Betzdorf
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Altenkirchen (Westerwald) | |
| Verbandsgemeinde: | Betzdorf | |
| Höhe: | 211 m ü. NN | |
| Fläche: | 9,57 km² | |
| Einwohner: |
10.018 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 1047 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 57501–57518 | |
| Vorwahl: | 02741 | |
| Kfz-Kennzeichen: | AK | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 1 32 006 | |
| Stadtgliederung: | 4 Stadtteile | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Hellerstraße 2 57518 Betzdorf |
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| Webpräsenz: | ||
| Stadtbürgermeister: | Bernd Brato (SPD) | |
| Lage der Stadt Betzdorf im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) | ||
Betzdorf ist eine Stadt im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) im nördlichen Teil von Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Betzdorf. Betzdorf ist gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]
Inhaltsverzeichnis |
Geographie[Bearbeiten]
Die Stadt Betzdorf liegt etwa 20 km südwestlich von Siegen in einem Talkessel zwischen Westerwald im Süden und Siegerland im Norden. In Betzdorf mündet der Fluss Heller in die Sieg. Betzdorf ist die größte Stadt im Landkreis Altenkirchen.
Stadtgliederung[Bearbeiten]
Zur Stadt Betzdorf gehören die Stadtteile Bruche, Dauersberg und Struthof.
Geschichte[Bearbeiten]
Die erste sichere urkundliche Erwähnung Betzdorfs war 1249 auf einer Urkunde der Gräfin Mechthild von Sayn.
Das Wachstum des vorerst nicht sehr bedeutenden Ortes begann erst mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Köln-Deutz/Gießen mit einer Zweigstrecke von Betzdorf nach Siegen, womit Betzdorf zur Drehscheibe und Eisenbahnerstadt mit Rangierbahnhof für die umliegenden Eisenerzbergwerke wurde. 1882 war für die gewachsene katholische Gemeinde die neugotische St.-Ignatius-Kirche vollendet.
Am 1. April 1886 entstand durch Abtrennung der Gemeinden Betzdorf, Alsdorf (Westerwald), Grünebach, Sassenroth, Dauersberg, Scheuerfeld, Bruche und Wallmenroth von der Bürgermeisterei Kirchen (Sieg) die Bürgermeisterei Betzdorf. Die Gemeinde Bruche stieß 1907 durch Eingemeindung zu Betzdorf. 1935 wurden die Bürgermeistereien in Ämter umbenannt. Ihre Bedeutung als Eisenbahnknotenpunkt führte allerdings dazu, dass die Stadt im Zweiten Weltkrieg unter starken Luftangriffen zu leiden hatte, wodurch zwei Drittel der Stadt den Bomben zum Opfer fielen. So fielen unter anderem am 12. März 1945 einem Luftangriff 61 Menschen zum Opfer.[3] Dieser Angriff wurde von der 8. US-Luftflotte mit B-17 Bombern durchgeführt.[4]
1953 wurde Betzdorf Titularstadt. In den folgenden Jahren wurden fast alle Betzdorfer Eisenbahnanlagen und -einrichtungen, wie das Ausbesserungswerk, das Bahnbetriebswerk, das Bundesbahn-Betriebsamt, der Rangierbahnhof, die Bahnmeisterei, die Fernmeldemeisterei, die Bahnhofsverwaltung und die Güterabfertigung stillgelegt, so dass Betzdorf heute nur mehr im Personenverkehr ein kleiner Eisenbahnknotenpunkt ist.
Am 7. Juni 1969 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Dauersberg nach Betzdorf eingemeindet.[5]
Durch die Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz wurde aus dem Amt Betzdorf schließlich die Verbandsgemeinde Betzdorf mit Verwaltungssitz in der Stadt Betzdorf.
- Statistik zur Einwohnerentwicklung
Die Entwicklung der Einwohnerzahl, bezogen auf das heutige Stadtgebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]
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Politik[Bearbeiten]
Stadtrat[Bearbeiten]
Der Stadtrat in Betzdorf besteht aus 28 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.
Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:[6]
| Wahl | SPD | CDU | FDP | Grüne | FWG | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2004 | 7 | 15 | 2 | 1 | 3 | 28 Sitze |
| 2009 | 10 | 9 | 3 | 3 | 3 | 28 Sitze |
Bürgermeister[Bearbeiten]
Bürgermeister der Verbandsgemeinde und Stadtbürgermeister von Betzdorf in Personalunion ist Bernd Brato (SPD). Er kam im November 2006 durch Direktwahl in die beiden Ämter, die er im Januar 2007 antrat.
Wappen[Bearbeiten]
Das Wappen der Stadt Betzdorf ist gespalten, links in Schwarz ein silberner Schrägbalken, belegt mit drei schwarzen Eberköpfen, rechts in Rot ein goldener, zum Betrachter schauender Löwe mit roter Zunge. Der Löwe stammt aus dem Wappen der Grafen von Sayn und die Eberköpfe aus dem der Herren von Freusburg.
Städtepartnerschaften[Bearbeiten]
Die Stadt Betzdorf pflegt Partnerschaften mit den Städten
- Decize in Frankreich,
- Ross on Wye in England, Grafschaft Herefordshire,
- Denizli in der Türkei hat eine Partnerschaft mit der Verbandsgemeinde Betzdorf,
- Gogolin in Polen, in der Woiwodschaft Oppeln, Landkreis Krapkowice.
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]
Die größten regelmäßigen Veranstaltungen sind das Schützenfest, Anfang September, des Schützenvereins Betzdorf, das Geranienfest, im Mai, der Bauernmarkt, im September, und das Barbarafest, Anfang Oktober, der Aktionsgemeinschaft sowie die zahlreichen Veranstaltungen der Betzdorfer Vereine (Konzerte, Theater, Karneval, u. a.).
Ein besonderes Highlight ist die jährlich stattfindende Erzquell City-Night, ein Radrennen durch die Betzdorfer Innenstadt, das mit internationalen Spitzensportlern besetzt ist.
siehe auch: → Liste der Kulturdenkmäler in Betzdorf
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Verkehr[Bearbeiten]
Die Stadt Betzdorf ist ein Eisenbahnknotenpunkt (nur im Personennahverkehr) mit Zugang zur:
- Siegstrecke (Köln–Siegen)
- Bahnstrecke Betzdorf–Haiger (Betzdorf–Herdorf–Neunkirchen–Burbach–Hickengrund–Haiger–Dillenburg)
- Daadetalbahn (Betzdorf–Daaden).
Bis zur Stilllegung der Asdorftalbahn gab es von hier aus auch Personenzugläufe bis Freudenberg bzw. Olpe, Dieringhausen oder Finnentrop.
Alternativ verkehren verschiedene Buslinien von vier Verkehrsgesellschaften, die Nachbargemeinden und andere Landkreise verbinden. Die meisten Fahrten dienen als Schulfahrten, weshalb sie hauptsächlich nur morgens und am frühen Mittage verkehren. Da die Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen nicht weit entfernt ist, werden dort zwangsläufig auch Gemeinden und Ortsteile mitbedient.
Die Stadt Betzdorf liegt ca. 20 Kilometer abseits der Bundesautobahn 45. Nächster Flughafen ist der Siegerlandflughafen. Der Flughafen Köln/Bonn und der Flughafen Frankfurt am Main sind mit der Bahn zu erreichen.
Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]
In der Stadt Betzdorf gibt es zwei Grundschulen, zwei Realschule plus sowie jeweils eine Berufsbildende Schule, eine Bücherei, eine Volkshochschule und ein Gymnasium.
Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]
In Betzdorf gibt es neben mehreren kleineren Sportplätzen das Stadion „Auf dem Bühl“, im Eigentum der Stadt Betzdorf, sowie die Freizeitsportanlage Molzberg, die den Verbandsgemeinden Betzdorf und Kirchen (Sieg) gehört.
Sonstiges[Bearbeiten]
Wenige Kilometer südlich der Kernstadt befindet sich ein nach dem in der Nähe gelegenen Ortsteil Dauersberg benanntes Umspannwerk, welches Schaltanlagen für 380, 220 und 110 kV beinhaltet. Es ist einer der größten Knotenpunkte im deutschen Energieversorungsnetz, an dem ein Großteil der die Metropolregionen Rhein-Ruhr und Rhein-Main verbindenden Hochspannungsleitungen zusammenläuft.
Kuriositäten[Bearbeiten]
Betzdorf war im Besitz des größten Ostereis Deutschlands, welches sich am Ortseingang an der B 62 (aus Richtung Kirchen kommend) befand. Es kam auf eine Höhe von 9,27 m und einen Durchmesser von 5,71 m. Das Osterei ist im Frühjahr 2008 im Rahmen der „Stadtgespräche Betzdorf“ entstanden. Da es mehrfach durch Vandalierer beschädigt wurde verpackte man es zuletzt in einem großen Jutetuch, bis es schließlich im Oktober 2011 entfernt wurde.[7]
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]
Bekannte Betzdorfer sind
- Peter Günther (1882–1918), Weltmeister im Radfahren 1911
- Robert Götz (1892–1978), ein Volksliederkomponist („Aus grauer Städte Mauern zieh´n wir durch Wald und Feld“, „Jenseits des Tales standen ihre Zelte“)
- Fritz Pullig (1887–1963), Flugpionier
- Erhard Rittershaus (1931–2006), Manager und Politiker
- Matthias Deutschmann (* 1958), Kabarettist
- Uwe Alzen (* 1967 in Kirchen), Automobilrennfahrer
- Stefan Baldus (* 1949), Politiker
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]
- Karl Hartmann (1857–1910); Mundartdichter und Internatsgründer
Weblinks[Bearbeiten]
- Stadt Betzdorf auf der offiziellen Website der Verbandsgemeinde Betzdorf
- Internetportal zur Stadt und Verbandsgemeinde Betzdorf und ihrer Geschichte
- Betzdorfer Geschichte e. V.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
- ↑ Siegerländer Heimatkalender 1977, S.10, Verlag für Heimatliteratur
- ↑ http://www.taphilo.com/history/8thaf/8thaf-missions.xls
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 171 (PDF; 2,6 MB)
- ↑ Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat
- ↑ Rhein-Zeitung 31. Oktober 2011: Abgerissen: Betzdorfer Ei ist Geschichte
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