Nostorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Nostorf führt kein Wappen
Nostorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nostorf hervorgehoben
53.40666666666710.65333333333312Koordinaten: 53° 24′ N, 10° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Boizenburg-Land
Höhe: 12 m ü. NHN
Fläche: 19,97 km²
Einwohner: 990 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 50 Einwohner je km²
Postleitzahl: 19258
Vorwahl: 038847
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 106
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Fritz-Reuter-Str. 3
19258 Boizenburg/Elbe
Webpräsenz: www.amtboizenburgland.de
Bürgermeister: Joachim Kletzin
Lage der Gemeinde Nostorf im Landkreis Ludwigslust-Parchim
Brandenburg Niedersachsen Schleswig-Holstein Schwerin Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Nordwestmecklenburg Banzkow Plate Plate Sukow Bengerstorf Besitz (Mecklenburg) Brahlstorf Dersenow Gresse Greven (Mecklenburg) Neu Gülze Nostorf Schwanheide Teldau Tessin b. Boizenburg Barnin Bülow (bei Crivitz) Crivitz Crivitz Demen Friedrichsruhe Tramm (Mecklenburg) Zapel Dömitz Grebs-Niendorf Karenz (Mecklenburg) Malk Göhren Malliß Neu Kaliß Vielank Gallin-Kuppentin Gischow Granzin Obere Warnow Gehlsbach (Gemeinde) Kreien Kritzow Lübz Lutheran Marnitz Passow (Mecklenburg) Siggelkow Suckow Tessenow Gehlsbach (Gemeinde) Werder (bei Lübz) Goldberg (Mecklenburg) Dobbertin Goldberg (Mecklenburg) Mestlin Neu Poserin Techentin Goldberg (Mecklenburg) Balow Brunow Dambeck Eldena Gorlosen Grabow (Elde) Karstädt (Mecklenburg) Kremmin Milow (bei Grabow) Möllenbeck (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Muchow Prislich Steesow Zierzow Alt Zachun Bandenitz Belsch Bobzin Bresegard bei Picher Gammelin Groß Krams Hoort Hülseburg Kirch Jesar Kuhstorf Moraas Pätow-Steegen Picher Pritzier Redefin Setzin Strohkirchen Toddin Warlitz Alt Krenzlin Bresegard bei Eldena Göhlen Groß Laasch Leussow Lübesse Lüblow Rastow Sülstorf Uelitz Warlow Wöbbelin Blievenstorf Brenz (Mecklenburg) Neustadt-Glewe Neustadt-Glewe Cambs Dobin am See Gneven Pinnow (bei Schwerin) Langen Brütz Leezen (Mecklenburg) Pinnow (bei Schwerin) Raben Steinfeld Damm (Eldetal) Domsühl Obere Warnow Groß Godems Zölkow Karrenzin Lewitzrand Rom (Mecklenburg) Severin (Mecklenburg) Spornitz Stolpe (Mecklenburg) Ziegendorf Zölkow Barkhagen Buchberg (Mecklenburg) Ganzlin Plau am See Wendisch Priborn Blankenberg (Mecklenburg) Borkow Brüel Dabel Hohen Pritz Kobrow Kuhlen-Wendorf Langen Jarchow Mustin (Mecklenburg) Sternberg Sternberg Weitendorf (bei Brüel) Witzin Zahrensdorf Zahrensdorf Dümmer (Gemeinde) Holthusen Klein Rogahn Klein Rogahn Pampow Schossin Stralendorf Warsow Wittenförden Zülow Körchow Lehsen Wittenburg Wittendörp Gallin Kogel Lüttow-Valluhn Vellahn Zarrentin am Schaalsee Boizenburg/Elbe Ludwigslust Lübtheen Parchim Parchim HagenowKarte
Über dieses Bild

Nostorf im Landkreis Ludwigslust-Parchim ist eine Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Boizenburg-Land mit Sitz in der nicht amtsangehörigen Stadt Boizenburg/Elbe verwaltet.

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Nostorf, Bickhusen, Horst und Rensdorf.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Nostorf ist die westlichste Gemeinde Mecklenburg-Vorpommerns und grenzt an Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Westliche Gemeindeteile gehören zum Naturschutzgebiet Stecknitz-Delvenau, eine südliche Teilfläche zum Naturpark Mecklenburgisches Elbetal. Die nächstgelegenen Städte sind Boizenburg etwa fünf Kilometer südöstlich und Lauenburg etwa sieben Kilometer südwestlich. Durch das Gemeindegebiet verlaufen die Bundesstraße 5, der Mühlenbach und an den Gemeindegrenzen die Elbe und die Delvenau.

Geschichte[Bearbeiten]

Nostorf[Bearbeiten]

In einem Boizenburger Kirchenvisitationsprotokoll von 1444 und im Landesbederegister von 1453 heißt das Dorf Notstorp und behält diesen Namen auch in den folgenden Jahrhunderten bei. Die Wortbedeutung ist unbekannt. Das Dorf war ursprünglich als Sackplatzdorf mit der geschlossenen Seite zur Niederung des Mühlenbaches und einer einzigen Zuwegung zu den Ackerflächen im Norden angelegt. Im 15. Jahrhundert gehörte es zu den Besitzungen der Familie von Sprengel mit Sitz in Gresse und gelangte anschließend zum landesherrlichen Domanium. 1825 zählte das Dorf zehn Vollbauern und fünf Büdner.

Die Nostorfer Dorfkirche geht zurück auf eine Vorgängerkapelle aus dem Jahr 1483. Das Dorf war stets in Zweedorf eingepfarrt.

In der westlich gelegenen Delvenauniederung befinden sich die Überreste der Bannborg, einer mittelalterlichen Niederungsburg.

Bickhusen[Bearbeiten]

Der deutsche Ortsname begegnet erstmals im Landbederegister von 1453 als villa bikhusen. Die Bestimmungssilbe Bick rührt von einem Personennamen. Das Dorf hatte damals zehn Vollbauernstellen und grenzte im Norden an den später umgeleiteten Schwanheider Mühlenbach und westlich an die Delvenauniederung. Die Anlage kann sowohl als Zeilendorf als auch als Sackplatzdorf erfolgt sein. 1825 gab es nur noch vier Bauernstellen. Das Dorf ist seit jeher in Boizenburg eingepfarrt.

Horst[Bearbeiten]

Abbau der Grenzanlagen in Horst 1990

Der vergleichsweise junge deutsche Name verweist auf die erhöhte Lage in den Niederungen von Elbe und Delvenau. In den Boizenburger Bede- und Schlossregistern von 1453 und 1573 findet sich noch der Name Awe, Aue und Öwe. Von 1538 bis 1599 war der Ort unbewohnt und die Feldmark wurde von Bauern aus Bickhusen, Rensdorf und Gehrum bewirtschaftet. Ab 1582 gehörte die Feldmark der adeligen Familie von Blücher aus Wiebendorf. Später wurde hier ein Gutshof angelegt. Diesen kaufte 1727 der Hamburger Jurist Johann Babtista Mutzenbecher für 27500 Taler nebst dem Gut zu Gehrum von der Familie von Bülow. Das Gut blieb bis 1818 ritterschaftlich und wurde noch vor 1825 in einen domanialen Pachthof umgewandelt. Das zweigeschossige, klassizistische Herrenhaus an der ehemaligen Grenze wurde 1975 abgerissen.

Der Ortsteil war bis 1989 Grenzübergangsstation der ehemaligen innerdeutschen Grenze an der Bundesstraße 5. Dort befinden sich heute die Außenstelle M16 des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, das entsprechende Landesamt sowie ein Flüchtlingslager mit insgesamt 650 Plätzen.[3] Das Lager liegt mitten im Wald, fernab von notwendiger Infrastruktur wie Beratungsstellen, Rechtsanwälten, Ärzten oder Seelsorgern. Es ist seit 1995 die Erstaufnahmeeinrichtung für Mecklenburg-Vorpommern und dient seit Sommer 2005 auch als Landesgemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge, die nach Ansicht der Behörden „keine Bleibeperspektive“ in Deutschland haben und dort bis zu 12 Monate untergebracht werden, wobei sie jeden Tag mit ihrer Abschiebung rechnen müssen. Diese finden häufig in den frühen Morgenstunden und ohne Vorankündigung statt.[4]

Rensdorf[Bearbeiten]

Kapelle Rensdorf

Rensdorf wird 1297 als Rensedorpe erstmals urkundlich erwähnt.[5] Derselbe Name findet sich auch im Landbederegister von 1453. Er stammt vom Altslawischen resa für Weidenkätzchen, so dass es sich um ein Dorf an einem Waldgebiet gehandelt hat. Neben drei Boizenburger Pfarrhufen waren im Jahre 1800 drei adelige Hufen verzeichnet, die von dem Gut im Ortsteil Horst verwaltet wurden. 1825 gehörten die ritterschaftlichen Höfe bereits zum Domanialamt und es waren neben den drei Pfarrhufen insgesamt vier Vollbauern und drei Büdner vorhanden.

Die Kapelle wird in einem Kirchenvisitationsprotokoll von 1534 als längst bestehend aufgeführt und wurde von Boizenburg versorgt. Im Zuge des Dreißigjährigen Krieges brannten 1627 dänische Soldaten die Kapelle nieder, 1650 erfolgte die Wiedererrichtung. 1782 wurde der Horster Gutsherr David Faler links des Altars beigesetzt. 1977 wurde die Kapelle von den Rensdorfer Bürgern umfassend saniert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Nostorf

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Ernte- und Kartoffelfest im September (geplant von der AFM Nostorf & der Gemeinde Nostorf)
  • Osterfeuer (geplant vom Förderverein der Gemeinde Feuerwehr Nostorf)
  • Laterne- bzw. Fackelumzug (geplant vom Förderverein der Gemeinde Feuerwehr Nostorf)

Literatur[Bearbeiten]

Dieter Greve: Flurnamenatlas für das südliche Westmecklenburg, Band I, Stadt Boizenburg. Dörfer des Amtes Boizenburg-Land. Erster Teil, Thomas Helms Verlag, Schwerin 2011, Seiten 133 ff., 142 ff. ISBN 978-3-940207-25-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nostorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. § 1 der Hauptsatzung (PDF; 3,2 MB) der Gemeinde
  3. Internetauftritt der Landesregierung [1]
  4. Flüchtlingsrat Hamburg: Flüchtlingsunterbringung in Hamburg 2007 Das Lager in Nostorf - Horst (PDF)
  5. MUB IV, 2452 [2]