Plate

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Plate (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Plate
Plate
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Plate hervorgehoben
53.5511.538Koordinaten: 53° 33′ N, 11° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Crivitz
Höhe: 38 m ü. NHN
Fläche: 22,05 km²
Einwohner: 3385 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 154 Einwohner je km²
Postleitzahl: 19086
Vorwahl: 03861
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 113
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Amtsstraße 5
19089 Crivitz
Webpräsenz: www.gemeinde-plate.de
Bürgermeister: Hans-Ekkehard Bauer
Lage der Gemeinde Plate im Landkreis Ludwigslust-Parchim
Brandenburg Niedersachsen Schleswig-Holstein Schwerin Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Nordwestmecklenburg Banzkow Plate Plate Sukow Bengerstorf Besitz (Mecklenburg) Brahlstorf Dersenow Gresse Greven (Mecklenburg) Neu Gülze Nostorf Schwanheide Teldau Tessin b. Boizenburg Barnin Bülow (bei Crivitz) Crivitz Crivitz Demen Friedrichsruhe Tramm (Mecklenburg) Zapel Dömitz Grebs-Niendorf Karenz (Mecklenburg) Malk Göhren Malliß Neu Kaliß Vielank Gallin-Kuppentin Gischow Granzin Obere Warnow Gehlsbach (Gemeinde) Kreien Kritzow Lübz Lübz Marnitz Passow (Mecklenburg) Siggelkow Suckow Tessenow Gehlsbach (Gemeinde) Werder (bei Lübz) Goldberg (Mecklenburg) Dobbertin Goldberg (Mecklenburg) Mestlin Neu Poserin Techentin Goldberg (Mecklenburg) Balow Brunow Dambeck Eldena Gorlosen Grabow (Elde) Karstädt (Mecklenburg) Kremmin Milow (bei Grabow) Möllenbeck (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Muchow Prislich Steesow Zierzow Alt Zachun Bandenitz Belsch Bobzin Bresegard bei Picher Gammelin Groß Krams Hoort Hülseburg Kirch Jesar Kuhstorf Moraas Pätow-Steegen Picher Pritzier Redefin Setzin Strohkirchen Toddin Warlitz Alt Krenzlin Bresegard bei Eldena Göhlen Groß Laasch Leussow Lübesse Lüblow Rastow Sülstorf Uelitz Warlow Wöbbelin Blievenstorf Brenz (Mecklenburg) Neustadt-Glewe Neustadt-Glewe Cambs Dobin am See Gneven Pinnow (bei Schwerin) Langen Brütz Leezen (Mecklenburg) Pinnow (bei Schwerin) Raben Steinfeld Domsühl Domsühl Obere Warnow Groß Godems Zölkow Karrenzin Lewitzrand Rom (Mecklenburg) Spornitz Stolpe (Mecklenburg) Ziegendorf Zölkow Barkhagen Ganzlin Ganzlin Ganzlin Plau am See Blankenberg (Mecklenburg) Borkow Brüel Dabel Hohen Pritz Kobrow Kuhlen-Wendorf Langen Jarchow Mustin (Mecklenburg) Sternberg Sternberg Weitendorf (bei Brüel) Witzin Zahrensdorf Zahrensdorf Dümmer (Gemeinde) Holthusen Klein Rogahn Klein Rogahn Pampow Schossin Stralendorf Warsow Wittenförden Zülow Wittenburg Wittenburg Wittenburg Wittendörp Gallin Kogel Lüttow-Valluhn Vellahn Zarrentin am Schaalsee Boizenburg/Elbe Ludwigslust Lübtheen Parchim Parchim Parchim HagenowKarte
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Plate ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Crivitz mit Sitz in Crivitz verwaltet. Sie ist eine der größten Dorfgemeinden in Mecklenburg-Vorpommern. Die Gemeinde Plate gliedert sich in die Ortsteile Plate, Consrade und Peckatel.[2]

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Plate - Foto: 2004

Die Gemeinde liegt 7,5 Kilometer südöstlich von Schwerin und acht Kilometer südwestlich (Luftlinie) von Crivitz im Landschaftsschutzgebiet Lewitz. Die Bahnstrecke Schwerin–Parchim führt durch die Gemeinde (Haltepunkt Plate). Die Bundesstraße 321 verläuft nördlich der Gemeinde. Die Bundesautobahn 14 führt direkt durch das Gemeindegebiet, ist aber nur über die Anschlussstelle Schwerin-Ost (9 Kilometer) erreichbar. Plate liegt direkt an der Stör-Wasserstraße, über sie ging eine Zugbrücke, die 2005/2006 durch einen Hubbrücken-Neubau ersetzt wurde. Nördlich des Ortsteils Peckatel liegt die Quelle der Bietnitz. Höchster Punkt im Gemeindegebiet ist eine Anhöhe ganz im Nordwesten mit 67,5 m ü. HN. Östlich von Banzkow existiert eine kleine 2,3 Kilometer lange und 400 Meter breite Exklave.

Geschichte[Bearbeiten]

Stör-Wasserstraße - Foto: 2004

Das Kirchdorf Plate (Plote – slawisches Wort für Zaun) wird bereits 1191 erwähnt. In einer päpstlichen Urkunde wurde festgehalten, dass die Einkünfte aus dem Schifffahrtszoll in Plate der Beschaffung von Lichtern für den Schweriner Dom dienen sollen. Zu der Zeit erwarb das Domkapitel sehr viel Land in Plate, später ging es in den Dominalbesitz über und die Herzöge verliehen Zoll- und Fischereigerechtigkeit. Plate entwickelte sich zu einem Bauern- und Büdnerdorf. 1567 wird die erste Brücke mit zugehöriger Zollstelle über die Stör gebaut.

Das Patronat für die Kirche war von Anfang an in landesherrlichem Besitz. Nach einem Kirchenvisitationsprotokoll aus dem Jahr 1534 beriefen die Herzöge Heinrich und Albrecht 1518 den Johann Flomhelt zum Kirchenherren von Plate und ihrer Tochterkirchen in Banzkow und Consrade. Peckatel wurde nachweislich 1596 Tochterkirche von Plate.

In der Feldmark von Peckatel wurde 1843 der Kultwagen von Peckatel bei der Ausgrabung eines Gräberfeldes der Bronzezeit entdeckt. 1849 wurde die Kirche in Plate als neugotischer Backsteinbau nach einem Entwurf des Schweriner Architekten Theodor Krüger errichtet.

Durch Plate verlief nach der Kapitulation Deutschlands 1945 direkt an der Stör zeitweilig die Demarkationslinie zwischen der Roten Armee und den Truppen der Westmächte. Aufgrund der Vorortlage zur Landeshauptstadt Schwerin und der schönen Umgebung wuchs die Einwohnerzahl in den letzten Jahren sehr rasch.

Der private Radiosender Antenne MV sendet aus Plate. Die Gemeinde ist recht wohlhabend und kann sich innovativen Vorhaben widmen, z. B. wird die Grundschule über Solartechnik beheizt.

Am 21. Mai 2009 wurde Plate von einem F2-Tornado getroffen, der unter anderem mehr als 60 Häuser beschädigte und einen Sachschaden von über 3,5 Millionen Euro verursachte.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1919–1933: Friedrich Wehmer, SPD
  • 1933-  : Friedrich Behring
  • 1945  : Otto Ihde (Westteil des Dorfes)
  • 1945  : Ernst Hildebrand (Ostteil des Dorfes)
  • 1945–1946: Friedrich Wehmer, SPD
  • 1946-1947: Johann Kort
  • 1947-1949: Heinrich Bubbert
  • 1949-1950: Hans Frank
  • 1950-1952: Erwin Wehmer
  • 1952-1954: Wilhelmine Puls
  • 1954-1955: Gottfried Szilles
  • 1955-1973: Henry Küster
  • 1973-1975: Günter Sukow
  • 1975-1983: Benno Hermann
  • 1983-1984: Ernst Tangermann
  • 1984-1988: Ulrich Streuer
  • 1988-1990: Karl-Heinz Günzel
  • 1990-1992: Karl-Heinz Sorge
  • 1992-2009: Dr. Albert Hilbig
  • seit 2009: Hans-Ekkehard Bauer

Quelle: [3]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 20. November 1995 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 95 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In von Rot und Gold schräglinks geteiltem Schild eine leicht gewölbte Brücke mit rechts und links je einem kleinen und in der Mitte einem großen Durchlass in verwechselten Farben.“[4]

Das Wappen wurde von dem Crivitzer Dr. Klaus Plüschke gestaltet.

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche in Plate
Kapelle in Consrade
Kapelle in Peckatel

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Plate

  • Kirche in Plate

Der Schweriner Architekt Theodor Krüger entwarf die 1848/49 errichteten neugotische, fünfjochige Kirche mit einem Chorpolygon. Sie steht auf einem hohen Sockel mitten im Dorf. Es gab früher einen Glockenturm am Westgiebel. Nach einem Brand von 1874 wurde er zerstört. Stattdessen befindet sich neben dem Westgiebel ein Glockenstuhl. Die zwei Glocken stammen aus der Wismarer Werkstatt von Eduard Albrecht und wurden 1874 gegossen. In der Kirche befindet sich eine Orgel aus der Werkstatt des Schweriner Orgelbauers Friedrich Friese, die 1873 eingebaut wurde.

Der turmlose Fachwerkbau ist im Osten dreiseitig geschlossen, das deutet auf eine Erbauung im 16. Jahrhundert hin, andere Details lassen eher auf das 17. Jahrhundert schließen. In den Jahren 1831 und 1968 wurde die Kirche grundlegend renoviert und innen teilweise umgestaltet. Das Innere besteht aus einem ungeteilten Raum mit flacher Decke.

Die Kirche gilt als kleinste Fachwerkkirche Mecklenburgs. Sie ist 1692 gebaut worden. Im Osten ist sie dreiseitig geschlossen. Im Westen ist ein niedriger, verbretterter Holzturm mit Satteldach angebaut. Dessen Bretter sollen aus dem Holz des Vorgängerbaus gewonnen worden sein. Es handelte sich um eine kleine Kapelle, die im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Die Kirche wird von einem mit alten Bäumen bestandenen Dorfanger umgeben, der vormals ein Friedhof war. Früher wurde die Kirche nur zu den Buß- und Bettagen genutzt.[5]

  • Feuerwehrmuseum in Plate

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Plate (Mecklenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. § 2 der Hauptsatzung (PDF; 637 kB) der Gemeinde
  3. Gerhard Nölting: Plater Ortschronik 2004 mit den Ortsteilen Consrade - Peckatel - Plate
  4. § 1 der Hauptsatzung (PDF; 637 kB) der Gemeinde
  5. Kirchengemeinde Plate