West Ham United

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West Ham United
Das Wappen von West Ham United
Voller Name West Ham United
Football Club
Ort London-West Ham
Gegründet 1895
Stadion Boleyn Ground,Upton Park/London
Olympiastadion London (ab 1. Juli 2016)
Plätze 35.647
80.000 (ab 1. Juli 2016)
Präsident David Sullivan 55,6%
David Gold 30,6%
CB Holding Ltd. 10%
Kleinere Investoren 3,8%
Trainer EnglandEngland Sam Allardyce
Homepage www.whufc.com
Liga Premier League
2013/14 13. Platz
Heim
Auswärts

West Ham United (offiziell: West Ham United Football Club) – auch bekannt als The Irons oder The Hammers – ist ein professioneller englischer Fußballverein, dessen Sitz das East End von London ist. Seit 1904 werden die Heimspiele im Stadion Boleyn Ground ausgetragen. Dort finden sich 35.647 Plätze; wegen der nahegelegenen, gleichnamigen U-Bahn-Station ist es auch unter dem Namen Upton Park bekannt. Zur Saison 2016/17 zieht das Team ins Londoner Olympiastadion um.[1] Auswärtige Trainingsplätze liegen bei Chadwell Heath in Essex.

Geschichte[Bearbeiten]

Statue vor dem Stadion mit herausragenden West Ham-Spielern (v. l. n. r.): Geoff Hurst, Martin Peters, Bobby Moore, Ray Wilson
Eingang zum Alpari-Stand an der Green Street

Der Verein wurde 1895 als „Thames Ironworks FC“ gegründet. Die Thames Ironworks and Shipbuilding and Engineering Co. Ltd. war eine Werft an der Themse, es handelte sich um eine Art Betriebssportmannschaft. Gründer waren der Werfteigner Arnold Hills und der Vorarbeiter Dave Taylor. Zunächst spielte Thames Ironworks F. C. in der örtlichen London League. 1899 gelangte man in die Southern League Second Division. Nachdem der Verein sich 1900 in eine Gesellschaft umgewandelt hatte, wurde er in „West Ham United“ umbenannt.

Der erste Aufstieg in die höchste englische Spielklasse gelang 1923. Seitdem gewann West Ham dreimal den FA Cup (1964, 1975 und 1980) und erreichte noch zweimal (1923 und 2006) das Finale. 1965 stand West Ham United im Finale der Europapokal der Pokalsieger im Wembley-Stadion und gewann gegen den TSV 1860 München mit 2:0. Dies blieb der einzige internationale Titel. Die höchste Platzierung in der früheren First Division war ein dritter Platz. In der Saison 2002/03 stieg die Mannschaft ab; der Wiederaufstieg misslang mit einer Niederlage gegen Crystal Palace. In der Saison 2004/05 gelang jedoch die Rückkehr in die Premier League und hielt in der Folgesaison mit den neunten Platz die Klasse. Zuletzt geriet der Verein 2008 in die internationalen Schlagzeilen, als er bekannt gab, den als bekennenden Faschisten umstrittenen italienischen Ex-Fußballer Paolo Di Canio (1999–2003 selbst West-Ham-Spieler) als Trainer gewinnen zu wollen. 2011 stieg der Verein erneut ab.

In der Football League Championship 2011/12 wurden die „Hammers“ Dritter, nachdem sie im Herbst die meiste Zeit den ersten Platz belegt hatten, und qualifizierten sich für die Play-Offs, in denen sie Cardiff City mit 5:0 (2:0 Hin- bzw. 3:0 Rückspiel) schlugen. Das Play-Off Finale fand am 19. Mai gegen Blackpool im Londoner Wembley-Stadion statt; West Ham gewann mit 2:1 und stieg in die Premier League auf. In der folgenden Saison, 2012/13, wurde man Zehnter in der Premier League. Eine Saison später stand man Ende Jänner aufgrund vieler Verletzungen an zwanzigster und somit letzter Stelle der Tabelle, konnte aber nach einigen starken Leistungen wieder im Mittelfeld der Tabelle Fuß fassen und belegte nach der letzten Runde den 13. Rang.

West Ham United gilt als die Talentschmiede des englischen Fußballsports und bezeichnet sich selbst auch als „The Academy of Football“. Aktive Spieler wie Frank Lampard, Joe Cole, Rio Ferdinand, Michael Carrick, Glen Johnson oder Jermain Defoe stammen aus der Ausbildungsstätte. Auch Geoff Hurst war Spieler von West Ham. Der berühmteste Spieler West Ham Uniteds war und ist allerdings Bobby Moore. Der Weltmeister von 1966, zugleich Kapitän des Teams, genießt noch heute im ganzen Land Kultstatus. Er starb 1993.

Erfolge[Bearbeiten]

Nationale Erfolge[Bearbeiten]

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

Kader Saison 2013/14[Bearbeiten]

Nr. Position Name
2 NeuseelandNeuseeland AB Winston Reid
3 NordirlandNordirland AB George McCartney
4 EnglandEngland MF Kevin Nolan
5 EnglandEngland AB James Tomkins
7 EnglandEngland MF Matt Jarvis
8 KolumbienKolumbien AB Pablo Armero
9 EnglandEngland ST Andy Carroll
10 WalesWales MF Jack Collison
11 MaliMali ST Modibo Maïga
12 PortugalPortugal ST Ricardo Vaz Tê
13 SpanienSpanien TW Adrián
14 EnglandEngland MF Matthew Taylor
15 EnglandEngland MF Ravel Morrison
16 EnglandEngland MF Mark Noble
17 IrlandIrland AB Joey O’Brien
Nr. Position Name
18 FrankreichFrankreich MF Alou Diarra
19 WalesWales AB James Collins
20 ElfenbeinküsteElfenbeinküste AB Guy Demel
21 SenegalSenegal MF Mohamed Diamé
22 FinnlandFinnland TW Jussi Jääskeläinen
23 EnglandEngland MF Stewart Downing
25 IrlandIrland TW Stephen Henderson
26 EnglandEngland MF Joe Cole
32 EnglandEngland ST Elliot Lee
33 EnglandEngland AB Dani Potts
34 EnglandEngland AB Pelly Ruddock
35 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten MF Sebastian Lletget
37 EnglandEngland AB Leo Chambers
46 ItalienItalien ST Marco Borriello
47 ItalienItalien MF Antonio Nocerino

Trainer[Bearbeiten]

Trainer Zeit Spiele Gewonnen Unentschieden Niederlagen Siege in %
Syd King 1901–32 638 248 146 244 38.87
Charlie Paynter 1932–50 480 198 116 166 41.25
Ted Fenton 1950–61 483 192 107 184 39.75
Ron Greenwood 1961–74 613 215 165 233 35.07
John Lyall 1974–89 708 277 176 255 39.12
Lou Macari 1989–90 38 14 12 12 36.84
Billy Bonds 1990–94 227 99 61 67 43.61
Harry Redknapp 1994–01 327 121 85 121 37.00
Glenn Roeder 2001–03 86 27 23 36 31.40
Trevor Brooking 2003 13 9 3 1 69.23
Alan Pardew 2003–06 163 67 38 58 41.10
Alan Curbishley 2006–08 71 28 14 29 39.44
Kevin Keen 2008/2011 2 0 0 2 0.00
Gianfranco Zola 2008–10 80 23 21 36 28.75
Avram Grant 2010–11 47 15 12 20 31.91
Sam Allardyce 2011– 0 0 0 0 0.0

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Torhüter[Bearbeiten]

Abwehrspieler[Bearbeiten]

Mittelfeldspieler[Bearbeiten]

Stürmer[Bearbeiten]

Rekorde[Bearbeiten]

Einsätze

  1. 792 Billy Bonds 1967–90
  2. 674 Frank Lampard Sr. 1967–85
  3. 646 Bobby Moore 1958–74
  4. 635 Trevor Brooking 1967–84
  5. 600 Alvin Martin 1977–96
  6. 548 Jimmy Ruffell 1921–37
  7. 505 Steve Potts 1985–2002
  8. 505 Vic Watson 1920–35
  9. 502 Geoff Hurst 1959–72
  10. 467 Jim Barrett senior 1924–38
 

Tore

  1. 326 Vic Watson 1920–35
  2. 252 Geoff Hurst 1959–72
  3. 166 John Dick 1953–63
  4. 166 Jimmy Ruffell 1921–37
  5. 146 Tony Cottee 1983–88/1994–96
  6. 107 Johnny Byrne 1961–67
  7. 104 Bryan Robson 1970–74/1976–79
  8. 102 Trevor Brooking 1967–84
  9. 100 Malcolm Musgrove 1953–63
  10. 100 Martin Peters 1962–70

Wappen und Farben[Bearbeiten]

Die Farben des Vereins sind bordeauxrot und (hell-)blau (Claret and Blue).

Das Wappen des Vereins Thames Ironworks F.C. bestand zunächst lediglich aus zwei gekreuzten Hämmern – ein Hinweis auf die Werft. Etwa 1903/04 kam die Darstellung einer Burg hinzu. Es repräsentiert das nahe gelegene „Green Street House“, ein prominentes Bauwerk jener Gegend, das auch als „Boleyn Castle“ bekannt ist und dem auch das Stadion seinen Zweitnamen Boleyn Ground verdankt.

Hymne[Bearbeiten]

I'm forever blowing bubbles, pretty bubbles in the air
They fly so high, nearly reach the sky
Then like my dreams they fade and die
Fortune's always hiding, I've looked everywhere
I'm forever blowing bubbles, pretty bubbles in the air
United! United!

Die Cockney Rejects haben 1980 eine Punk Rock-Version der Hymne aufgenommen.

Fans[Bearbeiten]

Die wohl stärkste Rivalität fühlen die Anhänger von West Ham United gegenüber dem FC Millwall, der im Süden Londons beheimatet ist und wie West Ham United aus einer dortigen Werft heraus gegründet wurde. Diese Rivalität wurde beim Ligapokalspiel der beiden Teams im Boleyn Ground am 25. August 2009 (Endstand 3:1 n.V.) seit langem wieder in der Öffentlichkeit ausgetragen. Es kam zu den schwersten Ausschreitungen seit Jahren im englischen Fußball, bei denen ein Mann bei einer Messerstecherei verletzt wurde.[2]

Darüber hinaus bestehen Rivalitäten auch zu anderen Londoner Vereinen, besonders gegenüber Chelsea, was auf die schon lange andauernde Rivalität zwischen dem East End und dem im Allgemeinen besser situierten Westen der Stadt zurückzuführen ist.

Der Film Hooligans (im englischen Original Green Street) bezieht sich auf West Ham United und deren Hooligan-Gruppierung Inter City Firm (im Film heißt sie Green Street Elite) sowie ihre Rivalität zu den Hooligans des FC Millwall.

Ebenso beschäftigen sich die Filme Cass – Legend of a Hooligan und Rise of the Footsoldier mit der gewalttätigen Welt der Inter City Firm.

Steve Harris, der Bassist der Band Iron Maiden, gilt als einer der prominentesten Fans des Vereins und war vor seiner Musikerkarriere im Nachwuchskader aktiv. Er teilt seine Leidenschaft für West Ham United mit seinem ehemaligen Bandkollegen Paul Di'Anno.[3] Auch die Schauspieler Keira Knightley, Ray Winstone, John Cleese, Russell Brand, Matt Damon und Danny Dyer sowie Ex-Formel 1 Rennfahrer Martin Brundle, die Musiker Morrissey, Pete Way von U.F.O., Dave Grohl, Katy Perry, Rod Stewart und Prinz Harry von Wales sind große West Ham-Anhänger. Der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama, gilt ebenfalls als Fan der Hammers sowie Queen Elizabeth II., die das lange Zeit geheim hielt. Auch Dean Thomas, eine Figur aus den Harry-Potter-Romanen, ist Anhänger von West Ham United. Weiters war auch der berühmte Filmregisseur und -produzent Alfred Hitchcock ein bekennender Fan der Irons.

Trikotsponsoren[Bearbeiten]

Dauer Sponsor
1983–1989 AVCO Trust
1989–1993 BAC Windows
1993–1997 Dagenham Motors
1998–2003 Dr. Martens
2003–2007 JobServe
2007–2008 XL.com
2008-2013 SBOBET
seit 2013 Alpari
  • Nach dem Sponsor Dr. Martens war ebenfalls eine Tribüne im heimischen Stadion benannt, die nun den Namen des aktuellen Hauptsponsor Alpari trägt.

Ausrüster[Bearbeiten]

Dauer Ausstatter
1976–1980 Admiral
1980–1987 adidas
1987–1989 Scoreline
1989–1993 Bukta
1993–1999 Pony
1999–2003 Fila
2003–2007 Reebok
2007–2010 Umbro
2010-2013 Macron
seit 2013 adidas

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: West Ham United – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Historic day for the Hammers Artikel vom 22. März 2013, abgerufen am 22. März 2013
  2. Krawalle in London: „Eine Schande für den Fußball“, Spiegel online vom 26. August 2009
  3. http://maidonian-city.de/members.html