Russische Fußballnationalmannschaft

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Dieser Artikel befasst sich mit der russischen Fußballnationalmannschaft der Männer. Zum Team der Frauen siehe Russische Fußballnationalmannschaft der Frauen.


Russische Föderation
Rossijskaja Federazija
Rossijski Futbolny Sojus.svg
Verband Rossijski Futbolny Sojus
Konföderation UEFA
Technischer Sponsor adidas
Trainer ItalienItalien Fabio Capello[1]
Co-Trainer ItalienItalien Italo Galbiati
Kapitän Andrei Arschawin
Rekordtorschütze Wladimir Bestschastnych (26)
Rekordspieler Wiktor Onopko (109)
FIFA-Code RUS
FIFA-Rang 11. (1059 Punkte)
(Stand: 6. Juni 2013)[2]
Trikotfarben
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Erstes Trikot
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Zweites Trikot
Statistik
Erstes Länderspiel
Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland Großfürstentum Finnland 2:1 Russisches Reich Russisches Kaiserreich 1883Russisches Kaiserreich
(Stockholm, Schweden; 30. Juni 1912)
Höchster Sieg
San MarinoSan Marino San Marino 0:7 Russland RusslandRussland
(San Marino, San Marino; 7. Juni 1995)
Höchste Niederlage
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich 16:0 Russisches Reich Russisches Kaiserreich 1883Russisches Kaiserreich
(Stockholm, Schweden; 1. Juli 1912)
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 2 (Erste: 1994)
Beste Ergebnisse Gruppenphase 1994, 2002
Europameisterschaft
Endrundenteilnahmen 4 (Erste: 1996)
Beste Ergebnisse Halbfinale 2008
(Stand: 16. Juni 2012)


Die Russische Fußballnationalmannschaft (russisch сборная России по футболу/Sbornaja Rossii po futbolu) ist die Vertretung Russlands im Fußball und wird vom russischen Fußballverband Rossijski Futbolny Sojus organisiert.

Russland qualifizierte sich bislang für zwei Fußball-Weltmeisterschaften (1994, 2002) und vier Europameisterschaften (1996, 2004, 2008, 2012).

Die FIFA erklärte die russische Fußballnationalmannschaft zum direkten Nachfolger der Nationalmannschaften der GUS und der UdSSR.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

Russische Fußballnationalmannschaft 1912

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Sankt Petersburg das große Zentrum des Fußballlebens in Russland. Im Jahre 1900 entstanden neun neue Vereinigungen des Fußballs, die jedoch nicht lange bestanden. Im August 1901 gründete der Sekretär des Fußballvereins „Newski futbol-klub“ und Angestellte einer Fadenmanufaktur die „St. Petersburg Football League“, die erste Liga in Russland.

Der russische Fußballdachverband heißt Rossijski Futbolny Sojus (Российский футбольный Союз) und wurde 1912 gegründet. Das erste Länderspiel verloren die Russen 1912 mit 2:1 gegen Finnland, welches damals noch zum russischen Kaiserreich gehörte. Das erste offizielle Länderspiel nach der Auflösung der UdSSR wurde 1992 2:0 gegen Mexiko gewonnen.

Seine Glanzzeiten hatte der russische Fußball zu Zeiten der Sowjetunion, als die Nationalmannschaft der UdSSR einmal Europameister und dreimal Vize-Europameister wurde. Während die sowjetische Mannschaft bis in die 60er Jahre stark von Spielern der großen Moskauer Klubs dominiert wurde, waren ab Mitte der 70er Jahre die Russen oft in der Unterzahl, gerade unter dem vierfachen sowjetischen Trainer Lobanowskyj (1975/77, 1982/83, 1986-90) stellten Ukrainer statt Russen die Mehrzahl der Auswahl.

Nach der Auflösung der GUS-Auswahl zum Ende der EM 1992 wurde die russische Auswahl wiedergegründet, Erfolge blieben jedoch meist aus, entgegen der stets großen Erwartungen konnte sich die Mannschaft nur für je zwei Welt- und Europameisterschaften qualifizieren und schied dabei stets nach teils enttäuschenden Leistungen bereits in der Vorrunde aus. Dies führte zu einer starken Fluktuation im Amt des Nationaltrainers. Außer Oleg Romanzew, der die Auswahl zur Qualifikation zur EM 96 und WM 2002 führte und in zwei Amtszeiten insgesamt fünf Jahre Chefcoach blieb, konnte sich keiner der insgesamt neun Auswahltrainer länger als zwei Jahre im Amt halten. Tiefpunkt war die Amtszeit des Goldtrainers des Olympischen Fußballturniers 1988, Anatoli Byschowez, unter dem in der zweiten Jahreshälfte 1998 sechs Spiele in Folge verloren wurden und der deshalb nach nur sechs Monaten entlassen wurde. Die Russische Nationalmannschaft konnte sich auch für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland nicht qualifizieren, da sie im letzten Spiel gegen die Slowakei statt der nötigen 3 Punkte nur ein 0:0-Remis holte.

Ab Sommer 2006 übernahm Guus Hiddink die russische Nationalmannschaft. Der Trainer, der mit Südkorea bei der FIFA WM 2002 in Südkorea und Japan den vierten Platz erreichte und die „Socceroos“ bei der FIFA WM 2006 in Deutschland betreute, übernahm am 10. Juli 2006 das Amt des russischen Nationaltrainers. Als Zweiter der Qualifikationsgruppe E, hinter Kroatien und vor England, qualifizierte man sich für die Fußball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz. In der Gruppe D trafen die Russen dann auf Spanien, Griechenland und Schweden. Nach einer 1:4-Niederlage gegen die Spanier im ersten Gruppenspiel, einem 1:0-Sieg gegen den Europameister von 2004 und einem 2:0-Sieg gegen die Schweden qualifizierten sich die Russen für die Finalrunde. Dort trafen die Russen im Viertelfinale auf die favorisierten Niederländer, die sie nach 120 Min. mit 3:1 besiegen konnten. Im Halbfinalspiel gegen Spanien konnten die Russen nicht an ihre Leistung aus dem Viertelfinalspiel anknüpfen und verloren gegen ihren Auftaktgegner dieser EM mit 0:3 und schieden somit aus. Bei der Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika belegte Russland hinter der deutschen Mannschaft den zweiten Platz und zog später in den Playoff-Spielen gegen Slowenien den Kürzeren. Hiddink beendete daraufhin sein Engagement im Sommer 2010. Sein Nachfolger wurde Dick Advocaat.

Teilnahme an Fußball-Weltmeisterschaften (zweimal)[Bearbeiten]

Russland war von 1922 bis 1991 Teil der Sowjetunion, russische Spieler stellten neben den ukrainischen Spielern das Hauptkontingent der sowjetischen Nationalmannschaft, z. B. Lew Jaschin, der mit der UdSSR 1958, 1962, 1966 und 1970 an der WM teilnahm und dabei immer die Vorrunde überstand. Beste Platzierung war der vierte Platz 1966. Die russische Mannschaft konnte sich dagegen erst zweimal bei fünf Anläufen für eine WM qualifizieren und überstand nie die Vorrunde.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis[3] Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
1994 USA Vorrunde Brasilien, Schweden, Kamerun 18. Sadyrin, PawelPawel Sadyrin Oleg Salenko gelingen als erstem und bis jetzt einzigem Spieler der WM-Geschichte fünf Tore in einem Spiel. Mit 6 Toren wird er zusammen mit Christo Stoitschkow Torschützenkönig. Er ist bis heute der einzige Torschützenkönig einer Mannschaft, die in der Vorrunde ausgeschieden ist.
1998 Frankreich nicht qualifiziert In den Play-offs der Qualifikation an Italien gescheitert nachdem in der Gruppenphase hinter Bulgarien der 2. Platz belegt wurde
2002 Südkorea/Japan Vorrunde Tunesien, Japan, Belgien 22. Romanzew, OlegOleg Romanzew
2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Portugal und der Slowakei gescheitert, die in den Play-offs ebenfalls scheiterte
2010 Südafrika nicht qualifiziert In den Play-offs der Qualifikation an Slowenien gescheitert nachdem in der Gruppenphase hinter Deutschland der 2. Platz belegt wurde
2014 Brasilien In der Qualifikation trifft Russland auf Aserbaidschan, Israel, Luxemburg, Nordirland und Portugal
2018 Russland qualifiziert Gastgeber der 1. WM in Osteuropa

Teilnahme an Fußball-Europameisterschaften (viermal)[Bearbeiten]

Mannschaft mit Medwedew vor Schloss Meiendorf (2008)

Russland nahm als Teil der UdSSR bzw. der GUS an den Europameisterschaften 1960 bis 1992 teil. In der 1960er Europameistermannschaft stellten russische Spieler das größte Kontingent, während 1988 nur Rinat Dassajew, Wagis Chidijatullin und Sergei Dmitrijew russische Spieler waren und ukrainische Spieler, insbesondere von Dynamo Kiew den Großteil des Vizeeuropameisters stellten. Nach der Auflösung der Sowjetunion in mehrere selbständige Staaten nahm Russland erstmals an der Qualifikation zur EM 1996 teil und konnte sich auf Anhieb qualifizieren. Seitdem wurde lediglich die Qualifikation für die EM 2000 nicht geschafft, aber nur einmal die Vorrunde überstanden. Russland traf dabei bis einschließlich 2008 in der Vorrunde immer auf den späteren Europameister.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzter Gegner Ergebnis Bemerkungen und Besonderheiten
1996 England Vorrunde Tschechien - Nach zwei Niederlagen und einem Remis als Gruppenletzter ausgeschieden
2000 Niederlande und Belgien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Weltmeister Frankreich und der Ukraine gescheitert, die sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
2004 Portugal Vorrunde Griechenland - Nach zwei Niederlagen und einem Sieg gegen den späteren Europameister Griechenland als Gruppenletzter ausgeschieden.
2008 Österreich und Schweiz Halbfinale Spanien - Niederlage gegen den späteren Europameister
2012 Polen und Ukraine Vorrunde Griechenland - Nach einem Sieg, einem Unentschieden gegen Co-Gastgeber Polen und einer Niederlage als Gruppendritter ausgeschieden.

Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen (einmal)[Bearbeiten]

1908 in London nicht teilgenommen, der Verband wurde erst 1912 gegründet
1912 in Stockholm Viertelfinale
1920 in Stockholm nicht teilgenommen
1924-92 Kein eigenständiger Verband;
siehe UdSSR/GUS

Aktueller Kader[Bearbeiten]

Am 11. Mai 2012 benannte Nationaltrainer Dick Advocaat den vorläufigen Kader für die Fußball-Europameisterschaft 2012.[4]

Nummer Spieler Verein Länderspiele Tore Geburtsdatum
Torhüter
Igor Akinfejew RusslandRussland ZSKA Moskau 51 0 08.04.1986
Wjatscheslaw Malafejew RusslandRussland Zenit Sankt Petersburg 26 0 04.03.1979
Anton Schunin RusslandRussland Dynamo Moskau 2 0 27.01.1987
Abwehr
Alexander Anjukow RusslandRussland Zenit Sankt Petersburg 68 1 28.09.1982
Alexei Beresuzki RusslandRussland ZSKA Moskau 51 0 20.06.1982
Sergei Ignaschewitsch RusslandRussland ZSKA Moskau 78 5 14.07.1979
Wladimir Granat RusslandRussland Dynamo Moskau 0 0 22.05.1987
Dimitri Kombarow RusslandRussland Spartak Moskau 4 0 22.01.1987
Kirill Nababkin RusslandRussland ZSKA Moskau 1 0 08.09.1986
Roman Scharonow RusslandRussland Rubin Kasan 8 0 08.09.1976
Juri Schirkow RusslandRussland Anschi Machatschkala 55 0 20.08.1983
Mittelfeld
Igor Denissow RusslandRussland Zenit Sankt Petersburg 29 0 17.05.1984
Denis Gluschakow RusslandRussland Lokomotive Moskau 10 1 27.01.1987
Marat Ismailow PortugalPortugal Sporting Lissabon 35 2 21.09.1982
Roman Schirokow RusslandRussland Zenit St. Petersburg 25 7 06.07.1981
Igor Semschow RusslandRussland Dynamo Moskau 57 3 06.04.1978
Konstantin Syrjanow RusslandRussland Zenit Sankt Petersburg 52 7 05.10.1977
Angriff
Andrei Arschawin (C)Kapitän der Mannschaft RusslandRussland Zenit St. Petersburg 74 17 29.05.1981
Artjom Dsjuba RusslandRussland Spartak Moskau 1 0 22.08.1988
Alexander Kerschakow RusslandRussland Zenit Sankt Petersburg 64 19 27.11.1982
Alexandr Kokorin RusslandRussland FK Dynamo Moskau 6 0 19.03.1991
Roman Pawljutschenko RusslandRussland Lokomotive Moskau 50 21 15.12.1981
Pawel Pogrebnjak EnglandEngland FC Reading 33 8 08.11.1983

Stand 28. Juni 2012

Länderspiele gegen deutschsprachige Fußballnationalmannschaften[Bearbeiten]

Spiele gegen Deutschland[Bearbeiten]

Ergebnisse stets aus russischer Sicht (vor dem Entstehen der Sowjetunion bzw. nach deren Zerfall)

  1. 1912, 1. Juli, Stockholm, 0:16 (Olympische Sommerspiele 1912, höchster Sieg der deutschen Mannschaft)
  2. 1992, 12. Juni, Norrköping (Schweden) 1:1 (EM-Vorrunde) (als GUS)
  3. 1994, 7. September, Moskau, 0:1
  4. 1996, 16. Juni, Manchester, 0:3 (EM-Vorrunde)
  5. 2005, 8. Juni, Mönchengladbach, 2:2
  6. 2008, 11. Oktober, Dortmund, 1:2 (WM-Qualifikation)
  7. 2009, 10. Oktober, Moskau, 0:1 (WM-Qualifikation)

Spiele gegen Österreich[Bearbeiten]

Ergebnisse stets aus russischer Sicht (nach dem Zerfall der Sowjetunion)

  1. 2004, 25. Mai, Graz, 0:0

Spiele gegen die Schweiz[Bearbeiten]

Ergebnisse stets aus russischer Sicht (nach dem Zerfall der Sowjetunion)

  1. 1997, 10. Februar, Hongkong, 2:1
  2. 2000, 2. September, Zürich, 1:0, WM-Qualifikation
  3. 2001, 6. Oktober, Moskau, 4:0, WM-Qualifikation
  4. 2003, 7. Juni, Basel, 2:2, EM-Qualifikation
  5. 2003, 10. September, Moskau, 4:1, EM-Qualifikation

Spiele gegen Liechtenstein[Bearbeiten]

Ergebnisse stets aus russischer Sicht (nach dem Zerfall der Sowjetunion)

  1. 2005, 23. März, Vaduz, 2:1 (2:1), WM-Qualifikation
  2. 2005, 3. September, Moskau, 2:0 (1:0), WM-Qualifikation
  3. 2009, 1. April, Vaduz 1:0 (1:0), WM-Qualifikation
  4. 2009, 5. September, Sankt Petersburg 3:0 (3:0), WM-Qualifikation

Bekannte Spieler[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Russische Fußballnationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Контракт с Капелло будет подписан на следующей неделе (ВИДЕО), Zugriff am 13. Juli 2012
  2. FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com, Juni 2013. Abgerufen am 8. Juni 2013
  3. Die Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: All-time FIFA World Cup Ranking 1930-2010 (PDF; 200 kB)
  4. FIFA.com: "Sbornaja" mit Ex-Stuttgarter Pogrebnjak

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