Russische Fußballnationalmannschaft
| Verband | Rossijski Futbolny Sojus | ||
| Konföderation | UEFA | ||
| Technischer Sponsor | adidas | ||
| Trainer | |||
| Co-Trainer | |||
| Kapitän | Andrei Arschawin | ||
| Rekordtorschütze | Wladimir Bestschastnych (26) | ||
| Rekordspieler | Wiktor Onopko (109) | ||
| FIFA-Code | RUS | ||
| FIFA-Rang | 11. (1059 Punkte) (Stand: 6. Juni 2013)[2] |
||
|
|||
| Statistik | |||
|---|---|---|---|
| Erstes Länderspiel (Stockholm, Schweden; 30. Juni 1912) |
|||
| Höchster Sieg (San Marino, San Marino; 7. Juni 1995) |
|||
| Höchste Niederlage (Stockholm, Schweden; 1. Juli 1912) |
|||
| Erfolge bei Turnieren | |||
| Weltmeisterschaft | |||
| Endrundenteilnahmen | 2 (Erste: 1994) | ||
| Beste Ergebnisse | Gruppenphase 1994, 2002 | ||
| Europameisterschaft | |||
| Endrundenteilnahmen | 4 (Erste: 1996) | ||
| Beste Ergebnisse | Halbfinale 2008 | ||
| (Stand: 16. Juni 2012) | |||
Die Russische Fußballnationalmannschaft (russisch сборная России по футболу/Sbornaja Rossii po futbolu) ist die Vertretung Russlands im Fußball und wird vom russischen Fußballverband Rossijski Futbolny Sojus organisiert.
Russland qualifizierte sich bislang für zwei Fußball-Weltmeisterschaften (1994, 2002) und vier Europameisterschaften (1996, 2004, 2008, 2012).
Die FIFA erklärte die russische Fußballnationalmannschaft zum direkten Nachfolger der Nationalmannschaften der GUS und der UdSSR.
Geschichte[Bearbeiten]
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Sankt Petersburg das große Zentrum des Fußballlebens in Russland. Im Jahre 1900 entstanden neun neue Vereinigungen des Fußballs, die jedoch nicht lange bestanden. Im August 1901 gründete der Sekretär des Fußballvereins „Newski futbol-klub“ und Angestellte einer Fadenmanufaktur die „St. Petersburg Football League“, die erste Liga in Russland.
Der russische Fußballdachverband heißt Rossijski Futbolny Sojus (Российский футбольный Союз) und wurde 1912 gegründet. Das erste Länderspiel verloren die Russen 1912 mit 2:1 gegen Finnland, welches damals noch zum russischen Kaiserreich gehörte. Das erste offizielle Länderspiel nach der Auflösung der UdSSR wurde 1992 2:0 gegen Mexiko gewonnen.
Seine Glanzzeiten hatte der russische Fußball zu Zeiten der Sowjetunion, als die Nationalmannschaft der UdSSR einmal Europameister und dreimal Vize-Europameister wurde. Während die sowjetische Mannschaft bis in die 60er Jahre stark von Spielern der großen Moskauer Klubs dominiert wurde, waren ab Mitte der 70er Jahre die Russen oft in der Unterzahl, gerade unter dem vierfachen sowjetischen Trainer Lobanowskyj (1975/77, 1982/83, 1986-90) stellten Ukrainer statt Russen die Mehrzahl der Auswahl.
Nach der Auflösung der GUS-Auswahl zum Ende der EM 1992 wurde die russische Auswahl wiedergegründet, Erfolge blieben jedoch meist aus, entgegen der stets großen Erwartungen konnte sich die Mannschaft nur für je zwei Welt- und Europameisterschaften qualifizieren und schied dabei stets nach teils enttäuschenden Leistungen bereits in der Vorrunde aus. Dies führte zu einer starken Fluktuation im Amt des Nationaltrainers. Außer Oleg Romanzew, der die Auswahl zur Qualifikation zur EM 96 und WM 2002 führte und in zwei Amtszeiten insgesamt fünf Jahre Chefcoach blieb, konnte sich keiner der insgesamt neun Auswahltrainer länger als zwei Jahre im Amt halten. Tiefpunkt war die Amtszeit des Goldtrainers des Olympischen Fußballturniers 1988, Anatoli Byschowez, unter dem in der zweiten Jahreshälfte 1998 sechs Spiele in Folge verloren wurden und der deshalb nach nur sechs Monaten entlassen wurde. Die Russische Nationalmannschaft konnte sich auch für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland nicht qualifizieren, da sie im letzten Spiel gegen die Slowakei statt der nötigen 3 Punkte nur ein 0:0-Remis holte.
Ab Sommer 2006 übernahm Guus Hiddink die russische Nationalmannschaft. Der Trainer, der mit Südkorea bei der FIFA WM 2002 in Südkorea und Japan den vierten Platz erreichte und die „Socceroos“ bei der FIFA WM 2006 in Deutschland betreute, übernahm am 10. Juli 2006 das Amt des russischen Nationaltrainers. Als Zweiter der Qualifikationsgruppe E, hinter Kroatien und vor England, qualifizierte man sich für die Fußball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz. In der Gruppe D trafen die Russen dann auf Spanien, Griechenland und Schweden. Nach einer 1:4-Niederlage gegen die Spanier im ersten Gruppenspiel, einem 1:0-Sieg gegen den Europameister von 2004 und einem 2:0-Sieg gegen die Schweden qualifizierten sich die Russen für die Finalrunde. Dort trafen die Russen im Viertelfinale auf die favorisierten Niederländer, die sie nach 120 Min. mit 3:1 besiegen konnten. Im Halbfinalspiel gegen Spanien konnten die Russen nicht an ihre Leistung aus dem Viertelfinalspiel anknüpfen und verloren gegen ihren Auftaktgegner dieser EM mit 0:3 und schieden somit aus. Bei der Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika belegte Russland hinter der deutschen Mannschaft den zweiten Platz und zog später in den Playoff-Spielen gegen Slowenien den Kürzeren. Hiddink beendete daraufhin sein Engagement im Sommer 2010. Sein Nachfolger wurde Dick Advocaat.
Teilnahme an Fußball-Weltmeisterschaften (zweimal)[Bearbeiten]
Russland war von 1922 bis 1991 Teil der Sowjetunion, russische Spieler stellten neben den ukrainischen Spielern das Hauptkontingent der sowjetischen Nationalmannschaft, z. B. Lew Jaschin, der mit der UdSSR 1958, 1962, 1966 und 1970 an der WM teilnahm und dabei immer die Vorrunde überstand. Beste Platzierung war der vierte Platz 1966. Die russische Mannschaft konnte sich dagegen erst zweimal bei fünf Anläufen für eine WM qualifizieren und überstand nie die Vorrunde.
| Jahr | Gastgeberland | Teilnahme bis … | Letzte(r) Gegner | Ergebnis[3] | Trainer | Bemerkungen und Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1994 | USA | Vorrunde | Brasilien, Schweden, Kamerun | 18. | Pawel Sadyrin | Oleg Salenko gelingen als erstem und bis jetzt einzigem Spieler der WM-Geschichte fünf Tore in einem Spiel. Mit 6 Toren wird er zusammen mit Christo Stoitschkow Torschützenkönig. Er ist bis heute der einzige Torschützenkönig einer Mannschaft, die in der Vorrunde ausgeschieden ist. |
| 1998 | Frankreich | nicht qualifiziert | In den Play-offs der Qualifikation an Italien gescheitert nachdem in der Gruppenphase hinter Bulgarien der 2. Platz belegt wurde | |||
| 2002 | Südkorea/Japan | Vorrunde | Tunesien, Japan, Belgien | 22. | Oleg Romanzew | |
| 2006 | Deutschland | nicht qualifiziert | In der Qualifikation an Portugal und der Slowakei gescheitert, die in den Play-offs ebenfalls scheiterte | |||
| 2010 | Südafrika | nicht qualifiziert | In den Play-offs der Qualifikation an Slowenien gescheitert nachdem in der Gruppenphase hinter Deutschland der 2. Platz belegt wurde | |||
| 2014 | Brasilien | In der Qualifikation trifft Russland auf Aserbaidschan, Israel, Luxemburg, Nordirland und Portugal | ||||
| 2018 | Russland | qualifiziert | Gastgeber der 1. WM in Osteuropa |
Teilnahme an Fußball-Europameisterschaften (viermal)[Bearbeiten]
Russland nahm als Teil der UdSSR bzw. der GUS an den Europameisterschaften 1960 bis 1992 teil. In der 1960er Europameistermannschaft stellten russische Spieler das größte Kontingent, während 1988 nur Rinat Dassajew, Wagis Chidijatullin und Sergei Dmitrijew russische Spieler waren und ukrainische Spieler, insbesondere von Dynamo Kiew den Großteil des Vizeeuropameisters stellten. Nach der Auflösung der Sowjetunion in mehrere selbständige Staaten nahm Russland erstmals an der Qualifikation zur EM 1996 teil und konnte sich auf Anhieb qualifizieren. Seitdem wurde lediglich die Qualifikation für die EM 2000 nicht geschafft, aber nur einmal die Vorrunde überstanden. Russland traf dabei bis einschließlich 2008 in der Vorrunde immer auf den späteren Europameister.
| Jahr | Gastgeberland | Teilnahme bis … | Letzter Gegner | Ergebnis | Bemerkungen und Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|
| 1996 | England | Vorrunde | Tschechien | - | Nach zwei Niederlagen und einem Remis als Gruppenletzter ausgeschieden |
| 2000 | Niederlande und Belgien | nicht qualifiziert | In der Qualifikation an Weltmeister Frankreich und der Ukraine gescheitert, die sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte. | ||
| 2004 | Portugal | Vorrunde | Griechenland | - | Nach zwei Niederlagen und einem Sieg gegen den späteren Europameister Griechenland als Gruppenletzter ausgeschieden. |
| 2008 | Österreich und Schweiz | Halbfinale | Spanien | - | Niederlage gegen den späteren Europameister |
| 2012 | Polen und Ukraine | Vorrunde | Griechenland | - | Nach einem Sieg, einem Unentschieden gegen Co-Gastgeber Polen und einer Niederlage als Gruppendritter ausgeschieden. |
Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen (einmal)[Bearbeiten]
| 1908 in London | nicht teilgenommen, der Verband wurde erst 1912 gegründet |
| 1912 in Stockholm | Viertelfinale |
| 1920 in Stockholm | nicht teilgenommen |
| 1924-92 | Kein eigenständiger Verband; siehe UdSSR/GUS |
Aktueller Kader[Bearbeiten]
Am 11. Mai 2012 benannte Nationaltrainer Dick Advocaat den vorläufigen Kader für die Fußball-Europameisterschaft 2012.[4]
Stand 28. Juni 2012
Länderspiele gegen deutschsprachige Fußballnationalmannschaften[Bearbeiten]
Spiele gegen Deutschland[Bearbeiten]
Ergebnisse stets aus russischer Sicht (vor dem Entstehen der Sowjetunion bzw. nach deren Zerfall)
- 1912, 1. Juli, Stockholm, 0:16 (Olympische Sommerspiele 1912, höchster Sieg der deutschen Mannschaft)
- 1992, 12. Juni, Norrköping (Schweden) 1:1 (EM-Vorrunde) (als GUS)
- 1994, 7. September, Moskau, 0:1
- 1996, 16. Juni, Manchester, 0:3 (EM-Vorrunde)
- 2005, 8. Juni, Mönchengladbach, 2:2
- 2008, 11. Oktober, Dortmund, 1:2 (WM-Qualifikation)
- 2009, 10. Oktober, Moskau, 0:1 (WM-Qualifikation)
Spiele gegen Österreich[Bearbeiten]
Ergebnisse stets aus russischer Sicht (nach dem Zerfall der Sowjetunion)
- 2004, 25. Mai, Graz, 0:0
Spiele gegen die Schweiz[Bearbeiten]
Ergebnisse stets aus russischer Sicht (nach dem Zerfall der Sowjetunion)
- 1997, 10. Februar, Hongkong, 2:1
- 2000, 2. September, Zürich, 1:0, WM-Qualifikation
- 2001, 6. Oktober, Moskau, 4:0, WM-Qualifikation
- 2003, 7. Juni, Basel, 2:2, EM-Qualifikation
- 2003, 10. September, Moskau, 4:1, EM-Qualifikation
Spiele gegen Liechtenstein[Bearbeiten]
Ergebnisse stets aus russischer Sicht (nach dem Zerfall der Sowjetunion)
- 2005, 23. März, Vaduz, 2:1 (2:1), WM-Qualifikation
- 2005, 3. September, Moskau, 2:0 (1:0), WM-Qualifikation
- 2009, 1. April, Vaduz 1:0 (1:0), WM-Qualifikation
- 2009, 5. September, Sankt Petersburg 3:0 (3:0), WM-Qualifikation
Bekannte Spieler[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
- Homepage des russischen Verbandes (russ./engl.)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Контракт с Капелло будет подписан на следующей неделе (ВИДЕО), Zugriff am 13. Juli 2012
- ↑ FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com, Juni 2013. Abgerufen am 8. Juni 2013
- ↑ Die Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: All-time FIFA World Cup Ranking 1930-2010 (PDF; 200 kB)
- ↑ FIFA.com: "Sbornaja" mit Ex-Stuttgarter Pogrebnjak
Nationalmannschaften des europäischen Fußballverbandes (UEFA):
Albanien | Andorra | Armenien | Aserbaidschan | Belgien | Bosnien und Herzegowina | Bulgarien | Dänemark | Deutschland | England | Estland | Färöer | Finnland | Frankreich | Georgien | Gibraltar | Griechenland | Irland | Island | Israel | Italien | Kasachstan | Kroatien | Lettland | Liechtenstein | Litauen | Luxemburg | Malta | Mazedonien | Moldawien | Montenegro | Niederlande | Nordirland | Norwegen | Österreich | Polen | Portugal | Rumänien | Russland | San Marino | Schottland | Schweden | Schweiz | Serbien | Slowakei | Slowenien | Spanien | Tschechien | Türkei | Ukraine | Ungarn | Wales | Weißrussland | Zypern
Ehemalige europäische Nationalmannschaften als UEFA- oder FIFA-Mitglieder:
Böhmen (1906–1908) | Böhmen und Mähren | Irland (IFA) | DDR | Jugoslawien | Bundesrepublik Jugoslawien/Serbien-Montenegro | Saarland | Tschechoslowakei | UdSSR
Keine Mitglieder der UEFA bzw. Auswahlmannschaften:
Åland | Baskenland | Bretagne | Fiume | Gozo | Guernsey | Isle of Man | Jersey | Katalonien | Kosovo | Lappland | Monaco | Okzitanien | Padanien | Roma | Sark | Schlesien | Republika Srpska | Vatikan | Vereinigtes Königreich | Wallonie
Fußballnationalmannschaften der übrigen Konföderationen des Fußball-Weltverbandes (FIFA):
AFC (Asien) | CAF (Afrika) | CONCACAF (Nord-, Zentralamerika, Karibik) | CONMEBOL (Südamerika) | OFC (Ozeanien)
Hinweis: Die deutschsprachige Wikipedia bezieht sich bei der Umschreibung der kyrillischen Schrift auf die vom Duden vorgegebene deutsche Transkription (siehe Wikipedia:Namenskonventionen/Kyrillisch). Beim Verfassen von Artikeln zu den einzelnen Spielern ist es allerdings erwünscht, dass eine Weiterleitung mit der englischen Transkription angelegt wird.