Wöbbelin

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Wöbbelin führt kein Wappen
Wöbbelin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wöbbelin hervorgehoben
53.39944444444411.50333333333335Koordinaten: 53° 24′ N, 11° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Ludwigslust-Land
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 23,51 km²
Einwohner: 874 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km²
Postleitzahl: 19288
Vorwahl: 038753
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 156
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Wöbbeliner Str. 5
19288 Ludwigslust
Webpräsenz: www.amt-ludwigslust-land.de
Bürgermeisterin: Viola Tonn
Lage der Gemeinde Wöbbelin im Landkreis Ludwigslust-Parchim
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Wöbbelin ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Ludwigslust-Land mit Sitz in der nicht amtsangehörigen Stadt Ludwigslust verwaltet.

Wöbbelin ist bekannt durch die Grabstätte des in der Nähe im August 1813 in den Befreiungskriegen gefallenen Dichters Theodor Körner.

Geografie[Bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Wöbbelin und Dreenkrögen,[2] sowie die Funkamtsiedlung, die in den 1950er Jahren zusammen mit dem Mittelwellensender Wöbbelin entstand.

In Dreenkrögen befindet sich ein 6,8 Hektar großer Badesee, der durch Kiesabbau entstanden ist. Das Gemeindegebiet wird unter anderem vom Neuen Kanal, dem Ludwigsluster Kanal und dem Krullengraben durchflossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Dorfkirche

1333 wurde Wöbbelin als „Wopelyn“ erstmals erwähnt.

1813 wurde der Befreiungskämpfer und Dichter Theodor Körner († am 26. August 1813 bei Rosenow), in Wöbbelin bestattet. Seine Freunde Ackermann, Friedrich Christoph Förster, Thümmel und Nostiz gruben ihm das Grab unter der Eiche von Wöbbelin. Der Trauerzug wurde von Stiebel angeführt. Das Grabdenkmal für Theodor Körner wurde nach Plänen des Architekten Gottlob Friedrich Thormeyer errichtet und am 23. September 1814 auf dem Friedhof feierlich eingeweiht. Der Hain mit den Gräbern Körners und einiger Familienangehöriger entwickelte sich schon kurz nach dessen Tod zur national-patriotischen Gedenkstätte. Neben Theodor Körner fanden hier auch sein Vater Christian Gottfried Körner und seine Mutter Maria Wilhelmine Jakobine (Minna) Körner geb. Stock (* 11. März 1762; † 20. August 1843) sowie seine Schwester, die Malerin Emma Körner, und seine Tante, die Malerin Dora Stock, ihre letzte Ruhestätte. Bei der Körner-Feier am 26. August 1863 sprachen zunächst Förster und Stiebel. Die Schlussrede hielt der Lützower Jäger und Burschenschafter Karl Horn.

Die Nationalsozialisten planten eine große „Theodor-Körner-Gedenkstätte“ als NS-Weihestätte zu errichten, einschließlich Hitlerjugend-Heimen und Aufmarschplatz. Realisiert wurde davon 1938 nur ein neuer Museumsbau, der den aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammenden ersetzte.[3]

1945 entstand in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges in unmittelbarer Nähe der Stadt Ludwigslust ein Außenlager des Konzentrationslagers Hamburg-Neuengamme, das wegen seiner Lage an der Straße nach Wöbbelin den Namen KZ Wöbbelin erhielt. Nach der Befreiung des Lagers durch amerikanische Truppen am 2. Mai 1945 fanden mehr als 160 Opfer dieses Lagers ihre letzte Ruhestätte im Park der Körner-Gedenkstätte.

Zu DDR-Zeiten wurde in Wöbbelin ein Betriebsferienlager durch den Rundfunksender Leipzig für die Kinder seiner Mitarbeiter unterhalten.

Sehenswürdigkeiten und Gedenkstätten[Bearbeiten]

ehemaliges Funkamt

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Wöbbelin

  • Kirche in Wöbbelin
  • Gedenkstätte für Theodor Körner in Wöbbelin
  • Seit 1952 war in Wöbbelin der Standort des Senders Wöbbelin einer Sendeanlage für den Mittelwellenrundfunk.
Gedenkstätten
  • Die ehemalige nationalsozialistische Weihestätte dient heute den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin als Sitz des Museums. Die Mahn- und Gedenkstätten befassen sich in einer Doppelfunktion sowohl mit dem Dichter Theodor Körner, als auch der Aufarbeitung der Geschichte des Konzentrationslagers Wöbbelin.
  • Auf dem Friedhof befinden sich ein Kriegerdenkmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen, ergänzt um eine Gedenkplatte für die Opfer des Zweiten Weltkrieges. Das Sandsteinrelief der „Todesmärsche im April 1945“ wurde im Jahre 1960 von Jo Jastram geschaffen. Dazu kommt eine Gedenkstätte für Bombenopfer.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Wirtschaft

Einer der größten Arbeitgeber im Ort ist die Aus- und Weiterbildungseinrichtung des UFAT Bildungswerkes. Regionale Bekanntheit erlangt Wöbbelin durch den am südlichen Ortsrand betriebenen Spargelanbau. Außerdem ist in Wöbbelin ein privater Kfz-Betrieb ansässig, der sich seit 1993 anfangs auf die Einfuhr des VW Käfers aus Mexiko und deren Umrüstung für den deutschen Straßenverkehr spezialisierte und bis heute, nach Einstellung der Käfer-Produktion in Mexiko, den Käfer-Nachfolger New Beetle zum Cabrio umbaut.

Verkehr

Die Gemeinde liegt an der Bundesstraße 106 zwischen den Städten Ludwigslust (7 km) und Schwerin (23 km). Auf dem Gemeindegebiet befindet sich das Autobahndreieck Schwerin (A 24 und A 14) und nördlich des Ortsteils Dreenkrögen liegt die Anschlussstelle Wöbbelin zur Bundesautobahn 24.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wöbbelin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Die Wöbbeliner Festgräber – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. § 1 der Hauptsatzung (PDF; 112 kB) der Gemeinde
  3. Frank Pergande: Wöbbelin. Heikles Gedenken. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. August 2013, S. 2