Landkreis Ludwigslust-Parchim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Deutschlandkarte, Position des Landkreises Ludwigslust-Parchim hervorgehoben53.4511.55Koordinaten: 53° 27′ N, 11° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Verwaltungssitz: Parchim
Fläche: 4.752 km²
Einwohner: 212.373 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Kreisschlüssel: 13 0 76
Kreisgliederung: 149 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Putlitzer Straße 25
19370 Parchim
Webpräsenz: www.kreis-swm.de
Landrat: Rolf Christiansen (SPD)
Lage des Landkreises Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern
Polen Königreich Dänemark Schleswig-Holstein Niedersachsen Brandenburg Müritz Stettiner Haff Ostsee Schwerin Hansestadt Rostock Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Nordwestmecklenburg Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Ludwigslust-ParchimKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim ist ein Landkreis im Südwesten Mecklenburg-Vorpommerns. Mit 4752 km² Fläche[2] ist der Kreis nach dem gleichzeitig gebildeten Landkreis Mecklenburgische Seenplatte der zweitgrößte Landkreis Deutschlands. Außerdem weist er die geringste Bevölkerungsdichte der Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern auf. Kreisstadt ist Parchim. In Ludwigslust befindet sich eine Außenstelle der Verwaltung.

Geografie[Bearbeiten]

Das Kreisgebiet grenzt im Norden an den Landkreis Nordwestmecklenburg, die Landeshauptstadt Schwerin und den Schweriner See, im Nordosten an den Landkreis Rostock, im Osten an den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, im Süden an den brandenburgischen Landkreis Prignitz, im Südwesten an die niedersächsischen Landkreise Lüchow-Dannenberg und Lüneburg und im Nordwesten an den Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein.

Plauer See und Elde

Die Dichte an Seen nimmt von der Sternberger Seenlandschaft im Nordosten über die Lewitz bis hin zur Griesen Gegend im Südwesten ab. Größere Seen sind der Plauer See, der Schaalsee, der Goldberger See und der Große Sternberger See. Markant sind auch die künstlich angelegten Fischteiche in der Lewitz. Die Elde, die im Nachbarkreis Mecklenburgische Seenplatte entspringt, zieht sich vom Plauer See nach Südwesten durch den Landkreis, nimmt dabei den Störkanal und kleinere Nebenflüsse auf und verzweigt sich bei Eldena in den Elde-Seitenkanal und die Alte Elde. Der Kanal mündet in Dömitz in die Elbe, die auf zwei Teilstücken dort und bei Boizenburg/Elbe die Grenze zu Niedersachsen bildet. Weiterhin entwässert die Sude mit den Nebenflüssen Schaale und Schilde in die Elbe und somit in Richtung Nordsee.

Die Quelle der Warnow liegt nördlich der Nordsee-Ostsee-Wasserscheide im Ort Grebbin. In einem Bogen durchzieht der Fluss den Nordosten des Kreises, nimmt dabei die Mildenitz auf und verlässt den Kreis in Richtung Rostock und Ostsee.

Die höchsten Erhebungen befinden sich mit den bis zu 176,8 m ü. NHN hohen Ruhner Bergen bei Marnitz im Süden des Landkreises. Der Ruhner Berg ist nach den Helpter Bergen die zweithöchste Erhebung im Land Mecklenburg-Vorpommern.

Geschichte[Bearbeiten]

Siehe auch: Geschichte der Landkreise Parchim und Ludwigslust
Auswirkungen der Kreisgebietsreform 2011 in Mecklenburg-Vorpommern

Bereits für das Jahr 2009 war in Mecklenburg-Vorpommern eine Kreisgebietsreform vorgesehen, in der die bisherigen Landkreise Parchim und Ludwigslust zusammen mit dem Landkreis Nordwestmecklenburg, der Hansestadt Wismar und dem geplanten Kreissitz Schwerin, in einem Landkreis Westmecklenburg aufgehen sollten. Dieser geplante Landkreis entsprach dem Namen und der Ausdehnung nach der gesetzlich festgelegten Planungsregion des Landes.[3] Diese Planungen wurden nach Verfassungsbeschwerden mehrerer Landkreise in einem Urteil des Landesverfassungsgerichts Greifswald 2007 gestoppt.[4]

Die für 2011 angesetzte Kreisgebietsreform konnte nach Abweisung der Klagen mehrerer Landkreise durchgeführt werden. Der vorläufige Planungsname des neuen Großkreises war Landkreis Südwestmecklenburg. Beide bisherigen Kreisstädte rangen um den Erhalt des Kreissitzes, der Landtag entschied sich am 7. Juli 2010 für die einwohnerstärkere Stadt Parchim.[5]

Am Tag des Inkrafttretens der Kreisgebietsreform und gleichzeitig mit der Landtagswahl wählten die Bürger den neuen Kreistag und stimmten über den Kreisnamen ab. Dabei entschieden sich 55,4 % der Wähler mit gültigen Stimmen für die vom bisherigen Landkreis Ludwigslust vorgeschlagene Bezeichnung Landkreis Ludwigslust-Parchim. Zur Wahl stand auch der Name Landkreis Parchim-Ludwigslust.[6]

Ämter, Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Ämter und Gemeinden des Landkreises

(Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2012[7])

Amtsfreie Gemeinden

  1. Boizenburg/Elbe, Stadt * (10.169)
  2. Hagenow, Stadt * (11.324)
  3. Lübtheen, Stadt (4653)
  4. Ludwigslust, Stadt * (11.998)
  5. Parchim, Stadt * (17.674)

Ämter mit amtsangehörigen Gemeinden und Städten
* Sitz der Amtsverwaltung

  1. Bengerstorf (577)
  2. Besitz (436)
  3. Brahlstorf (702)
  4. Dersenow (445)
  5. Gresse (657)
  6. Greven (679)
  7. Neu Gülze (780)
  8. Nostorf (990)
  9. Schwanheide (704)
  10. Teldau (923)
  11. Tessin b. Boizenburg (398)
  1. Banzkow (2803)
  2. Barnin (458)
  3. Bülow (350)
  4. Cambs (639)
  5. Crivitz, Stadt * (5017)
  6. Demen (921)
  7. Dobin am See (1926)
  8. Friedrichsruhe (892)
  9. Gneven (362)
  10. Langen Brütz (473)
  11. Leezen (2151)
  12. Pinnow (1911)
  13. Plate (3385)
  14. Raben Steinfeld (1050)
  15. Sukow (1427)
  16. Tramm (956)
  17. Zapel (416)
  1. Dömitz, Stadt * (3047)
  2. Grebs-Niendorf (574)
  3. Karenz (237)
  4. Malk Göhren (456)
  5. Malliß (1232)
  6. Neu Kaliß (1933)
  7. Vielank (1329)
  1. Gallin-Kuppentin (494)
  2. Gehlsbach (495)
  3. Gischow (265)
  4. Granzin (489)
  5. Kreien (410)
  6. Kritzow (461)
  7. Lübz, Stadt * (6356)
  8. Marnitz (779)
  9. Passow (695)
  10. Siggelkow (901)
  11. Suckow (535)
  12. Tessenow (596)
  13. Werder (387)
  1. Dobbertin (1141)
  2. Goldberg, Stadt * (3894)
  3. Mestlin (754)
  4. Neu Poserin (530)
  5. Techentin (724)
  1. Balow (322)
  2. Brunow (329)
  3. Dambeck (286)
  4. Eldena (1217)
  5. Gorlosen (511)
  6. Grabow, Stadt * (5751)
  7. Karstädt (596)
  8. Kremmin (253)
  9. Milow (399)
  10. Möllenbeck (211)
  11. Muchow (316)
  12. Prislich (712)
  13. Steesow (181)
  14. Zierzow (401)
  1. Alt Zachun (366)
  2. Bandenitz (468)
  3. Belsch (216)
  4. Bobzin (248)
  5. Bresegard bei Picher (315)
  6. Gammelin (442)
  7. Groß Krams (178)
  8. Hoort (584)
  9. Hülseburg (160)
  10. Kirch Jesar (617)
  11. Kuhstorf (760)
  12. Moraas (479)
  13. Pätow-Steegen (378)
  14. Picher (637)
  15. Pritzier (426)
  16. Redefin (552)
  17. Setzin (481)
  18. Strohkirchen (317)
  19. Toddin (486)
  20. Warlitz (414)
  1. Alt Krenzlin (751)
  2. Bresegard bei Eldena (210)
  3. Göhlen (338)
  4. Groß Laasch (970)
  5. Leussow (265)
  6. Lübesse (690)
  7. Lüblow (596)
  8. Rastow (1888)
  9. Sülstorf (866)
  10. Uelitz (420)
  11. Warlow (494)
  12. Wöbbelin (874)
  1. Blievenstorf (436)
  2. Brenz (532)
  3. Neustadt-Glewe, Stadt * (6492)
  1. Domsühl (1302)
  2. Groß Godems (402)
  3. Karrenzin (593)
  4. Lewitzrand (1448)
  5. Obere Warnow (784)
  6. Rom (816)
  7. Spornitz (1307)
  8. Stolpe (358)
  9. Ziegendorf (618)
  10. Zölkow (778)
  1. Barkhagen (623)
  2. Ganzlin (1454)
  3. Plau am See, Stadt * (6076)
  1. Blankenberg (407)
  2. Borkow (459)
  3. Brüel, Stadt (2679)
  4. Dabel (1421)
  5. Hohen Pritz (379)
  6. Kobrow (432)
  7. Kuhlen-Wendorf (854)
  8. Langen Jarchow (254)
  9. Mustin (408)
  10. Sternberg, Stadt * (4371)
  11. Weitendorf (374)
  12. Witzin (479)
  13. Zahrensdorf (303)
  1. Dümmer (1448)
  2. Holthusen (887)
  3. Klein Rogahn (1337)
  4. Pampow (2903)
  5. Schossin (248)
  6. Stralendorf * (1344)
  7. Warsow (648)
  8. Wittenförden (2649)
  9. Zülow (154)
  1. Wittenburg, Stadt * (6092)
  2. Wittendörp (2890)
  1. Gallin (530)
  2. Kogel (655)
  3. Lüttow-Valluhn (824)
  4. Vellahn (2716)
  5. Zarrentin am Schaalsee, Stadt * (4878)

Gebietsänderungen[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2011
Vorläufiges Ergebnis (%) [8]
 %
40
30
20
10
0
32,3
27,7
17,8
5,6
5,5
4,8
6,2
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009[9]
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+6,8
-6,1
-0,4
+1,2
+1,4
-3,6
+0,6

Der Kreistag des Landkreises Ludwigslust-Parchim besteht aus 77 Abgeordneten. Gemäß dem Ergebnis der Wahl vom 4. September 2011 setzt sich der Kreistag wie folgt zusammen:

Partei Sitze
SPD 25
CDU 21
Die Linke 14
Bündnis 90/Die Grünen 4
NPD 4
FDP 4
ABLR 3
Freie Wähler 1
Einzelbewerber, Olaf Hinrichs[2] 1

Die Wahlbeteiligung betrug 54,2 %.[8]

Landrat[Bearbeiten]

Bei der gleichzeitig mit der Landtags- und Kreistagswahl stattgefundenen Landratswahl entfielen bei 53,9 % Wahlbeteiligung 45,7 % der Stimmen auf Rolf Christiansen (SPD), den bisherigen Landrat des Landkreises Ludwigslust, und 33 % auf Gudrun Stein (CDU), weiterhin traten Kandidaten der Linken und der NPD an. Da niemand die absolute Mehrheit erreichte, fand am 18. September 2011 zwischen dem Kandidaten der SPD und der Kandidatin der CDU eine Stichwahl statt.[10] Dabei setzte sich bei einer Wahlbeteiligung von 29,1 % Rolf Christiansen mit einem Stimmenanteil von 63,6 % durch.[11]

Wappen, Flagge und Dienstsiegel[Bearbeiten]

Die derzeitige, am 13. Dezember 2012 beschlossene Fassung der Hauptsatzung führt nur ein Dienstsiegel, aber weder Wappen noch Flagge.[12] Am 8. Mai 2014 hat der Kreistag Ludwigslust-Parchim die Annahme eines Wappens beschlossen, das von Heinz Kippnick entworfen wurde und dessen Genehmigung derzeit noch aussteht.[13]

Die Gemeindewappen des Landkreises sind in der Liste der Wappen im Landkreis Ludwigslust-Parchim aufgeführt.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft des Landkreises wird stark durch den Tourismus geprägt.

Größere Werke sind unter anderem die Fliesenwerke in Boizenburg/Elbe, der Nahrungsmittelhersteller Carl Kühne KG und Danone in Hagenow, die Lebensmittelhersteller Oetker und Stern-Wywiol in Wittenburg.

Verkehr[Bearbeiten]

Eldeschleuse in Bobzin

Durch den Landkreis Ludwigslust-Parchim verläuft die Bundesautobahn 24 zwischen Berlin und Hamburg. Am Autobahndreieck Schwerin zweigt die Bundesautobahn 14 in Richtung Schwerin und Wismar ab. Der Lückenschluss der A 14 zwischen Magdeburg und Schwerin ist geplant. Durch das Kreisgebiet führen die Bundesstraßen 5, 103, 104, 106, 191, 192, 195, 198 und 321.

Im Schienenpersonennahverkehr werden die elektrifizierten und zweigleisigen Hauptstrecken Berlin–Hamburg, Ludwigslust–Wismar und Hagenow Land–Schwerin sowie die eingleisigen, nicht elektrifizierten Nebenbahnen Schwerin–Parchim, Parchim–Ludwigslust und Parchim–Karow(-Neustrelitz) bedient. Nur einzelne Züge der auf der Strecke Berlin–Hamburg verkehrenden ICE halten in Ludwigslust.

Die Müritz-Elde-Wasserstraße und die Stör-Wasserstraße sind als Bundeswasserstraßen ausgewiesen.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 4. September 2011 wurden dem Landkreis die Unterscheidungszeichen LWL (Ludwigslust) und PCH (Parchim) der beiden Altkreise zugewiesen. Am 1. August 2013 wurde das neue Unterscheidungskennzeichen LUP freigegeben. Zusätzlich zum LWL und zum PCH sind seit diesem Tag die Kürzel HGN (Hagenow), LBZ (Lübz) und STB (Sternberg) bis heute erhältlich.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Ludwigslust-Parchim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Der Landkreis Ludwigslust-Parchim Informationen für Bürgerinnen und Bürger. 2013, abgerufen am 26. Januar 2013 (PDF; 13,1 MB).
  3. Gesetz über die Raumordnung und Landesplanung des Landes Mecklenburg-Vorpommern – Landesplanungsgesetz (LPlG), § 12 – Regionen und regionale Planungsverbände
  4. Urteil des Landesverfassungsgerichtes vom 26. Juli 2007 (PDF, 262 kB)
  5. Schweriner Volkszeitung: Ludwigslust weint und Parchim jubelt., 8. Juli 2010
  6. Namensvorschläge für die Benennung der neuen Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern
  7. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011)
  8. a b Die Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 5. September 2011
  9. Die Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern, Endergebnis der Kreistagswahl 2009, umgerechnet auf das Wahlgebiet 2011, abgerufen am 5. September 2011
  10. Endgültiges Ergebnis, Landratswahl am 04.09.2011 im Landkreis Südwestmecklenburg auf kreis-swm.eu
  11. Wahlergebnis Landratswahl, Stichwahl 18. September 2011
  12. § 1 Absatz 3 der Hauptsatzung des Landkreises Ludwigslust-Parchim (PDF; 4,2 MB) lautet:
    „Die Gestaltung des Dienstsiegels regelt sich nach den landesrechtlichen Vorschriften.“
  13. Große Mehrheit im Kreistag beschließt neues Kreiswappen. in: Unser Lankreisbote Nr. 05 | 23. Mai 2014 | 4. Jahrgang, Seite 3.
    Dem dort abgibildeten Wappen entspricht folgende Beschreibung:
    „Gespalten und halbgeteilt; vorn in Blau ein schreitender, golden bewehrter silberner Graureiher; hinten oben in Gold ein hersehender schwarzer Stierkopf mit abgerissenem Halsfell und goldener Krone, unten in Rot ein goldener Eichenzweig.“