Olympiastadion London

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Olympiastadion London
Das Olympiastadion im Juli 2012
Das Olympiastadion im Juli 2012
Daten
Ort Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Stratford, London, Großbritannien
Koordinaten 51° 32′ 19″ N, 0° 0′ 59″ W51.53861-0.01639Koordinaten: 51° 32′ 19″ N, 0° 0′ 59″ W
Eröffnung 5. Mai 2012
Oberfläche Naturrasen
Kosten 486 Mio. £
Architekt Populous
Buro Happold
Kapazität 80.000 Plätze[1]
Verein(e)
Veranstaltungen
Die Baustelle des Stadions im Oktober 2009

Das Olympiastadion (englisch Olympic Stadium) in London ist die Veranstaltungsstätte für die Leichtathletikwettbewerbe sowie für die Eröffnungs- und Abschlussfeier der Olympischen Spiele 2012 und der Paralympics 2012. Es entstand in den Jahren 2008 bis 2011 im neuen Olympiapark an der Marshgate Lane im Stadtteil Stratford neben dem Fluss Lea und wird auch Austragungsort der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2017 sowie der Leichtathletik-Weltmeisterschaften der Behinderten 2017 sein. Das Stadion bietet 80.000 Zuschauern Platz und ist damit – hinter dem Wembley und dem Twickenham Stadium – vorübergehend das drittgrößte Stadion des Landes und auch der Stadt.

Projekt und Bauarbeiten[Bearbeiten]

Das Stadiondesign wurde am 7. November 2007 vorgestellt. Gemäß dem Organisationskomitee LOCOG sollte es 80.000 Sitzplätze bieten und Austragungsort der Eröffnungs- und Schlussfeier sowie der Leichtathletik-Wettbewerbe sein. Nach Beendigung der Spiele sollte es gemäß den ursprünglichen Plänen in ein reines Leichtathletikstadion mit 25.000 Sitzplätzen und ein sportmedizinisches Zentrum umgewandelt werden.[2]

Die Bauarbeiten begannen im Mai 2008. Am 29. März 2011 wurde der Bau des Olympiastadions mit dem Verlegen des letzten Stücks Rasen durch den ehemaligen Sprinter Frankie Fredericks und den Mittelstreckler Sebastian Coe abgeschlossen. Die Kunststoffbahn für die Leichtathletik-Wettbewerbe wird später im Jahr verlegt, sie wäre sonst bei den Arbeiten von Maschinen beschädigt worden.[3] Insgesamt kostet die Errichtung des Stadions 486 Millionen £.[4] Bis Juni 2009 wurde die Leichtathletikanlage aus dem weichen Lehmboden herausgegraben, umgeben von einer „Schüssel“ aus Beton mit den 25.000 permanenten Sitzplätzen. Anschließend begann der Aufbau der temporären und wieder entfernbaren Bereiche aus Leichtstahl und -beton, wo sich die weiteren 55.000 Sitzplätze befinden.[5] Neben dem Dach ist auch die aus 336 einzelnen Paneelen bestehende Fassade des Stadions aus ultraleichtem Polymer gefertigt.[6] Die Laufbahn besitzt neun Bahnen, von denen aber bei den meisten Wettbewerben nur acht genutzt werden.

Am 5. Mai 2012 wurde vier Jahre nach dem Baubeginn und 2012 Stunden vor Beginn der Olympischen Spiele das Stadion vor etwa 40.000 Zuschauern eingeweiht. Während der mehrstündigen Veranstaltung drückten OK-Präsident Sebastian Coe und die neunjährige Niamh Clarke-Willis, die in der Nähe des Olympiaparks wohnt, auf den Knopf und hunderte weiße Luftballons stiegen auf.[7]

Das US-amerikanische Chemieunternehmen Dow Chemical warb bis zum 26. Juni 2012 auf der Außenhaut des Stadions, die aus Polyester und Polyethylen hergestellt wurde.[8]

Nachnutzung[Bearbeiten]

Der Fußballverein West Ham United bewarb sich am 30. September 2010 als späterer Nutzer des Stadions. Er möchte das Stadion von 80.000 auf 60.000 Plätze reduzieren. Die Leichtathletikanlage soll aber wegen der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2017 erhalten bleiben. Der Verein sucht eine neue Spielstätte, weil auf dem Gelände des jetzigen Stadions Boleyn Ground ein Wohngebiet und Einkaufszentrum gebaut werden sollen. Auch der Verein Tottenham Hotspur zeigte Interesse am Olympiastadion.[9][10] Die endgültige Entscheidung des LOCOG war für den 11. Februar 2011 vorgesehen, doch bereits einen Tag früher sickerte durch, dass West Ham United den Zuschlag erhalten habe.[11]

Am 11. Oktober 2011 erklärte die Olympic Park Legacy Company (OPLC) den Deal mit West Ham United jedoch für gescheitert, womit das Stadion nach den Olympischen Spielen in den öffentlichen Besitz überging. Zuvor war bekannt geworden, dass Tottenham Hotspur nach dem Zuspruch an West Ham United Klage erhoben hatte, in der Korruption vorgeworfen wurde.[12]

Im Dezember 2011 wurde die Nachnutzung neu ausgeschrieben. Seitdem haben sich 16 Interessenten bei der zuständigen Olympiaparkgesellschaft OPLC gemeldet. Unter den Interessenten ist auch erneut West Ham United. Tottenham Hotspur dagegen scheint nicht mehr interessiert zu sein, es forciert eigene Stadionneubaupläne. Der offizielle Bewerbungsprozess begann am 23. März 2012. Von den 16 Interessenten kamen vier in die Endauswahl. Neben West Ham United, Leyton Orient und dem UCFB College of Football Business, eine Schule für Fußball-Management, ist auch die Einbindung des Stadions in ein Formel-1-Rennen in London im Gespräch.[13] 2014 soll das Olympiastadion an den Nachnutzer übergeben werden.[14]

Am 22. März 2013 gab West Ham United bekannt, dass das Olympiastadion ab der Saison 2016/17 die neue Spielstätte des Klubs sein werde.[15]

Wie am 24. Januar 2013 bekannt gegeben wurde, findet das Londoner Diamont League-Meeting Aviva London Grand Prix 2013 im Olympiastadion statt. Als Grund für die Verlegung des Meetings von Crystal Palace National Sports Centre in das Olympiastadion wurde das einjährige Jubiläum der Olympischen Spiele in London angeführt. Daran anschließend soll am 28. Juli auch ein paralympischer Wettkampf ausgerichtet werden.[16]

Umbau[Bearbeiten]

Mitte August 2013 begannen die Umbauarbeiten im Hinblick auf die Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2015, wozu unter anderem das Dach durch ein Größeres ersetzt wird.[17]

Panoramabild[Bearbeiten]

Der Stadioninnenraum kurz vor der Eröffnung am 5. Mai 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Olympiastadion London – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. New era of stadium design unveiled. London2012, 7. November 2007, abgerufen am 10. Februar 2011 (englisch).
  2. New era of stadium design begins with Olympic Stadium. London2012, 7. November 2007, abgerufen am 10. Februar 2011 (englisch).
  3. Final Olympic Stadium turf laid by sprint legend. wharf.co.uk, 29. März 2011, abgerufen am 22. April 2011 (englisch).
  4. An Olympic effort: 80,000-seat stadium is declared finished. thisislondon.co.uk, 29. März 2011, abgerufen am 22. April 2011 (englisch).
  5. On your marks: Countdown to 2012, London's Olympic stadium. building.co.uk, 5. September 2008, abgerufen am 10. Februar 2011 (englisch).
  6. Dow Chemical Company to produce Olympic Stadium wrap. london2012.com, 4. August 2011, abgerufen am 15. April 2012 (englisch).
  7. Austria Presse Agentur: Olympiastadion in London feierlich eröffnet. Kleine Zeitung DIGITAL GmbH & Co KG, 6. Mai 2012, abgerufen am 6. Mai 2012.
  8. Dow Chemical Company to produce Olympic Stadium wrap. 4. August 2011, abgerufen am 12. Dezember 2011.
  9. West Ham will ins Olympiastadion. Handelsblatt, 30. September 2010, abgerufen am 2. Oktober 2010.
  10. Auch Tottenham will ins neue Olympiastadion. Die Zeit, 1. Oktober 2010, abgerufen am 2. Oktober 2010.
  11. West Ham beat Tottenham to win Olympic stadium backing. BBC News, 10. Februar 2011, abgerufen am 10. Februar 2011 (englisch).
  12. West Ham doch nicht ins Olympiastadion. 11. Oktober 2011, abgerufen am 12. Dezember 2011 (englisch).
  13. formel1.de: Olympiastadion: Formel-1-Vorschlag offiziell angenommen Artikel vom 17. Juli 2012, abgerufen am 8. Oktober 2012
  14. stadionwelt.de: 16 Interessenten für Londoner Olympiastadion Artikel vom 2. Februar 2012, abgerufen am 8. Oktober 2012
  15. Historic day for the Hammers Artikel vom 22. März 2013, abgerufen am 22. März 2013
  16. Olympic Stadium to host Diamond League meeting Artikel vom 24. Januar 2013, abgerufen am 17. April 2013
  17. Umbau von Olympiastadion hat begonnen. Stadionwelt® Thomas Krämer, 20. August 2013, abgerufen am 20. August 2013.