournee entwickelte sich zu einem Verlustgeschäft, da diverse Konzerte nicht ausverkauft waren.

Entstehung[Bearbeiten]

Nachdem Prince die Veröffentlichung des Black Album Anfang Dezember 1987 abgesagt hatte, begann er am 11. Dezember 1987 im Paisley Park Studio in Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota) mit Aufnahmen für das neue Album Lovesexy, die bis Ende Januar 1988 andauerten.[2][1] Als ersten Song nahm er mit seiner Band den Song Eye No auf, den er bereits im Jahr 1986 als The Ball geschrieben und nun überarbeitet hatte. Am selben Tag wie Eye No spielte Prince noch den Song Positivity ein, das er jedoch alleine aufnahm. Noch im Dezember 1987 nahm Prince unter anderem die Songs Dance On, Glam Slam, Scarlet Pussy und Alphabet St. auf. Das Titelstück Lovesexy und die Songs Anna Stesia und I Wish U Heaven stellte er im Januar 1988 fertig. Der Song When 2 R in Love hatte Prince bereits im Oktober 1987 für das Black Album aufgenommen, entschied sich aber dafür, den Song auf Lovesexy zu veröffentlichen.[3]

Als Prince das geplante Album Warner Bros. Records vorstellte, war man dort wegen des anzüglichen Schallplattencovers besorgt. Das Cover wurde der Warner-Marketingabteilung vorgestellt, und eine Vielzahl der anwesenden Mitarbeiter befürchtete, dass Musikgeschäfte und Einkaufszentren das Album in dieser Form nicht in die Verkaufsregale stellen würden. Daher wurde Prince um ein alternatives Schallplattencover gebeten, was dieser jedoch ablehnte. Zudem weigerte sich Prince, die CD-Edition des Albums mit Indexmarkierungen zu versehen, sodass die einzelnen Songs nicht angeklickt werden können, sondern die CD nur als Gesamtwerk gehört werden kann. Ferner wollte Prince ursprünglich keine Musikvideos zum Album veröffentlichen, da er die Meinung vertrat, er unterscheide sich damit von anderen Popstars und eine geheimnisvolle Aura würde um die Platte Lovesexy entstehen.[4]

In den 1980er Jahren hatte Prince seine Entscheidung, das 1987 geplante Black Album zurückzuziehen, nie begründet. Doch im Programmheft zur Lovesexy-Tour im Jahr 1988 fand sich eine kryptische Abhandlung über das Black Album; darin schrieb Prince, dass „Camille“ – sein Alter Ego – seine negative Seite überspannt habe.[5] Alan Leeds, der damalige Tour-Manager von Prince und ältere Bruder von Saxophonist Eric Leeds, sagte über das spirituell angelegte Album Lovesexy: „Dieser Mann [Prince] hatte ganz klar eine Erweckung erlebt und beschlossen, dass er sein Leben ändern wollte – für längere Zeit oder sogar für immer.“[6] Gemäß Leeds hielt Prince das Black Album im Nachhinein für Teufelswerk, das nicht wirklich von ihm selbst gewesen sei und dem er nun „eine Platte für Gott“ folgen lassen müsse. „In diesem Moment war er ein neuer Typ. Ich behaupte nicht, dass sich sein Leben dramatisch geändert hätte, aber sicherlich änderte sich die Musik, die er machte.“[7] Karen Krattinger, damals ebenfalls Tour-Managerin von Prince, meinte: „Es war eine Fassade. Es war mir klar, dass er [Prince] mit seinem Leben noch immer nicht glücklich war.“[6] Dez Dickerson, ehemaliger Gitarrist in Prince’ Band, sagte: „Er [Prince] wußte, daß etwas nicht stimmte, daß er Kinder beeinflußte… Um dies zurechtzurücken, erfand er diese Art neue Religion, wo alles okay ist und Gott dir lächelnd zuschaut.“[8] Saxophonist Eric Leeds gab zu: „Ich verstand nicht, was der Begriff ‚lovesexy‘ aussagen sollte. Das kapierte niemand.“[9]

Gestaltung des Covers[Bearbeiten]

Das Schallplattencover zeigt ein Foto von Prince, das von Jean-Baptiste Mondino aufgenommen wurde; allerdings wurde es so nachbearbeitet, dass es wie ein Gemälde wirkt. Prince ist darauf aus halblinker Richtung zu sehen, nackt auf weißen Blütenblättern einer großen Orchidee sitzend. Sein Blick geht ins Unbestimmte. Prince’ linkes Bein ist angewinkelt, sodass der Genitalbereich verdeckt ist. Ein im Hintergrund in Höhe von Prince’ Oberarm und über der Stelle zwischen seinen Beinen platziertes Staubblatt – der pollentragende männliche Teil einer Blüte – in Form eines sich nach oben krümmenden Blütenstempels kann als phallische Anspielung interpretiert werden. Mit der linken Hand stützt sich Prince ab, die rechte liegt auf seinem Herz. Insgesamt betrachtet sollte das Cover eine spirituelle Wiedergeburt symbolisieren.[9][10][11][12] Die Liedtexte der einzelnen Songs von Lovesexy sind sowohl bei der LP-Ausgabe als auch im CD-Begleitheft abgedruckt.

Wie Warner Bros. Records jedoch befürchtet hatte, wurde das Schallplattencover in den USA von verschiedenen Geschäften als Pornografie gedeutet und daher das Album Lovesexy oftmals nur hinter dem Ladentisch aufbewahrt.[10] Mavis Staples sagte später in London zu Prince: „Die Leute in den Staaten sind nicht so tolerant wie hier [in Europa].“[13]

Prince hatte seine eigene Sicht über das Albumcover und sagte dem US-Musikmagazin Rolling Stone im Jahr 1990: „Dieses Albumcover war nur ein Bild. Wenn man das Bild ansieht und was Krankes darüber sagt, dann ist man selber krank – es guckt einen direkt aus dem Spiegel an.“[14]

Musik[Bearbeiten]

Der musikalische Stil des Albums Lovesexy bewegt sich zwischen den Genres Funk, Popmusik, Rockmusik und R&B.[1][15] In den Liedtexten befasst sich Prince mit Themen wie Liebe und Sex, Krieg und Frieden, Himmel und Hölle, Gott und Teufel sowie Schuld und Sühne. Zudem sind weitere religiöse Anspielungen zu finden.[11][16][17]

Das erste Wort Eye von dem Eröffnungslied Eye No (Homophon von I Know) ist auf dem Schallplattencover in Form eines Auges gestaltet. Die Eröffnungsworte des Songs – eine Art Kinderreim – werden nicht von Prince gesprochen, sondern von „The Spirit Child“, einem Pseudonym für Ingrid Chavez. Prince’ Stimme gesellt sich mit einer Anti-Drogen-Nachricht hinzu: „Welcome to the New Power Generation – the reason my voice is so clear is there’s no smack in my brain“ (dt.: „Willkommen zur New Power Generation – Der Grund, dass meine Stimme so klar ist, liegt darin, dass kein Heroin in meinem Gehirn ist“). Danach beginnt der Song Eye No. Das Stück ist ein Funk-Party-Song, der von Perkussion und einer Gitarre begleitet wird, deren Klang am Mischpult verändert wurde. Zudem werden Blasinstrumente eingesetzt. Prince singt in seinem typischen Falsettgesang und wird von einem weiblichen Begleitchor unterstützt, während im Hintergrund ein Geistlicher eine Litanei anstimmt. Der Liedtext dreht sich um Themen wie Gott und Teufel.[18][19]

Der zweite Song Alphabet St. ist eine musikalische Mischung aus den Genres Blues, Pop und Rock. Ein händeklatschender Skiffle zieht sich durch den Song hindurch. Im Verlauf des Songs trägt die Tänzerin Cat einen Rap-ähnlichen Sprechgesang vor. Im Liedtext nimmt Prince unter anderem Bezug auf einen Ford Thunderbird, den ihm im wahren Leben einmal sein Vater John L. Nelson schenkte.[20][21]

Glam Slam ist ein rocklastiger Song, der ein Concerto sich spiralförmig aufschwingender Gitarren enthält und von synthetischen Streichern begleitet wird. Im Liedtext beschreibt Prince eine Liebe, an der er teilhat, die einerseits über das Physische hinausgeht, sich andererseits aber „horny“ (dt.: „geil“) anfühlt.[22]

Bei dem vierten Song Anna Stesia betreibt Prince im Songtitel ein Wortspiel mit „anaesthesia“ (dt.: Narkose). Anna Stesia ist eine nachdenkliche Rockballade, die das Thema Einsamkeit behandelt und einen schmerzfreien Zustand lobpreist. Der Refrain des Songs lautet „God is Love, Love is God / Girls and boys, love God above“ (dt.: „Gott ist Liebe, Liebe ist Gott / Mädchen und Jungs, über uns der liebe Gott“). Das Song besitzt eine leitmotivische Klaviersequenz, die sich durch das gesamte Stück hindurchzieht.[1][16][22]

Dance On wird von einem stotternden und hektischen Schlagzeugspiel vorangetrieben und eine Bassgitarre wird als Symbol für eine Schusswaffe eingesetzt. Zwar besitzt der Song einen lebhaften Rhythmus, aber eine erkennbare Melodie ist nicht vorhanden. Im Liedtext beschäftigt sich Prince mit der Gewalttätigkeit der modernen Welt, mit Jugendbanden und mit dem Verfall von Stadtzentren.[23][24]

Direkt unter dem Songtitel des Titelstücks Lovesexy steht im Booklet der Schriftzug „The feeling U get, when U fall in Love not with a girl or boy but with the heavens above“ (dt.: „Lovesexy ist das Gefühl, das du hast, wenn du dich verliebst, nicht in ein Mädchen oder einen Jungen, sondern in den Himmel über dir.“). Dennoch besitzt der Song Lovesexy einen zuweilen etwas mehrdeutigen Liedtext; beispielsweise handelt es von einer Verführungsszene, in der keine Berührung gestattet ist – nur süße und schmutzige Worte sind erlaubt. Der Song wird von einem zügigen Rhythmus getragen, gepaart mit Bläserhieben und einer wiederholten Synthesizer-Fanfare. Boni Boyer spielt dazu auf der Hammond-Orgel. Ferner durchdringt gegen Ende des Songs für einen Moment lang ein kurzer schriller Pfeifton die Musik, als sei es zu einem versehentlichen Feedback gekommen.[17][20][25]

When 2 R in Love ist die einzige Ballade auf dem Album. Prince singt in etwa in fünf verschiedenen Stimmen und geht sogar manchmal innerhalb eines einzigen Verses von einer in eine andere Stimme über. Der Liedtext handelt von Liebe und Sex; beispielsweise heißt es im Refrain: „Come bathe with me / Let’s drown each other in each other’s emotion / Bathe with me / Let’s cover each other with perfume and lotion“ („Komm, bade mit mir / Laß uns einander ertränken im Gefühl des anderen / Bade mit mir / Laß uns einander die Hülle sein mit Parfüm und Lotion“). When 2 R in Love ist das einzige Stück des Albums, auf dem Prince einen Linn-Drumcomputer als Schlagzeug einsetzt – ansonsten benutzte er auf dem Album andere Drumcomputer oder spielte das Schlagzeug mit Trigger-Sound live ein.[1][22][26]

Der Song I Wish U Heaven besteht aus einer einfachen Rockmusik-Melodie, die von einem Drumcomputer erzeugt wurde. Der von Prince ausschließlich im Falsett gesungene Liedtext besteht im Wesentlichen aus dem wiederholten Refrain des Songs.[20][27]

Das neunte und letzte Stück des Albums heißt Positivity. Der Liedtext wird von Prince in einer tiefen Stimmlage halb gesungen, halb gesprochen. Er erteilt Ermahnungen und drängt den Zuhörer, um die Geisteshaltung von „Lovesexy“ zu ringen und sich den Versuchungen eines Wesens zu widersetzen, das „Spooky Electric“ genannt wird – wahrscheinlich Prince’ Metapher für Satan. Ferner fordert Prince auf, mitzusingen, um unsere Seelen zu retten. Positivity ist ein monotoner und langsamer Rock-Song, der von den Hintergrundsängerinnen Sheila E. und Boni Boyer einen Gospel-ähnlichen Klang erhält.[28][29]

Titelliste und Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Titelliste
  1. Eye No – 5:46
  2. Alphabet St. – 5:39
  3. Glam Slam – 5:04
  4. Anna Stesia – 4:58
  5. Dance On – 3:44
  6. Lovesexy – 5:47
  7. When 2 R in Love – 4:01
  8. I Wish U Heaven – 2:43
  9. Positivity – 7:17
Autor aller Songs ist Prince

Die ersten Ausgaben der CD-Edition sind ausschließlich als One-Track-CD gepresst worden. Erst später wurden die einzelnen Songs voneinander getrennt, sodass jeder Song auf der CD einzeln angeklickt werden kann.[30]

Singleauskopplungen[Bearbeiten]

Von dem Album wurden drei Singles ausgekoppelt: Alphabet St. wurde am 23. April 1988 veröffentlicht und die Single-Version des Songs endet nach 2:25 Minuten. Die B-Seite ist mit 3:14 Minuten die Fortsetzung der Single-Version, sodass insgesamt die 5:39 minütige LP-Version auf der A- und B-Seite der Single vorhanden ist.[31] Glam Slam erschien am 11. Juli 1988 und die Single-Version ist auf 3:28 Minuten gekürzt. Die B-Seite Escape war bis dato unveröffentlicht. Kurz bevor Glam Slam ausgekoppelt wurde, versuchte Prince, die Single-Veröffentlichung zu verhindern. Er hielt die Entscheidung, Glam Slam als zweite Single des Albums Lovesexy zu veröffentlichen, für falsch. Seine Schallplattenfirma Warner Bros. Records richtete sich jedoch nicht nach Prince’ Meinung und koppelte die Single wie geplant aus.[32] I Wish U Heaven wurde als dritte Single am 20. September 1988 ausgekoppelt. Die Single-Version ist identisch mit der Album-Version. Die B-Seite Scarlet Pussy war wiederum bis dato unveröffentlicht; Prince singt den Song mit technisch beschleunigter, etwas höherer Stimme, dem Kennzeichen seines Alter Egos „Camille“.[33]

Musikvideos[Bearbeiten]

Obwohl Prince seiner Schallplattenfirma Warner Bros. Records angekündigt hatte, keine Musikvideos zum Album Lovesexy zu veröffentlichen, entschied er sich am 20. März 1988 überraschend doch dafür. An diesem Tag rief er seinen Tourmanager Alan Leeds an, um noch gleichentags ein Video für die erste Singleauskopplung Alphabet St. zu drehen. Als Leeds Prince fragte, ob er seinen Manager Steve Fargnoli eingeweiht habe, verneinte dies Prince mit der Begründung, er wolle nicht, dass sich Warner-Leute einmischten. Alan Leeds konnte spontan den Regisseur Michael Barnard verpflichten und gegen elf Uhr abends des 20. März 1988 begannen die Dreharbeiten.[34]

Das Video zum Song Alphabet St. entstand vor einer Blue-Box und ist teilweise in Cartoon-ähnlicher Form gestaltet; Buchstaben schweben umher und das Video ist mit diversen kleinen Nachrichten ausgestattet. Beispielsweise kann nach etwa 26 Sekunden die versteckte Nachricht “Don’t Buy The Black Album, I’m Sorry” (deutsch: „Das Black Album nicht kaufen, tut mit leid“) gelesen werden: Im Anschluss an die gesungene Textzeile „she’ll want me from my head to my feet“ macht Prince einen kleinen Schritt nach vorne und verschwindet inmitten des Bildschirms. Aus der gleichen Stelle erscheint danach die Nachricht für ungefähr eine halbe Sekunde und verläuft in dunkler Schrift senkrecht über den Bildschirm.[35][36] Weitere versteckte Nachrichten sind unter anderem “heaven is beautiful” (deutsch: „Der Himmel ist wunderschön“), “God I love U” (deutsch: „Gott, ich liebe dich“) und “dance 4 the light” (deutsch: „Tanze für die Helligkeit“).[37]

Das Video zum Song Glam Slam wurde im Mai 1988 im Paisley Park Studio während der Lovesexy-Tour-Proben gedreht. Prince trägt eine Augenbinde, die er erst kurz vor Ende des Songs abnimmt. Abgesehen von seinen Bandmitgliedern, die auch auf der Lovesexy-Tour mitwirkten, sind zum ersten Mal die Game Boyz zu sehen. Das Trio bestand aus Tony Mosley, Kirk Johnson und Damon Dickson und war im Jahr 1991 Gründungsmitglied von Prince’ Begleitband The New Power Generation.[38]

Im Musikvideo I Wish U Heaven sind Prince, Sheila E., Cat und Boni Boyer zu sehen, wie sie in einer ununterbrochenen Schleife im Video fortlaufend wiederkehren. Das Video wurde am 2. Juni 1988 in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) im S.I.R. Studio gedreht und Regisseur war Jean-Baptiste Mondino, Fotograf des Albumcovers Lovesexy. Vom Musikvideo I Wish U Heaven existieren zwei dezent unterschiedliche Versionen.[38]

Zu When 2 R in Love wurde im Jahr 1988 noch kein Video produziert. Erst im Jahr 1994 – anlässlich der Veröffentlichung des Black Albums – wurde ein Musikvideo zu dem Song gedreht, denn When 2 R in Love wurde sowohl auf dem Album Lovesexy als auch auf dem Black Album veröffentlicht.

Coverversionen[Bearbeiten]

Vereinzelt nahmen Musiker Coverversionen von Songs des Albums Lovesexy auf; beispielsweise wurde Alphabet St. von The Jesus and Mary Chain (1994), Blue States (2001), Julie Griffen (2004) und David Helbock (2012) neu interpretiert. Anna Stesia wurde von Tanya Vega (2004) gecovert, Dance On von Capitol K (2001) und Love Motel (2009). When 2 R in Love nahmen die japanische Singer-Songwriterin EPO (1991), Bob Belden (1994) und Johnta Austin (2010) neu auf. I Wish U Heaven coverte Darren Hayes (2002) und Positivity Mavis Staples (1993).[39][40][41]

Tournee[Bearbeiten]

Typische Setlist der Lovesexy-Tour 1988[42]
  1. Erotic City
  2. Housequake
  3. Slow Love
  4. Adore
  5. Delirious
  6. Jack U Off
  7. Twelve (Ein Song von der Jazz-Band Madhouse – Prince’ damaliges Nebenprojekt)
  8. Sister
  9. Adore #2
  10. U Got the Look
  11. I Wanna Be Your Lover
  12. Head
  13. A Love Bizarre
  14. Blues in C (If I Had a Harem)
    (Bis heute (2014) unveröffentlicht)
  15. When You Were Mine
  16. Little Red Corvette
  17. Pop Life
  18. Controversy
  19. Dirty Mind
  20. Superfunkycalifragisexy
    (1988 unveröffentlicht)
  21. Controversy #2
  22. Bob George
    (1988 unveröffentlicht)
  23. Anna Stesia
  24. Instrumentalmusik (eine zirka 10-minütige Pause beendete Teil eins des Konzerts)
  25. Eye No
  26. Lovesexy
  27. Glam Slam
  28. The Cross
  29. I Wish U Heaven
  30. God Is Alive
    (bis heute (2014) unveröffentlicht)
  31. Kiss
  32. Dance On
    (als Instrumentalversion gespielt)
  33. Schlagzeug-Solo von Sheila E.
  34. When 2 R in Love
  35. Let’s Go Crazy
  36. When Doves Cry
  37. Purple Rain
  38. 1999
  39. Alphabet St.
Autor aller Songs ist Prince

Der europäische Teil der Lovesexy-Tour begann am 8. Juli 1988 in Paris im Palais Omnisports de Paris-Bercy und endete am 9. September 1988 in Dortmund in der Westfalenhalle. Die 31 Konzerte in Europa wurden von ungefähr 500.000 Menschen besucht und wurden von Kritikern gelobt.[43][44] Die Konzertlänge variierte von 120 bis 150 Minuten.[42]

Die US-Tournee begann am 14. September 1988 in Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota) im Met Center und endete am 29. November 1988 in Dallas (US-Bundesstaat Texas) in der Reunion Arena.[45] Die 38 Konzerte in den USA wurden von ungefähr 600.000 Zuschauern besucht.[46] Waren in Europa noch alle Konzerte ausverkauft gewesen, war das in den USA bei einigen Konzerten nicht der Fall und die US-Lovesexy-Tour entwickelte sich zu einem Verlustgeschäft. Die Gesamtkosten der Bühnenproduktion von etwa zwei Millionen US-Dollar wurden durch die US-Tour nicht eingespielt.[47] Zudem war die Presse in den USA mit Lob zurückhaltender als die in Europa. Mo Ostin, damaliger Vorstandsvorsitzender von Warner Bros. Records, erklärte: „So brillant wie er [Prince] ist, hat das Publikum es schwer, ihm zu folgen.“[43] Vom 1. Februar 1989 bis zum 13. Februar 1989 spielte Prince noch acht Konzerte in Japan[48], sodass die Lovesexy-Tournee insgesamt 77 Konzerte umfasste.
Die Begleitband von Prince bestand während der Lovesexy-Tour aus folgenden Mitgliedern:[47]

  • Sheila E. – Schlagzeug
  • Doctor Fink (bürgerlich: Matthew Robert Fink) – Keyboard
  • Miko Weaver – Akustische Gitarre
  • Levi Seacer Jr. – Bass
  • Eric Leeds – Saxophon
  • Atlanta Bliss (bürgerlich: Matthew Blistan) – Trompete
  • Boni Boyer (bürgerlich: Bonita Louisa Boyer, * 1958; † 1996)[49] – Backing Vocals und Keyboard
  • Cat (bürgerlich: Catherine Vernice Glover) – Tänzerin und Backing Vocals

Bei einigen Europa-Konzerten spielte Prince den Song Lovesexy als letztes Stück. Zudem bezog er zuweilen ein Klavier-Medley mit ein, bestehend aus: When 2 R in Love, Venus de Milo, Condition of the Heart, Raspberry Beret, Strange Relationship und erneut When 2 R in Love. Gelegentlich integrierte er auch die Songs How Come U Don’t Call Me Anymore?, Do Me Baby, Free, Starfish and Coffee, The Ballad of Dorothy Parker, International Lover, The Ladder, Under the Cherry Moon, Girls & Boys und den traditionellen Gospel-Song It Is No Secret (What God Can Do).[42]

Das Abschlusskonzert des europäischen Teils der Tournee am 9. September 1988 in der Dortmunder Westfalenhalle wurde aufgezeichnet und im Jahr 1989 als Lovesexy Live 1 und Lovesexy Live 2 auf VHS, Betamax und Laserdisc veröffentlicht.[44] Auf DVD und Blu-ray Disc erschien das Konzert bisher nicht (Stand: 2014).

Rezeption[Bearbeiten]

Presse[Bearbeiten]

Die Kritiken des Albums Lovesexy fielen unterschiedlich aus; während es in Europa gelobt wurde, waren die Reaktionen in den USA eher verhalten. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel beschrieb die Musik als „reicher Zitatenschatz… von jazzig Inspiriertem über Soul-Harmonien bis zu Psychedelischem“.[50] Das Lifestyle-Magazin Wiener kommentierte: „Anrührend, aufwühlend, verstörend. Eine bessere Platte kann dieses Jahr keiner mehr machen.“[51] Die Taz meinte über den Song Glam Slam, es sei „ein genial simples Gebilde zwischen Abzählreim, Dankgottesdienst, Kinderlied und Werbejingle.“[52] Thomas Garms von der FAZ nannte Prince einen „hochtalentierten Komponisten“ und lobte: „Dieses Talent, vom Selbstzitat weitestgehend entfernt, hat Prince etwas ermöglicht, was im Popgeschäft sonst kaum denkbar erscheint, nämlich hohen musikalischen Anspruch mit kommerzieller Wirklichkeit zu verbinden. Auf der einen Seite ‚Music for musicians sake‘ machen zu können – also von aktiven Musikerkollegen wie etwa Sting oder Bryan Ferry gehört und geschätzt zu werden – und anderseits die breite Masse anzuziehen.“[53] Auf die Frage der FAZ nach dem größten Komponisten antwortete Gloria von Thurn und Taxis: „Prince“[53]

In den USA betrachteten einige Kritiker Lovesexy als gefühlvolle und experimentelle Platte, die in ihrer musikalischen Komplexität eine Weiterführung des Albums Sign o’ the Times aus dem Jahr 1987 darstelle. Andere Kritiker hingegen fanden Lovesexy musikalisch und textlich überzogen. Das US-Musikmagazin Rolling Stone schrieb: „Die Spreu von Prince ist zwar tatsächlich oft interessanter als der Weizen anderer Musiker, aber einige der Titel hier sind ganz untypisch unaufregend geraten.“[16] Dave Hiltbrand meinte in der US-Zeitschrift People: „Hier wird viel zu viel autoerotisch herumgenudelt… Der typische fein ausgereizte Funk von Prince findet sich hier so gut wie nirgends.“[16] Die St. Paul Pioneer Press beschrieb das Album als „eine vorschnelle Mitteilung einer aufgewühlten Seele.“[54] Die Detroit Free Press meinte, dass Lovesexy „für seine Hörer etwas Zeit brauchen kann, bis sie es in den Griff bekommen.“[55]

Charts[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen [56]
DE AT CH UK US
1988 Lovesexy 4
(24 Wo.)
3
(28 Wo.)
1(2)
(12 Wo.)
1(1)
(34 Wo.)
11
(21 Wo.)

Lovesexy wurde international mehrfach mit Gold- und Platinstatus ausgezeichnet. Beispielsweise erhielt es Goldstatus in Belgien, Frankreich, Italien, Niederlanden, Schweden, Spanien, Kanada, Neuseeland und Japan.[57] Zudem

  • in Deutschland Gold für 250.000 verkaufte Exemplare,[58]
  • in Österreich Gold für 10.000 verkaufter Exemplare,[59]
  • in der Schweiz Gold für 25.000 verkaufte Exemplare,[60]
  • in England Platin für 300.000 verkaufte Exemplare,[61]
  • in den USA Gold für 500.000 verkaufte Exemplare.[62]

Zwar erreichte Lovesexy in den USA Goldstatus, aber es war Prince’ erstes Album seit Controversy aus dem Jahr 1981, das nicht die US-Top-Ten erreichen konnte und Platinstatus verfehlte. Lovesexy verkaufte sich in den USA etwa 750.000 Mal, während außerhalb der USA 1,9 Millionen Exemplare abgesetzt wurden.[10]

Jahr Titel Chartpositionen [56]
DE AT CH UK US
1988 Alphabet St. 18
(11 Wo.)
5
(8 Wo.)
9
(6 Wo.)
8
(13 Wo.)
1988 Glam Slam 33
(9 Wo.)
29
(4 Wo.)
1988 I Wish U Heaven 53
(4 Wo.)
24
(5 Wo.)

Zum ersten Mal seit der Single Do Me, Baby aus dem Jahr 1982 – ausgekoppelt aus dem Album Controversy – konnten sich Singleauskopplungen eines Prince-Albums nicht in den US-Top-100 platzieren: Weder Glam Slam noch I Wish U Heaven erreichten die Billboard Hot 100.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1989 wurde das Album Lovesexy bei den Minnesota Music Awards als Bestes Album des Jahres ausgezeichnet.[63]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Uptown (2004), Seite 379
  2. Nilsen (1999), Seite 250
  3. Nilsen (1999), Seite 269
  4. Hahn (2006), Seite 180
  5. Ewing (1994), Seite 76
  6. a b Hahn (2006), Seite 178
  7. Nilsen (1999), Seite 250, „He told us how [that record] was the devil’s work; that ‚wasn’t really me. I gotta make a record for God now.‘ […] At that moment, this was a new guy. I’m not saying that his life had changed dramatically, but certainly the music he made changed.“
  8. Ewing (1994), Seite 80
  9. a b Hahn (2006), Seite 179
  10. a b c Uptown (2004), Seite 91
  11. a b Hill (1989), Seite 283
  12. Mischke (1989), Seite 199
  13. Ewing (1994), Seite 77
  14. Draper (2011), Seite 96, „All that album cover was, was a picture. If you looked at that picture and some ill came out of your mouth, then that’s what you are – it’s looking right back at you in the mirror.“
  15. Hill (1989), Seite 284–285
  16. a b c d Hahn (2006), Seite 183
  17. a b Mischke (1989), Seite 27
  18. Hill (1989), Seite 284–285
  19. Begleitheft der CD Lovesexy von Prince, Warner Bros. Records / Paisley Park Records, 1988
  20. a b c Hill (1989), Seite 285
  21. Uptown (2004), Seite 379
  22. a b c Hill (1989), Seite 286
  23. Hahn (2006), Seite 182–183
  24. Hill (1989), Seite 287
  25. Ewing (1994), Seite 78
  26. Mischke (1989), Seite 200
  27. Uptown (2004), Seite 379–380
  28. Hill (1989), Seite 284 und Seite 287
  29. Uptown (2004), Seite 380
  30. Draper (2011), Seite 97
  31. Uptown (2004), Seite 90
  32. Uptown (2004), Seite 94
  33. Uptown (2004), Seite 98
  34. Hahn (2006), Seite 181–182
  35. Uptown (2004), Seite 623–624
  36. Hahn (2006), Seite 182
  37. Nilsen (1999), Seite 249
  38. a b Uptown (2004), Seite 624
  39. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDiscover the original. In: Coverinfo.de. Abgerufen am 18. Januar 2013 (Bei "Suche" Prince eingeben).
  40. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSecondHandSongs – a cover songs database. Abgerufen am 1. Mai 2011 (englisch).
  41. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatWho sampled – Exploding and discussing the DNA of music. Abgerufen am 1. Mai 2011 (englisch).
  42. a b c Uptown (2004), Seite 93
  43. a b Ewing (1994), Seite 81
  44. a b Uptown (2004), Seite 97
  45. Uptown (2004), Seite 97 und Seite 102
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