Banzkow
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | |
| Landkreis: | Ludwigslust-Parchim | |
| Amt: | Banzkow | |
| Höhe: | 38 m ü. NN | |
| Fläche: | 52,28 km² | |
| Einwohner: |
2776 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 53 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 19079 | |
| Vorwahlen: | 03861, 03868 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PCH | |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 76 005 | |
| Adresse der Amtsverwaltung: | Schulsteig 4 19079 Banzkow |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeisterin: | Irina Berg | |
| Lage der Gemeinde Banzkow im Landkreis Ludwigslust-Parchim | ||
Banzkow ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Banzkow mit Sitz in Banzkow verwaltet.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie[Bearbeiten]
Banzkow liegt 15 Kilometer südlich von Schwerin. Durch die Gemeinde fließt die Stör-Wasserstraße. Diese verbindet den Schweriner See über die Müritz-Elde-Wasserstraße mit der Müritz und der Elbe. Die Banzkower Schleuse im Verlauf des Kanals regelt neben dem Wehr an seinem nördlichen Abfluss den Wasserstand des Schweriner Sees. Die Schleuse wird vom Mühlengraben umgangen. Von diesem zweigt der Neue Kanal ab. Das Gelände erreicht im Nordwesten Höhen bis zu 56,2 m ü. HN. Die Gemeinde liegt im Landschaftsschutzgebiet Lewitz. Südlich des Ortes Banzkow befindet sich das Feuchtgebiet Mirower Torfmoor.
Zu Banzkow gehören die Ortsteile Goldenstädt, Jamel und Mirow.[2]
Geschichte[Bearbeiten]
Banzkow wurde erstmals am 31. Oktober 1300 als Bancekowe erwähnt. Weitere Namensformen sind Banscekowe (1327) und Bantzekowe (1350). Der Name bezieht sich auf den slawischen Lokator des Ortes und bedeutet Ort des Bąček.[3]
Seit dem Jahr 1337 gab es in Banzkow eine Wassermühle, wovon noch heute der Mühlengraben, ein Seitenarm der Stör-Wasserstraße, zeugt. 1534 wurde eine Brücke über die Stör gebaut. Hier entlang führte früher eine wichtige Handelsstraße nach Hamburg, die noch heute Hamburger Frachtweg genannt wird. Für die Überquerung der Stör wurden Zölle erhoben. Die 1566 fertiggestellte Hauptschleuse wurde mehrfach umgebaut und 1926 neu errichtet. Bediener der Schleuse war bis 1856 der Wassermüller, der den Wasserstau und den Ablauf über den Mühlengraben zum Betrieb seiner Mühle benötigte. Während der Schleusung von Schiffen stand das Wasserrad still.[4]
Der Holzreichtum brachte es mit sich, dass Banzkow als ein Dorf der Schnitzer und Drechsler bekannt wurde. Ursprünglich gehörte Banzkow dem Grafen von Schwerin, ab 1433 zur Landesdomäne. Bis ins 16. Jahrhundert hatte auch das Kloster Zarrentin verschiedene Anrechte. 1760 wurde eine Bockwindmühle in Banzkow errichtet, 1872 die neugotische Backsteinkirche. Die heute auch im Wappen verewigte Galerieholländerwindmühle stammt aus dem Jahr 1874. Die Kirche wurde von Theodor Krüger an der Stelle eines Vorgängerbaus entworfen und 1875 geweiht.
Am 29. Juni 2007 wurde bei einer feierlichen Auswertung des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ in Mecklenburg-Vorpommern durch den Ministerpräsidenten Harald Ringstorff Vertretern der Gemeinde Banzkow der mit 30.000 Euro dotierte Erste Preis überreicht. Beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, an dem insgesamt 3625 Gemeinden teilnahmen, konnte Banzkow eine der acht Goldmedaillen erringen. Der Preis wurde im Januar 2008 auf der Grünen Woche in Berlin durch den damaligen Bundesminister Horst Seehofer übergeben.[5] Im selben Jahr veranstaltete Banzkow das „Landeserntefest“. Beim europaweiten Wettbewerb Entente Florale im Jahr 2010 errang Banzkow die Silbermedaille.[6]
Der Ortsteil Mirow wurde 1270 erstmals urkundlich erwähnt. In seinem Ortsbild haben sich niederdeutsche Hallenhäuser sowie die neugotische Kirche erhalten. Die Dorfstraße wird von einer ansehnlichen Lindenallee begleitet.
Eingemeindungen[Bearbeiten]
Zeitgleich mit den in Mecklenburg-Vorpommern stattgefundenen Kommunalwahlen am 7. Juni 2009 wurde die ehemals eigenständige Gemeinde Goldenstädt mit dem Ortsteil Jamel nach Banzkow eingemeindet.[7]
Politik[Bearbeiten]
| Bürgermeister/Bürgermeisterin | Zeitraum |
|---|---|
| Heinrich Vick, Hermann Müller | 1950 |
| M. Kaiser | 1951 |
| Johann Damm | 1951 - März 1953 |
| Erich Winkler | März 1953 - April 1956 |
| Bruno Mittag | April 1956 - Juli 1959 |
| Willi Cammin | Juli 1959 - April 1965 |
| Heinrich Vick | April 1965 - Mai 1969 |
| Gerda Koltermann | Mai 1969 - Dezember 1979 |
| Karl Friedrich Böthfuer | September 1978 - März 1984 |
| Wilfried Bröcker | April 1984 - Dezember 1991 |
| Gertlinde Kral | Januar 1992 - Juni 1992 |
| Solveig Leo | Juni 1992 - Juni 2009 |
| Irina Berg | seit Juni 2009 |
Wappen[Bearbeiten]
Das Wappen wurde am 2. August 2000 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 220 der Wappenrolle vom Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Blasonierung: „In Grün über goldenem Wellenschildfuß eine goldene Holländerwindmühle, begleitet beidseitig von einem goldenen Lindenblatt.“[8]
Das Wappen wurde von dem Schweriner Heraldiker Karl-Heinz Steinbruch gestaltet.
Für das seit September 2000 existierende Wappen wurde als zentraler Bestandteil eine Windmühle gewählt, da die Existenz mehrerer Mühlen seit dem Mittelalter nachgewiesen und die noch heute existierende Holländerwindmühle Wahrzeichen des Ortes ist. Die beiden Lindenblätter deuten auf die lindengesäumte Ortsdurchfahrt von Mirow hin.
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
- Dorfkirche Banzkow und Dorfkirche Mirow
- Banzkower Mühle
- Schleuse in der Stör-Wasserstraße
- Störtalmuseum Banzkow
- Niederdeutsche Hallenhäuser in Banzkow und Mirow
- Dorfkirche Goldenstädt
- Forsthof Jamel
- Landschaftsschutzgebiet Lewitz
- Baudenkmale
Eine Besonderheit wurde an den Banzkower Ortseingängen bis Jahresende 2007 eingerichtet. Zusammen mit Wismarer Architekturstudenten wurden Ideen für die Gestaltung der Ortszufahrten entwickelt, wie etwa ein stilisierter Weidezaun mit Torgriff, der die Straße aus Richtung Mirow überspannt und aus Richtung Hasenhäge ist ein Türband. Der Weidezaun vermittelt die Verbundenheit der Dorfgeschichte mit der Viehzucht und Weidewirtschaft, das Türband weist auf die Schmiedekunst hin. Aus Richtung Sukow wurde ein Modell eines Chipkartenlesers aufgestellt, das symbolisch für den neueren Teil Banzkows steht. Die Zufahrt aus Richtung Plate wird durch ein geöffnetes Dorftor verziert, das auf den Dorfkern mit seinen alten Höfen hindeuten soll.
Verkehr[Bearbeiten]
Die Bundesstraße 106 führt durch den Südwesten der Gemeinde. Die Bundesautobahn 14 verläuft direkt durch das Gemeindegebiet, ist aber bis zur Einrichtung der geplanten Anschlussstelle Schwerin-Süd nur über die Anschlussstelle Schwerin-Ost (18 km) erreichbar. Die Anschlussstelle Wöbbelin der südlich der Gemeinde verlaufenden Bundesautobahn 24 befindet sich in etwa 13 Kilometern Entfernung. Etwas nördlich des Gemeindegebietes verläuft die Bahnstrecke Schwerin–Parchim von dem aus die Züge der Ostseeland-Verkehr GmbH nach Parchim und Rehna verkehren. Ein Bahnhof befindet sich in Plate.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ § 2 der Hauptsatzung (PDF; 805 kB) der Gemeinde
- ↑ Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168.
- ↑ Burkhard Fellner:Faszination Lewitz. Ein Naturparadies in Mecklenburg. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Fellner, Neustadt-Glewe 2007, ISBN 978-3-9811338-0-6, S. 98.
- ↑ Abschlussbericht „Unser Dorf hat Zukunft 2007“ – Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
- ↑ Pressemitteilung auf entente-florale-deutschland.de
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
- ↑ § 1 der Hauptsatzung (PDF; 805 kB) der Gemeinde
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