Brachbach

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Brachbach (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Brachbach
Brachbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Brachbach hervorgehoben
50.81757.9319444444444267Koordinaten: 50° 49′ N, 7° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Altenkirchen (Westerwald)
Verbandsgemeinde: Kirchen (Sieg)
Höhe: 267 m ü. NHN
Fläche: 6,36 km²
Einwohner: 2411 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 379 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57555
Vorwahl: 02745
Kfz-Kennzeichen: AK
Gemeindeschlüssel: 07 1 32 012
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Lindenstraße 1
57548 Kirchen (Sieg)
Webpräsenz: www.kirchen-sieg.de
Ortsbürgermeister: Josef Preußer (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Brachbach im Landkreis Altenkirchen (Westerwald)
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Brachbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kirchen (Sieg) an.

Die Gemeinde liegt im äußersten Nordosten von Rheinland-Pfalz unweit westlich der Grenze zu Nordrhein-Westfalen und war früher ein bedeutender Bergbauort.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Brachbach liegt zwischen Siegen (NRW) im Nordosten und Betzdorf (RLP) im Südwesten in direkter südlicher Nachbarschaft zu Mudersbach und wird von der Sieg durchflossen, wodurch die Ortschaft zum Einzugsgebiet des Rheins gehört, landschaftlich aber im Siegerland zuhause ist. Südlich der Ortschaft, die sich bei 267 m ü. NN befindet, erhebt sich die Kuppe des 517 m hohen Bergs „Windhahn“, der den höchsten Berg des waldreichen Höhenzugs Windhahn darstellt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Brachbach besteht aus dem großen Kernort Brachbach und dem kleinen Ortsteil Büdenholz, der knapp 1,5 km (Luftlinie) weiter nordwestlich auf 224,7 m ü. NN an der B 62 liegt. Außerdem gibt es noch das Ortsgebiet „In den Karpathen“.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Nachbarorte sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Mudersbach (direkt nördlich), Siegen-Eiserfeld (ost-nordöstlich), Neunkirchen (östlich), Herdorf (südlich), Kirchen (westlich) und Niederfischbach (nordwestlich).

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Brachbach erfolgte erst in einer Rechnung betreffend „Brachtpach“ aus dem Jahr 1471 oder 1472, die ein Freusburger Rentmeister erstellte.

Am 7. Juni 1969 wurde aus der aufgelösten Gemeinde Katzenbach der Ortsteil Unterbüdenholz nach Brachbach eingegliedert.[2]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Brachbach bezogen auf das heutige Gemeindegebiet, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3][1]

Jahr Einwohner
1815 300
1835 405
1871 863
1905 1.285
1939 1.738
1950 1.883
Jahr Einwohner
1961 2.378
1970 2.853
1987 2.609
1997 2.612
2005 2.462
2012 2.411

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Brachbach besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden. Bis 2009 gehörten dem Gemeinderat 20 Ratsmitglieder an.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU Gesamt
2014 7 9 16 Sitze
2009 7 9 16 Sitze
2004 9 11 20 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Schild durch eingeschweifte grüne Spitze, darin auf schwarzem Schildfuß ein goldenes Stollenmundloch mit schwarzer Öffnung und mit aufstehender goldener Fichte gespalten, vorne in Silber ein durchgehendes rotes Kreuz, hinten in schwarz ein silberner Schrägbalken, belegt mit drei schwarzen Eberköpfen“.

Die drei Eberköpfe im Wappen symbolisieren die frühere Zugehörigkeit zur Herrschaft Freusburg, von deren Wappenschild diese übernommen wurden. Das rote Kreuz auf silbernem Grund weist auf Kurtrier hin, zu dem Brachbach im Kirchspiel Kirchen als „Trierische Insel“ gehörte. Das „Stollenmundloch“ des „Werrnsberger Erbstollens“ (ca. 300 Jahre alt) erinnert an den früheren Bergbau und gilt heute als Wahrzeichen für Brachbach.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Brachbach pflegt seit den 1980er Jahren eine Partnerschaft zu La Membrolle-sur-Choisille im französischen Département Indre-et-Loire.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten]

In Brachbach befinden sich einige unter Denkmalschutz gestellte Kulturdenkmäler:

  • Die Katholische Pfarrkirche St. Josef, eine neugotische Hallenkirche aus dem Jahr 1870, der Westbau aus Bruchstein wurde 1911 errichtet
  • Mehrere Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert (Kirchstraße, Mittelstraße, Siegstraße)

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten von Brachbach gehört der am 24. Juli 2005 eröffnete und 9,6 km lange „Grubenwanderweg“, der auf den Spuren der hiesigen Bergbaugeschichte durch Brachbach und den Höhenzug Windhahn führt. Innerhalb des Höhenzugs ist die an einer großen Wegekreuzung stehende Kreuzeiche (455 m ü. NN) beliebter Anlaufpunkt und Rastplatz für Wanderer. In seinen nordwestlichen Ausläufern zählt dazu auch das Naturdenkmal „Hohe Ley“ (317,2 m), eine Felsgruppe nördlich von Brachbach bzw. östlich von Mudersbach. Auch der vor einigen Jahren neu hergerichtete „Zechenwaldplatz“ mit einem Backes zählt ebenfalls zu einer der Sehenswürdigkeiten der Gemeinde.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bahnhof Brachbach an der Siegstrecke

Direkt am nördlichen Ortsrand vorbei führt ein Abschnitt der Eisenbahnstrecke Köln–Au–Siegen und die B 62, die hier von Siegen über Mudersbach, Brachbach und Kirchen nach Betzdorf führt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ein bekannter Brachbacher Bürger war der ehemalige Boxer Peter Hussing (1948-2012), der als erfolgreichster deutscher Amateur-Boxer auch im Guinness-Buch der Rekorde steht. Ebenso stammt auch die amtierende Senioren-Weltmeisterin im Judo-Schwergewicht Anke Pfeifer aus Brachbach. Als weitere Brachbacher Sportlerin sei an dieser Stelle die deutsche Skeletonmeisterin 2012, Jacqueline Lölling, genannt. Auch die Schriftsteller Stefan Utsch und Rudolf Utsch wurden in diesem Ort geboren.

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alfons Jasnoch: Geschichte des Dorfes Brachbach/Sieg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brachbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 172 (PDF; 2,6 MB)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz - Regionaldaten
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen