Crivitz

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Dieser Artikel beschreibt die mecklenburgische Stadt Crivitz. Ein gleichnamiger Ort liegt im Marinette County in Wisconsin in den Vereinigten Staaten.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Crivitz
Crivitz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Crivitz hervorgehoben
53.57382911.65135241Koordinaten: 53° 34′ N, 11° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Crivitz
Höhe: 41 m ü. NHN
Fläche: 75,48 km²
Einwohner: 5017 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km²
Postleitzahl: 19089
Vorwahl: 03863
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 025
Stadtgliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Amtsstraße 5
19089 Crivitz
Webpräsenz: amt-crivitz.de
Bürgermeister: Britta Brusch-Gamm (Crivitzer Wählergemeinschaft)
Lage der Stadt Crivitz im Landkreis Ludwigslust-Parchim
Brandenburg Niedersachsen Schleswig-Holstein Schwerin Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Nordwestmecklenburg Banzkow Plate Plate Sukow Bengerstorf Besitz (Mecklenburg) Brahlstorf Dersenow Gresse Greven (Mecklenburg) Neu Gülze Nostorf Schwanheide Teldau Tessin b. Boizenburg Barnin Bülow (bei Crivitz) Crivitz Crivitz Demen Friedrichsruhe Tramm (Mecklenburg) Zapel Dömitz Grebs-Niendorf Karenz (Mecklenburg) Malk Göhren Malliß Neu Kaliß Vielank Gallin-Kuppentin Gischow Granzin Obere Warnow Gehlsbach (Gemeinde) Kreien Kritzow Lübz Lübz Marnitz Passow (Mecklenburg) Siggelkow Suckow Tessenow Gehlsbach (Gemeinde) Werder (bei Lübz) Goldberg (Mecklenburg) Dobbertin Goldberg (Mecklenburg) Mestlin Neu Poserin Techentin Goldberg (Mecklenburg) Balow Brunow Dambeck Eldena Gorlosen Grabow (Elde) Karstädt (Mecklenburg) Kremmin Milow (bei Grabow) Möllenbeck (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Muchow Prislich Steesow Zierzow Alt Zachun Bandenitz Belsch Bobzin Bresegard bei Picher Gammelin Groß Krams Hoort Hülseburg Kirch Jesar Kuhstorf Moraas Pätow-Steegen Picher Pritzier Redefin Setzin Strohkirchen Toddin Warlitz Alt Krenzlin Bresegard bei Eldena Göhlen Groß Laasch Leussow Lübesse Lüblow Rastow Sülstorf Uelitz Warlow Wöbbelin Blievenstorf Brenz (Mecklenburg) Neustadt-Glewe Neustadt-Glewe Cambs Dobin am See Gneven Pinnow (bei Schwerin) Langen Brütz Leezen (Mecklenburg) Pinnow (bei Schwerin) Raben Steinfeld Domsühl Domsühl Obere Warnow Groß Godems Zölkow Karrenzin Lewitzrand Rom (Mecklenburg) Spornitz Stolpe (Mecklenburg) Ziegendorf Zölkow Barkhagen Ganzlin Ganzlin Ganzlin Plau am See Blankenberg (Mecklenburg) Borkow Brüel Dabel Hohen Pritz Kobrow Kuhlen-Wendorf Langen Jarchow Mustin (Mecklenburg) Sternberg Sternberg Weitendorf (bei Brüel) Witzin Zahrensdorf Zahrensdorf Dümmer (Gemeinde) Holthusen Klein Rogahn Klein Rogahn Pampow Schossin Stralendorf Warsow Wittenförden Zülow Wittenburg Wittenburg Wittenburg Wittendörp Gallin Kogel Lüttow-Valluhn Vellahn Zarrentin am Schaalsee Boizenburg/Elbe Ludwigslust Lübtheen Parchim Parchim Parchim HagenowKarte
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Crivitz ist eine Stadt im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist Verwaltungssitz des Amtes Crivitz, dem weitere 16 Gemeinden angehören.

Geografie[Bearbeiten]

Lage und Umgebung[Bearbeiten]

Die Warnow bei Gädebehn

Crivitz liegt rund 20 Kilometer östlich von Schwerin und rund 21 Kilometer nordwestlich von Parchim.

Größere Flächen im Stadtgebiet sind bewaldet, so befindet sich im Süden das Waldgebiet Bürgerholz mit dem Militzer See, im Westen das Waldgebiet Forst Gädebehn und im Osten das Eichholz. Im Eichholz befindet sich auch der höchste Punkt des Gemeindegebietes mit über 87,8 m ü. NHN.

Im Norden durchquert die Warnow das Stadtgebiet. Crivitz selbst liegt am kleinen gleichnamigen Crivitzer See. Im Norden grenzt das Stadtgebiet an den Barniner See und an die Warnow. Durch das Stadtgebiet fließt der Amtsgraben, der vom Militzer See über den Crivitzer See in den Barniner See führt.

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Augustenhof
  • Badegow
  • Basthorst
  • Crivitz
  • Gädebehn
  • Kladow
  • Muchelwitz
  • Radepohl
  • Wessin[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Stadtansicht von Crivitz mit See (Postkarte von 1913)

Name[Bearbeiten]

Der Name Crivitz kommt aus dem Slawischen und bedeutet nach der altpolabischen Form Krivica so viel wie krumm oder gekrümmt; also Criwitz ist der „Ort an der Krümmung“. Möglicherweise ist damit die Lage der Stadt auf der Halbinsel (Seekrümmung) am Crivitzer See gemeint, oder vielleicht nur die gekrümmte damalige Straßenstruktur. Um 1273 schrieb sich der Ortsname Kriwitz oder Kriwicz und im Stadtsiegel von 1329 Criwisc.[3]

Mittelalter[Bearbeiten]

Schon sehr früh befand sich auf der Halbinsel eine slawische Burg aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Die Stadt wurde wahrscheinlich 1251 von den Grafen von Schwerin um die damals vorhandene Burg gegründet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt 1302. 1357 fiel Crivitz an die Herzöge von Mecklenburg. Crivitz entwickelte sich zu einer typisch mecklenburgischen Landstadt.

Neuere Zeit[Bearbeiten]

Fachwerkhaus

Während des Zweiten Weltkrieges wurde auf dem Gelände des Friedhofs der jüdischen Gemeinde am Trammer Weg ein Barackenlager für sowjetische Kriegsgefangene errichtet, die Zwangsarbeit verrichten mussten. Auch hat es im Ort polnische Zwangsarbeiter gegeben. Von den Inhaftierten kamen mindestens 31 ums Leben. Gegen Ende des Krieges wurden Häftlinge des KZ Sachsenhausen von SS-Mannschaften auf einem Todesmarsch durch die Umgebung von Crivitz getrieben, wobei mindestens 41 von ihnen ihr Leben verloren.

In der DDR-Zeit errichtete das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) an der B 321 gegenüber dem Waldschlößchen eine Kommandozentrale (Ausweichführungsstelle der Bezirksverwaltung Schwerin). Das stacheldrahtumzäunte Objekt Waldschlößchen beherbergte Schießstände, unterirdische Bunkeranlagen, ein Waffenlager und eine abgesetzte Sendestelle.[4] Im Zuge der politischen Wende wurde die Politische Bürgerinitiative Crivitz gegründet, die durch Mahnwachen Anfang Januar 1990 die Übergabe des Objektes an die Nationale Volksarmee erreichte. In dieser Zeit gab es auch in Crivitz Friedensgebete in der Kirche und Demonstrationen mit bis zu 600 Teilnehmern.[5]

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde ab 1991 der historische Stadtkern mit Hilfe der Städtebauförderung gründlich saniert. Crivitz ist Amtssitz des Amtes Crivitz im Landkreis Ludwigslust-Parchim.

Am 1. Januar 2014 fusionierten die Ämter Amt Banzkow, Amt Crivitz und Amt Ostufer Schweriner See zum jetzigen Amt Crivitz.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Seit dem 1. Januar 2003 gehört die vormals selbständige Gemeinde Gädebehn zur Stadt Crivitz.[6] Am 1. Januar 2011 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Wessin mit den Ortsteilen Badegow und Radepohl nach Crivitz eingemeindet.

Politik[Bearbeiten]

Stadtvertretung[Bearbeiten]

Die Stadtvertretung von Crivitz besteht aus 16 Sitzen. Die Stadtvertretung und der Bürgermeister wurden parallel zur Europawahl 2014 gewählt. Die Wahlbeteildigung lag bei 58%.

Von den 16 Sitzen werden jeweils fünf Sitze durch die Crivitzer Wählergemeinschaft (CWG) und weitere fünf Sitze durch die CDU. Jeweils zwei Sitze belegen Die Linke und SPD. Die restlichen zwei Sitze belegen je ein Kandidat der FDP und der Wählergemeinschaft Wessin.

Bürgermeister

Ullrich Güßmann war seit 1994 Bürgermeister von Crivitz. Am 25. Mai 2014 wurde Britta Brusch-Gamm von der Crivitzer Wählergemeinschaft mit 62,43 % der Stimmen zur neuen Bürgermeisterin gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 215 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Silber ein roter Kleeblattbogen, darauf drei rote Kuppeltürme mit je drei Fenstern nebeneinander, der mittlere stärker und mit einem Tatzenkreuz, die äußeren mit einem Knauf; darunter ein von Rot und Gold geteilter Dreieckschild, beseitet von je einer roten Rose.“[7]

Das Wappen wurde 2000 neu gezeichnet.

Die Türme sind städtisches Symbol der Wehrhaftigkeit, der kleine Schild verweist auf die Grafen von Schwerin, die das Stadtrecht verliehen. Die Rosen sind ein Zeichen der Marienverehrung. 1940 hatten die Nationalsozialisten der Stadt ein neues Wappen verliehen, das aber 1945 wieder abgelegt wurde.

Flagge[Bearbeiten]

Flagge der Stadt Crivitz

Die Flagge der Stadt ist gleichmäßig längsgestreift von Rot und Gelb; in der Mitte des Flaggentuches liegt, auf jeweils zwei Drittel der Höhe des roten und des gelben Streifens übergreifend, das Stadtwappen. Die Höhe des Flaggentuches verhält sich zur Länge wie 3 zu 5.[7]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Crivitz

Stadtkirche in Crivitz
Denkmal 1914/18 von Wandschneider
  • Stadtkirche; mittelalterliche dreischiffige Hallenkirche, spätgotischer Backsteinbau (spätes 14. Jh.) mit gedrungenem Westturm.
  • Schloss Basthorst
  • Stadtzentrum / Marktplatz
  • Ehemalige Synagoge an der Fritz-Reuter-Straße 13, die bereits 1922 aufgegeben wurde und seither als Wohnhaus genutzt wird
  • Gymnasium am Sonnenberg; 1996 fertiggestellt Erhielt 1998 den „Architekturpreis Vormauerziegel und Klinker“ und den „Landesbaupreis Mecklenburg-Vorpommern 1998“
  • Grabanlage mit Gedenkstein auf dem Friedhof für 31 Opfer der Zwangsarbeit, darunter etliche Kinder
  • Grabanlage (erneuert 1975) mit Gedenkstein von 1945 auf dem Friedhof für 41 Opfer des Todesmarsches vom April 1945
  • Kapelle des Todesmarsches der Häftlinge des KZ Sachsenhausen, ausgestaltet mit einer Pietà des Bildhauers Wieland Schmiedel
  • Gedenkstein von 1950 an der Weinbergstraße, 1961 von dem Bildhauer Wieland Schmiedel erneuert, für die Opfer des KZ-Todesmarsches
  • Gedenkstein von 1950 am Ortsausgang nach Schwerin, Richtung Crivitz-Ausbau, Kiesgrube, 1961 von Bildhauer Wieland Schmiedel erneuert, für die Opfer der Häftlingskolonnen durch alliierte Bombenangriffe
  • Gedenkstein an der Straße Crivitz-Schwerin, Abzweigung nach Sukow, an die Opfer des Todesmarsches
  • Gedenkstele von 1996 bei der Stadtkirche als eine von 52 Stelen Wieland Schmiedels entlang der Route des Todesmarsches

Kirchen und Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

Die historische Stadtkirche von Crivitz ist das Zentrum der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde. Eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, die von ihrer Tradition her der Brüderbewegung zuzurechnen ist, besitzt ebenfalls ein Gemeindezentrum in Crivitz. Zu ihr gehört auch das Seniorenwohnheim Elim. Die römisch-katholische Kirchengemeinde feiert ihre Gottesdienste in einer Hinterhofkirche, die in den 1970er Jahren durch den Umbau eines Stallgebäudes entstand.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch das Stadtgebiet Crivitz verläuft die Bundesstraße 321. Diese wurde als Umgehungsstraße um die eigentliche Stadt geführt. Die Bundesautobahn 14 ist über die Anschlussstelle Schwerin-Ost in etwa elf Kilometern Entfernung erreichbar.

Seit 1888 hat Crivitz einen Bahnhof an der Bahnstrecke Schwerin–Parchim, von dem aus die Züge der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH nach Parchim und Rehna verkehren.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Eine Besonderheit ist die durch den Vorschlag eines in Crivitz geborenen Wissenschaftlers vorgenommene Benennung eines 6,1 Kilometer großen Mars-Kraters nach der Stadt. In diesem landete 2004 der amerikanische Marsrover Spirit.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Crivitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. § 2 der Hauptsatzung der Stadt
  3. Ernst Eichler und Werner Mühlmer: Die Namen der Städte in Mecklenburg-Vorpommern. Ingo Koch Verlag, Rostock 2002, ISBN 3-935319-23-1
  4. „Objekt: Waldschloesschen, Crivitz, D“, mit Bildern. Forschungsgruppe 'bildo:research' im Studiengang Kommunikationsdesign der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW), abgerufen am 29. November 2009.
  5. Friedliche Revolution 1989/1990 – Ein Rückblick aus Crivitz. In: Rund um Crivitz. Nr.10/2009. Amt Crivitz, 30. Oktober 2009, S. 15, abgerufen am 29. November 2009 (PDF; 5 MB).
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  7. a b § 1 der Hauptsatzung der Stadt
  8. Der Krater „Crivitz“ auf dem Mars – Amt Crivitz