Mittelhof

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde Mittelhof, für weitere Orte namens Mittelhof siehe: Mittelhof (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Mittelhof
Mittelhof
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Mittelhof hervorgehoben
50.7757.8038888888889256Koordinaten: 50° 47′ N, 7° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Altenkirchen (Westerwald)
Verbandsgemeinde: Wissen
Höhe: 256 m ü. NHN
Fläche: 11,13 km²
Einwohner: 1029 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57537
Vorwahl: 02742
Kfz-Kennzeichen: AK
Gemeindeschlüssel: 07 1 32 011
Gemeindegliederung: 22 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstraße 75
57537 Wissen
Webpräsenz: www.wissen.eu
Ortsbürgermeister: Franz Cordes
Lage der Ortsgemeinde Mittelhof im Landkreis Altenkirchen (Westerwald)
Friesenhagen Harbach (Landkreis Altenkirchen) Niederfischbach Mudersbach Brachbach Kirchen (Sieg) Herdorf Daaden Emmerzhausen Mauden Derschen Nisterberg Friedewald (Westerwald) Weitefeld Niederdreisbach Schutzbach Grünebach Alsdorf (Westerwald) Betzdorf Scheuerfeld Wallmenroth Willroth Krunkel Horhausen (Westerwald) Pleckhausen Güllesheim Obersteinebach Niedersteinebach Bürdenbach Eulenberg (Westerwald) Peterslahr Rott (Westerwald) Burglahr Oberlahr Eichen (Westerwald) Seifen (Westerwald) Seelbach (Westerwald) Flammersfeld Kescheid Reiferscheid Berzhausen Obernau (Westerwald) Walterschen Schürdt Orfgen Ziegenhain (Westerwald) Giershausen Katzwinkel (Sieg) Birken-Honigsessen Wissen (Stadt) Hövels Mittelhof Nauroth Elkenroth Rosenheim (Landkreis Altenkirchen) Kausen Dickendorf Malberg (Westerwald) Steinebach/Sieg Fensdorf Gebhardshain Elben (Westerwald) Steineroth Molzhain Selbach (Sieg) Forst (bei Wissen, Sieg) Bitzen Etzbach Roth (Landkreis Altenkirchen) Bruchertseifen Fürthen Hamm (Sieg) Seelbach bei Hamm (Sieg) Breitscheidt Pracht Birkenbeul Niederirsen Kircheib Hirz-Maulsbach Fiersbach Mehren (Westerwald) Rettersen Ersfeld Hasselbach (Westerwald) Forstmehren Kraam Werkhausen Oberirsen Weyerbusch Hemmelzen Neitersen Birnbach Ölsen Schöneberg (Westerwald) Stürzelbach Fluterschen Oberwambach Berod bei Hachenburg Gieleroth Almersbach Altenkirchen (Westerwald) Michelbach (Westerwald) Ingelbach Sörth Mammelzen Eichelhardt Idelberg Isert Helmeroth Racksen Volkerzen Hilgenroth Obererbach (Westerwald) Bachenberg Busenhausen Heupelzen Wölmersen Kettenhausen Helmenzen Nordrhein-Westfalen Landkreis Neuwied Westerwaldkreis Landkreis NeuwiedKarte
Über dieses Bild

Mittelhof ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Wissen an und ist seit 1973 ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.:[2]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt zwischen Betzdorf und Wissen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Insgesamt gliedert sich die Gemeinde Mittelhof in 22 Ortsteile und Wohnplätze:[3]

  • Blickhausen
  • Blickhauser Wald
  • Grabig
  • Hof Auen
  • Hüngesberg
  • Katzenthal
  • Kleehahn
  • Kohlschlade
  • Mitteldurwittgen
  • Mittelhof
  • Neuröttgen
  • Niederdurwittgen
  • Niederkrombach
  • Oberdurwittgen
  • Oberkrombach
  • Osenbach
  • Quadenhof
  • Roddern
  • Röttgen
  • Steckenstein
  • Teufelsbruch
  • Voßwinkel

Geschichte[Bearbeiten]

Bergbau[Bearbeiten]

Mitte des 19. Jahrhunderts besaß die Gemeinde Blickhauserhöhe (damaliger Name für Mittelhof) drei Bergbaubetriebe, in denen Eisen- und Kupfererz gefördert wurden. Durch die ständig wachsende Nachfrage an Erzen und der damit einhergehenden Nachfrage an Arbeitern stieg die Bevölkerung zu dieser Zeit rasch an.

Bis 1892 wurden jedoch zwei Gruben geschlossen, was eine größere Arbeitslosigkeit in Mittelhof auslöste. Diese Arbeitslosigkeit wurde jedoch durch die dritte Grube, die sehr erzreich war, eingedämmt. Anfang des 20. Jahrhunderts galt diese Grube sogar als einer der technisch am besten entwickelten Bergbaubetriebe und Mittelhof gewann weiter an Bevölkerung.

Die letzte Grube wurde im Februar 1964 stillgelegt, da der Bergbau in Tiefen von über 1.000 m zu teuer und unrentabel wurde. Die Mittelhofer Kirche erinnert mit ihrem Barbarafenster weiter an den einstigen Bergbau.

Gemeinde Blickhauserhöhe[Bearbeiten]

Die „Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinzen“ von 1830 beschreibt die Gemeinde Blickhauserhöhe (heute Mittelhof) wie folgt:[4]

„Die Gemeinde Blickhauserhöhe mit 297 Einwohnern. Dazu gehören: die Weiler Hüngesberg mit 25, Voswinkel mit 24, Ober-Krombach mit 33, Röttgen mit 30, die Höfe Nieder-Krombach mit 9, Aue mit 9, Eichen mit 11, Katzenthal mit 11, Blickhausen mit 12, Karnweg mit 4, Ouadenhof mit 15, Mittelhof mit 18, Ossenbach mit 10, Roddern mit 15, Steckenstein mit 14, Kohlschladen mit 9, Nieder-Dorwittgen mit 11, Mittel-Dorwittgen mit 18, Ober-Dorwittgen mit 20 Einwohnern“.

Namensänderung[Bearbeiten]

Am 1. März 1986 wurde die Gemeinde von „Blickhauserhöhe“ in „Mittelhof“ umbenannt.[5]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Mittelhof, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 265
1835 350
1871 480
1905 624
1939 654
1950 735
Jahr Einwohner
1961 621
1970 626
1987 781
1997 778
2005 1.153
2012 1.029

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Mittelhof besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FWG WGR Gesamt
2014 10 6 16 Sitze
2009 3 7 6 16 Sitze
2004 3 7 6 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Mittelhof-Hövels e.V.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Im rechten Feld eine schwarze Windrose mit schwarzem von südwestlicher in nordöstlicher Richtung durchgezogenen Pfeil auf goldenem Grund, im großen mittleren Feld goldene Ähre auf rotem Grund, im linken Feld eine schwarze Grubenlampe auf goldenem Grund“.

Die Gemeinde führt dieses Wappen seit dem 7. Oktober 1986.

Gedenkstein: Partnerschaft Pietna–Mittelhof

Ortspartnerschaft[Bearbeiten]

Seit August 2002 pflegt Mittelhof eine Partnerschaft mit der Ortschaft Pietna (Gemeinde Krapkowice) in Polen. Die am 30. Mai 2003 urkundlich gefestigte Partnerschaft kam auf Initiative der Einwohner von Pietna zustande, die eine Partnerschaft mit einer deutschen Gemeinde anstrebten. Da die Stadt Krapkowice bereits eine lange Partnerschaft mit der Stadt Wissen pflegt, wurde nach einer Gemeinde in der Wissener Verbandsgemeinde gesucht und schließlich mit Mittelhof ein Partner gefunden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Nach der Schließung der letzten Erzgruben 1954 und 1964 hat seit Ende der 1960er-Jahre der Fremdenverkehr in Mittelhof stark zugenommen und ist inzwischen mit bestimmender Faktor des wirtschaftlichen Lebens. Gaststätten, Privatpensionen, Campingplatz und Mobilheimpark bieten reichlich Übernachtungs- und Urlaubsangebote.

Lebenshilfe für geistig Behinderte e. V.[Bearbeiten]

„Im Frühjahr 1962 gründeten mehrere Eltern geistig behinderter Kinder im Raum Wissen eine Ortsvereinigung der Lebenshilfe e. V., die es stets als ihre Aufgabe ansah, Maßnahmen und Einrichtungen zu fördern, die eine wirksame Lebenshilfe für geistig Behinderte aller Altersstufen bedeutet. Seit 1971 hat der Verein im ehemaligen Freizeitheim Grube „Friedrich“ in der Gemeinde Mittelhof ein Domizil. […] Etwa 170 Arbeitsplätze stehen den Behinderten heute zur Verfügung. […] Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Lebenshilfe konnte ein neues Wohnhaus im Jahre 1987 seiner Bestimmung übergeben werden. 29 Behinderte fanden nun hier eine neue Heimat.“[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die neugotische Kirche „St. Marien“ (1895–1997);
  • das älteste Jugendheim des Kreises Altenkirchen (1929–1931);
  • das unter Denkmalschutz stehende Fachwerkhaus „Quadenhof“ aus dem 15. Jahrhundert (1987 restauriert).

Siehe auch:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mittelhof – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 12 (PDF; 2,16 MB)
  4. Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinzen, 1830, Seite 702
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (PDF-Datei; 2,03 MB), Seite 203
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Homepage der Gemeinde